mikrocontroller.net

Forum: Platinen Frage wegen Eigenbaugehäuse und Schutzleiter


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Markus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich habe hier ein Eigenbaugerät mit Plastikgehäuse. Es wird über einen 
Kaltgerätestecker mit 230 V versorgt und drinnen ist ein Fertignetzteil, 
das dann irgendwas mit 20 VDC ausgibt. Jetzt sind die im Gehäuse 
verbauten Steckverbindungen (wie UART, USB, usw.) mit von außen 
berührbaren leitfähigen Teilen versehen.

Die Frage ist, wie ich das jetzt halbwegs sicher bekomme. Normalerweise 
würde man ja ein leitfähiges Gehäuse verwenden und dieses mit dem 
Schutzleiter verbinden, oder komplett ein Plastikgehäuse ohne 
berührbare, leitfähige Teile.

Bevor ihr mir jetzt den Kopf abreist: Ich habe das auch nur so 
übernommen. Man hätte es vielleicht von Anfang an als SK1 designen 
sollen.

Wie gesagt ist die Frage, wie man das jetzt sicher bekommt. 
Normalerweise müsste ich ja jedes von außen berührbare, leitfähige Teil 
(was einige sind, da aus dem Gerät mehrere Steckverbindungen 
rein-/rausgehen) mit dem Schutzleiter verbinden. Wobei ich auch nicht 
weiß, wie man das am besten angeht (bin nicht so der Handwerker). Löten 
darf man die Schutzleiterverbindungen wohl nicht.

Vielleicht hat jemand nen Tipp.

von Michael B. (laberkopp)


Bewertung
-3 lesenswert
nicht lesenswert
Markus schrieb:
> Vielleicht hat jemand nen Tipp.

Ersetze den Kaltgerätestecker gegen einen 2-poligen.

Kein Problem mehr mit dem Schutzleiter.

Dein Netzteil liefert SELV, also muss UART, USB Masse nicht mit dem 
Schutzleiter (PELV) verbunden werden.

Das ist auch besser so, weil so die Anschlüsse potentialfrei bleiben.

Dennoch ist GND des Ausgangs über Funkentstörkondensatoren mit dem 
Netzteiolgehäuse, und dieses mit den Eingängen L und N verbunden.

Es gibt also ein Kribbeln beim Anfassen der Metallkrägen, die Spannung 
bricht aber sofort zusammen wenn eine Belastung anliegt.

Wenn es beim Kaltgerätesetcker bleibt, verbinde dessen Schutzleiter mit 
dem Gehäuse des Nezteils, Dadurch liegen die Funkentstörkondensatoren an 
Masse und es kribbelt nicht mehr. Bei Belastung kann das Potential 
dennoch frei verschoben werden.

Verbinde nicht GND des Ausgangs mit PE.

von Roland E. (roland0815)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Markus schrieb:
> Ich habe hier ein Eigenbaugerät mit Plastikgehäuse. Es wird über einen
> Kaltgerätestecker mit 230 V versorgt und drinnen ist ein Fertignetzteil,
> das dann irgendwas mit 20 VDC ausgibt. Jetzt sind die im Gehäuse
> verbauten Steckverbindungen (wie UART, USB, usw.) mit von außen
> berührbaren leitfähigen Teilen versehen.
>
> Die Frage ist, wie ich das jetzt halbwegs sicher bekomme. Normalerweise
> würde man ja ein leitfähiges Gehäuse verwenden und dieses mit dem
> Schutzleiter verbinden, oder komplett ein Plastikgehäuse ohne
> berührbare, leitfähige Teile.
>
> Bevor ihr mir jetzt den Kopf abreist: Ich habe das auch nur so
> übernommen. Man hätte es vielleicht von Anfang an als SK1 designen
> sollen.
>
>

SK1 muss auch das Netzteil können. Das kann nicht jedes, erst recht 
nicht wenn es einen PE-Anschluss hat.
Für deinen oben geschilderten Fall bedeutet das, alle berührbaren Teile 
auf PE. Die Strombelastbarkeit der Erdung muss 2x der Absicherung des 
Gerätes gewachsen sein.

von Markus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Roland E. schrieb:
> Für deinen oben geschilderten Fall bedeutet das, alle berührbaren Teile
> auf PE.
Und wie setze ich das praktisch um? Ich meine gehört zu haben, dass PE 
geschraubt werden muss. Wie soll ich denn eine geschraubte Verbindung an 
z.B. einen RS232-Port anbringen? Und selbst wenn ich es löten würde, das 
gibt doch keine dauerhaft verlässliche Verbindung. Oder bin ich auf dem 
Holzweg? Ihr müsst wissen, dass ich eher ein Softi bin und von diesen 
Dingen nicht viel verstehe.

Den Post von Michael B. verstehe ich auch nicht wirklich, das muss ich 
mir vielleicht morgen nochmal in Ruhe durchlesen - heute bin ich platt.

von mech (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Markus schrieb:
> Es wird über einen Kaltgerätestecker mit 230 V versorgt und drinnen ist
> ein Fertignetzteil, das dann irgendwas mit 20 VDC ausgibt.

Ist die Kaltgerätebuchse Teil des Netzteils?

von Markus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
mech schrieb:
> Ist die Kaltgerätebuchse Teil des Netzteils?
Nein. Die ist ins selbst entworfene Plastikgehäuse verbaut und im 
Gehäuse ist das Netzteil (es sind sogar 2) neben anderen Baugruppen. Vom 
Kaltgerätestecker zu den Netzteilen ist es steckerseitig gelötet und 
netzteilseitig geklemmt.

von Roland E. (roland0815)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Markus schrieb:
> Roland E. schrieb:
>> Für deinen oben geschilderten Fall bedeutet das, alle berührbaren Teile
>> auf PE.
> Und wie setze ich das praktisch um? Ich meine gehört zu haben, dass PE
> geschraubt werden muss. Wie soll ich denn eine geschraubte Verbindung an
> z.B. einen RS232-Port anbringen? Und selbst wenn ich es löten würde, das
> gibt doch keine dauerhaft verlässliche Verbindung. Oder bin ich auf dem
> Holzweg? Ihr müsst wissen, dass ich eher ein Softi bin und von diesen
> Dingen nicht viel verstehe.
>
>

Du musst mehrere Punkte beachten:
Bei Leiterbruch darf keine gefährliche Spannung an berührbare Teile 
kommen. Also Netzleitungen so fixieren, dass das nirgendwo passieren 
kann. Schutzschlauch etc.

Nein, der PE muss nicht geschraubt werden. Stecken (zb FastOn™), crimpen 
oder löten ist ebenso zulässig.
Du musst evtl einen zentralen PE-Punkt einrichten(Massestern oder 
mindestes M4 Schraube) , von dem aus Du alle anderen Punkte erreichst. 
Bei Schrauben auf Alu oder Stahl Kontaktscheiben nicht vergessen.

: Bearbeitet durch User
von Markus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ok, danke. Ich schaue nächste Woche mal wie ich weiterkomme.

von Achim H. (anymouse)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vielleicht hilft Dir folgender Artikel weiter:


https://www.elektropraktiker.de/ep-2000-05-387-388.pdf?eID=tx_mspdamlinks&dlid=58366&hash=32d223024c68f272f21a4a47263c53d3

Vor allem, aber nicht nur der letzte Abschnitt wäre hier hervorzuheben:

(Vorausgegangen war die Einstufung eines Geräts als "Schutzklasse  II, 
das  mit  einer  dreiadrigen  Anschlußleitung  samt  Schuko-Stecker 
versehen wurde"):

> "Wenn  dieses  Gerät  berührbare  leitendeTeile aufweist, wird es
> schwieriger. Sie müssen   als   hier   zuständige   verantwortliche
> Elektrofachkraft feststellen, ob diese Teilevom Innenraum des Geräts mit
> den aktiven Teilen  durch  eine  entsprechende  Schutzisolierung  sicher
> getrennt  sind  oder  nicht. Wenn ja, hat die Isolationswiderstandsmessung
> zu  erfolgen.  Wenn  nein,  dann  entspricht das Gerät nicht den bei seiner
> Herstellung einzuhaltenden Normen und mussausrangiert  werden.  Ein
> Anschluss  dieser Teile  an  den  Schutzleiter  entspräche  einer
> Neuherstellung.  Davon  ist  aus  rechtlichen Gründen dringend abzuraten"

: Bearbeitet durch User
von Markus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mir kam zwischenzeitlich noch eine andere Idee. Je nachdem wie hoch der 
Strombedarf ist (müsste ich nachmessen, aber viel Leistung wird da nicht 
gezogen) würde ich die internen Netzteile und den Kaltgerätestecker 
komplett rausbauen und das Gerät über ein externes Steckernetzteil oder 
Notebooknetzteil versorgen. Dann würde da ja Schutzkleinspannung 
reingehen und ich wäre alle Probleme los. Bis auf die Tatsache, dass ich 
verschiedene Spannung benötige und ich da ggfs. noch eine kleine Platine 
dafür fertigen müsste.

von Karl K. (karl2go)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Michael B. schrieb:
> Ersetze den Kaltgerätestecker gegen einen 2-poligen.
> Kein Problem mehr mit dem Schutzleiter.

Ja klar der Laberkopp mal wieder. Findet zielsicher den blödesten 
Vorschlag.

> Dein Netzteil liefert SELV, also muss UART, USB Masse nicht mit dem
> Schutzleiter (PELV) verbunden werden.

Das weißt Du? Wenn es ein Schaltnetzteil im Metallgehäuse ist, ist es 
sicher keine gute Idee die vorgesehen Erdung mal eben wegzulassen und 
wild Kondensatoren drüberzuschalten.

von Harald W. (wilhelms)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Markus schrieb:

> Ich würde das Gerät über ein externes Steckernetzteil oder
> Notebooknetzteil versorgen.

Da muss man aufpassen. Bei vielen dieser Netzteile ist der
Ausgangsseitige "Ground"-Anschluss mit dem SL verbunden,
was oft nicht zweckmäßig ist (Gefahr von Brummschleifen).

von Roland E. (roland0815)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Machst du das für dich, oder für deinen Arbeitgeber?
Wenn letzteres, lies dir die passende Norm für dein Gerät durch. Dort 
steht alles zum Thema Brandschutz und Schutz vor elektrischen 
Gefährdungen drin.

Mit den konkreten fragen zur Umsetzung kannst du dann wieder hier 
aufschlagen.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.