Ein Kollege ist gegangen, er war als Einziger für die Weiterentwicklung
einer Software zuständig. Sie wurde teilweise extern und in mehreren
Programmiersprachen geschrieben. Der Quelltext ist die Doku. Wie würdet
ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Moin,
Also, ich hab' jetzt eingeatmet, was soll ich als naechstes am besten
machen? Soll ich ausatmen?
Jürgen schrieb:> Wie würdet> ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Ganz verwegener Vorschlag: Mit einem geeigneten Mitarbeitermwd?
SCNR,
WK
Jürgen schrieb:> teilweise extern und in mehreren> Programmiersprachen geschrieben. Der Quelltext ist die Doku.
Also zahlt ihr kein Gehalt, sondern Schmerzensgeld.
Dann würde ich an eurer Stelle zusehen daß ihr jemanden findet, der
leidensfähig genug ist, alle betreffenden Programmiersprachen
hinreichend beherrscht oder notfalls lernt, strukturiert arbeitet und
dokumentationsfreudig ist und willens ist, Ordnung in diesen Sauhaufen
zu bringen.
Ein solcher Jemand dürfte aber recht teuer sein, macht euch das klar.
Solcher Art Kosteneinsparungen kosten in der Zukunft ein Vielfaches
ihrer selbst. Wenn nicht bei der Nachbesserung, dann halt bei der
Weiterentwicklung durch übermäßigen Zeitaufwand beim Debuggen und
Einarbeiten.
Hätte man vielleicht mal nachdenken sollen als der Kollege noch da war.
Ich würde es für 95 k€ p.a. machen. Habe grundlegende Kenntnisse in der
Programierung und würde diese bei euch im Rahmen meines "Learning by
Earning"-Programms vertiefen und eine gescheite Softwareentwicklung
machen. Am Ende habt ihr saubere Software!
Wühlhase schrieb:> Ein solcher Jemand dürfte aber recht teuer sein, macht euch das klar.> Solcher Art Kosteneinsparungen kosten in der Zukunft ein Vielfaches> ihrer selbst.
Hab ich der GF auch gesagt, wurde ignoriert. Der Kollege hatte nur einen
befristeten Vertrag und aufgrund der schlechten Auftragslage wurde ihm
kein unbefristeter angeboten...
Jürgen schrieb:> Der Kollege hatte nur einen> befristeten Vertrag und aufgrund der schlechten Auftragslage wurde ihm> kein unbefristeter angeboten...
Such' dir auch was Neues. Die Geschäftsführung verdient den Namen
nicht..
Dergute W. schrieb:> Also, ich hab' jetzt eingeatmet, was soll ich als naechstes am besten> machen? Soll ich ausatmen?
Ja. Den Vorgang einatmen/ausatmen wiederholst Du solange bis ich mich
bei Dir melde?....dass kann aber dauern....
Jürgen schrieb:> Wie würdet ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Mit einem Bäcker??
Jürgen schrieb:> Ein Kollege ist gegangen, er war als Einziger für die Weiterentwicklung> einer Software zuständig.> Wie würdet ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Hat sich die Auftragslage schon wieder gebessert? Ging ja überraschend
schnell, denn
Jürgen schrieb:> Der Kollege hatte nur einen befristeten Vertrag und aufgrund der> schlechten Auftragslage wurde ihm kein unbefristeter angeboten...
Du musst halt im Einstellungstest Quellcode vorlegen und den Bewerber
fragen, was das macht.
Meine Erfahrung ist, dass viele Informatiker sich davor scheuen, fremden
Quellcode zu verstehen. Sie könnten es zwar sicher, aber sie haben eine
mentale Barriere.
Ihr könnt natürlich auch mal auf GitHub schauen, wer fremde Projekte
forked und verbessert.
Aber ich sehe es schon kommen, am Ende wird wieder jemand eingestellt,
der sich zwar gut verkaufen kann, dann aber keine Produkt (seine
Arbeitsleistung) liefert.
Jörg R. schrieb:>> Wie würdet ihr die Stelle am besten neu besetzen?>> Mit einem Bäcker??
"Wie" fragt nach einem "wie-Wort", nicht nach einem Substantiv!
"Schnell", "lila" wäre also eine gültige Antwort.
@TE: da habt ihr sicher eine 1A Wartungsleiche im Keller.
Tip: lauf so schnell du kannst.
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6090127:
> Ich würde einen Frischling holen
Frischling geht auf das althochdeutsche frisking (Jungtier, Opfertier)
und das mittelhochdeutsche vrischinc oder vrischlinc (Jungtier von Schaf
oder Schwein) zurück.
Stefan H. schrieb:> Du musst halt im Einstellungstest Quellcode vorlegen und den Bewerber> fragen, was das macht.
Bullshit,
zeigt dem die Maschine die die Software steuert. Und dann 20
Codeschnipsel,
50% von der maschinensoftare und 50% völlig fremder open source. Wenn er
das sicher zuordnen kann, dann kann er auch relevanten maschinencode
weiterpflegen.
> Der Quelltext ist die Doku.
Dann habt ihr doch wenigstens eine Spec.?! Ansonsten fangt schon mal
mit Reverse Engineering an, damit ihr dem Bewerber sagen könnt, was er
überhaupt ans Laufen bringen soll. Anderfalls muesst ihr "from the
scratch" neu anfangen: bisheriges Gerät abkündigen, requirements fürs
neue capturen, ... und hoffen das die Kunden in 5 Jahren wiederkommen.
Jürgen schrieb:> Wie würdet ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Erstmal zusammen tragen, welche Programmiersprachen und Frameworks
verwendet wurden. Dann schreibt ihr die Stelle aus und nehmt den, der
sich damit am besten auskennt.
Überlegt euch auch, ob ihr den Fehler fortsetzen wollt, oder ob ihr ab
jetzt Zeit und Geld für die Erstellung der Doku investiert.
Jürgen schrieb:> Ein Kollege ist gegangen, er war als Einziger für die> Weiterentwicklung> einer Software zuständig. Sie wurde teilweise extern und in mehreren> Programmiersprachen geschrieben. Der Quelltext ist die Doku. Wie würdet> ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Ich gar nicht. Die Arbeit wird auf die verbleibenden Köpfe verteilt: Ich
sage einfach, wegen dem Fachkräftemangel findet sich niemand. So senke
ich gleich die Personalkosten.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Jürgen schrieb:>> Wie würdet ihr die Stelle am besten neu besetzen?>> Erstmal zusammen tragen, welche Programmiersprachen und Frameworks> verwendet wurden. Dann schreibt ihr die Stelle aus und nehmt den, der> sich damit am besten auskennt.
Nein, denn jetztz ist der beste Zeitpunkt für den cut an alten Zöpfen.
Denn wenn die Urheber am Programmcode nicht mehr greifbar sind, macht es
auch keinen Sinn, die Frameworks weiterzupflegen.
Beschreibt den Funktionsumfang der Software (embedded steuerung,
Datenbank, Prozess managment, ..) und sucht dann einen der in diesem
Anwendungsbereich Entwicklungserfahrung hat. Unabhängig von dem bisher
benutzen Programmiersprachengeschiss.
Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:> Nein, denn jetztz ist der beste Zeitpunkt für den cut an alten Zöpfen.
Sowas klappt meistens nicht. Es wird noch funktionierende Software
weggeworfen und von ganz vorne angefangen. Nun werden die gleichen
Fehler erneut gemacht. Es wird wieder nichts dokumentiert, denn die Doku
kann man ja schreiben, wenn man fertig ist. Es wird auch nichts
getestet, denn das kann man ja machen, wenn es fertig ist und man weiß,
was rauskommen soll.
Jetzt ist man wieder an dem gleichen Punkt und die Sche*ße geht wieder
von vorne los. Das ist halt typisch Ubuntu-Syndrom.
Es ist besser, jede Komponente einzeln zu analysieren, zu dokumentieren,
Tests zu schreiben und sie schließlich gegen eine neu entwickelte
Komponente zu ersetzen und zu testen.
Jürgen schrieb:> Ein Kollege ist gegangen, er war als Einziger für die> Weiterentwicklung> einer Software zuständig. Sie wurde teilweise extern und in mehreren> Programmiersprachen geschrieben. Der Quelltext ist die Doku. Wie würdet> ihr die Stelle am besten neu besetzen?
Es ist hoffentlich nicht Dein Problem und sollte es auch nicht werden.
Ich würd die Suche und Auswahl vor allem die GF machen lassen.
GF schalten und walten oft in anderen Dimensionen, das ist einem
Techniker oft fremd was da abläuft....
Wie auch immer... ich würd die Augen nach was anderem offenhalten,
einfach nur so um Handlungsoptionen zu haben...
Zu Deiner Frage: Mal selber überlegen welche Optionen ihr habt: Finanz
und vor allem Zeitbudget analysieren, Was könnt ihr - abgesehen von
Gehalt - sonst noch anbieten damit jemand das übernehmen möchte und
nicht nach 4 Wochen wieder geht?
Leute finden durch Herumhören bei den Mitarbeitern (kennt wer wenn
der...), Mundpropaganda nutzen, mit offenen Karten dem Zukünftigen über
die Problematik reinen Wein einschenken...
Wieso fragst Du so selbstverständliche Dinge?
Karl schrieb:> Ich würde es für 95 k€ p.a. machen. Habe grundlegende Kenntnisse in der> Programierung und würde diese bei euch im Rahmen meines "Learning by> Earning"-Programms vertiefen und eine gescheite Softwareentwicklung> machen. Am Ende habt ihr saubere Software!
Da.. Ersatz gefunden...
je nach Umfang ist das nichteinmal ein unfairer Preisvorschlag
Mr.T schrieb:> @TE: da habt ihr sicher eine 1A Wartungsleiche im Keller.> Tip: lauf so schnell du kannst.
Weglaufen mag feige klingen, scheint mir aber in dem Fall eine valide
Alternative zu sein.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Überlegt euch auch, ob ihr den Fehler fortsetzen wollt, oder ob ihr ab> jetzt Zeit und Geld für die Erstellung der Doku investiert.
Ernsthafterweise macht "überlegen" in diese Richtung wirklich Sinn.
Mach mal folgendes:
notier mal Sprachen und idealerweise Anzahl der Codezeilen pro Sprache
(in etwa reicht) ansonsten gesamtbyte quelltext pro sprache
damit alleine liesse sich mindestens grob überschlagen was an Aufwand
besteht.
Wenn die Firma eine Internetseite hat deren url sich hier
veröffentlichen lässt,
kann ich Euch dann gerne ein unverbindliches Angebot schicken.
Mr.T schrieb:> Jörg R. schrieb:>>> Wie würdet ihr die Stelle am besten neu besetzen?>>>> Mit einem Bäcker??>> "Wie" fragt nach einem "wie-Wort", nicht nach einem Substantiv!> "Schnell", "lila" wäre also eine gültige Antwort.
Also mit einem Bäcker.
Wenn der Typ befristet eingestellt war, kann es noch nicht so schlimm
sein, der hatte noch gar nicht genug Zeit viel Wissen zu proggen und
wieder mitzunehmen.
Dass man vor Millionen Zeilen undokumentierten und schlechten Code
geschmissen wird, ist meiner Erfahrung der Normalzustand in dieser
Scheiss-Branche.
Die Reaktion des Managments auch.
Also stellt den 0815 Progger ein, aber keinen Abfänger, das kennt der
dann schon, wenn er ein paar Unternehmen durchlaufen hat.
Motzkopp schrieb:> Dass man vor Millionen Zeilen undokumentierten und schlechten Code> geschmissen wird, ist meiner Erfahrung der Normalzustand in dieser> Scheiss-Branche.
Meiner leider auch.
Dann wird die Wichtigkeit von Dokumentation klargestellt, um gleich im
nächsten Projekt wieder darauf zu verzichten, um Zeit zu sparen. Kann
man ja später nachholen - doch dazu kommt es fast nie.
Jürgen schrieb:> Ein Kollege ist gegangen, er war als Einziger für die Weiterentwicklung> einer Software zuständig. Sie wurde teilweise extern und in mehreren> Programmiersprachen geschrieben. Der Quelltext ist die Doku. Wie würdet> ihr die Stelle am besten neu besetzen?
...
> Hab ich der GF auch gesagt, wurde ignoriert. Der Kollege hatte nur einen> befristeten Vertrag und aufgrund der schlechten Auftragslage wurde ihm> kein unbefristeter angeboten...
Deine GF ist inkonsequent, da würde ich keine halben Sachen machen!
Schreib das auf Freelancer.com aus. Aber eingegrenzt auf Pakistan und
Bangladesch.
Wenn schon denn schon.
Stefan H. schrieb:> Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:>> Nein, denn jetztz ist der beste Zeitpunkt für den cut an alten Zöpfen.>> Sowas klappt meistens nicht. Es wird noch funktionierende Software> weggeworfen und von ganz vorne angefangen.
Du bist völlig auf die Software fixiert und vergisst den ganzen Rest.
Ich geh davon aus, das es sich hier um eine Embedded Lösung handelt, es
gibt also nicht nur Software sondern auch elektronik, mechanik,
Prozeduren.
Wenn ein Softwerker ohne Dokumentation behauptet, die Software
funktioniert, sagt das nichts das die Anwendung mit dieser Software
funktioniert und ist somit aus projektsicht eine Nullaussage und
indirekt eine Mitarbeitsverweigerung. Und man fängt nicht von ganz vorne
an, sondern hat mindestens ein Referenzprodukt das man zur Verfikation
(Soll/Ist-vergleich) heranziehen kann. So ein Vergleichsobjekt kann zum
teil eine Dokumentation ersetzen.
Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:> Wenn ein Softwerker ohne Dokumentation behauptet, die Software> funktioniert, ... indirekt eine Mitarbeitsverweigerung.
Das sagen nicht die Programmierer, sondern die Projektleiter auf Druck
der Geschäftsleitung.
Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:> Ich geh davon aus, das es sich hier um eine Embedded Lösung handelt, es> gibt also nicht nur Software sondern auch elektronik, mechanik,> Prozeduren.
Kann sich auch um die inhouse Verteilungs- und Zugriffssteuerung des
wöchentlichen Kantinenplans handeln. Arbeitstitel:Nicht nur Freitags
gibt es Fisch ;-).
Yusuf schrieb:> Selam Bruda,>> ich können krass programiren. Alles was du wollen....C,C--,Yava und> Schlange.>> 5k reichen mir. Dienstschlitten muss aber neuer E63 sein.
Den stellt BMW doch seit spätestens 2010 gar nicht mehr her...
Jürgen schrieb:> Der Quelltext ist die Doku.
Bei so einer Bude hatte ich auch mal ein Vorstellungsgespräch. Als ich
den Chef ganz direkt fragte, ob er denn wenigstens in Zukunft
beabsichtigt, das auf eine halbwegs professionelle Arbeitsweise
umzustellen, guckte er ganz verstimmt. Der hatte noch nichtmal
begriffen, was die Uhr geschlagen hatte. Natürlich habe ich da nicht
angefangen.
Wenn Deine Firma für so einen hingerotzten Dreckhaufen jemanden finden
soll, der das nicht nur wuppen will, sondern vor allem auch kann, dann
werdet ihr tief in die Tasche greifen müssen. Ein billiger Anfänger kann
es nämlich nicht, und ein Erfahrener will es nicht (außer für viel
Geld).
Aber Deine GF wird nicht wahrhaben wollen, daß ihre Kostensparmaßnahmen
sich jetzt rächen. Dieselben unfähigen Dödel, die erst einen Entwickler
befristet einstellen und dann merken, daß sie doch jemanden brauchen.
Also werdet Ihr einen billigen Anfänger einstellen, der das alles noch
mehr verpfuscht. Viel Spaß, und sich Dir schonmal einen neuen Job. Deine
Firma wird es mit so einer Chefetage nicht auf Dauer machen.
Nop schrieb:> hingerotzter Dreckhaufen
Du weißt doch gar nicht, wie der Quelltext aussieht. Vielleicht ist er
gut strukturiert und umfangreich kommentiert, so dass man mit Tools wie
Doxygen eine fast vollständige Doku heraus ziehen kann.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Du weißt doch gar nicht, wie der Quelltext aussieht. Vielleicht ist er> gut strukturiert und umfangreich kommentiert, so dass man mit Tools wie> Doxygen eine fast vollständige Doku heraus ziehen kann.
Kann man nicht, weil das Einzige, was noch schlimmer als gar keine Doku
ist, 800 Seiten auto-generierter Doxygen-Müll sind. Abgesehen davon habe
ich bei Sparmaßnahmen wie "der Quelltext ist die Doku" noch nie ein
brauchbares Ergebnis gesehen - außer natürlich bei sehr kleinen
Projekten, wo man den Code an einem Tag durchgehen kann.
> ..so dass man mit Tools wie Doxygen eine fast vollständige Doku heraus ziehen
kann.
Wow. Cool. Du bist die Rettung. Genau so geht's. Aus Code mach Doku.
Yeah. Yuppy-ey.
Damit kann man die Anzahl Menupunkte nachtraeglich etwas erhoehen..
aehnliche funktionalitaet copy/pasten.
Die Konzepte dahinter fehlen zwar immer noch. Strategien fehlen. Weshalb
welche Entscheidungen getroffen wurden fehlt.
Also.. Anschauen, nachdenken, Pflichenheft aufnehmen, und den
bestehenden code - flupp in die tonne.
Erst mal die Entscheidung :
- Der Code ist eine temporaere Notwendigkeit, welche wir in Zukunft
nicht mehr benotigen.
Also Auslagern, nach Indien oder Bangladesh. Und darauf hoffen, dass die
nicht euer Produkt klonen und kopieren koennen.
- Der Code ist essentiell fuer das Fortbestehen der Firma, weil zuviele
Entwicklungen dranhaengen.
Also laengerfristig eine Festanstellung planen.
Was ihr immer mit eurer Doku habt. Bei größeren Projekten sollte es
zumindest ein grobes Architekturdokument geben mit den Grobaufteilungen
in Blöcken und den wichtigsten Abläufen. Da wir hier aber von einer
1-Mann Software ausgehen, wird es wohl was eher kleineres sein und
natürlich gibt es keine Doku und wenn es eine Doku gibt, dann ist sie
veraltet und fürn Arsch.
Es gibt nur eine wahre Doku bei Software, die auch niemals outdated sein
wird: Eine grüne Test-Suite
Warum das so ist, sollte einleuchtend sein.
Ansonsten, hier ist Lektüre:
https://www.amazon.de/Working-Effectively-Legacy-Robert-Martin/dp/0131177052
Professional schrieb:> Es gibt nur eine wahre Doku bei Software, die auch niemals outdated sein> wird: Eine grüne Test-Suite
Die einem natürlich auch sagt, WARUM dieses und jenes überhaupt da ist.
Wirf mal jemand Hirn vom Himmel...
Nop schrieb:> auto-generierter Doxygen-MüllWeg mit dem Troll ! Aber subito schrieb:> Wow. Cool. Du bist die Rettung. Genau so geht's. Aus Code mach Doku.
Sorry Leute, aber ich denke ihr habt Doxygen nicht verstanden. Der Sinn
des Tool ist nicht, Doku zu generieren, sondern aus Quelltexten zu
extrahieren. Den Text muss man schon selbst schreiben, sonst kommt dabei
nichts sinnvolles heraus.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Sorry Leute, aber ich denke ihr habt Doxygen nicht verstanden.
DANKE!
eben genau so!
Und selbst ohne Kommentaren hilft doxygen mindestens
die funktionen und deren Parameter aufzulisten, was bei ordentlicher
Namensgebung
dem "neuerlichen Herausforderer" deutlich helfen kann den Code schneller
zu erfassen
Alter Code ist nicht immer schlecht, sowie Neuer nicht immer besser ist
Herauszufinden was geändert werden muss ist Aufgabe des neuen
Entwicklers.
Pauschale Aussagen sind leider fast nie zutreffend.
Nop schrieb:> Die einem natürlich auch sagt, WARUM dieses und jenes überhaupt da ist.> Wirf mal jemand Hirn vom Himmel...
Ja, scheint als könntest du davon was brauchen. Das warum steht
bestenfalls noch als Kommentar im Quelltext, wenn es so bedeutend ist,
in der Doku sicherlich nicht, und wenn es funktional Bedeutung hat
sollte es auch dafür einen Test geben. Wenn mans raus lassen kann und
kein Test bricht, war es entweder nicht so entscheidend oder man wird
früher oder später auf einen Fehler stoßen, den man hinterher fixt und
mit einem Test absichert, dass er nicht wieder auftritt.
Man sieht schon, dass hier nur so Kleinstfrickler mit ihren paar k LOC
unterwegs sind. SW-Projekte mit hunderten Mannjahren Umfang scheint ihr
noch nicht gefahren zu haben.
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6090712:
> Die fehlende Doku ist mein Kündigungsschutz!
Jepp, nachdem ich mich 25 Jahre immer abgekämpft habe Dinge ordentlich
zu machen und machen zu dürfen, sehe ich das in meinem Alter genauso.
Gerade bei denen, die überhaupt nicht an Wartbarkeit usw. denken, heißt
es dann "Oh Gott, wenn der im Urlaub ist". Ich hab die Schnauze voll,
das Managment soll mir jetzt hinterherlaufen Dinge vernünftig zu machen.
Das einzige, was mich noch kümmert , ist, dass die Anzahl der
Supportfälle auf meinem Tisch niedrig bleibt. Damit gehöre ich
vermutlich immer noch zu den Top-Kümmerern.
Professional schrieb:> Man sieht schon, dass hier nur so Kleinstfrickler mit ihren paar k LOC> unterwegs sind. SW-Projekte mit hunderten Mannjahren Umfang scheint ihr> noch nicht gefahren zu haben.
Du scheinst ja ein dicker Fisch zu sein, quasi ein toller Hecht. Mein
Respekt. Zum Glück gibt es dieses Forum, hier tummeln sich stets die
besten Leute ihres Fachs. Ich bin erfreut und beeindruckt.
Professional schrieb:> Was ihr immer mit eurer Doku habt. Bei größeren Projekten sollte> es zumindest ein grobes Architekturdokument geben mit den> Grobaufteilungen in Blöcken und den wichtigsten Abläufen. Da wir hier> aber von einer 1-Mann Software ausgehen, wird es wohl was eher kleineres> sein und natürlich gibt es keine Doku und wenn es eine Doku gibt, dann> ist sie veraltet und fürn Arsch.> Es gibt nur eine wahre Doku bei Software, die auch niemals outdated sein> wird: Eine grüne Test-Suite> Warum das so ist, sollte einleuchtend sein.>> Ansonsten, hier ist Lektüre:>> https://www.amazon.de/Working-Effectively-Legacy-Robert-Martin/dp/0131177052
Da stimme ich absolut zu, ich meiner aktuellen Stelle habe ich gar keine
Infos bekommen, nur Tickets und mach. Die bestehenden Unittests haben
mich gerettet und mir die Software beigebracht. Ich weiß bis heute
nicht, was man in den 1000 Menüpunkten zusammenklickern muss, um gewisse
Datenkonstellationen hinzubekommen, über die Unitests geht es.
Motzkopp schrieb:> Ich weiß bis heute nicht, was man in den 1000 Menüpunkten> zusammenklickern muss, um gewisse Datenkonstellationen hinzubekommen
Gibt es denn keine Spezifikation mit Software Requirements und Use
Cases?
Stefan ⛄ F. schrieb:> Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:>> Wenn ein Softwerker ohne Dokumentation behauptet, die Software>> funktioniert, ... indirekt eine Mitarbeitsverweigerung.>> Das sagen nicht die Programmierer, sondern die Projektleiter auf Druck> der Geschäftsleitung.
Nope, spätestens wenn die Geschäftsleitung/Kunde das produkt abnimmt um
ne echnung stellen zu können ist Schluss mit "Behaupten". Dann zählt nur
das Testprotokoll, also die Gegenüberstellung Was soll das Ding?/ Was
kann das Ding? Und dazu braucht es nun mal ne Doku oder Spec.. Irgenwas
muss man ja den Entwicklern gegeben haben.
>Was ihr immer mit eurer Doku habt. Bei größeren Projekten sollte es>zumindest ein grobes Architekturdokument geben mit den Grobaufteilungen>in Blöcken und den wichtigsten Abläufen.
oder minimum quelltextdateien und built-script und projekt. Da kann man
schon mal anfangen und alle Dateien auflisten und anfangen was da so
drinsteckt. Ist etwas dröge aber wie bereits genannt gibt es einige
tools die da unterstützend eingreifend. Ein/zwei Woche sollte genügend
da ne erste Dokumentation zusammengeschrieben zu haben. Aber
wahrscheinlich ist das problem, das die wenigsten wissen was überhaupt
in ner Doku stehen soll und/oder sich in Details verlieren. Deshalb
hartes Zeitlimit für die erste Revisions Doku, verfeinert wird nach dem
ersten Review im Team. Den (nur) ein Doc-Review deckt auf, wo die Lücken
in der Doc sind.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Nop schrieb:> hingerotzter Dreckhaufen>> Du weißt doch gar nicht, wie der Quelltext aussieht. Vielleicht ist er> gut strukturiert und umfangreich kommentiert, so dass man mit Tools wie> Doxygen eine fast vollständige Doku heraus ziehen kann.
Nein, da kommt nichts raus, was einem der Debugger nicht auch erzählen
würde. Das Problem sind nicht die Puzzlestücke, sondern das große Bild,
welches man erst nach jahrelangem Debugging und zusammenfügen der
Puzzlestücke erhält, wenn keine Doku existiert. In dieser Zeit
produziert man viel Scheisse, architektonische Brüche, viel Frickelei um
es irgendwie hinzubekommen. Bei hoher Fluktation und ohne gute Doku
entsteht am Ende ein großer Scheisshaufen an Code, nur Unitests retten
die Lage noch irgendwie. Ohne die, sinkt die Produktivität gegen Null.
Qwertz schrieb:> Du scheinst ja ein dicker Fisch zu sein, quasi ein toller Hecht. Mein> Respekt. Zum Glück gibt es dieses Forum, hier tummeln sich stets die> besten Leute ihres Fachs. Ich bin erfreut und beeindruckt
Na grad du müsstest doch aus der Medizintechnik wissen, dass manche
Software Plattform durchaus ihre fünfzehn Jahre überdauert. Dazu noch
externe und Multisite Entwicklung. Schau dir doch das aktuelle numaris,
syngo.via oder somaris an. Da läuft achtstellig jedes Jahr Kohle rein.
Hunderte Mannjahre jedes Jahr. Wie will man dem sonst Herr werden? Leute
kommen und gehen. Tests bleiben, idealerweise verlinkt mit den
zugehörigen reqs. Aber auch da ist die Erfahrung das Papier und Software
divergieren
Motzkopp schrieb:> Nein, da kommt nichts raus, was einem der Debugger nicht auch erzählen> würde. Das Problem sind nicht die Puzzlestücke, sondern das große Bild,> welches man erst nach jahrelangem Debugging und zusammenfügen der> Puzzlestücke erhält, wenn keine Doku existiert.
Mumpitz, jahrelanges Debugging. Klar wenn man sich 11 Monate lang vor
dem Anfang drückt, dauert es natürlich bis zum Altersruhestand ...
Qwertz schrieb:> Motzkopp schrieb:> Ich weiß bis heute nicht, was man in den 1000 Menüpunkten> zusammenklickern muss, um gewisse Datenkonstellationen hinzubekommen>> Gibt es denn keine Spezifikation mit Software Requirements und Use> Cases?
Was als erstes helfen würde, wäre eine ordentliche Produktschulung, aber
das hält man ja bei Entwicklern nicht für nötig, komisch, sie basteln ja
nur den ganzen Tag dran rum. Nur in einem Unternehmen hatte ich bisher
zur Einführung ein Monat Schulungen, ohne eine einzelne Zeile Code zu
schreiben. Vernünftig.
In meinem jetzigen Unternehmen ist das Zeug so komplex, 50 mio Zeilen
Code, dass es keinen gibt, der dir da im Detail ne Schulung geben
könnte.
Die Spezikationen sehen in einfachen Fällen so aus: "Bei der
fiduziarischen Abtretung muss bei der Abrechnung der Mwstsatz der
Gesamtschuldnergruppe gelten".
Mehr steht da nicht. Und man soll ne Aufwandsabschätzung machen.
Professional schrieb:> Na grad du müsstest doch aus der Medizintechnik wissen, dass manche> Software Plattform durchaus ihre fünfzehn Jahre überdauert. Dazu noch> externe und Multisite Entwicklung. Schau dir doch das aktuelle numaris,> syngo.via oder somaris an. Da läuft achtstellig jedes Jahr Kohle rein.> Hunderte Mannjahre jedes Jahr. Wie will man dem sonst Herr werden? Leute> kommen und gehen. Tests bleiben, idealerweise verlinkt mit den> zugehörigen reqs. Aber auch da ist die Erfahrung das Papier und Software> divergieren
Ach du bist es, Abradolf... ;-)
Dann nehme ich meinen Sarkasmus gerne zurück und gebe dir recht. Ich
hatte den Beitrag zunächst in die Kategorie "Ihr seid alles Nieten, nur
ich der Profi" eines Aufschneiders einsortiert, sorry. Aber es stimmt,
eine gute Testabdeckung ist essentiell und ein gutes Sicherheitsnetz für
Refactoring, und natürlich umso wichtiger, je größer das
Software-Projekt ist. Dokumentation zwar auch, aber wir beide wissen,
dass die in der Praxis gerne mal hinten runterfällt. Aber: basst scho!
Ich wünsche dir jedenfalls schon mal ein erfolgreiches neues Jahr 2020
und weiterhin viel Spaß im Beruf!
Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:> Motzkopp schrieb:>> Nein, da kommt nichts raus, was einem der Debugger nicht auch erzählen> würde. Das Problem sind nicht die Puzzlestücke, sondern das große Bild,> welches man erst nach jahrelangem Debugging und zusammenfügen der> Puzzlestücke erhält, wenn keine Doku existiert.>> Mumpitz, jahrelanges Debugging. Klar wenn man sich 11 Monate lang vor> dem Anfang drückt, dauert es natürlich bis zum Altersruhestand ...
Wir reden über unterschiedlichen Grössen von Software. Ich arbeitete
z.Zt. mit 40 Entwicklerkollegen an einer seit 25 Jahren existierenden
Business Software im J2EE Bereich. Im Microcontroller Bereich ist die
Software nicht ganz so komplex. Könnte ich allerdings auch nicht, ich
würde gnadenlos an der Hardware scheitern.
Kontextuale Doku ist schwierig. Mir ist schon einige Male passiert, daß
ich nach einem Jahr meine eigene ausführliche Doku nicht mehr 100%
verstanden hatte weil der Kontext doch nicht so perfekt existierte. Ohne
"Big Picture" Hintergrund Information, Algorithmen sind oft viele auf
dem ersten Blick gut aussehende Dokus doch nicht so hilfreich wie man
hoffen sollte. Manchmal hilft nur extremes Einarbeiten und alles zu
studieren bis es "klickt". Vielleicht geht es anderen besser, aber ich
finde es schwierig in ein Projekt nach langer Zeit zurückzukehren. Das
gleiche gilt oft für Arbeiten von anderen. Auch gibt es oft Situationen
wo man mit Zeigern und Tabellen arbeitet wo der Code ohne Debugger kaum
noch verfolgbar ist. Oft arbeitet man extrem komplexen Datenstrukturen
die ohne richtige Dokumentation keinen Sinn haben.
Manchmal kommt mir vor, Programme zu schreiben und erhalten ist eine
masochistische Tätigkeit die nur wenigen noch wirklich Spaß macht.
Meistens tut man sich sehr schwer später noch richtig durchzublicken.
Manchmal schaue ich mir alten Code von mir aus früheren Jahren an und
frage mich wie ich das in der Welt wohl zusammengebracht hatte. Oft
schreibt man Programme und es schreitet wirklich flüssig voran und
später nach ein paar Jahren sind es nur noch böhmische Dörfer.
Aus eigener Erfahrung kommt mir vor, es schummeln viele wenn ihnen
jemand ein fremdes Programm vorzeigt und man behauptet alles zu
verstehen. Was mich betrifft ist es nicht wahr, daß man außer bei extrem
einfachen und nicht weitgreifenden Code sofort durchblickt. Aber
vielleicht gibt es viel mehr Programmierer Genies als man glaubt und ich
bin halt nur ein armer Frickler;-)
Jetzt kommt die Wahrheit heraus... schrieb:> Was mich betrifft ist es nicht wahr, daß man außer bei extrem einfachen> und nicht weitgreifenden Code sofort durchblickt.
Selbst das ist oft nicht der Fall. Da gibt es Zeilen, die man 1000mal
gelesen hat, und die ganz anders funktionieren als gedacht.
Und überlebt haben sie nur, weil eine Konstellation nicht Auftritt oder
so.
Fazit: hier tummelt sich definitiv nicht die Elite aller Programmierer.
Eher die Versager. Schön Eigenheim auf pump in der Pampa mit noch 100
ausstehenden raten fürs auto.
Dergute W. schrieb:> Moin,>> Also, ich hab' jetzt eingeatmet, was soll ich als naechstes am besten> machen? Soll ich ausatmen?>> Jürgen schrieb:> Wie würdet> ihr die Stelle am besten neu besetzen?>> Ganz verwegener Vorschlag: Mit einem geeigneten Mitarbeitermwd?>> SCNR,> WK
Gibt es nicht: Mangel.
mangeljahr 2020 schrieb:> Gibt es nicht: Mangel
Wenn das wirklich so ist, dann müssen die Firmen in diesem Land der
Wahrheit ins Gesicht schauen und
a) Fachleute ausbilden oder
b) Aufhören, so komplizierte Sachen herzustellen.
Gerade im Bereich der Software beobachte ich, dass Produkte immer
komplexer werden. Man glaubt, diese Produkte zu beherrschen, bis die
böse Überraschung kommt.
Blöderweise werden immer mehr Produkte durch komplexe Software
gesteuert, teilweise an Stellen, wo es nicht nötig wäre. Zum Beispiel
bei Zahnbürsten.
So was hab ich auch schon erlebt. Auch Projektübertragung klappt
nicht (Projekt wurde begraben). Dummerweise ist der Leidensdruck
in solchen Klitschen nicht sehr groß und die Bude gegen die Wand
zu setzen, wäre die logische Schlussfolgerung.
Komischerweise rappeln die sich wieder und bekommen doch noch die
Kurve, weil die meist mehrere Eisen im Feuer haben. Notfalls wird
ein Projekt an außenstehende Anbieter gegeben und bei Bezahlung der
vereinbarte Preis gemindert, weil an der Leistung so lange rum
gemeckert wird, bis der Anbieter nach gibt. Ein Lastenheft verbal
aufzublähen ist da eine beliebte Masche, aber viele durchschauen
das miese Spiel.
Es besteht auch die Möglichkeit mehrere Personal-Dienstleister mit
der Lösung des Problems zu beauftragen.
Der Arbeitsmarkt wird dann zwar noch etwas mehr kaputt gemacht
und mehrere Dutzend Leute gehen dann frustriert in den Vorruhestand,
aber das kümmert diese Leute(GF) nicht.
Die können doch machen was die wollen.
Böser Onkel schrieb:> Komischerweise rappeln die sich wieder und bekommen doch noch die Kurve
Nicht komischerweise, sondern selbstverstaendlich. Vom Verkehr ueber
autonomes Fahren, Industrie, Behoerden, Energie und das Zuhause soll
alles digitalisiert werden. Jetzt ist die Zeit der Softwareentwickler.
Wir finden selbst zu IGM Konditionen nur schwierig neue Leute und
stellen darum sogar Absolventen ein. Der Markt ist leer. Was jetzt noch
uebrig ist, will/kann nicht umziehen. In so einer Marktsituation kann
eine Klitsche dank Leuten wie F.B. auch ein Projekt voll vor die Wand
fahren, die naechste Anfrage kommt automatisch. Anders koennte man
seinen Apfel- und Toilettenpapierdiebstahl auch gar nicht finanzieren.
Ich habe so das Gefühl dass mit dieser Software in Zukunft folgendes
passieren wird:
Die Geschäftsführung wird nicht bereit sein einen Nachfolger für
ziemlich viel (Schmerzens)Geld fest anzustellen.
Natürlich wird die Geschäftsführung über Fachkräftemangel jammern.
Die Geschäftsführung wird auf die Idee einer preiswerten Lösung kommen.
Für eine unbedingt notwendige Software-Änderung oder Fehlerbeseitigung
wird jeweils befristet ein Berater, Zeitarbeiter, Freiberufler oder ein
Dienstleister beauftragt.
Das Ergebnis wird ein Strom von Pfuschern sein die sich an der
Müll-Software verlustieren und sie weiter zu Tode patchen. Die werden
jeweils eine untaugliche Scheinlösung zusammen hacken und so schnell wie
möglich mit der Kohle das Weite suchen.
Irgendwann wird ein Pfuschern versteht wie man die Kuh besonders gut und
lange melken kann indem man die Geschäftsführung systematisch
schwindelig redet und verarscht. Der Scharlatan wird sich dauerhaft
einnisten.
Jetzt kommt es drauf an wer sich zuerst bewegt. Die Geschäftsführung,
die eine Erleuchtung hat, erkennt dass die Software nur Geld
verschlingt, oder der Scharlatan, dem die Sache zu heiß wird, weil ihm
die Ideen ausgehen wie er den Kunden weiter abzocken kann.
Vielleicht kommt die Geschäftsführung auf die Idee das Produkt endlich
zu versenken oder der Strom von Pfuschern wird wieder beginnen.
In der Summe wird wesentlich mehr ausgegeben als ein Festangestellter
mit anständigem Schmerzensgeld gekostet hätte. Als Ausrede wird der
Geschäftsführung "Fachkräftemangel" dienen.
Timo schrieb:> Fazit: hier tummelt sich definitiv nicht die Elite aller> Programmierer. Eher die Versager. Schön Eigenheim auf pump in der Pampa> mit noch 100 ausstehenden raten fürs auto.
Mein Leben schön zusammengefasst. Hungernde Kinder fehlen noch.
Ohje schrieb:> Wir finden selbst zu IGM Konditionen nur schwierig neue Leute und> stellen darum sogar Absolventen ein.
Unglaublich, sogar Absolventen stellt Ihr ein.
Hannes J. schrieb:> Ich habe so das Gefühl dass mit dieser Software in Zukunft> folgendes passieren wird:>> Die Geschäftsführung wird nicht bereit sein einen Nachfolger für> ziemlich viel (Schmerzens)Geld fest anzustellen.>
Ich weiß nicht, wie man darauf kommt, dass diese Software von der GF
überhaupt als Problem angesehen wird. Man stellt halt irgendeinen
billigen ein. In keinsterweise wird den Bewerbern erzählt, dass es
schwierig werden könnte, weil man a) das wirklich aus grenzenloser
Ahnungslosigkeit nicht weiß (das ist der wahrscheinliche Fall), oder b)
weil man den Bewerber nicht abschrecken will. Wenn der dann kündigt oder
es nicht gebacken bekommt, nimmt man den nächsten. Irgendeinen Deppen
findet man immer der es geradebiegt und nicht wegkommt, weil gerade mit
Familie umgezogen oder so.
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6091360:
> Regel Nr. 1: Je mehr man frickelt, umso schwieriger ist man zu> ersetzen
Stimmt nicht, das weiß das Managment doch nicht. Das wird erst der
Nachfolger dem Managment erzählen. Und das man als Nachfolger erstmal
über den beschissenen zu übernehmenden Code meckert, gehört ja wohl zum
guten Ton und macht jeder.
Ohje schrieb:> Jetzt ist die Zeit der Softwareentwickler.> Wir finden selbst zu IGM Konditionen nur schwierig neue Leute und> stellen darum sogar Absolventen ein. Der Markt ist leer. Was jetzt noch> uebrig ist, will/kann nicht umziehen.
Und in der Hochburg der IGM Firmen, haben gerade alle Einstellungsstopp
oder geben nur noch befristete Verträge raus. Selbst in den Firmen die
weit unter IGM bezahlen, wurden schon zum Jahresende keine Leute mehr
eingestellt.
Und ich darf mir dann noch anhören, dass 85k für eine Stelle mit
disziplinarischer Verantwortung für 14 Entwickler, während ich in den
restlichen 80-90% der Zeit auch noch entwickle, viele zu viel wären.
Und dann gibt es Angebote wie für die Position als Cloud Architekt für
54k, auf 12 Monate befristet in Arbeitnehmerüberlassung.
Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,
immerhin hat meine Frau einen Job im Konzern. Aber die Angebote aus
Berlin sind durchweg besser.
Markus M. schrieb:> Unglaublich, sogar Absolventen stellt Ihr ein.
Gehaelter im Bereich 85k bis 110k p.a. waren viele Jahre der Grund warum
man keine Absolventen, abgesehen den eigenen Dualstudenten, einstellen
musste. Es gab ja immer genug erfahrene Leute, die vom Dienstleister
oder Zulieferer kamen. Das ist nun definitiv anders. Der Markt ist leer.
Dev schrieb:> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,> immerhin hat meine Frau einen Job im Konzern. Aber die Angebote aus> Berlin sind durchweg besser.
Und die Angebote in Hannover/Braunschweig/Wolfsburg sind noch besser
(bei nur halb so teuren Immobilien). In BW wird es ganz schwierig. Da
werden unter Garantie sehr viele Jobs mit dem Diesel zusammen wegfallen.
Dadurch entsteht natuerlich mehr Konkurrenzkampf unter den verbliebenen
Leuten.
Dev schrieb:> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,> Aber die Angebote aus> Berlin sind durchweg besser.
Verkehrte Welt.
Erstaunt schrieb:> Dev schrieb:>> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,>> Aber die Angebote aus>> Berlin sind durchweg besser.>> Verkehrte Welt.
Habe ich mir auch gedacht. Geschichten aus einem Parallel Universum, wo
Berlin der Job Motor Deutschlands ist :D
AVR schrieb im Beitrag #6091433:
> Erstaunt schrieb:>> Dev schrieb:>>> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,>>> Aber die Angebote aus>>> Berlin sind durchweg besser.>>>> Verkehrte Welt.>> Habe ich mir auch gedacht. Geschichten aus einem Parallel Universum, wo> Berlin der Job Motor Deutschlands ist :D
Vielleicht nicht für die E-Techniker. Aber was die Softwareentwicklung
abseits von embedded und co. angeht durchaus. Und rund um die Cloud
Themen wie aws, Azure etc. sind die Zahlen aus Berlin höher als in
Stuttgart und das bei niedrigeren Lebenshaltungskosten.
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6091360:
> Regel Nr. 1: Je mehr man frickelt, umso schwieriger ist man zu ersetzen
Regel Nr. 2: Ein guter Boss weiß und erkennt dass. Er wirft solche Leute
raus.
Motzkopp schrieb:> Ich weiß nicht, wie man darauf kommt, dass diese Software von der GF> überhaupt als Problem angesehen wird. Man stellt halt irgendeinen> billigen ein.
Du vergisst dass sie einen Billigheimer hatten aber seinen Vertrag aus
Kostengründen nicht verlängern wollten. Die Vorstellung der
Geschäftsführung von einem Billigheimer liegt daher vermutlich weit
unter dem was man am Markt als Billigheimer findet.
Nicht zu vergessen, das Einstellen eines neuen Billigheimers wäre das
Eingeständnis einen Fehler gemacht zu haben. So etwas gibt eine
Geschäftsführung sehr ungern zu.
Was bleibt sind "billige" Lösungen mit Freiberuflern etc. Weil die
Aufträge begrenzt sind kann man sich einreden dass man mit solchen
Söldner spart. Über die Zeit hinweg wird der Dauer-Pfusch von denen aber
wesentlich teurer.
Dev schrieb:> AVR schrieb im Beitrag #6091433:>> Erstaunt schrieb:>>> Dev schrieb:>>>> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,>>>> Aber die Angebote aus>>>> Berlin sind durchweg besser.
...
> Vielleicht nicht für die E-Techniker. Aber was die Softwareentwicklung> abseits von embedded und co. angeht durchaus. Und rund um die Cloud> Themen wie aws, Azure etc. sind die Zahlen aus Berlin höher als in> Stuttgart
Sicher, wenn man darauf steht in Startups ausgebeutet zu werden, und
Drogen sollen in Berlin sehr billig zu bekommen sein.
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6091537:
> Die meisten Chefs haben nur leider null Ahnung
Ich möchte nicht von einen Chef geführt werden, der keine Ahnung von
seinem Job hat. Ich habe das auch noch nie erleben müssen.
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6091537:
> Stefan ⛄ F. schrieb:> Regel Nr. 2: Ein guter Boss weiß und erkennt dass. Er wirft solche Leute> raus.>> Die meisten Chefs haben nur leider null Ahnung
S
Stefan ⛄ F. schrieb:> Wende 2.0 schrieb:> Regel Nr. 1: Je mehr man frickelt, umso schwieriger ist man zu ersetzen>> Regel Nr. 2: Ein guter Boss weiß und erkennt dass. Er wirft solche Leute> raus.
Meiner Erfahrung vollkommen unrealistisch. Bei einer Teamgrösse von 7-12
Leuten dürfte sich der Chef in jedes Ticket/Projekt einarbeiten dürfen,
um das zu beurteilen. Selbst wenn der Chef dazu technisch in der Lage
ist (davon gibt es schon wenige), so ist er inhaltlich, also bei dem was
man programmiert, nicht ohne enormen Zeitaufwand dazu in der Lage.
Es bleibt nur Stichprobenartig das zu kontrollieren. Na dann erwischt
man mal einen. Aber Frickellösungen funktionieren ! Der Begriff
Frickelei ist sehr dehnbar, da kann man sich immer rausreden, am Ende
immer mit Zeitmangel. Und schon ist das Problem wieder auf dem Tisch des
Chefs. Projekt/Ticket zeitlich verschieben, oder keine Frickellösung.
Und von Rausschmeissen von Fricklern kann in Deutschland ab Firmengrösse
von 20 Leuten sowieso keine Rede sein.
Ich behaupte mal, das im normalen Unternehmen die Frickler sehr lange
Zeit viel besser fahren, die anderen führen nämlich ständig Kämpfe genug
Zeit zu bekommen Dinge ordentlich zu machen.
klassische CRFPT Aufgabenstellung
Cheap Reliable Fast... Pick TWO!
Es werden leider immer häufiger die falschen beiden ausgewählt.
Billig und Schnell... das kann nur auf Dauer zu Problemen führen.
kurioser Weise sprach ich schon mit Menschen die das Wiederholt exakt so
taten..
vier Entwicklern in Folge billig billig schnell schnell zur Aufgabe
gestellt,
und dabei dann mehr ausgegeben als dem Ersten direkt n bisschen mehr
Geld in die Hand zu drücken und ein ordentliches Ergebniss zu bekommen.
Viele Entwickler haben das Problem (so auch ich bei Zeiten)
dem Kunden klar verständlich zu machen weswegen
eine schnelle billige Lösung nur ein Provisorium sein kann,
und bestenfalls als Basis dient eine dauerhaft verlässliche Lösung
zu generieren die leider niemals wirklich billig
sondern höchstens 'preiswert' ist im wörtlichen Sinne.
dass Entwicklung von schnellen zuverlässigen Lösungen,
eine deutlich höhere Anzahl an man-hours benötigt
als die langsame zuverlässige Variante
und dadurch höhere Kosten verursacht ist manchen auch schwer zu
vermitteln.
Zweierteams sind fast immer langsamer als jeder der beiden in
Einzelarbeit erst ein Dreierteam bringt eine Zeitersparniss von etwa
50%,
zwei Dreierteams sind schneller als ein Achtmann Team
brauchen aber einen Verbidungsoffizier als #7
etc.etc.
Gab mal ne nette Studie dazu, sehr Interessant.
Ein gut informierter Kunde (oder Chef)
kennt aber den Unterschied zwischen
Kostengünstig, Kosteneffizient und -ich muss es so sagen- Billig.
Flickschusterei ist manchmal notwendig
fatales Problem in produktiver Software muss erstmal schnell verharmlost
werden, sodass man sich die Zeit erkauft das ordentlich zu beheben
(patch and update quasi)
Also sind Flickschuster-Programmierer immernoch wertvoller Teil eines
Teams, sofern sie korrekt eingesetzt werden.
Die meisten solchen die mir unterkamen bislang waren
aber auch -sofern die Zeit zu Verfügung stand- sehr wohl in der Lage
ordentlichen Code zu generieren.
Andersherum fehlte manchen leider die Kreativität
für quickanddirty Patches, die konnten nur langsam und sorgfältig.
(die bilden dann hervorragende Kontrollinstanzen)
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6091969:
> AVR schrieb im Beitrag #6091433:>> Habe ich mir auch gedacht. Geschichten aus einem Parallel Universum, wo>> Berlin der Job Motor Deutschlands ist :D>> Soviel zu Berlin>> https://www.journalistenwatch.com/2020/01/01/mehr-morde-london/
Danke für den Link :D
Die Kommentare dort sagen wohl ja alles über diese Stadt. Aber wenn ich
ehrlich bin, sieht es hier bei uns in NRW kaum besser aus.
LG
Dev schrieb:> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,> immerhin hat meine Frau einen Job im Konzern. Aber die Angebote aus> Berlin sind durchweg besser.
Wer aus dem schwäbischen nach Berlin umziehen will, gehört in
psychatrische Behandlung, geschlossene Abteilung.
AVR schrieb im Beitrag #6091433:
> Geschichten aus einem Parallel Universum, wo> Berlin der Job Motor Deutschlands ist :D
Berlin ist es seit dem letzten Weltkrieg gewohnt, von außen gefüttert zu
werden und noch immer nicht in der Lage, sich selbst zu erhalten.
Kurzzeitig als Tourist mag es interessant sein, für das reale
Deutschland ist Berlin eine wirtschaftliche Katastrophe.
AVR schrieb im Beitrag #6091979:
> Danke für den Link :D> Die Kommentare dort sagen wohl ja alles über diese Stadt.
Das ist noch heftiger als meine Einschätzung.
> Aber wenn ich ehrlich bin,> sieht es hier bei uns in NRW kaum besser aus.
Das glaube ich Dir nicht, in NRW sind weitaus mehr Leute, die noch
gelernt haben, ihr Geld mit ehrlicher Arbeit zu verdienen.
AVR schrieb im Beitrag #6091979:
> Die Kommentare dort sagen wohl ja alles über diese Stadt. Aber wenn ich> ehrlich bin, sieht es hier bei uns in NRW kaum besser aus.
Wenn, dann musst du nach Bayern kommen, das ist das beste Bundesland von
allen.
Hallo,
Wende 2.0 schrieb im Beitrag #6091969:
> https://www.journalistenwatch.com/2020/01/01/mehr-morde-london/
Bevor man solche Veröffentlichungen als Referenz anführt, sollte man
sich vielleicht mal im Impressum ansehen wer zu den Unterstützern obiger
Organisation gehört.
rhf
Roland F. schrieb:> Hallo,> Wende 2.0 schrieb:>> https://www.journalistenwatch.com/2020/01/01/mehr-morde-london/>> Bevor man solche Veröffentlichungen als Referenz anführt, sollte man> sich vielleicht mal im Impressum ansehen wer zu den Unterstützern obiger> Organisation gehört.>> rhf
Denk mal darüber nach, von welcher Partei mit "Wende 2.0" Wahlkampf
geführt wurde... ;)
Demokratiewächter schrieb:> Denk mal darüber nach, von welcher Partei mit "Wende 2.0" Wahlkampf> geführt wurde... ;)
Nutzlose Diskussion, um sich wie ein Idiot zu benehmen bedarf es keiner
bestimmten Partei- oder Ideologiezugehörigkeit.
Manfred schrieb:> Dev schrieb:>> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,>> immerhin hat meine Frau einen Job im Konzern. Aber die Angebote aus>> Berlin sind durchweg besser.>> Wer aus dem schwäbischen nach Berlin umziehen will, gehört in> psychatrische Behandlung, geschlossene Abteilung.
Das hat mit wollen nichts zu tun, ich bin im schwäbisch-badischen
geboren, hier aufgewachsen und habe hier die letzten 15 Jahre
gearbeitet. Meine Familie lebt hier, die Familie meiner Frau lebt hier,
aber ich finde aktuell einfach keinen Job. Vor 10 Jahren hatte ich das
Problem noch nicht, da habe ich noch über andere Entwickler mitbekommen,
dass ein neues Team aufgebaut werden soll. Also kurz meinen Lebenslauf
abgegeben, zwei Gespräche, ein paar Simple aber allgemeine Fachfragen
zur Programmierung und ich hatte den Job und die letzten 5 Jahre habe
ich das Team geleitetet und die Projekte technisch verantwortet. Nachdem
sich was an den Investoren geändert hat, ist die gesamte Entwicklung
jetzt im Ausland. Da ich nicht weiter dauernd ins Ausland fliegen, um
dort das Team zu leiten und ansonsten beim Kunden irgendwelche Workshops
und Demos machen wollte, habe ich gekündigt.
Wie im Thread Fachkräftemangel in der Praxis beschrieben, gehe ich
seither von Livecoding zu Livecoding, bekomme erst Zusagen und dann noch
eine Absage wegen Einstellungsstopp und bereue mittlerweile sogar, dass
unverschämt niedrige Angebot mit Befristung in Arbeitnehmerüberlassung
abgelehnt zu haben.
Dev schrieb:> Das hat mit wollen nichts zu tun, ich bin im schwäbisch-badischen> geboren, hier aufgewachsen und habe hier die letzten 15 Jahre> gearbeitet. Meine Familie lebt hier, die Familie meiner Frau lebt hier,> aber ich finde aktuell einfach keinen Job. Vor 10 Jahren hatte ich das> Problem noch nicht, da habe ich noch über andere Entwickler mitbekommen,> dass ein neues Team aufgebaut werden soll. Also kurz meinen Lebenslauf> abgegeben, zwei Gespräche, ein paar Simple aber allgemeine Fachfragen> zur Programmierung und ich hatte den Job und die letzten 5 Jahre habe> ich das Team geleitetet und die Projekte technisch verantwortet. Nachdem> sich was an den Investoren geändert hat, ist die gesamte Entwicklung> jetzt im Ausland. Da ich nicht weiter dauernd ins Ausland fliegen, um> dort das Team zu leiten und ansonsten beim Kunden irgendwelche Workshops> und Demos machen wollte, habe ich gekündigt.>> Wie im Thread Fachkräftemangel in der Praxis beschrieben, gehe ich> seither von Livecoding zu Livecoding, bekomme erst Zusagen und dann noch> eine Absage wegen Einstellungsstopp und bereue mittlerweile sogar, dass> unverschämt niedrige Angebot mit Befristung in Arbeitnehmerüberlassung> abgelehnt zu haben.
Klar, heute ist Märchenstunde, du Halbdackel.
Fall ins Bodenlose macht keine Beulen schrieb:> Klar, heute ist Märchenstunde, du Halbdackel.
Ich wünschte es wäre so, ich bin auch von was anderem ausgegangen, sonst
hätte ich nicht so leichtfertig gekündigt.
Ansonsten eher Halbseckel, das passt auch gerade ganz gut.
Jetzt kommt die Wahrheit heraus... schrieb:> Kontextuale Doku ist schwierig. Mir ist schon einige Male passiert, daß> ich nach einem Jahr meine eigene ausführliche Doku nicht mehr 100%> verstanden hatte weil der Kontext doch nicht so perfekt existierte. Ohne> "Big Picture" Hintergrund Information, Algorithmen sind oft viele auf> dem ersten Blick gut aussehende Dokus doch nicht so hilfreich wie man> hoffen sollte.
Viel schlimmer als keine Doku ist vorhandene Doku die gar nicht mehr zum
Code passt. Oft wird am Anfang fleissig dokumentiert aber dann im Laufe
der Zeit bei Änderungen nicht mehr die Doku angepasst oder selbst
kleinere Kommenatre. So Zeug bleibt dann auch ewig bestehen (mitsamt
Code, weil dort z.B. steht dass entspr. Code ubebedingt beibehalten
werden muss) weil keiner mehr die Zeit hat was da jetzt der aktuelleste
Stand ist was definitiv rausfliegen kann,....
Am besten ist ne grobe Doku über die Architektur, doxygen/javadoc Zeugs
um die API-Doku zu erzeugen und den Rest des Codes kommentiert man nur
spärlich weil solche "Postit's" im Code das Problem von oben haben.
Sonstige externe Doku wird so gut wie nie nachgepflegt ist ständig
veraltet und falsch.
Anforderungskatalog, Spec,... sehe ich nicht als Doku, gehört aber mit
zum Projekt um überhaupt anzufangen, wenn das schon nicht existiert,
dann kann man m.E. alles wegwerfen und neu machen, das geht schneller,
auch wenn viele meutern werden und da an 'ihrem' Code dranhängen wie die
Oma an ihrem alten Plunder den sie nicht auf den Sperrmüll werfen will.
Insofern ist die Spruch "Der Code ist die Doku" gar nicht mal so falsch.
Kommt halt immer darauf an was man unter Doku versteht und welche.
Dev schrieb:> aber ich finde aktuell einfach keinen Job.Dev schrieb:> habe ich gekündigt.
Vermutlich, weil du durch dein Handeln einerseits den roten Faden
in deiner Vita zerrissen hast. Andererseits, dich der ABHÄNGIGKEIT
und Kontrolle der herrschenden Klasse entzogen hast.
Die wollen nämlich keine Menschen mit einem freien Willen, sonden
die totale Abhängigkeit.
Ein Sklave wusste um sein Schicksal und hatte daher stehts das
Bestreben zu fliehen. Die Gutsherren wussten das und haben sich dann
auch drauf eingestellt. Das sorgte dann für Stabiltät beim Gutsherren.
Wird hier nur nichts bringen, weil dein Sklavenbrief(Vita) ja dich
verrät.
Allein der Wortlaut "Lebenslauf" deutet auf eine bedingungslose
Unterwürfigkeit hin, nur ist kein Arbeitgeber ein Monarch und
der Arbeitnehmer heute kein Untertan, zumindest nach geltendem Recht.
Die Chefs sehen das aber manchmal, wenn nicht sogar oft, anders.
Evtl. kann man auch eine andere Begrifflichkeit für seine Vita
finden die sich nicht nach Knechtschaft anhört. Der amtierende
Arbeitsminister Heil benutzte für die Grundrente letztens einen
Begriff, der viel besser zur Menschwürde passt, als das, was
bisher üblich war: Lebensleistung.
Wenn du dich weiter aktiv bemühst, ändere doch mal deine
Bewerbungsstrategie. Telefoniere mit den Leuten und
schick denen nur so wenig Unterlagen wie möglich, möglichst bedeckt.
Mache die neugierig. Vollständige Unterlagen macht es nur Personalern
leicht, ihr schmutziges Geschäft auszuüben und Bewerbungen ins Leere
laufen zu lassen.
Was gehen den Leuten Noten an? Steht davon was in der Stellenanzeige?
Noten sind nur bei Spitzenkräften wichtig. Alles darunter verschwindet
im Nebel der Belanglosigkeit. Der Anscheinsbeweis eines Abschlusses
sollte reichen oder das Angebot war vermutlich nur ein Fake.
Die Firmen brauchen mehr Verantwortung und dazu kann man die Leute
bewegen, wenn man zeitnah sich nach seiner Bewerbung erkundigt.
Unangenehme Fragen kann man elegant aus dem Weg gehen, wenn die
den Sinn solcher Fragen nicht erläutern wollen.
Verkaufe dich mehr verbal, als durch deine Vita, die bei den Firmen
grundlos ins Leere gehen.
Man sollte sowieso versuchen die Hintergründe heraus zu bekommen,
warum jemand eingestellt werden soll. So Edel und Seriös sind die
Gründe nämlich oft nicht.
Böser Onkel schrieb:> .... Allein der Wortlaut "Lebenslauf" deutet auf eine bedingungslose> Unterwürfigkeit hin, nur ist kein Arbeitgeber ein Monarch und> der Arbeitnehmer heute kein Untertan, zumindest nach geltendem Recht.> Die Chefs sehen das aber manchmal, wenn nicht sogar oft, anders ....
Michi, es ist ein neues Jahrzehnt angebrochen!
Du solltest dir nicht nur immer über neue Nicks Gedanken machen, sondern
einfach mal auch über dich und deine Einstellung zur Gesellschaft, zu
deinem Leben, zum Rest deines Lebens und noch vieles mehr, wo eine
Änderung WEITAUS sinnvoller wäre.
cheers,
dein Coach!
Manfred schrieb:> Dev schrieb:>> Ja, noch bin ich nicht bereit hier aus dem schwäbischen weg zu ziehen,>> immerhin hat meine Frau einen Job im Konzern. Aber die Angebote aus>> Berlin sind durchweg besser.>> Wer aus dem schwäbischen nach Berlin umziehen will, gehört in> psychatrische Behandlung, geschlossene Abteilung.
Ja, vor allem, weil die Menschen im schwäbischen alle so tolerant sind
und völlig verstanden und verinnerlicht haben, was "Leben und Leben
lassen" bedeutet, sich von "mein Privatleben geht dich nichts an" leiten
lassen.
MfG, Arno
Wie aufwändig ist die Software? je nachdem könnte es Sinn machen, das
ganze von Null weg neu aufzugleisen (Mit entsprechender Doku, etc...).
Gerade bei Software wo viele Rumpfuschten, und unter extremem Zeitdruck,
ohne Doke etwas frickelten, wird ein Chaos entstehen.
Ist halt die frage wie lange die Software noch benötigt wird, ob
bestehende Anlagen, mit Updates versorgt werden sollen, etc...
Ich empfehle jedoch so oder so, keinen Anfänger direkt vom Studium
anzustellen. Billig kann in dieser Situation sehr sehr teuer sein...
Arno schrieb:> Ja, vor allem, weil die Menschen im schwäbischen alle so tolerant sind> und völlig verstanden und verinnerlicht haben, was "Leben und Leben> lassen" bedeutet, sich von "mein Privatleben geht dich nichts an" leiten> lassen.
Nach meiner Erfahrung wollen Schwaben vor allem in Ruhe für das Häusle
schaffen.
Und damit hat man selbst auch seine Ruhe.
In Berlin lebt halt jeder für die nächste Stütze und den nächsten Schuß.
Aber jeder wie er mag, solange Berlin weit genug ist.
Cyblord -. schrieb:> Nach meiner Erfahrung wollen Schwaben vor allem in Ruhe für das Häusle> schaffen. Und damit hat man selbst auch seine Ruhe.
Naja... Seine Ruhe? Es wird doch in Schwaben in bester Stasi-Manier
ausgeforscht, ob auch ein jeder pflichtgemäß und ordentlich die
Kehrwoche ausgeführt hat. Und wehe, wenn nicht, dann gibt's Rabatz. In
Berlin dagegen sind die Menschen bestimmt nicht so spießig drauf,
wahrscheinlich läuft es da eher anders herum, weil sich schon der Müll
im Hinterhof stapelt und die Ratten anlockt. Irgendwie klingt beides
nicht gerade verlockend. ;-)
Qwertz schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Nach meiner Erfahrung wollen Schwaben vor allem in Ruhe für das Häusle>> schaffen. Und damit hat man selbst auch seine Ruhe.>> Naja... Seine Ruhe? Es wird doch in Schwaben in bester Stasi-Manier> ausgeforscht, ob auch ein jeder pflichtgemäß und ordentlich die> Kehrwoche ausgeführt hat. Und wehe, wenn nicht, dann gibt's Rabatz.
Die Schwaben haben inzwischen den Luxus des Hausmeisterdienstes für sich
entdeckt. Und das Geld dafür sowieso.
Kritisch wird es allerdings, wenn man Kartons nicht ordentlich zerreist
sondern ganz in die Papiertonne stopft. CSI, CIA und NSA sind gegen die
dann folgenden investigativen Maßnahmen gar nichts.
Sparsamkeit und Fleiß der Schwaben sind halt Produkt von Armut
(Realteilung). Noch vor 100 Jahren sind Leute einfach verhungert oder
erfroren, wenn sie rausgeschmissen wurden oder der eigene Kotten nicht
genug bergab.
Berlin dagegen lebt seit 200 Jahren von seinen besetzten Gebieten.
ironischerweise sogar, als es selbst als "besetzt" galt. Und wie die
Kinder von Handwerkern ehrbar ihr geld verdienen, laben sie die Kinder
von reichen an den Fleischtöpfen und machen Party mit den Leuten, die
Zeit haben.
Cyblord -. schrieb:> Die Schwaben haben inzwischen den Luxus des Hausmeisterdienstes für sich> entdeckt. Und das Geld dafür sowieso.
Das ja, aber sie sind in der Regel zu geizig, kann man ja alles selber
machen und das Geld dafür sparen.