pixi schrieb:
> was ein Glück die hatten ein Archiv ;)
Bei der Sucherei im Netz habe ich einfach kein Händchen :-(
Aber zum Glück gibt es dieses Forum :-)
Die Geschichte hinter meiner Suchanfrage:
2003 kaufte ich für knapp 1000 Euro meine erste Digitalkamera. Noch
innerhalb der Garantie fiel die Kamera durch ständig leere Akkus auf.
Nach einer längeren Liegezeit hatte ein einziger Akku 0V. Habe den Akku
markiert und weiter verwendet. Irgendwann hatte ein anderer Akku 0V und
es war klar, dass die Kamera ein Problem hat.
Da noch innerhalb der Garantie, wollte ich die Kamera reklamieren. Der
Verkäufer meinte nur, das sei kein Garantiefall, ich solle neue Akkus
kaufen und der Fall sei erledigt. In einem zweiten wirklich kompetenten
Fotogeschäft runzelte man zwar bei meinem Bericht die Stirn, meinte
aber, bei 4 in Serie geschalteten Akkus könne das nicht sein. Und auch
hier riet man zu neuen Akkus. Auch in meinem techn. Umfeld (Techniker
und Ingenieure) hörte ich, das kann nicht sein.
Habe dann mehrere Anläufe unternommen, um am Batteriefach den Fehler zu
finden. Leider ohne Erfolg. Habe irgendwann kapituliert und als Lösung
immer die Akkus entnommen. Leider vergisst die Kamera nach ca. 2 Wochen
ihr Setup + Datum und Uhrzeit. Das hat mich irgendwann so genervt, dass
ich mir eine andere Kamera zugelegt habe. Die Problemkamera dümpelt
seitdem irgendwo als Notfallkamera in Ihrer OVP vor sich hin.
Nun (17 Jahre später) stolperte ich durch Zufall über ein Angebot genau
dieser Kamera: Topp Zustand für schlappe 29 Euro. Auf den Bildern sehe
ich am Deckel des Batteriefachs eine seltsame Modifikation und ich frage
an, ob es sich um eine Beschädigung handelt. Ich erhalte als Antwort,
das habe er gemacht, um dem Problem mit der "Entladung der Zelle 2" in
den Griff zu bekommen ... Da war ich regelrecht elektrisiert, meine
Recherchen brachten jedoch nur diesen toten Link zu Tage :-(
Wie in dem gefundenen Beitrag berichtet wird, leitet der Zapfen des
Kunststoffgehäuses den Strom - und zwar gewaltig (eben gemessen).
Offensichtlich ist das Gehäuse aus einem leitenden Kunststoff gefertigt
(mit Minus verbunden) und mit einer nichtleitenden
Oberflächenbeschichtung versehen. Ein Metallbügel im Deckel des
Batteriefachs, der u.a. zwei Batterien elektrisch verbindet, rastet hier
ein und hält das Batteriefach geschlossen. Nach vielen Batteriewechseln
schabt sich die nichtleitende Oberflächenbeschichtung ab und das Problem
beginnt. Ein klassischer und besonders heimtückischer
Konstruktionsfehler.
Besonders tragisch, dass man selbst als techn. versierter Anwender keine
Möglichkeiten hat, einen solchen Fehler im Handel innerhalb der
Garantiezeit geltend zu machen. Der Händler meinte nur: Wenn Sie es
wünschen, kann ich die Kamera zur Überprüfung einsenden, das wird aber
kostenpflichtig. Und das wäre ausgegangen, wie das Hornberger Schießen.
Ein möglicher Workaround: https://pbase.com/digsys/s602_extras