Probleme mit löten auf Edelstahl

Gast #6134990
Lesenswert?

Hallo!

Ich habe mir diese Federung geholt: 
https://www.aliexpress.com/item/4000269413733.html


Damit will ich mit Kupferdraht verlöten. Leider klappt das gar nicht. 
Also Lötzinn will nicht in Feder rein. Es bleibt entweder am Kupferdraht 
oder am Lötkolben hängen.

Habt ihr eine Lösung für mich? Gibt es Federung 2x10mm die speziell zum 
Löten geeignet ist?
Moderator Persönliche Seite #6134999
Lesenswert?

Fummler schrieb:
> Gibt es Federung 2x10mm die speziell zum Löten geeignet ist?

Einfach keinen Edelstahl nehmen.

Edelstahl ist ja eben genau deshalb rostfrei, weil die 
Legierungsbestandteile eine sehr robuste Oxidschicht an der Oberfläche 
bilden (meiner Erinnerung nach ist es der Chrom-Anteil). Genau die ist 
dir natürlich beim Löten im Weg.

Normaler Stahl lässt sich (je nach Legierung) einigermaßen bis ganz gut 
löten.
Gast #6135004
Lesenswert?

Edelstahl hat halt die Eigenschaft eine extrem beständige Oxydschicht zu 
haben. Es gibt aber Flussmittel dafür. -> Duckduckgo "Flussmittel 
Edelstahl weichlöten"

Trotzdem ist es nicht geschickt Federn zu löten, denn die sollte man 
nicht über 200 °C erwärmen. Sonst ist sie keine Feder mehr.
Gast #6135012
Lesenswert?

Wo bekomme ich so eine Federung her?

Die Abmessung muss

Drahtdicke 0.2 - 0.4mm
Durchmesser 2mm
Länge 8mm - 10mm


Wenn es die nicht gibt, dann versuch ich mal mit Weichlöten nur am Ende 
des Feders
#6135175
Lesenswert?

Stefan L. schrieb:
> MeierKurt schrieb:
>> Edelstahl hat primär nichts mit Rostfreiheit zu tun.
>
> Doch, das hat sich umgangssprachlich so eingebürgert. Auch in der
> Fachwelt weiß sofort jeder, dass nichtrostender Stahl gemeint ist, wenn
> jemand "Edelstahl" sagt. Von ein paar Spezialisten und Metallurgen mal
> abgesehen...

Die benutzen dann aber auch andere Bezeichnungen wie V2A oder noch
kompliziertere Werkstoffbezeichnungen.
Moderator Persönliche Seite #6135195
Lesenswert?

Nick M. schrieb:
> Martin S. schrieb:
>> Dann vernickel oder vergolde die Oberfläche, dann kannst du sie auch
>> löten.
>
> Wieso bekommt der Beitrag eine negative Bewertung?

Keine Ahnung.

> Der Vorschlag ist jedenfalls gut.

Bist du dir da völlig sicher?

Warum sollte eine Vernickelung oder Vergoldung bewirken, dass das Lot 
durch die Oxidschicht auf dem Stahl besser diffundiert?

Bei einer Vergoldung löst sich beim Löten das Gold ratzbatz im Lot auf 
und ist weg. Bei einer Vernickelung passiert das zwar nicht so schnell, 
aber letztlich wird sich die Diffusion des Lötvorgangs weitgehend auf 
die Nickelschicht beschränken, die danach bei jeglicher mechanischer 
Belastung abreißt.
Gast #6135214
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Warum sollte eine Vernickelung oder Vergoldung bewirken, dass das Lot
> durch die Oxidschicht auf dem Stahl besser diffundiert?

Intuitiv würde ich sagen, dass da wo Gold ist, kein "Rost" drunter sein 
kann.
Und selbst wenn sich das Gold komplett im Lot auflöst, es kann sich 
keine neue Oxydschicht bilden weil da jetzt Lot ist (sonst hätte sich 
das Gold nicht auflösen können).
Moderator Persönliche Seite #6135226
Lesenswert?

Nick M. schrieb:
> Intuitiv würde ich sagen, dass da wo Gold ist, kein "Rost" drunter sein
> kann.

Die Oxidschicht ist aber bereits vor deiner Vergoldung oder Vernickelung 
da. Die verschwindet nicht einfach, nur weil man da was anderes (kalt) 
draufpappt.

Bei einer Feuervergoldung wäre das vielleicht anders … aber danach ist 
es keine Feder mehr. :/
Moderator Persönliche Seite #6135255
Lesenswert?

Nick M. schrieb:
> Man kann austenitische Stähle nicht haltbar galvanisch beschichten.

Es ist die Frage, was du unter „haltbar“ verstehst: dass die Schicht 
einfach nur drauf bleibt, oder dass sie mechanisch abreißfest ist.

Um haltbar drauf löten zu können, brauchst du letzteres.

Selbst beim klassischen Verchromen eines (nicht rostfreien) Stahls macht 
man normalerweise die Schichtfolge Kupfer - Nickel - Chrom. Das Kupfer 
dient dabei als Haftgrund, Nickel fängt lediglich die Spannungen auf, zu 
denen das Chrom neigt. Auch da wissen wir alle, dass diese Schichten 
gern mal abblättern …
Gast #6135265
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> MeierKurt schrieb:
>> Edelstahl hat primär nichts mit Rostfreiheit zu tun.
>
> Ja, ist natürlich ein weit(er) reichender Begriff.
>
Unter Technikern sollte es schon so sein, dass man unter gleichen 
Begriffen das Gleiche (und Exakte) versteht.
Und nicht irgendwas.

> Wenn sich das Zeug aber nicht löten lässt, kann man wohl schon davon
> ausgehen, dass es eine Legierung mit recht fester Oxidoberfläche ist.

Edelstahl hat ne Oxidoberfläche? Gar eine feste?
Holla die Waldfee.

btw: Das Grundprinzip des Lötens als Fügetechnologie heben wir uns 
lieber für ein andermal auf.
Gast #6135280
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Selbst beim klassischen Verchromen eines (nicht rostfreien) Stahls macht
> man normalerweise die Schichtfolge Kupfer - Nickel - Chrom. Das Kupfer
> dient dabei als Haftgrund, Nickel fängt lediglich die Spannungen auf, zu
> denen das Chrom neigt. Auch da wissen wir alle, dass diese Schichten
> gern mal abblättern …

Das ist aber komisch. Wieso hab ich dem Nachbarn schon paar Gelenkbolzen 
für seine Bagger hartverchromen lassen und dann auf Maß geschliffen?
Wieso sind die Kolbenstangen von Hydraulikzylindern hartverchromt und 
blättern dennoch nicht ab? Ja halten sogar Anreibungen mit Stahl stand 
(die ich Ihm dann wieder mit dem Ölstein abgezogen hab).
Wieso ist es allgemeines Vorgehen verschlissene Bauteile (die nicht 
wiederbeschaffbar sind) aufzuchromen und dann auf Maß zu schleifen?


Und wenn es nur der Chrom ist, dann könnte man für's Löten schon beim 
Kupfer aufhören.

Und zu guter letzt:
Lassen sich austenitische Stähle nicht galvanisieren?
Moderator Persönliche Seite #6135327
Lesenswert?

Nick M. schrieb:
> Halt so wie bei einer vergoldeten  verkupferten  vernickelten Feder die
> gelötet wurde.

Wenn du das Lot allseitig um die Feder drumrum bekommst, brauchst du 
natürlich eigentlich auch keine stabil diffundierte Verbindung zwischen 
Lot und Werkstück. ;-)

Martin S. schrieb:
> Abgesehen davon bleibt festzustellen, dass der TO bisher keine Angaben
> dazu gemacht hat, wie fest das angelötete sein soll.

Yep.

Vermutlich wird er es selbst nicht wissen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren