Platine mit 70µm Ätzen

Persönliche Seite #6102514
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Eure Vorstellungswelt ist, ich sage es mal höflich, stark begrenzt.
Bis zu seinem Tod hat mein Vater Messing-Bausätze für 
H0-Modelleisenbahnen vertrieben (0,3mm Messingblech).
Ohne Geschwafel, ohne Sprühätz-Anlage, einfacher Ätztechnik, gut 
erwärmtem Eisen(III)-chlorid mit nem Schuß Salzsäure, ohne sich jemals 
um die Schichtstärke des Fotoresists gekümmert zu haben.
Strukturen bis zu 0,1mm (nur einseitig eingegeätzt) waren dabei kein 
Problem. Der Rest wurde, weil es ja Teile werden sollten, durchgeätzt, 
die Teile nur von dünnen Stegen festgehalten.
Mit etwas Knoff-Hoff sollte also bei einer Kupferauflage von gerade mal 
lächerlichen 70µm (0,07mm) Strukturbreiten von 100µm (0,1mm) 
reproduzierbar möglich sein.
Jetzt seid Ihr Ätzprofis wieder dran.
Keine Ahnung, davon aber reichlich. Das liebe ich so an diesem Forum.
Gast #6102517
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Jakob R. schrieb:
> Ist das mit so starken Platinen problematisch?

Nein. Die mögliche minimale Distanz hat mit der Kupferstärke schon mal 
gar nichts zu tun. Die geht problemlos. Es sei denn, das Verhältnis von 
Spalt und Kupferhöhe wird dermaßen abstrakt, daß das Ätzmittel gar nicht 
mehr in die Spalttiefe vordringen kann...


Hier sind allein die 0,25mm Leiterbahnen etwas kritisch. Das sollte wenn 
möglich nicht mit altem Eisen3 in ner stundenlangen Schalenätzung 
geschehen, bei der die Randbereiche 3x schneller fertig sind, als die 
Kupferfläche in der Mitte der Platine...
Küvette mit frischem Ätzmittel genügt problemlos.
Moderator Persönliche Seite #6102536
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Lötlackl *. schrieb:
> Schichtdicke wovon? Der Kupferauflage oder des Fotoresists?

Kupferauflage natürlich. Bei einer stehenden Brühe ätzt du fast genauso 
viel zur Seite wie nach unten. Daher der Sprühätzer, bei dem ist das 
Verhältnis besser (oder natürlich auch beim Plasmaätzen, wie es in der 
Halbleiterei benutzt wird).

Ich schrieb doch, die Schichtdicke des Resists interessiert beim Ätzen 
nur wenig. Er sollte natürlich keine "Hochhaustürme" über dem zu 
ätzenden Material aufbauen, in deren Lücken das Ätzmittel nur schwer 
eindringen kann, aber selbst Festresiste sind mit 25 µm Schichtdicke 
ohnehin nicht so dick.
Gast #6102829
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Jörg W. schrieb:
> Bei einer stehenden Brühe ätzt du fast genauso
> viel zur Seite wie nach unten

Nein, es ist schlimmer: nach der Seite wird mehr geätzt als in die 
Tiefe, schon allein deswegen weil bei stehender Brühe das Ätzen nicht 
gleichmässig erfolgt, aber die Platine ist eben erst fertig wenn überall 
bis zum FR4 geätzt ist.

Bei einem Verhältnis von 2 zu 1 sind das 140µ von beiden Seiten, das 
sind die Leiterbahnen mit 250µ nicht nur zu dünn, sondern längst weg.

@TO: lass dich von Lötlackl beraten und es gibt solche Probleme einfach 
nicht.

Georg
Gast #6102981
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Okey

danke schonmal für die Antworten.

Ich habe meinen Leiterbahnen mit max Abstand 0,2mm entworfen.

Ich hoffe das funktioniert .... Natürlich verwende ich eine frische 
Lauge.

Ein Bekannter hat eine Isel Ätzanlage...
Gast #6103829
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Jakob R. schrieb:
> ... und Abstand zu Pads z.b 0,1mm

Warum machst du die Isolatiosabstände nicht größer?

Und welchen Zweck siehst du in der zwischen den IC-Beinen 
durchgezwängten Leiterbahn Richtung R9? Lass die mindestens 3mm weiter 
unten längs laufen. Da ist noch alles frei.

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