Hallo,
Ich versuche gerade, eine 300µA - Konstantstromquelle zu entwerfen.
Die Herausforderung dabei liegt, dass die Versorgungsspannung der
gesamten Schaltung von einer Batterie bereitgestellt wird und bei 3.3V
liegt. Da die Spannung aber relativ schnell abnimmt, muss ich irgendwie
eine Kompensation vornehmen.
Da Baugröße und Temperaturstabilität für mich ebenfalls relevant sind,
sieht mein derzeitiger Plan vor, die Stromquelle klassisch mit OPV,
Referenzspannung und Transistor zu realisieren. Allerdings bin ich
hierbei auf das Problem gestoßen, dass die sinkende Spannung den
Stromwert ändert.
Hat jemand eine Idee bzw. einen Schaltungsvorschlag?
Danke!
N. schrieb:> Hat jemand eine Idee bzw. einen Schaltungsvorschlag?
Es liegt wahrscheinlich an der Z-Diode.
Nimm eine Referenzdiode, TL431 z.B. Deren Spannung musst du ggf. noch
teilen, um auf einen kleineren Wert deiner Shuntspannung zu kommen.
Ein paar Werte in deiner Schaltung wären vielleicht auch noch hilfreich
gewesen. Welche Z-Diode, welcher OPA?
Allerdings: viel Luft ist da eh nicht, wenn du von 3.3V auch noch
> die Spannung aber relativ schnell abnimmt
N. schrieb:> Da Baugröße und Temperaturstabilität für mich ebenfalls relevant sind,> sieht mein derzeitiger Plan vor, die Stromquelle klassisch mit OPV,> Referenzspannung und Transistor zu realisieren. Allerdings bin ich> hierbei auf das Problem gestoßen, dass die sinkende Spannung den> Stromwert ändert.>> Hat jemand eine Idee bzw. einen Schaltungsvorschlag?
Im Prinzip st die Schaltung schon richtig.
Wenn sie nicht so tut wie sie soll, kann das an der Dimensionierung und
den verwendeten Bauteilen liegen.
Daher die Fragen:
- welche Referenzspannung hast du?
- welchen OpAmp hast du?
- was ist die minimale Spannung von Uv?
- wie groß ist IL?
- was ist der Maximalwert von RL?
- eventuell kann die Schaltung auch schwingen. Siehe dazu
https://www.mikrocontroller.net/articles/Konstantstromquelle#Konstantstromquelle_mit_Operationsverst.C3.A4rker_und_Transistor
Danke für deine Antwort!
Hab mein Simulations-File angehängt.
Grundsätzlich wäre ich von den Bauteilen her flexibel, also
könnte ich alles, was in kleinen SMD-Packages erhältlich ist,
einsetzen...
N. schrieb:> Ich versuche gerade, eine 300µA - Konstantstromquelle zu entwerfen.
Wie genau muss es denn sein ?
10% oder 0.01% ?
Hast du nicht schon in deiner Schaltung etwas, was die nötige Stabilität
hat, eine Referenzspannng odper so ?
300uA sind so wenig, da muss man keinen OpAmp mit einem Trannsistor
verstärken, das kann der OpAmp direkt.
Aber vielleicht tut es ja schon eine REF200.
Oder sogar eine S-301T
http://www.semitec.co.jp/uploads/english/sites/2/2017/03/P22-23-CRD.pdf
N. schrieb:> Hab mein Simulations-File angehängt.
Das ist nur ein Bild davon :-).
Und dann habe ich noch ein paar Anmerkungen:
- R7 ist überflüssig, es ist eine Stromquelle. R7 futtert bei 300µA auch
schon 0.6V.
- 1Ω und 2.5V Referenz geben 2.5A, ich dachte, du wolltest 300µA?
- Was für eine LED soll da verbaut werden? Du hast bestenfalls
3.3V-0.7V-U_shunt an der LED. Da gehen mit voller Batterie nicht mehr
alle Typen. Und bei fast leerer Batterie erst recht nicht.
N. schrieb:> Ich versuche gerade, eine 300µA - Konstantstromquelle zu entwerfen.> Die Herausforderung dabei liegt, dass die Versorgungsspannung der> gesamten Schaltung von einer Batterie bereitgestellt wird und bei 3.3V> liegt. Da die Spannung aber relativ schnell abnimmt, muss ich irgendwie> eine Kompensation vornehmen.
Ähh. Nein. Im Prinzip wäre die Schaltung ok. Die "Kompensation" der
schwankenden Betriebsspannung macht die Referenzspannungsquelle. Wenn
sie es denn macht. Eine Z-Diode wie gezeigt, ist aber eine lausige
Referenzspannungsquelle.
> Da Baugröße und Temperaturstabilität für mich ebenfalls relevant sind,> sieht mein derzeitiger Plan vor, die Stromquelle klassisch mit OPV,> Referenzspannung und Transistor zu realisieren.
Bei 300µA kannst du den Transistor weglassen, das kann der OPV auch
alleine liefern. Das verringert auch gleich noch das Problem, das du mit
der Aussteuerbarkeit bekommst.
Für eine zweckmäßige Dimensionierung müßtes du halt mal sagen was das
für eine Last ist. Bzw. genauer gesagt: welche Spannung deine Last
braucht, damit die 300µA auch fließen. Und dann noch, bis zu welcher
Spannung runter das funktionieren soll.
Mal ein Beispiel: die Last brauche 1.2V bei 300µA. Die minimale
Betriebsspannung soll 2.0V sein. Der OPV kommt mit seinem Ausgang bis
auf 0.5V an die positive Rail. Dann bleiben nur noch (2.0 - 0.5 - 1.2)V
= 0.3V für den Spannungsabfall am Shunt. Der Shunt wäre mit 1.0kΩ zu
dimensionieren und die Referenzspannungsquelle müßte 0.3V liefern. Das
könnte man dann z.B. mit einer Bandgap-Referenz für 1.23V und
nachgeschaltetem Spannungsteiler erreichen.
In der Schaltung mit dem Transistor wäre das gar nicht möglich, weil
dann noch die ~0.7V U_be des Transistors gebraucht würden. Bei gleicher
Auslegung von Shunt und Referenz würde das unterhalb von 2.7V
Batteriespannung nicht mehr funktionieren.
Axel S. schrieb:> Der OPV kommt mit seinem Ausgang bis> auf 0.5V an die positive Rail.
Nach dem TI-Datenblatt bei 10k Last (=500µA) bis auf 20mV w.c. (typ.
10mV) an beide Rails.
Zumindest ist der OPA schon mal die richtige Wahl.
Ich bin sehr froh mit die IDACs (sink oder source) stromquellen die im
PSOC5lp prozessor eingebaut sind. Veilleicht auch fuer dich eine option
?
Oder ein current source basiert auf ein Switched Capacitor Block
(LTC6943)
HildeK schrieb:> Axel S. schrieb:>> Der OPV kommt mit seinem Ausgang bis>> auf 0.5V an die positive Rail.>> Nach dem TI-Datenblatt bei 10k Last (=500µA) bis auf 20mV w.c. (typ.> 10mV) an beide Rails.
Wie ich in meinem Post darüber schrieb: das ist ein Beispiel wie man
es dimensionieren könnte. Natürlich mit beispielhaften Werten der
verwendeten Bauteile.
> Zumindest ist der OPA schon mal die richtige Wahl.
Ich bezweifle, daß der TE den OPV bewußt ausgewählt hat. Es war wohl nur
der erste, den er in PSpice gefunden hat. Bei der gewählten Referenz ist
es ja offensichtlich, daß da keine Überlegung im Spiel war (eine 2.5V
Referenz zum Betrieb an einer 3V Batterie?)
Axel S. schrieb:> Ich bezweifle, daß der TE den OPV bewußt ausgewählt hat. Es war wohl nur> der erste, den er in PSpice gefunden hat. Bei der gewählten Referenz ist> es ja offensichtlich, daß da keine Überlegung im Spiel war (eine 2.5V> Referenz zum Betrieb an einer 3V Batterie?)
Ja, da magst du recht haben.
Trotzdem würde der OPA hier erstaunlich gut passen, auch zu deinem
Vorschlag ohne Transistor :-). Er hatte einen genannt, den hatte ich mir
angeschaut und er kommt sehr nahe an beide Rails.
Zudem: das Bild ist aus LTSpice und der OPA ist 'opamp2'; TLV9001 steht
als Kommentar dabei. Also, vielleicht doch bewusst ausgesucht? Egal ...
Die 2.5V am 1Ω-Shunt gehören jedenfalls zur Kategorie "mangelnde
Überlegung".
Wenn der TO unter Platzmangel leidet, kann er auch den OPV ganz
weglassen und den LM385-2,5 direkt an die Basis eines SOT23 Transistors
anschliessen und an den Emitter den gewünschten Widerstand für den
geforderten Konstantstrom einbauen.
Es bleibt allerdings ein ganz leichter Drift bei Temperaturänderung!
N. schrieb:> Ich versuche gerade, eine 300µA - Konstantstromquelle> zu entwerfen.
Tatsächlich?
Warum zeigst Du dann den Schaltplan einer
Konstant-SPANNUNGS-Quelle?
Bei einer Versorgungsspannung von 3,3 Volt bleibt bei der BC547 Variante
nicht mehr viel Spannung für die Last übrig. Da ist die J-FET Variante
einfacher, noch platzsparender und wahrscheinlich besser geeignet.
Ach Du grüne Neune schrieb:> Bei einer Versorgungsspannung von 3,3 Volt bleibt bei der BC547 Variante> nicht mehr viel Spannung für die Last übrig. Da ist die J-FET Variante> einfacher, noch platzsparender und wahrscheinlich besser geeignet.
Die JFET-Version ist zwar schön einfach, aber wenig temperaturstabil.
Außerdem braucht die mehr Versorgungsspannung als eine komplementäre
Bipo-Version. In der Bipo-Version wird die Temperaturabhängigkeit der
Transistoren durch die nahezu gleiche Abhängigkeit der Dioden
kompensiert.
Wenn man mit der geringen Teperaturdrift der JFets leben kann, ist das
eine elegante Lösung. Obwohl die Dinger nicht mehr leicht zu kriegen
sind! (Digikey z.B. führt die als obsolet). Eine sehr gute Lösung ist
auf jeden Fall die Bipo-Version. Und nur zum grundsätzlichen
Verständnis: eine Stromquelle ist - in gewissen Grenzen - immer
unabhängig von der Versorgungsspannung...richtige Dimensionierung
vorausgesetzt :-)
Gruß Rainer
Rainer V. schrieb:> Und nur zum grundsätzlichen> Verständnis: eine Stromquelle ist - in gewissen Grenzen - immer> unabhängig von der Versorgungsspannung...richtige Dimensionierung> vorausgesetzt :-)
Nun, man könnte das logisch vollständig kongruent aus so ausdrücken:
Außerhalb bestimmter Grenzen ist jede reale Stromquelle massiv von der
Versorgungsspannung abhängig. Innerhalb dieser Grenzen nur mäßig.
Reine Frage der Definitionen solcher wertenden Beschreibungen...
Die ganzen Stromquellenschaltungen ohne Opamp sind doch nur Schätzeisen.
Wenn es genau sein soll, dann kommt man nicht um eine Schaltng mit Opamp
herum. Hinzu kommt hier noch die Anforderung der kleinen
Versorgungsspannung. Da will man maximal 1V für die Stromquelle
reservieren. Die verbleibende Spannung benötigt man als Spannungsbereich
für die Last.
Deshalb hier ganz klar direkt nur den Opamp mit z. B. 0,625V
Vergleichsspannung verwenden. Dazu benötigt man noch eine 1,25V Referenz
plus Spannungsteiler. Den Transistor kann man weglassen da nur 0,3mA
benötigt werden.
Dieter schrieb:> Nimm eine 2.4V ZD BZX55 und Ersetze den Vorwiderstand durch die> FET-Konstantstromquelle. Dann wird es genau genug.
Uff, kennst du N. persönlich ?
Hier hat er sich ja nicht wieder gemeldet um zu sagen wie genau für ihn
genau genug sein soll. Wahrscheinlich akute Antwortfaulheit bei
Rückfragen, wie so oft.
Seinem Schaltplan SIM.JPG nach zu urteilen geht es aber bloss wieder um
LED, es ist also völlig egal wie viel Strom fliesst, 10% sind da nix,
insofern kann sogar deine unsäglich schlechte Lösung passen.
Es gäbe natürlich auch fertige LED Konstantstromtreiber wie PAM2808.
Ist ihm vermulich zu klein.