Koaxleitungen auf Stoß verbinden

Gast #6098420
Lesenswert?

Einen guten Tag

Ich hätte hier einige Koaxleitungen (die meisten sind RG59 mit 75 Ohm) 
wo ich jeweils die beiden Enden an einer Schnitt-Stelle wieder verbinden 
möchte.

Die Enden sind jeweils gut zugänglich zur Bearbeitung und können paar cm 
nachgezogen werden, sollen nachher aber nach Möglichkeit wieder in 
Kanäle zurückgezogen werden. Wenn ich BNC-Stecker ansetze und verbinde 
wird das zu dick und steif.

Ich kann die Innenleiter verlöten (bei Frequenzen bis 50Mhz ist eine so 
kleine Stoßstelle überhaupt kein Problem) aber wie könnte ich die 
Abschirmungen sauber rundum verbinden? Am liebsten wäre mir eine 
Crimphülse wie von den BNC-Steckern
Gast #6098441
Lesenswert?

Man kann auch versuchen das Außengeflecht wieder grob zusammenzuflechten 
wie bei Extensions für die Haare.
Für Optik braucht ja keine Punktezahl vergeben zu werden. Hier zählt nur 
die Funktion!
Gast #6098468
Lesenswert?

A-Freak schrieb:
> Ich kann die Innenleiter verlöten (bei Frequenzen bis 50Mhz ist eine so
> kleine Stoßstelle überhaupt kein Problem) aber wie könnte ich die
> Abschirmungen sauber rundum verbinden? Am liebsten wäre mir eine
> Crimphülse wie von den BNC-Steckern

Die Idee ist total dämlich! Es gibt in der Natur einen Grund warum 
Weibchen eine Buchse haben und Männchen einen Stecker.
Gast #6098524
Lesenswert?

Mogul schrieb:
> Es gibt in der Natur einen Grund warum
> Weibchen eine Buchse haben und Männchen einen Stecker.

Damit man sie wieder auseinander bekommt, sonst würden sie ja für immer 
zusammen bleiben.
Aber beim Koaxialkabel ist es ja sogar erwünscht, dass es 
zusammenbleiben soll (unlösbare Verbindung)!
Angehängte Dateien:
Gast #6098910
Lesenswert?

c r schrieb:
> Ich würde den Innenleiter löten, ein Stück Dielektrikum der Länge nach
> schlitzen und über die verlöteten Innenleiter stecken, das Geflecht
> beider Enden verflechten und dann Tape rum.

statt Tape riete ich zu Schrumpfschlauch
ansonsten wär das auch mein Ansatz.
ich würd noch ne kupferne Aderendhülse über die Lötstelle des Kern 
zwicken
(weils der Verbndung in der F-Buchse entspräche)

Son F-Stecker ist zwar was Feines mit der Schraubverbindung
aber eben auch recht dicklich im Vergleich zum Coaxkabel und da hatte TO 
ja Einwände.
Gast #6099001
Lesenswert?

sid schrieb:
> statt Tape riete ich zu Schrumpfschlauch
> ansonsten wär das auch mein Ansatz.
> ich würd noch ne kupferne Aderendhülse über die Lötstelle des Kern
> zwicken
> (weils der Verbndung in der F-Buchse entspräche)
>
> Son F-Stecker ist zwar was Feines mit der Schraubverbindung
> aber eben auch recht dicklich im Vergleich zum Coaxkabel und da hatte TO
> ja Einwände.

Das ist reiner Murks.

Ein F-Stecker hat eine Wandstärke von 1,2mm und selbst die 
Sechskantverschraubung hat max. 12mm über die Ecken gemessen.
Viel schlanker bekommst du das mit Schrumpfschlauch auch nicht hin, ganz 
davon abgesehen wie nach deiner Frickelei die HF-Eigenschaften aussehen.

Solche Vorschläge (löten und Schrumpfschlauch) können nur von einem 
Haushaltsstrippenzieher kommen.
Beitrag #6099012 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #6100255
Lesenswert?

A-Freak schrieb:
> Koaxleitungen verbinden, Enden gut zugänglich

Die F-Stecker-Lösung funktioniert meist, ansonsten gehts auch ohne:

Dielektrikum sollte Stoss auf Stoss. Bei Koax sind nämlich mechanische 
Verschiebungen um mehrere cm/m möglich und das kann hier genutzt werden:

Beide Enden glatt abschneiden, die Geflechte etwas zurückschieben=weiten 
und das Dielektrikum je um 5 mm entfernen, überlappend sparsam löten und 
gleich danach im noch warmem Zustand die beiden Dielektrika Stoss auf 
Stoss ohne Zwischenraum schieben.

Das aufgeweitete Geflecht übers andere schieben und das Konstrukt von 
aussen mit selbstverscheissendem PVC-Band gut gegen Verschiebung sichern 
- fertig.
Gast #6100495
Lesenswert?

F-Stecker funktionieren mit flexiblen Innenleitern nicht wirklich...

Aktuell experimentiere ich damit die Abschirmungen mit Adernendhülsen 
rundum aufeinander zu pressen, so eine mit 16mm² paßt locker drüber und 
das Dielektrikum hat sich nicht bedenklich verformt.

Jetzt muß ich mir nur noch eine Zange für Sechskantpressung 
organisieren.
#6100539
Lesenswert?

Wenn genug Platz vorhanden, ist die Stecker-/Buchse-/Stecker-Lösung das 
Beste.

Ist das nicht der Fall, so könnte folgendes Vorgehen helfen.
- Beide Seiten ordentlich aufdöseln.
- Die eine Seite etwas mehr, da "Ersatzteillieferant". Dabei die
  Füllmasse und den Innenleiter auf ein Sinnvolles Maß kürzen. Aber
  nicht den Schirm. Das Mehr an Füllmasse aufheben.
- Die zweite Seite so kurz wie nötig.
- Etwas Schrumpfschlauch über ein Ende schieben und zur Seite schieben.
- Beide Innenleiter verlöten. Nicht mehr Zinn als nötig verwenden.
- Die Füllmasse vom etwas länger abgesetzten Teil der Länge nach
  aufschneiden und um die Lötstelle legen.
- Die beiden Schirmenden, von beiden Seiten aus über die Füllmasse
  glätten und ebenfalls verlöten.
- Schrumpfschlauch über die Verbindung schieben und eine Schrumpfkur
  verordnen.
oder so.
Gast #6100558
Lesenswert?

Ich würde das Schirmgeflecht zurück schlagen, dann einen 2cm breiten 
Streifen Kupferband um die isolierte Flickstelle kleben. Auf das 
Kupferband kann man die Drähte des Schirms ringsum auflöten ohne das 
Dielektrikum mechanisch zu belasten.
Dann die Stelle mit stabilem Schrumpfschlauch isolieren, am liebsten die 
mit Innenkleber und dicker Wandung, damit das nicht abknickt.
Gast #6101382
Lesenswert?

Bei Kompromissen kommts auf die erlaubten Verluste an, Frequenzen

Geometrieabweichungen durch Schraubverbinder mit unterschiedlichem 
Dielektrikum und Impedanz verschlechtern messbar die HF- Eigenschaften, 
Reflexionen, Dämpfungen u.a. Dreckseffekte.

Beim Crimpen gibts z.B. stellenweise Verjüngungen und das Geflecht wird 
ins Dielektrikum verpresst. Andererseits fixierts mechanisch besser.
Gast #6101710
Lesenswert?

Reflex schrieb:
> Geometrieabweichungen

Als wir mal einen Profi-Fernsehmechaniker mit der Installation einer 
neuen Antenne beauftragt haben, hat der festgestellt, dass sein 
Vorgänger (ein Profi-Elektriker) die Antennenkabel mit Lüsterklemmen 
verbunden hatte. Das hat mehr als 10 Jahre funktioniert, manchmal 
bewirken unbedarfte Narren doch Wunder.

Georg
Gast #6101851
Lesenswert?

Im HF Bereich KÖNNEN unscheinbare Ursachen eine große Wirkung haben, 
deshalb greift man wo es geht auf Etabliertes zurück um vermeidbare 
Fehler rauszuhalten. Völlig ok.

NICHT ok ist, dass andersherum blind davon ausgegangen wird, dass es 
anders nicht funktionieren darf.

Wenn man nicht erklären kann, warum Koaxleitungen ohne Steckverbinder zu 
verlöten problematisch sein soll, dann fehlen offensichtlich die 
entsprechende Theoriekenntnisse um mit Fug und Recht 'Pfusch' zu 
schreien.

Das geht ja in die Richtung des Gedankenguts selbsternannter 
Audiophiler, die meinen bei Vollmond abgebautes Kupfer klingt besser, 
nur weil es teurer ist.
Gast #6102244
Lesenswert?

phul schrieb:
> Wenn man nicht erklären kann, warum Koaxleitungen ohne Steckverbinder zu
> verlöten problematisch sein soll, dann fehlen offensichtlich die
> entsprechende Theoriekenntnisse um mit Fug und Recht 'Pfusch' zu
> schreien.

Wer meint, ein Koaxialkabel einfach so wie eine DC-Leitung verbinden zu 
können, hat keinen Schimmer von HF-Eigenschaften.

Keine Ahnung von einem Fachgebiet zu haben, ist im Prinzip nichts 
Schlimmes, schlimm ist nur seine Ahnungslosigkeit in die Welt hinaus zu 
schreien und vor Anderen als Ratgeber aufzutreten!

Aber ich bin nicht hier um Blinden die Farben zu erklären.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren