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Forum: Offtopic VFD Display gebrochen. Reparatur möglich?


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von Borsty B. (Firma: www.waechter-bernhard.de) (mantabernd)


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Hi zusammen,

mir ist soeben von einem VFD Display die "Nase" abgebrochen (siehe 
Bild).

Dadurch ist natürlich das Vakuum entwichen. Lässt sich das irgendwie 
reparieren?
Das Display sieht sonst absolut unbeschädigt aus und hat bis dato noch 
wunderbar funktioniert.

Vielen Dank
Gruß
Bernd

P.S. leider kann ich das .png Bild nicht mehr löschen. Bitte einfach 
ignorieren.

: Verschoben durch Moderator
von Harald W. (wilhelms)


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Borsty B. schrieb:

> Dadurch ist natürlich das Vakuum entwichen. Lässt sich das irgendwie
> reparieren?

Ja, neues Vacuum aus der Flasche einfüllen. Aber aufpassen,
das nichts danebentropft. Sonst gibts Löcher im Fussboden.
PS: War die Frage wirklich ernst gemeint?

von Borsty B. (Firma: www.waechter-bernhard.de) (mantabernd)


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Ja, die Frage war ernst gemeint. Wieso soll ich das Display einfach 
wegwerfen wenn es eventuell eine Möglichkeit gibt es zu retten?

von Rote T. (tomate)


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Musst nur kräftig die Luft rauslutschen, dann ists wieder fast wie neu 
;-D

von hinz (Gast)


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Harald W. schrieb:
> Ja, neues Vacuum aus der Flasche einfüllen.

Das würde schon gehen, aber neuen Getter bekommt man beim besten Willen 
nicht rein.

von Borsty B. (Firma: www.waechter-bernhard.de) (mantabernd)


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Mir war nicht bewusst dass die Getter sofort schaden nehmen.

Also gut, dann muss ich mich wohl davon verabschieden :(

von Rote T. (tomate)


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Sieht mir nach Display von nem Fluke 45 aus oder so. Würd mich glaub 
auch ankacken, wenn ichs zerdeppert hät ;-)

von c-hater (Gast)


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Borsty B. schrieb:

> Ja, die Frage war ernst gemeint. Wieso soll ich das Display einfach
> wegwerfen wenn es eventuell eine Möglichkeit gibt es zu retten?

Es gibt eben nur leider keine, zumindest keine praktikable. Und jedem, 
aber wirklich absolut jedem, der auch nur den Wikipedia-Artikel zu VFDs 
gelesen hat, sollte das klar sein BEVOR er so eine Anfrage stellt.

Das Stellen der Frage im Forum zeigt die Mißachtung des Zeitaufwands 
anderer und die eigene Faulheit.

So sieht's aus.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Borsty B. schrieb:
> soeben von einem VFD Display die "Nase" abgebrochen (siehe
> Bild).

von "einem"? von genau diesem?

Auf dem Foto sieht es nicht beschädigt aus.

Vielleicht kann dir ja ein Hersteller/Werkstatt von individuellen 
"Neon-Röhren" [*1] wieder einen Glasstutzen da dran "schweißen" und die 
VFD entlüften.




[*1] willkürlich gegoogelt, ersten genommen: https://www.sygns.de/

von Teo D. (teoderix)


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Knallgas-Brenner, Glasbläser-Röhrchen, Vakuumpumpe.... und viel Übung.


PS: Vorher entfeuchten bzw. thempern (~1h, 110^C)!

: Bearbeitet durch User
von hinz (Gast)


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Teo D. schrieb:
> Knallgas-Brenner, Glasbläser-Röhrchen, Vakuumpumpe.... und viel
> Übung.
>
> PS: Vorher anfeuchteten bzw. thempern (~1h, 110^C)!

Nützt aber alles nichts.

von jeder gast (Gast)


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Wo sit das Problem? Warum ziehen und dann zuschmelzen(Draht rumwickeln 
und zum Glühen bringen z.B.

von Teo D. (teoderix)


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hinz schrieb:
> Nützt aber alles nichts.

Ach komm.... WIE SO?

von Alter Sack (Gast)


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So ein Mißgeschick ist bitter! Reparatur ist mit Amateurmitteln nicht 
möglich.

Aus welchem Meßgerät ist das übrigens?

Eine neue Ersatz VFD/Leiterplatte für ein HP34401A DMM z.B. kostet über 
USD200+.

Wenn der Hersteller kein Ersatzteil liefern kann (will), muß das Gerät 
abgeschrieben werden. Möglicherweise findet sich ein Gebrauchtgerät in 
der Bucht für einen akzeptablen Preis. Aufpassen: Viele Bucht Geräte mit 
VFD sind helligkeitsmäßig oft schon sehr verbraucht und man sieht es. 
Das gilt besonders für Systemgeräte die jahrelang in irgendeinem 
Meßsystem liefen und der Programmierer versäumt hatte die Anzeigen 
abzuschalten.

Wenn es von einem renommierten Hersteller ist, könnte man mit (viel) 
Glück ein Ersatzdisplay bzw. Leiterplatten Assembly bestellen.

Welcome to the world of non-reparable Electronics!

"Ersatzteile? Mann! Wo kommen Sie denn her! Leben Sie hinter dem Mond? 
Ersatzteile gibt's in D schon Jahrzehnte nicht mehr. Da hört sich doch 
alles auf nach Ersatzteilen zu fragen. Man repariert doch nicht mehr - 
Sofortige Entsorgung ist in - Reparieren ist out".

(Man krümmt sich vor Lachen) Seht doch die überlaufenden Halden von 
Elektronik Müll der zu 99% reparierbar wäre wenn man nur wollte....

Wünsche Dir viel Glück eine Ersatz LP zu finden. Das VFD ist SMD, nicht 
gerade leicht ersetzbar.

von hinz (Gast)


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Teo D. schrieb:
> hinz schrieb:
>> Nützt aber alles nichts.
>
> Ach komm.... WIE SO?

Kein Getter mehr da.

von Jörg R. (solar77)


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Alter Sack schrieb:
> Aus welchem Meßgerät ist das übrigens?
>
> Eine neue Ersatz VFD/Leiterplatte für ein HP34401A DMM z.B. kostet über
> USD200+.

Fluke 45, steht doch auf der Platine;-)

von MaWin (Gast)


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Alter Sack schrieb:
> Welcome to the world of non-reparable Electronics

Unsinn, du bist nur zu geizig, dir ist die Repararur nichts wert.

Alles, was gebaut wurde, kann repariert werden. VFD können auf 
Kundenwunsch hergestellt werden. Alles eine Frage, was es kosten darf.

Man kann auch die VFD Signale abgreifen und stromverstärkt an ein LED 
(7-Segment und Zubrot) Display führen. Nicht schick, aber funktioniert 
wieder.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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MaWin schrieb:
> Man kann auch die VFD Signale abgreifen und stromverstärkt an ein LED
> (7-Segment und Zubrot) Display führen. Nicht schick, aber funktioniert
> wieder.

hier z.B. beschrieben:
https://www.eevblog.com/forum/repair/fluke-45-vfd-display-broken/

von Alter Sack (Gast)


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Jörg R. schrieb:
> Alter Sack schrieb:
>> Aus welchem Meßgerät ist das übrigens?
>>
>> Eine neue Ersatz VFD/Leiterplatte für ein HP34401A DMM z.B. kostet über
>> USD200+.
>
> Fluke 45, steht doch auf der Platine;-)

Das konnte man aber kaum sehen. Ohne den Hinweis hätte ich kaum 
nachgeschaut bzw überhaupt nicht gefunden. Dann könnte man 
möglicherweise ein Ersatzteil bekommen - Nur fürchte ich, wird der Preis 
dementsprechend sein. Ich schätze so an die €250 aufwärts.

von Teo D. (teoderix)


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hinz schrieb:
> Kein Getter mehr da.

Na also,... Danke, wieder was gelernt. :)

von hinz (Gast)


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Teo D. schrieb:
> hinz schrieb:
>> Kein Getter mehr da.
>
> Na also,... Danke, wieder was gelernt. :)

Hättest einfach mein Posting von 17:25h lesen können.

von Rote T. (tomate)


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Irgendein 16 Digit VFD suchen und die Pins neu verkabeln.
Für den Messmodus-Anzeige kann man dann z.B. die übrigen 
Horizontalsegmente der nicht verwendeten 6 Digits vom 16Digit Display 
nehmen.

Dasda da z.B. für lasche 8$.
Ebay-Artikel Nr. 322535228539

Bin da auch grad dran, Fluke 5440B auf neues VFD umbauen.
Ist halt etwas Arbeit, die Segmente rauszuknobeln.
Bevor du in Tonne kloppst, nimm ichs, gegen gut Porto.

von Teo D. (teoderix)


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hinz schrieb:
> Hättest einfach mein Posting von 17:25h lesen können.

Ist mir völlig entgangen... Sry


PS: Setz doch bitte einfach einen Link auf die Betrefzeile, hast doch 
sicher eh nach gesehen...

von Olaf (Gast)


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> Wenn der Hersteller kein Ersatzteil liefern kann (will), muß das Gerät
> abgeschrieben werden.

Ich wuerde ja schauen das ich die Signale irgendwo sinnvoll mit einem 
Mikrocontroller abgreife und dann ein Grafik-Oled/LCD einbauen. Klar ist 
auch Arbeit, aber machbar ist das schon.

Olaf

von soul e. (souleye)


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hinz schrieb:

> Das würde schon gehen, aber neuen Getter bekommt man beim besten Willen
> nicht rein.

Warum nicht? Bariumgetterpillen gibt (gab?) es in allen möglichen 
Bauformen. Da wird sich auch was finden, das man durch den Pumpstutzen 
reinschieben kann. Oder eine zweite Öffnung machen und hinterher wieder 
zuschmelzen.

Der TO braucht halt

* einen Glaser, der den Pumpstutzen an- und hinterher zuschmelzen kann. 
Und ggf den Zugang für die Getterpille herstellen und wieder 
verschließen.
* eine neue Getterpille. Gibt's ggf da wo Röntgenröhren oder Bildröhren 
aufgearbeitet werden.
* einen Pumpensatz zum Herstellen des Hochvakuums: Drehschieberpumpe, 
Turbopumpe, Ionengetterpumpe.
* einen Induktionsheizer zum Aktivieren des Getters.

Ohne passende Beziehungen dürfte das heutzutage schwierig werden.



BTW: den Getter brauchst Du nicht für initial vorhandene Restgase. Da 
reicht ausreichend gut abpumpen. Der Getter fängt das auf, was später im 
Laufe der Betriebszeit aus den Innereien der Röhre abdampft.

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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soul e. schrieb:
> BTW: den Getter brauchst Du nicht für initial vorhandene Restgase. Da
> reicht ausreichend gut abpumpen.

wurden die Getterpillen nicht "gezündet"?
Vielleicht reichte "gut abpumpen" nicht?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> Vielleicht reichte "gut abpumpen" nicht?

Könnte eine Frage der Zeit sein.

Wenn der Druck hinreichend gering ist, muss man halt ziemlich lange 
warten, bis paar verbliebenen Atome auf ihrem Zickzack-Kurs dann 
irgendwann den Ausgang durch den Pumpstutzen finden. ;-) Insofern kann 
es gut sein, dass man durch hinreichend langes Pumpen auch ohne Getter 
auskommt.

von Joachim B. (jar)


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Jörg W. schrieb:
> Könnte eine Frage der Zeit sein.

nein gefunden

https://de.wikipedia.org/wiki/Getter
"Man bringt das Gettermetall in Form einer auf ein Blech montierten 
Pille oder eines Ringes zusammen mit dem Elektrodensystem in die Röhre 
und erhitzt diese nach dem Abpumpen und Abschmelzen des Glaskolbens 
induktiv, um das Gettermetall zu verdampfen."

also wurde es doch extern "gezündet" ich wusste doch ich lernte das mal!

soul e. schrieb:
> * einen Induktionsheizer zum Aktivieren des Getters.

stimmt also!

soul e. schrieb:
> BTW: den Getter brauchst Du nicht für initial vorhandene Restgase.

stimmt also nicht

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> stimmt also nicht

Diese Beauptung kannst du aus der von dir zitierten Aussage nicht 
ableiten.

von soul e. (souleye)


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Joachim B. schrieb:

> wurden die Getterpillen nicht "gezündet"?

Ja, der Getter wird gezündet. Dafür brauchst Du

* einen Induktionsheizer zum Aktivieren des Getters.


> Vielleicht reichte "gut abpumpen" nicht?

Gut abpumpen reicht erst mal. Die Frage ist halt wie lange. Von den 
Metallteilen und aus dem Glas dampfen immer wieder Atome ab, und die 
werden dann vom Getter gebunden. Die Nutzungsdauer einer Röhre oder 
eines VFD beträgt ja durchaus mehrere Jahrzehnte, da kommt schon was 
zusammen.

von Joachim B. (jar)


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Joachim B. schrieb:
> soul e. schrieb:
>> BTW: den Getter brauchst Du nicht für initial vorhandene Restgase.

Jörg W. schrieb:
> Diese Beauptung kannst du aus der von dir zitierten Aussage nicht
> ableiten.

mache ich nicht, ich verwies auf

Joachim B. schrieb:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Getter
> "Man bringt das Gettermetall in Form einer auf ein Blech montierten
> Pille oder eines Ringes zusammen mit dem Elektrodensystem in die Röhre
> und erhitzt diese nach dem Abpumpen und Abschmelzen des Glaskolbens
> induktiv, um das Gettermetall zu verdampfen."

nun kannst du natürlich sagen Wiki liegt falsch, ich habe den Eintrag 
nicht gemacht, deckt sich aber mit meiner Ausbildung vor 45 Jahren.

Wenn es früher falsch "gelehrt" wurde mag das so sein, genau wie dieser 
falsche WikiEintrag.

von Harald W. (wilhelms)


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Jörg W. schrieb:

> Wenn der Druck hinreichend gering ist, muss man halt ziemlich lange
> warten, bis paar verbliebenen Atome auf ihrem Zickzack-Kurs dann
> irgendwann den Ausgang durch den Pumpstutzen finden. ;-)

Das Problem hat man bei "normalen" Hochvacuum (HV) noch nicht.
Das gibts erst bei UHV.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> ich verwies auf

Das begründet dein "das ist falsch" dennoch überhaupt nicht.

Der Wikipedia-Text beschreibt das Verfahren.

souleye's Aussage bezog sich darauf, wann das Getter wirklich benötigt 
wird – eben (vorrangig) nicht direkt nach dem Pumpen, sondern erst 
(viel) später. Natürlich wird es direkt nach dem Abpumpen und 
Zuschmelzen aktiviert, das hat doch niemand bezweifelt. Es wäre ja 
außerordentlich unpraktisch, wenn man es dem geneigten Rundfunkhörer 
oder VFD-Benutzer überließe, die induktive Verdampfung des 
Gettermaterials dann erst bei sich durchzuführen, wenn es tatsächlich 
notwendig ist. :-)

von soul e. (souleye)


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Joachim B. schrieb:

> Wenn es früher falsch "gelehrt" wurde mag das so sein, genau wie dieser
> falsche WikiEintrag.

Wieso falsch? Da steht das der Getter durch einen Induktionsheizer 
verdampft und damit aktivert wird. Das war schon immer so. Aus diesem 
Grund brauchst Du den oben genannten Induktionsheizer.

Da steht nicht wann die Atome abdampfen, die der Getter einsammelt.


Bevor es ans VFD geht könnte man erstmal mit einer Triode üben: 
https://hackaday.com/2016/05/04/home-brew-vacuum-tubes-are-easier-than-you-think/

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald W. schrieb:
> Das Problem hat man bei "normalen" Hochvacuum (HV) noch nicht.
> Das gibts erst bei UHV.

Ist schon lange her, dass ich mit Vakuumanlagen gearbeitet habe (30+ 
Jahre), und da hatten wir auch große Saugstutzen. War jetzt mehr so ein 
Gefühl, dass das bei geringen Drücken zum Problem wird.

von Harald W. (wilhelms)


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soul e. schrieb:

> * einen Pumpensatz zum Herstellen des Hochvakuums: Drehschieberpumpe,

Drehschieberpumpe solle reichen. Hächstens noch eine Diffusions-
pumpe. Für normale "Röhren braucht man kein UHV. Dann braucht man
auch nichts  zuzuschmelzen, sondern man lässt die Pumpe einfach
durchlaufen.

von Joachim B. (jar)


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Jörg W. schrieb:
> Das begründet dein "das ist falsch" dennoch überhaupt nicht.

du MOD du Recht, sorry, ich denke wir meinen beide was anderes.

Bei Radioröhren wurde in der Fertigung "gegettert" ich denke das trifft 
auch auf VFD zu und nicht erst später bei Bedarf.

Somit gilt für mich es wurde immer vor der Verwendung "gegettert".

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> Somit gilt für mich es wurde immer vor der Verwendung "gegettert".

Nochmal: das hat überhaupt niemand in Abrede gestellt.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald W. schrieb:
> Dann braucht man
> auch nichts  zuzuschmelzen, sondern man lässt die Pumpe einfach
> durchlaufen.

:-))

Stelle mir das lustig vor, wenn man vor dem Einschalten des Multimeters 
immer erstmal 5 Minuten pumpen muss …

von Joachim B. (jar)


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Jörg W. schrieb:
> Joachim B. schrieb:
>> Somit gilt für mich es wurde immer vor der Verwendung "gegettert".
>
> Nochmal: das hat überhaupt niemand in Abrede gestellt.

ich verstehe das aber anders!

1. ist das Vakuum nicht mehr vorhanden weil der Pumpstutzen beschädigt 
wurde!
2. somit ist genügend abpumpen nicht mehr möglich
3. wird das vorhandene Gettermaterial schon entsprechend verbraucht sein

soul e. schrieb:
> BTW: den Getter brauchst Du nicht für initial vorhandene Restgase. Da
> reicht ausreichend gut abpumpen.

deswegen halte ich das für falsch.

Es soll ein neues Vakuum wieder hergestellt werden weil der Pumpstutzen 
gebrochen war, es muss neu "gegettert" werden. Somit kann logisch

soul e. schrieb:
> BTW: den Getter brauchst Du nicht für initial vorhandene Restgase. Da
> reicht ausreichend gut abpumpen.

nicht gelten.

von Wolfgang R. (Firma: www.wolfgangrobel.de) (mikemcbike)


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von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> ich verstehe das aber anders!

Du machst da eine völlig andere Aussage draus.

Die Aussage ist: direkt nach dem Pumpen braucht man in der Röhre das 
Gettermaterial noch nicht. (Es wird natürlich trotzdem eingebracht, denn 
das gehört zur Herstellung.) Die Pumpe allein schafft genügend Vakuum. 
Erst später im Betrieb, nachdem diverse Dinge ausgegast haben, wird das 
Gettermaterial wirklich benötigt.

Über das hier vorhandene Getter-Altmaterial diskutiert keiner: das Zeug 
hat Luft gezogen, damit ist es hinüber, oxidiert. Das ist ja schließlich 
seine Funktion, Restgaste reaktiv binden. (Im Allgemeinen verfärbt es 
sich dabei auch deutlich zu weiß. Metalloxid halt.)

Daher müsste man für ein neues Evakuieren und nachfolgenden längeren 
Betrieb auch neues Gettermaterial einbringen (und verdampfen).

von Joachim B. (jar)


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Jörg W. schrieb:
> Du machst da eine völlig andere Aussage draus.
>
> Die Aussage ist: direkt nach dem Pumpen braucht man in der Röhre das
> Gettermaterial noch nicht.

das behauptest DU, ich lernte das bei der Röhrenherstellung das Vakuum 
nicht ausreichend war und deswegen zusätzlich "gegettert" wurde, mit 
Überhang für weiteres Eindringen von Luft durch die Pressglassockel.

Es wird aber behauptet das "gettern" bei der Herstellung nicht notwändig 
ist.

Wie dem auch sei, "Getter" verbraucht sich, irgendwann war das Vakuum in 
Röhren nicht mehr ausreichend weil das Gettermaterial aufgebraucht war, 
wird also neu abgepumpt ist neu "gettern" für mich nötig.

Aber ist mir auch egal, ist halt nur interessant wie Worte interpretiert 
werden.

Ich pumpe keine Röhren ab, würde ich es machen (lassen) würde ich 
hinterher auch neu gettern.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> das behauptest DU, ich lernte das bei der Röhrenherstellung das Vakuum
> nicht ausreichend war und deswegen zusätzlich "gegettert" wurde

Das könnte auch möglich sein (und widerspricht dann natürlich souleye's 
Aussage), aber darüber schreibt der von dir zitierte Wikipedia-Absatz 
nichts.

Der restliche Beitrag in Wikipedia (aber eben nicht der von dir zitierte 
Absatz, der lediglich das Verfahren der Ausbringung beschreibt) 
suggerieren, dass man es sowohl für das Restgas nach dem Abpumpen als 
auch für spätere Ausgasungen benötigt.

"Man verwendet dieses Prinzip vor allem, um verbleibende Gase in 
Elektronenröhren […] zu binden. […] Darüber hinaus können die an den 
freien Oberflächen niedergeschlagenen Dämpfe auch später eintreffendes 
Restgas binden […]."

von Joachim B. (jar)


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Jörg W. schrieb:
> Joachim B. schrieb:
>> das behauptest DU, ich lernte das bei der Röhrenherstellung das Vakuum
>> nicht ausreichend war und deswegen zusätzlich "gegettert" wurde
>
> Das könnte auch möglich sein (und widerspricht dann natürlich souleye's
> Aussage), aber darüber schreibt der von dir zitierte Wikipedia-Absatz
> nichts.

http://www.elektronikinfo.de/strom/roehren.htm
"Nach dem Evakuieren der Röhre befindet sich aber trotz Verwendung von 
Hochleistungsvakuumpumpen immer noch eine geringe Restmenge an 
Sauerstoff in der Röhre, der unschädlich gemacht werden muß. Zu diesem 
Zweck befindet sich meistens im Kopf der Röhre eine mit einem leicht 
oxidierbaren Metall (meist Barium) gefüllte sogenannte Getterpfanne. 
Nach dem Evakuieren und Zuschmelzen des Glaskolbens wird die Röhre 
induktiv erhitzt, wodurch das Gettermaterial verdampft und sich 
vorzugsweise im oberen Teil der Röhre als silbrig glänzender oder 
dunkler Belag auf der Innenseite des Glases niederschlägt. Gleichzeitig 
wird ein Teil des Gettermaterials durch den Restsauerstoff oxidiert, 
wodurch dieser gebunden und damit unschädlich gemacht wird."

und früher oder später hat JEDE Röhre soviel Luft gezogen (warum auch 
immer) das sie anfing zu Leuchten, also das Gettermaterial verbraucht 
war.

: Bearbeitet durch User
von soul e. (souleye)


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Joachim B. schrieb:

> das behauptest DU, ich lernte das bei der Röhrenherstellung das Vakuum
> nicht ausreichend war und deswegen zusätzlich "gegettert" wurde, mit
> Überhang für weiteres Eindringen von Luft durch die Pressglassockel.

Das Vakuum, das man heuzutage erzeugen kann, ist mehr als ausreichend.

Der Getter wird erst benötigt, um während der Lebendauer 
hinzugekommene Ionen aufzusammeln. Die kommen aus dem Glaskörper, und 
vor alle aus an den Metallteilen anhaftenden Verschmutzungen (z.B. 
Fingerabdrücke, Ziehfett, Rückstände vom Aufbringen des 
Kathodenmaterials.

Oder eben durch undichte Pressglassockel, wobei in so einem Fall der 
vorhandene Getterspiegel sich relativ schnell verbraucht.


Zu meinen Jülicher Zeiten hat unsere Glaserwerkstatt genügend Röhren auf 
und wieder zugemacht. Teilweise mit Getter (für längere Nutzung), 
teilweise ohne (wenn die Experimente nur ein paar Wochen dauern). Leider 
sind die Leute alle seit >20 Jahren in Rente.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Joachim B. schrieb:
> und früher oder später hat JEDE Röhre soviel Luft gezogen (warum auch
> immer) das sie anfing zu Leuchten, also das Gettermaterial verbraucht
> war

Den Effekt kenne ich, aber ich würde mich nicht darauf festlegen, dass 
dieser Tod jede Röhre ereilt … letztlich dürfte ein sehr großer Anteil 
der Röhren, die auch heute noch benutzt werden (so sie noch benutzt 
werden :) eher historisches Material sein, welches schon ein paar 
Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Trotzdem funktioniert ein guter Teil 
davon noch (und die, die nicht mehr funktionieren, haben in aller Regel 
eine verschlissene Katode).

von Joachim B. (jar)


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soul e. schrieb:
> Der Getter wird erst benötigt, um während der Lebendauer
> hinzugekommene Ionen aufzusammeln

worum ging es noch mal?

Borsty B. schrieb:
> mir ist soeben von einem VFD Display die "Nase" abgebrochen (siehe
> Bild).

also nur "Vakuumieren" wird nicht reichen, es sei denn der TO kann 
Hochvakuum, aber der Aufwand ist beachtlich, da kenne ich mich etwas 
aus, sogar heute mehr als vor 45 Jahren.

Man muss auch bedenken das diese VFD neuerer Bauzeit sind, anders als 
zur Zeit der Radioröhrenfertigung.

Nun können wir anfangen ausreichend Vakuum zu definieren, soul e. sagt 
mir wieviel nötig ist und ich schaue mal was hier erreicht wird mit 
welchem Aufwand.

von Teo D. (teoderix)


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von Harald W. (wilhelms)


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Jörg W. schrieb:

> Stelle mir das lustig vor, wenn man vor dem Einschalten des Multimeters
> immer erstmal 5 Minuten pumpen muss …

Jau, smily war virtuell vorhanden. Die nächste Frage wird wohl sein,
ob es Drehschieberpumpen auch als SMD-Ausführung gibt. Der ganze
Thread erinnert mich irgenwie daran:
https://kreativeseite.com/2016/08/03/wie-reitet-man-ein-totes-pferd-weisheit-der-dakota-indianer/

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Harald W. schrieb:
> ob es Drehschieberpumpen auch als SMD-Ausführung gibt

:-))

von Marko ⚠. (mos6502) Benutzerseite Flattr this


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Das ist das Display aus einem Fluke 45. Geiles Multimeter. Das Display 
kann man auch mit LEDs nachbauen:

https://www.eevblog.com/forum/repair/fluke-45-vfd-display-broken/

Eine andere Möglichkeit wäre, die Firmware zu disassemblieren (das Fluke 
45 hat eine Hitachi HD6303 CPU, die Firmware ist in einem EPROM) und den 
Displayteil umzuschreiben um ein GLCD oder OLED damit anzusteuern. Mehr 
Infos zum HD6303: 
http://www.waveguide.se/?article=mc3-a-diy-8-bit-computer

Das Multimeter kann man übrigens auch ohne Display benutzen, man muss es 
halt per RS232 fernsteuern.

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