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von Pedta -. (pedta)


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Hi,

ich mache gerade meine Masterarbeit im Bereich Hardwarentwicklung.
In der Firma in der ich arbeite sind die Gebiete Embedded 
Programmierung, Hardwarentwurf, und PCB Design getrennt.
Für mich gehört das alles zusammen und am liebsten würde ich dies alles 
ausüben. Ich kann mir später nicht vorstellen auf einem dieser Gebiete 
zu arbeiten, z.B. 10 Jahre Tag ein und Tag aus nur PCB-Routing.

Wie sieht das in eurem Berufsleben aus?
Gibt es Berufsfelder und Firmen, bei denen man als Entwicklungsingenieur 
noch alle diese Tätigkeiten ausüben kann?

von Claus M. (energy)


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Nee. Hardware und Software sind meistens getrennt. Evtl. kannst du bei 
kleinen Firmen bis 10 Leute sowas antreffen. Dort kann man aber meist 
kein Geld verdienen, ist nicht erstrebenswert.

von Mark B. (markbrandis)


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Wer vernünftige Software haben will, wird diese in der Regel nicht von 
einem Hardware-Entwickler erstellen lassen. Warum? Weil das Wissen eines 
HW-Entwicklers über Themen wie Software-Architektur und Design, sowie 
Algorithmen und Datenstrukturen in der Regel eher begrenzt ist. 
Dementsprechend grottig wird dann auch die Software aussehen. Ausnahmen 
bestätigen die Regel.

In größeren Firmen ist es auch deshalb untypisch, dass jemand beides 
macht, weil die Spezialisierung viel größer ist. Da sind HW- und 
SW-Entwicklung oftmals nicht mal in der gleichen Abteilung. Eher wird so 
etwas dann in einer kleineren Firma möglich sein.

von ModernEngineer (Gast)


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Das hat doch mit der Größe der Firma nix zu tun! Sondern viel mehr mit 
dem Projekt womit man beauftragt ist.

Insbesondere bei Firmen die sich mit Tooling (z.B. irgendein spezieller 
Logger/Messtechnik) beschäftigen ist das der Fall. Hier ist es so, dass 
ein HW-Ingenieur durchaus die von dir aufgezählten Tätigkeiten ausübt.

von Mark B. (markbrandis)


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ModernEngineer schrieb:
> Das hat doch mit der Größe der Firma nix zu tun!

Selbstverständlich hat es etwas damit zu tun. Je kleiner die Firma, um 
so mehr Generalisten - weil man gar nicht für jedes Spezialgebiet extra 
jemanden einstellen kann. Je größer die Firma, um so mehr Spezialisten. 
Die Arbeitsteilung in Großkonzernen ist da oft so, dass jeder einzelne 
Bearbeiter nur für einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtprojekt 
zuständig ist.

> Insbesondere bei Firmen die sich mit Tooling (z.B. irgendein spezieller
> Logger/Messtechnik) beschäftigen ist das der Fall.

Na und wie viele Firmen sind das? Eben.

: Bearbeitet durch User
von Alex G. (dragongamer)


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Inzwischen sind auch kleine Unternehmen dazu gezwungen Arbeitsteilung 
sinnvoll einzusetzen. Produkte werden immer komplizierter und müssen 
trotzdem schnell auf den Markt gebracht werden.
Wenn man eine Marktlücke ermittelt hat, kann man nicht eine Einzelperson 
dran setzen lassen die dann anderthalb Jahre werkelt denn danach kann 
die ursprüngliche Annahme schon veraltet sein, oder ein größeres 
Unternehmen hat bereits ein vergleichabres Produkt verbreitet.

Software wird selbst in kleinen Unternehmen getrennt behandelt. Im (aus 
deiner Sicht) besten Fall hast vieleicht Design und Hardwareentwicklung 
zusammen und der Softwareentwickler sitzt im Nachbarsbüro und wird dich 
gelegentlich nach Details fragen (weil keine Dokumentation während der 
Entwicklung existiert).

Nur PCB Routing wirst du eher nicht machen. Ein Unternehmen das sich 
soweit strukturiert hat, dass dies wirklich eine abgeschottete Aufgabe 
ist, wird diese oft ins Ausland ausgliedern oder zumindest keinen 
Masterabsolventen dran setzt.

Wieso wäre es dir denn unganehm dich auf einen Unterbereich einigermaßen 
spezialisieren zu können?
Ich emfpinde ich das eher als angenehm und beschäftige mich halt im 
Hobbybereich mit anderen Dingen des Fachbereichs um nicht den Blick aufs 
Ganze zu verlieren.

von Gerald M. (gerald_m17)


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Meint ihr mit Software das was auf dem PC läuft oder wirklich die 
Firmware?

Wo ich arbeite sind wir gesamt etwa 1000 Leute, und die Firmware wird 
vom Hardwareentwickler geschrieben. Das Routing kann man selbst machen 
oder wird ausgelagert (machen manche gerne selbst, ich mache das nicht).
Liegt daran dass man oft ähnliche Dinge macht, die schon in Blöcken 
ausgelagert werden. Wer diese Blöcke für die Hardware nutzt, hat auch 
entsprechend Firmwareblöcke hierzu. Das weiß der Hardwareentwickler am 
besten, deshalb macht er auch die Firmware.

Wir haben auch reine Firmwareentwickler, die schreiben recht starke 
Bibliotheken. Hier und da merkt man aber doch dass der Bezug zur 
Hardware fehlt, wenn mit Ressourcen um sich geworfen wird :D

von A. S. (achs)


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Pedta -. schrieb:
> Ich kann mir später nicht vorstellen auf einem dieser Gebiete
> zu arbeiten, z.B. 10 Jahre Tag ein und Tag aus nur PCB-Routing.

Wenn es nicht gerade Hochfrequenz oder so ist, ist PCB-Routing eine eher 
handwerkliche Tätigkeit für Techniker. Wenn Du HW-Design machst, bist Du 
manchmal froh, wenn Du überhaupt auch mal ein PCB oder einen echten 
Schaltplan machen darfst, um etwas genau so zu haben, wie Du es 
möchtest. Es gibt genügend Firmen, da wird selbst der Schaltplan (wegen 
Bauteil-Infos und Stücklisten etc.) von "Handwerkern" gemacht, und Du 
darfst nur mit Papier und Bleistift Korrekturen vornehmen.

Bei kleinen Firmen (Abteilungen) oder Dienstleistern gibt es das aber 
auch noch, dass Du vom Konzept bis zum Prototypen löten alles machst. 
Dementsprechend verdienst Du dann aber auch, so zwischen Ingenieur und 
Handwerker. Auf der anderen Seite kenne ich mindestens eine Firma, wo 
der Chef das Entflechten selber gemacht hat, einfach weil er so fix 
damit war, dass kein professioneller da mithalten konnte. Ein wirklicher 
Tausendsassa, der im großen wie im kleinen wusste, was er tut.

von Qwertz (Gast)


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Pedta -. schrieb:
> Gibt es Berufsfelder und Firmen, bei denen man als Entwicklungsingenieur
> noch alle diese Tätigkeiten ausüben kann?

Nur in Klitschen, die keine vernünftige Arbeitsteilung haben. Aber ich 
kann nur davon abraten dort zu arbeiten, die Arbeit ist chaotisch, oft 
auf Zuruf, die Überstunden immens und abgegolten, und dafür die 
Bezahlung natürlich mies.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Qwertz schrieb:
> Pedta -. schrieb:
>> Gibt es Berufsfelder und Firmen, bei denen man als Entwicklungsingenieur
>> noch alle diese Tätigkeiten ausüben kann?
> Nur in Klitschen, die keine vernünftige Arbeitsteilung haben.
Wenn man Glück hat, dann kann man das Alles selber machen oder 
wenigstens noch überall eingreifen. Und sogar noch mit FPGAs 
rummachen...

> Nur in Klitschen, die keine vernünftige Arbeitsteilung haben.
Mitnichten. Es gibt Meilensteine im Designprozess, wo für jedes Modul 
festgelegt wird, wer was wie schnell und gut kann. Und ggfs. kommt dabei 
heraus, dass ich das Layout leichter gleich selbst mache, statt bei 
einem anderen Layouter jede Leiterbahn nachzugehen und umzurouten. Evtl. 
kommt dabei auch raus, dass die Entwicklung komplett nach extern 
übergeben wird, und ich nur die Spec liefere. Oder eben, dass ich nur 
den Schaltplan male und dann die Prototypen in Betrieb nehme.

Und natürlich wollen unsere Softies dann Beispielprogramme zum Ansteuern 
der Module. Oder zumindest muss ich die Software zur Inbetriebnahme und 
Test der neuen Komponenten selber schreiben.

von Weg mit dem Troll ! Aber subito (Gast)


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Ich mach alles zusammen. Hardware Design, Schema, Layout, Prototypen 
bestuecken, Firmware schreiben, Interface zum PC, PC Software dazu 
schreiben. Plus noch einiges mehr.

von Claus M. (energy)


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Weg mit dem Troll ! Aber subito schrieb:
> Ich mach alles zusammen. Hardware Design, Schema, Layout, Prototypen
> bestuecken, Firmware schreiben, Interface zum PC, PC Software dazu
> schreiben. Plus noch einiges mehr.

Und alles in der gleichen, schlechten Qualität.

von c r (Gast)


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Pedta -. schrieb:
> Ich kann mir später nicht vorstellen auf einem dieser Gebiete
> zu arbeiten, z.B. 10 Jahre Tag ein und Tag aus nur PCB-Routing.

Die Angst hatte ich auch mal, die geht auch jetzt nicht weg, egal was 
wir dir hier erzählen.

Fang mit dem an, was du dir für JETZT grade vorstellen kannst. 
Wahrscheinlich ist der Job dann doch abwechslungsreicher als du jetzt 
meinst und die Aufgaben sind doch nicht mit 2-3 Wörtern 
zusammenzufassen.

Wenn sich die Befürchtung erfüllt, hast du eine bequeme, bezahlte 
Position um dich nach was anderem Umzuschauen.

Keiner zwingt dich 10 Jahre in einem Job zu bleiben, vor allem nicht am 
Anfang der Karriere.

von Primasens (Gast)


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Ich hatte in 3 Unternehmen jeweils als Entwicklungsingenieur Hard- und 
Software gerabeitet, weil für mich das auch zusammengehört.
Das waren alles Klitschen mit viel Ausbeuterei, aber Spaß bei der 
Arbeit.
Ich habe mich dann spezialisiert auf Hardware und beim derzeitigen 
Arbeitgeber mache ich Hardware von A bis Z. Nur Schaltplan, Layout oder 
EMV könnte ich nicht.

von Claus M. (energy)


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Primasens schrieb:
> mache ich Hardware von A bis Z. Nur Schaltplan, Layout oder EMV könnte
> ich nicht.

Scherzkeks

von Qwertz (Gast)


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Primasens schrieb:
> Das waren alles Klitschen mit viel Ausbeuterei, aber Spaß bei der
> Arbeit.

Das schließt sich für mich gegenseitig kategorisch aus. Ausgebeutet zu 
werden macht keinen Spaß, die Bezahlung und anderen Arbeitsbedingungen 
müssen auch passen.

von Mark B. (markbrandis)


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Qwertz schrieb:
> Das schließt sich für mich gegenseitig kategorisch aus. Ausgebeutet zu
> werden macht keinen Spaß, die Bezahlung und anderen Arbeitsbedingungen
> müssen auch passen.

Vielleicht macht die Arbeit an sich Spaß, weil die Aufgaben interessant 
sind. Wenn der Job dann aber schlecht bezahlt ist, ist es eben 
Ausbeuterei.

von Qwertz (Gast)


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Mark B. schrieb:
> Vielleicht macht die Arbeit an sich Spaß, weil die Aufgaben interessant
> sind. Wenn der Job dann aber schlecht bezahlt ist, ist es eben
> Ausbeuterei.

Trotzdem bleibe ich dabei, das mir in diesem Fall auch die Aufgaben 
keinen Spaß mehr machen, wenn ich weiß, dass meine Arbeit nicht 
wertgeschätzt wird. Wir reden hier ja nicht von einem Hobby, sondern vom 
Beruf.

von Tom (Gast)


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Wenn du verschiedene Bereiche machen möchtest, dann würd ich mich nach 
einer Firma umsehen, die nicht direkt Elektronikentwicklung macht, bspw 
einen Maschinenbauer. Ich bin in so einer Firma tätig. Sind derzeit zwei 
Leute die Elektronik machen (+ Studenten). Ich war auch schon in einem 
Konzern tätig, aber das Arbeitsklima und damit auch die Kollegen waren 
einfach nicht das wahre. Hier haben sich Freundschaften entwickelt und 
es macht einfach Spaß. Ich find den Spruch blöd, aber Geld ist nicht 
alles.

von Qwertz (Gast)


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Tom schrieb:
> Ich war auch schon in einem Konzern tätig, aber das Arbeitsklima und
> damit auch die Kollegen waren einfach nicht das wahre.

Was hat dich denn konkret gestört?

> Hier haben sich
> Freundschaften entwickelt und es macht einfach Spaß.

Genau das Gleiche kann ich auch über meinen Arbeitsplatz sagen. Das hat 
also weniger mit Konzern oder nicht zu tun.

> Ich find den Spruch
> blöd, aber Geld ist nicht alles.

Der Spruch ist schon richtig, er sagt aber auch nicht aus, dass Geld 
völlig unwichtig wäre. Es gehört aber mehr dazu, das Gesamtpaket muss 
stimmen.

von Tom (Gast)


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Qwertz schrieb:
> Was hat dich denn konkret gestört?

Die Kollegen waren alle recht distanziert. Und jeder hat eher für sich 
gewerkelt, gab eigentlich kaum Gespräche miteinander. Und wenn hat es 
sich nur um die Arbeit gedreht. Da fragte keiner, wie denn des 
Wochenende war. Da wurde auch keine Minute länger gearbeitet. Pünktlich 
nach 8 Stunden war Schluss (35h Woche, 1h Pause am Tag).

Qwertz schrieb:
> Genau das Gleiche kann ich auch über meinen Arbeitsplatz sagen. Das hat
> also weniger mit Konzern oder nicht zu tun.

Ja okay, da hast du Recht. Des kann man nie pauschal sagen. Ich hatte da 
wohl einfach Pech mit der Abteilung/Firma.

Qwertz schrieb:
> Es gehört aber mehr dazu, das Gesamtpaket muss stimmen.

 So siehts aus.

von Qwertz (Gast)


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Tom schrieb:
> Da fragte keiner, wie denn des Wochenende war. Da wurde auch keine
> Minute länger gearbeitet. Pünktlich nach 8 Stunden war Schluss (35h
> Woche, 1h Pause am Tag).

Das klingt doch beides prima! Ich möchte ehrlich gesagt gar nicht, dass 
die Kollegen genau wissen, was ich am Wochenende gemacht habe, das geht 
sie nichts an, und artet leicht in krampfhaften Smalltalk aus. Nur bei 
Kollegen, die auch Freunde sind, sieht das freilich anders aus.
Und keine Überstunden schieben zu müssen ist doch klasse. In mancher 
Klitsche wirst du im Gegenteil schief angeschaut, wenn du nach deinem 
Soll schon gegen willst.

von Xaver aus Xanten (Gast)


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> Da fragte keiner, wie denn des Wochenende war. Da wurde auch keine
> Minute länger gearbeitet. Pünktlich nach 8 Stunden war Schluss (35h
> Woche, 1h Pause am Tag).

Das ist doch traumhaft. Einfach produktiv arbeiten, ohne Rumgequatsche, 
sinnlose TeamEvents oder Daily Scrum Schießmichtotspiele pünktlich 
Ergebnisse liefern und nach der Arbeit die Zeit mit Tätigkeiten und/oder 
Leuten verbringen, die einem wirklich wichtig sind. Klingt so, als wären 
letztere bei dir ausbaufähig.

von Christian B. (luckyfu)


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Bei uns (Größe ca. 100MA) gibt es in der Entwicklung 5 SW und 2 HW 
Entwickler.
Die Aufgabengebiete überschneiden sich hier jedoch insofern, als daß die 
HW Entwickler nicht nur für Stromlaufplan und Layout zuständig sind 
sondern auch mit den (in den Augen der Softis) "niederen" 
Programmierungen kleiner Mikrocontroller, welche Randaufgaben übernehmen 
(Flowsensorturbinen auslesen und als SPI Signal zur Verfügung stellen, 
Pieptöne erstellen, Synchron zu Maschinenspezifischen Ereignissen, 
kleine PID Regelkreise um einen Kristall auf einer bestimmten Temperatur 
zu halten, Galvo Ansteuersignale generieren...)
Davor war ich mehrere Jahre reiner Layouter mit Controllerprogrammierung 
als Hobby. Ich bereue den Schritt hier her nicht (1), allerdings ist man 
in solch einem Fall auch der Hauptverantwortliche. Wenn man Mist baut 
gibt es keinen mehr, auf den man die Schuld zumindest teilweise abwälzen 
kann (oder der einem Tatkräftig bei der Lösung unterstützt). Das kann 
ordentlich Druck aufbauen, besonders wenn es kein 0815 Fehler ist, den 
man beim ersten Einschalten sofort durch Rauchzeichen lokalisieren kann. 
Ich meine eher so Fehler, die erst nach einem 3/4 Jahr auftreten, weil 
die Inbetriebnahmekabinen auf einmal 2°C kälter sind. Plötzlich bootet 
ein FPGA nicht mehr, dann bist du allein dafür verantwortlich, die 
Lösung zu finden und da du allein dich mit der Schaltung auskennst 
kannst du auch kaum jemanden Fragen. Wenn dann noch die Auslieferung der 
Geräte gestoppt wird, bis der Fehler gefunden ist kann das durchaus 
einen ordentlichen Druck generieren, den muss man aushalten können ohne 
zusammenzubrechen. (2) Was das Gehalt angeht: Mein Chef weiß meine 
Zuverlässigkeit zu schätzen und zahlt mir ein regional durchaus 
überdurchschnittliches Gehalt.

Fazit: Es gibt derartige Stellen, aber eher nicht in DAX Konzernen. Man 
hat viele Freiheiten aber man steht auch schnell in der Schusslinie wenn 
irgendwas schief geht. Mehr Rechte gibt''s halt selten ohne mehr 
Pflichten.

(1) ich möchte aber auf die Erfahrungen und das, was ich in der 
Layoutfirma gelernt habe nicht verzichten, das hat mir erst ermöglicht, 
meinen jetzigen Job auszuführen. Nach dem Studium hab ich einige Jahre 
in einer großen Firma gearbeitet, welche LP Herstellt, was wiederum der 
Einstieg in die Layoutfirma war. Schlussendlich profitiere ich auch 
heute noch nahezu täglich vom Wissen, was ich dort sammeln durfte. Ich 
sehe auch immer wieder, wie ich intuitiv komplizierte Aufbauten erstelle 
während mein Gegenüber, der direkt nach dem Studium hier eingestiegen 
ist sich dort teilweise sehr schwer tut. Er macht einen Super Job, 
unbestritten, ihm fehlt halt die Erfahrung, welche ich vorher sammeln 
konnte.

(2) Die Lösung in dem Fall dauerte, unter Einbeziehung der FAE von Arrow 
und später Intel knapp 3 Wochen. Tägliche Anrufe nach dem Stand von 
allen Ebenen, vom Inbetriebnehmer über den Fertigungsleiter bis in den 
Vertrieb sind in der Zeit kein Spaß, vor allem nicht, wenn das 
Jahresendgeschäft dran hängt, an welches die Prämie der MA gekoppelt 
ist. Da wird irgendwann jeder Gang in die Produktion zu einer Art 
Spießrutenlauf...
Dafür ist man gefühlt 3cm größer, wenn der Fehler dann gefunden und 
beseitigt ist. Das muss man natürlich auch erwähnen.

: Bearbeitet durch User
von Tom (Gast)


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Qwertz schrieb:
> Das klingt doch beides prima!

Da man täglich doch viel Zeit in der Arbeit verbringt, muss es einem 
einfach gefallen und Spaß machen. Aber da jeder Mensch unterschiedlich 
ist, hat jeder andere Ansichten wie es für einen ideal ist :)

Qwertz schrieb:
> In mancher
> Klitsche wirst du im Gegenteil schief angeschaut, wenn du nach deinem
> Soll schon gegen willst.

Da würde ich dann aber auch nicht arbeiten wollen.

Xaver aus Xanten schrieb:
> Klingt so, als wären
> letztere bei dir ausbaufähig.

Nö, gibt einen Freundeskreis außerhalb der Arbeit.

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