Hallo Forum!
Ich hab noch Platinen Bungard mit 70µm stärke rumliegen und möchte eine
Platine entwickeln und Ätzen. Die Leiterbahnen sind teilweise 0,254mm
dick und Abstand zu Pads z.b 0,1mm.
Ist das mit so starken Platinen problematisch?
danke und lg
100 µm ist knapp, selbst bei guter Belichtung.
Mit einfacher Ätztechnik ist die Unterätzung in der Größenordnung der
Schichtdicke. Könnte gehen, weil du vergleichsweise breite Leiterbahnen
noch hast.
Mit Sprühätzen bekommt man die Unterätzung etwas geringer.
Jörg W. schrieb:> 100 µm ist knapp, selbst bei guter Belichtung.
Knapp ist aber mehr als optimistisch, 100µm Abstand bei 70µm Kupferdicke
können auch große Fertiger nur mit Not, eher gar nicht. Oder kennt da
jemand einen Anbieter?
Jakob R. schrieb:> Die Leiterbahnen sind teilweise 0,254mm dick ...
Wenn die Kupferauflage auf deinem Platinenmaterial 70µm dick ist, werden
deine Leiterbahnen ebenso dick, es sei denn, du scheidest nach dem Ätzen
elektrolytisch noch erhebliche Mengen Kupfer darauf ab.
Eure Vorstellungswelt ist, ich sage es mal höflich, stark begrenzt.
Bis zu seinem Tod hat mein Vater Messing-Bausätze für
H0-Modelleisenbahnen vertrieben (0,3mm Messingblech).
Ohne Geschwafel, ohne Sprühätz-Anlage, einfacher Ätztechnik, gut
erwärmtem Eisen(III)-chlorid mit nem Schuß Salzsäure, ohne sich jemals
um die Schichtstärke des Fotoresists gekümmert zu haben.
Strukturen bis zu 0,1mm (nur einseitig eingegeätzt) waren dabei kein
Problem. Der Rest wurde, weil es ja Teile werden sollten, durchgeätzt,
die Teile nur von dünnen Stegen festgehalten.
Mit etwas Knoff-Hoff sollte also bei einer Kupferauflage von gerade mal
lächerlichen 70µm (0,07mm) Strukturbreiten von 100µm (0,1mm)
reproduzierbar möglich sein.
Jetzt seid Ihr Ätzprofis wieder dran.
Keine Ahnung, davon aber reichlich. Das liebe ich so an diesem Forum.
Jakob R. schrieb:> Ist das mit so starken Platinen problematisch?
Nein. Die mögliche minimale Distanz hat mit der Kupferstärke schon mal
gar nichts zu tun. Die geht problemlos. Es sei denn, das Verhältnis von
Spalt und Kupferhöhe wird dermaßen abstrakt, daß das Ätzmittel gar nicht
mehr in die Spalttiefe vordringen kann...
Hier sind allein die 0,25mm Leiterbahnen etwas kritisch. Das sollte wenn
möglich nicht mit altem Eisen3 in ner stundenlangen Schalenätzung
geschehen, bei der die Randbereiche 3x schneller fertig sind, als die
Kupferfläche in der Mitte der Platine...
Küvette mit frischem Ätzmittel genügt problemlos.
Lötlackl *. schrieb:> ohne sich jemals um die Schichtstärke des Fotoresists gekümmert zu haben
Die ist auch herzlich egal fürs Ätzen (solange der Resist das Ätzmittel
fernhält), die interessiert nur für andere Verfahren.
Aber du weißt ja sowieso alles besser, dann mach einfach weiter hier bei
der Beratung des TE.
Ich bezog mich auf:
Jörg W. schrieb:> Mit einfacher Ätztechnik ist die Unterätzung in der Größenordnung der> Schichtdicke.
Schichtdicke wovon? Der Kupferauflage oder des Fotoresists?
Wenn das geklärt ist, kann ich Dir möglicherweise folgen.
Aber, is Wurscht, allen Unkenrufen zum Trotze sind 100µm Strukturbreite
möglich.
Lötlackl *. schrieb:> Schichtdicke wovon? Der Kupferauflage oder des Fotoresists?
Kupferauflage natürlich. Bei einer stehenden Brühe ätzt du fast genauso
viel zur Seite wie nach unten. Daher der Sprühätzer, bei dem ist das
Verhältnis besser (oder natürlich auch beim Plasmaätzen, wie es in der
Halbleiterei benutzt wird).
Ich schrieb doch, die Schichtdicke des Resists interessiert beim Ätzen
nur wenig. Er sollte natürlich keine "Hochhaustürme" über dem zu
ätzenden Material aufbauen, in deren Lücken das Ätzmittel nur schwer
eindringen kann, aber selbst Festresiste sind mit 25 µm Schichtdicke
ohnehin nicht so dick.
Jörg W. schrieb:> Bei einer stehenden Brühe ätzt du fast genauso> viel zur Seite wie nach unten
Nein, es ist schlimmer: nach der Seite wird mehr geätzt als in die
Tiefe, schon allein deswegen weil bei stehender Brühe das Ätzen nicht
gleichmässig erfolgt, aber die Platine ist eben erst fertig wenn überall
bis zum FR4 geätzt ist.
Bei einem Verhältnis von 2 zu 1 sind das 140µ von beiden Seiten, das
sind die Leiterbahnen mit 250µ nicht nur zu dünn, sondern längst weg.
@TO: lass dich von Lötlackl beraten und es gibt solche Probleme einfach
nicht.
Georg
Okey
danke schonmal für die Antworten.
Ich habe meinen Leiterbahnen mit max Abstand 0,2mm entworfen.
Ich hoffe das funktioniert .... Natürlich verwende ich eine frische
Lauge.
Ein Bekannter hat eine Isel Ätzanlage...
Jakob R. schrieb:> Ich hoffe das funktioniert .... Natürlich verwende ich eine frische> Lauge.
Die Lauge brauchst du als Entwickler vom Photolack.
Mit dem Ätzen hat die überhaupt nichts zu tun.
Jakob R. schrieb:> Kann man das Ätzen mit der 70µm Platine?
Mach die Flutung weg und die Leiterzüge breiter.
Ach, und gib dir Mühe, 2/3 der Brücken können mindestens weg.
Jakob R. schrieb:> Kann man das Ätzen mit der 70µm Platine?
Zeig mal den kritischen Teil der Platine, d.h. den Teil, wo du Bedenken
hast.
Und mach die Leiterbahnen breiter - Platz ist doch genug da (oder gibt
es einen Grund für die Fuddeldinger?).
Jakob R. schrieb:> ... und Abstand zu Pads z.b 0,1mm
Warum machst du die Isolatiosabstände nicht größer?
Und welchen Zweck siehst du in der zwischen den IC-Beinen
durchgezwängten Leiterbahn Richtung R9? Lass die mindestens 3mm weiter
unten längs laufen. Da ist noch alles frei.