Hallo zusammen.
Kurze Frage bzgl. des FBAS Standarts. Nach meinem Verstädnis ist das
FBAS Signal auf 0V-1V genormt. Frage ich die Bildersuche so finden sich
diverse Spannungsverläufe welche zwar Spitze-Spitze 1V ergeben, jedoch
in den negativen Bereich reinragen. Sind das einfach Darstellungen die
nicht mit der Spezifikation konform sind oder ist der Bereich wo sich
das Signal befindet garnicht spezifiziert?
Ich möchte einen einfachen Videoumschalter bauen und bin mir nun nicht
sicher welchen MUX ich für die Anwendung nehmen kann. Bei einem rein
positiven Signal ist die Auswahl nicht sonderlich schwer. Muss ich
Signale in negativer Richtung auch multiplexen müssen, brauche ich einen
MUX der das kann. Und in SP3T Ausführung solch einen zu finden ist wie
die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Danke schomal im Voraus.
MfG Markus
Ich wüsste nicht, dass sie mit 0 - 1 V genormt sind. 1 Vss ist der
Standard. Durch die Klemmschaltung wird ein Referenzpegel übertragen, ob
das Signal 2 bis 3 V, - 5 bis -4 V oder (niederfrequent) AC-gekoppelt
ist, ist egal. Wenn du dafür sorgst, dass z. B. mit einer Klemm-Diode
hinter einem Koppelkondensator das Signal nicht negativ werden kann, ist
das ok. Wenn man innerhalb eines Bildes multiplexen will (z. B.
Bildteiler), sollte man (muss man aber im einfachsten Fall nicht) es
etwas aufwändiger mit einer Klemmschaltung auch die hintere
Schwarzschulter machen.
Ok soweit verstanden. Aber jetzt weiss ich immer noch nicht welchen MUX
ich brauche.
Wenn ich an den Eingängen meines MUXes jeweils 75Ohm gegen Masse lege,
habe ich dort mein Videosignall von 1Vpp anliegen. Aber reicht das von
-0,3V bis 0,7V, oder von 0V bis 1V oder kann beides auftreten, jenachdem
was in der Kamera für eine Ausgangsschaltung verbaut ist?
@Zahn der Zeit
Der Umschaltpunkt, ob im Bild oder zwischen dem Bild, ist egal. Dann
würde es eben kurz eine Verzerrung geben bis das nächste Bild kommt.
Für mich ist eher wichtig, das die Umschaltung dahingehend universell
ist dass jedes Signal durchgeschaltet werden kann. Also egal ob 0-1V
oder -0.5 bis +0.5 etc.
Die Koppeldiode würde ich dann quasi parallel zu den 75 Ohm an den
Eingängen legen ?
Markus schrieb:> oder kann beides auftreten, jenachdem> was in der Kamera für eine Ausgangsschaltung verbaut ist?
Es kann beides auftreten. Manche Geräte haben einen Koppelelko im
Ausgang und dort driftet das Signal dann in den -Bereich. Manche haben
einen Emitterfolger ohne Kondensator und da bleibt das Signal im
Positiven.
Sinnvoll ist, vor dem Mux die Signale alle mit Koppelelko und
Vorspannung (oder Klemmschaltung) in den positiven Bereich zu ziehen und
dann den Mux normal zu verwenden. Die meisten einfachen CMOS Schalter
(40xx Serie) erlauben aber auch, eine Vee als untere Grenze zu benutzen,
die auch negativ sein kann.
Markus schrieb:> Ok soweit verstanden.
Neee...
> Wenn ich an den Eingängen meines MUXes jeweils 75Ohm gegen Masse lege,> habe ich dort mein Videosignall von 1Vpp anliegen.
Stimmt
> ... oder kann beides auftreten, je nachdem> was in der Kamera für eine Ausgangsschaltung verbaut ist?
Richtig.
Deswegen: Koppelkondensator, Widerstand nach Masse (Zeitkonstante der
beiden ~100 ms sollten es tun), mit einer Diode +0,6 V erzeugen, eine
zweite Diode mit Anode an diesen 0,6 V und Kathode am Ausgang des
Koppel-Cs sorgt dafür, dass die Spannung nur minimal unter 0 V sinken
kann, also immer ungefähr von 0 - 1 V geht. Und wenn dein folgender
Verstärker als Arbeitspunkt 2 V braucht, musst du halt 2,6 V erzeugen.
Ein Verstärker x 2 dahinter ist ohnehin erforderlich. (Ok, ganz primitiv
geht es auch ohne Verstärker, aber dann kann man auch gleich ein Relais
zum Umschalten nehmen.)
Als Multiplexer sind fast alle ICs geeignet, die als Multiplexer
bezeichnet sind.
> Wenn ich an den Eingängen meines MUXes jeweils 75Ohm gegen Masse lege,
habe ich dort mein Videosignall von 1Vpp anliegen. Aber reicht das von
-0,3V bis 0,7V, oder von 0V bis 1V oder kann beides auftreten, jenachdem
was in der Kamera für eine Ausgangsschaltung verbaut ist?
Oder noch andere, auch 1Vss mit Sync auf 2V und Spitzenweiß auf 3V wäre
nicht verboten.
Das Wissen um Klemmschaltungen scheint im Internet von 2019 verloren
gegangen zu sein, eine Schaltung für dich habe ich aber auf die schnelle
gefunden:
https://gamesx.com/wiki/lib/exe/detail.php?id=av%3Ag7000_av&media=av:g7000av.png
Alle eingänge mit 75 Ohm nach Masse abschliesen.
Dann wiederholst du den Teil mit C1 und D1 für jeden Eingang.
Als Multiplexer würde ich einen halben 74HC5052 nehmen, der hat 4
Eingänge.
Die Basis von Q1 an den Ausgang vom Multiplexer.
R4 und R5 gleich groß nehmne, also beide 470 Ohm.
Moin,
Markus schrieb:> Und in SP3T Ausführung solch einen zu finden ist wie> die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
In den preisguenstigen VCRs und analogen SAT-Receivern wurd' frueher
gerne mal was aus der 4051/2/3 Familie verbaut. Klemmschaltungen wuerd'
ich da keine extra reinbauen, eher dicke Koppelelkos und Vorspannung.
Gruss
WK
Der Ausgang sollte aber auch 75 Ohm treiben und selbst 75 Ohm haben, das
geht nicht nur mit einem Analogschalter. Es gab mal bei Reichelt einen
Videotreiber mit umschaltbaren Eingängen von ST, und integrierten
Klemmdioden, weiß aber nicht ob der noch existiert.
Es ist nicht so einfach mit 5V Versorgung ein Videosignal zu treiben, im
Leerlauf ist ja die Amplitude 2Vss und linear sollte es auch noch sein.
Die Verlustleistung übersteigt schnell die Möglichkeiten eines
ungekühlten ICs.
Moin,
Fuer die 75 Ohm am Ausgang gibts doch so ne popel-2-Transistorschaltung,
mit einem NPN/PNP Paeaerchen. Die macht 6 dB Gain und kann 75 Ohm
treiben. Hat bestimmt auch einen Namen, der mir aber grad' entfallen
ist.
Gruss
WK
Markus schrieb:> Ich möchte einen einfachen Videoumschalter bauen und bin mir nun nicht> sicher welchen MUX ich für die Anwendung nehmen kann.https://www.analog.com/en/products/adv3222.html
Der ist extra für solche Zwecke gemacht und kann auch 50 und 75 Ohm
treiben.
fchk