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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug SMD Löten - was bauche ich überhaupt?


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von Stefan S. (Firma: keine) (stefan_s) Benutzerseite


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Hallo zusammen,

ich habe das erste Mal Schaltungen mit SMD Bauteilen (weil es die
verwendeten nicht als THT gibt...). Normales Löten klappt gut
mit einer 15 Jahre alten Lötstation unbekannter Herkunft :)

Jetzt bin ich überfordert, was ich anschaffen soll. Ich würde schon 
zwei, dreihundert Euro investieren, wenn es mein Leben leichter macht.

Also am besten Schablonen mit den Platinen bestellen und Reflow Ofen
kaufen?

Oder eine Heisluftstation? Da finde ich immer wieder welche mit 
Vorwärmplatte
und Infrarot - wozu auch immer man das braucht? Oder einfach einen
Heisluftlötkolben?


Menge sind so 5-20 Platinen im Jahr mit ca 100 Bauteilen, davon 60 SMD,
jetzt eben auch QFN.

Danke für jeden Tipp!

Viele Grüße
Stefan

von Michael Gugelhupf (Gast)


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Stefan S. schrieb:
> Also am besten Schablonen mit den Platinen bestellen

Ja, besonders wenn du keine Lust hast mit der Hand Lotpaste auf jeden 
Pad einzeln aufzubringen.

> und Reflow Ofen
> kaufen?

Ja.

> Oder eine Heisluftstation?

Nicht "oder". Heißluftstationen sind besser zur Reparatur als zur 
Bestückung von Platinen geeignet.

> Da finde ich immer wieder welche mit
> Vorwärmplatte
> und Infrarot - wozu auch immer man das braucht?

Um die gesamte thermische Belastung zu reduzieren. Gerade bei 
Multilayer-Platinen und Platinen mit großen Masseflächen reduziert das 
Vorheizen die Dauer des eigentlichen Lötens und die Temperatur die man 
zum eigentlichen Löten braucht.

Wenn du als Hobby mit einfache 2-Lagen Platinen arbeitest ist das 
seltenst notwendig.

> Oder einfach einen
> Heisluftlötkolben?

Auch die nennt man eigentlich Heißluftstation. Viele hier haben mit 
einfachen für um die 30 Euro gute Erfahrungen gemacht wenn es um 
einfache Dinge geht.

von Arno (Gast)


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Ich empfehle fürs Hobby: Fang klein an: Eine Pinzette, eine 
bleistiftspitze Lötspitze mit ca. 1mm für deine Station, eine Rolle 
0,5mm (oder 0,3mm) Lötzinn und eine Rolle Entlötlitze. Mach die Pads so 
groß, dass du den Lötkolben bequem neben dem Bauteil aufsetzen kannst 
(in Kicad z.B. mit den ...-Handsoldering-Footprints). Und dann probier 
mal, die erste von deinen fünf bis 20 Platinen für 2020 so aufzubauen. 
Der Artikel hier: 
https://www.mikrocontroller.net/articles/SMD_L%C3%B6ten empfiehlt noch 
Flussmittel, hab ich selbst noch nicht gebraucht, aber ist jetzt auch 
nicht die große Investition.

Wenn das nicht klappt oder dir zu nervig ist, kannst du immer noch 
Schablonen, Lötpaste und einen Reflow-Ofen kaufen. Aber dann weißt du, 
dass es nötig bzw. sinnvoll war.

Wer das kommerziell macht, wird natürlich Geld vs. Zeit anders bewerten 
und eher mal ein paar hundert Euro in die Hand nehmen und im 
Zweifelsfall ungenutzt in die Ecke stellen als sich ein-zwei Stunden 
hinzusetzen.

MfG, Arno

P.S: Ich hab am Wochenende gerade fünf Platinen mit je ca. 55 Bauteilen 
(davon 50 SMD) von Hand gelötet, dauert bei mir ca. vier Stunden für 
alle fünf zusammen. Wobei QFN nicht dabei war, nur TQFP32 (Mega328P), 
SOT23, SOT23-5, SOT23-6, eine Menge 0805, viele Kurzhubtaster (die sehr 
nervig auszurichten sind) und ein 3,2mm x 2,5mm-Quarz.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Arno schrieb:
> Ich empfehle fürs Hobby: Fang klein an

Volle Zustimmung.

Allerdings würde ich auf jeden Fall zusätzlich zu so einem einfachen 
Heißluft-Puster raten (so ein Atten 858D Clone o.ä.), denn das macht 
Reparaturen oder Korrekturen viel einfacher als zu versuchen, das alles 
mit dem Lötkolben zu erledigen. Die Teile sind ja nun wirklich billig.

In der allergrößten Not hilft auch schon mal eine 
Baumarkt-Heißluftpistole, aber die schmilzt natürlich eine sehr große 
Fläche auf einmal auf.

von Andreas S. (Gast)


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Ich hantiere mit Lötpaste und "Pizaofen" nicht.
Es ist mir einfach zu fummelig die Schablone auszurichten und die
Paste aufzutragen.
Auch die "Sauerei" danach mit Schablone reinigen etc. ist nicht mein 
Ding.
Bei mir geht dass alles noch nach der alten Methode:
einen Klecks Lötzinn auftragen,Bauteil anheften bzw. ausrichten und
dann den Rest verlöten.
Dazu gibt es auch unzählige Videos im Netz.
Ich muss allerdings erwähnen, das bei 0603 und TQFP bei mir Schluss ist.
Einen CP2102 (QFN) habe ich auch mal mit dieser Methode bestückt sowie
Resonatoren 16 MHz (ca. 3,2mm x 1,3mm).
Bei mir liegen allerdings die Stückzahlen bei max. 20 Platinen im Jahr
und da lohnt der Aufwand nicht.
Zur Kontrolle nutze ich ein Eschenbach Mikroskop (es geht aber auch eine
gute Lupenleuchte oder eine entsprechende Lupenbrille).
Das muss jeder für sich entscheiden wie er am besten zu Recht kommt.

von Olaf (Gast)


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> Menge sind so 5-20 Platinen im Jahr mit ca 100 Bauteilen, davon 60 SMD,
> jetzt eben auch QFN.

Also vielleicht eine Platine im Monat. In dem Fall brauchst du garnichts 
ausser eine kleine Spitze fuer deinen Loetkolben. Das geht alles per 
Hand. Je nach Alter und Sehvermoegen kann ein Stereomikroskop sinnvoll 
sein. Dazu gibt es hier ja genug Threads.

Wenn deine QFNs noch ein exposed pad haben dann brauchst du auch noch 
irgendwas mit Heissluft und Loetpaste.

Es gibt ein paar Tricks mit denen man sich das Leben bei QFNs etwas 
vereinfachen kann.

   1. Vermeide sie wo es geht. Selbst BGAs sind einfacher zu loeten!
   2. Stelle um das QFN einen die Loetmaske etwas frei damit du so 
besser
      Loeten kannst.
   3. Wenn das mittler Pad nicht zur Kuehlung sondern nur zur 
Masseanbindung
      gebraucht wird dann mach an der Stelle zwei dicke 
Durchkontaktierungen
      in das Pad. Dann brauchst du keine Heisluft sondern loetest das 
Teil von
      unten an.

Die Herausforderung bei SMD sind nicht Bastler oder Prototypen. Ich mach 
sowas haeufiger und es klappt immer. Interessant wird es sowas sicher in 
Stueckzahlen in die Produktion zu bekommen. Dafuer braucht es Erfahrung.

Olaf

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Olaf schrieb:
> 1. Vermeide sie wo es geht. Selbst BGAs sind einfacher zu loeten!

Finde ich nicht.

Lötpaste und Heißluft genügt. (Muss nicht unbedingt eine Pastenschablone 
sein.)

>    2. Stelle um das QFN einen die Loetmaske etwas frei damit du so
> besser
>       Loeten kannst.

Funktioniert nicht immer. QFNs garantieren die Lötfähigkeit nur auf der 
unteren Fläche. Die Seitenflächen sind zuweilen nicht gut mit Zinn 
benetzbar.

von No Y. (noy)


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Nutze JLCPCB und LCSC...

Wenn du hauptsächlich Kleinkram brauchst den die in ihrer Lib haben 
würde ich es direkt bei denen bestücken lassen und wirklich nur das was 
die nicht haben selbst bestücken..
Kleine Spritze Lötpaste und eine günstige Heißluftstation für die noch 
fehlenden Teile..
Spart Zeit, ist gut gelötet und LCSC hat günstige Bauteile da kann man 
sich teilweise Mouser usw. sparen...

von Olaf (Gast)


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> Funktioniert nicht immer. QFNs garantieren die Lötfähigkeit nur auf der
> unteren Fläche. Die Seitenflächen sind zuweilen nicht gut mit Zinn
> benetzbar.

Das ist mir klar. Aber die Standardfootprint sehen manchmal keinen oder 
nur sehr wenig Platz vor um da den Loetkolben an irgendetwas aus Kupfer 
dran zu halten und das ganz besonders wenn der QFN an der Seite nur aus 
Plastik besteht.

Ausserdem mache ich ja nur Prototypen selber. Da moechte ich in der 
Regel auch gerne mal irgendwo einen Tastkopf dran halten.

Olaf

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