Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik SHT25 Feuchteanzeige über 100%


von Tycho B. (asellus)


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Hallo allerseits,

ich habe hier einen SHT25, der Feuchtigkeiten von über 100% ausgibt. 
Kann das jemand erklären?

Der Raw-Wert ist 0xDF 0x86 0x81, das letzte Byte ist CRC, die letzten 
zwei Bits des mittleren Bytes sind Status:"For  both  modes,  since  the 
maximum  resolution  of  a measurement  is  14  bit,  the  two  last 
least  significant  bits  are  used  for  transmitting  status 
information.  Bit  1  of  the  two  LSBs  indicates  the measurement 
type (‘0’: temperature, ‘1’ humidity). Bit 0 is currently not assigned. 
"

0xDF86 = 0b1101111110000110
Man sieht anhand des vorletzten Bits, dass es eine Feuchtemessung ist.
Für die Umrechnung laut Datenblatt setzt man die letzten zwei Bits 0 
(nicht shiften! "For  the calculation of physical values Status Bits 
must be set to ‘0’ ") und rechnet:
RH = -6 + 125 x RAW/2^16
Ich erhalte: 103,14%
Am Sensor strömt Luft von außen, und draußen regnet es gerade. Trotzdem 
ist 103% doch zuviel?

Grüße
Tycho

von Pandur S. (jetztnicht)


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Ich hab jetzt grad das Datenblatt nicht zur Hand.
Vielleicht hast du alles richtig gemacht. Dann "Willkommen in der Welt 
der Messtechnik". Ein paar Kontrollmessungen muesstest du schon noch 
machen.

von Tycho B. (asellus)


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Naja, eigentlich habe ich 5 Sensoren, die ich auswerte. Alle zeigen 
etwas vernünftiges an. Auch dieser Sensor, wenn es draußen nicht regnet, 
zeigt 80-90% an. Das macht auch Sinn.

Welche Kontrollmessungen meinst du?

von Wolfgang (Gast)


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Tycho B. schrieb:
> Welche Kontrollmessungen meinst du?

Bspw. Kalibrierung mit Salzlösungen
http://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/jres/081/1/V81.N01.A06.pdf

von Harald W. (wilhelms)


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Tycho B. schrieb:

> Welche Kontrollmessungen meinst du?

Mein Haarhygrometer kalibriere und justiere ich ab und zu,
indem ich es in einen quatschnassen Lappen wickele und dann
auf 100% stelle. Vielleicht geht das mit Deinen Sensoren auch.

von Theor (Gast)


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Hm. So weit ich das Thema verstehe, können relative Luftfeuchtigkeiten 
über 100% durchaus auftreten. Die Luft ist "übersättigt". Das resultiert 
u.U. in Kondensation bzw. Nebel.

Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftfeuchtigkeit

Man kann dennoch verschiedenes nachprüfen an Sensor, Konfiguration, 
Datenübertragung und Berechnungen. Aber wenn ein anderer Sensor ungefähr 
das selbe anzeigt und ein dritter auch, dann würde ich mir 'ne 
entsprechende Jacke kaufen und das aussitzen. :-)

von (prx) A. K. (prx)


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Toleranz 3% @ 100%RH 25°C.

von Theor (Gast)



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OK. Ich sehe gerade, dass der SHT25 nur bis 100%, mit +- 1,8% 
spezifiziert ist. Eigentlich sogar nur bis 80%. Entweder stimmt da was 
Anderes nicht oder das Ding kann mehr als spezifiziert.

von (prx) A. K. (prx)


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..

von Wolfgang (Gast)


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Theor schrieb:
> Ich sehe gerade, dass der SHT25 nur bis 100%, mit +- 1,8%
> spezifiziert ist. Eigentlich sogar nur bis 80%.

Schiele ich?

im Datenblatt SHT25 Fig. 2 (bei 25°C):
Typischer Fehler rH ±1.8% im Bereich 10 bis 90% rH, auf ±3% ansteigen 
bis rH 0 bzw. 100%, maximaler Fehler rH ±2% und ansteigend auf 4%

von Tycho B. (asellus)


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Das ist schon mal gut, dass es nicht an der RAW-Interpretation oder 
Berechnung liegt, bzw. keiner einen Fehler gefunden hat) Das war meine 
Sorge.


Wenn es an der Ungenauigkeit des Sensors liegt, dann werde ich es wohl 
in Jacke "aussitzen" müssen)) Es ist ein Heimprojekt, ich habe keine 
Möglichkeit zuhause Kalibrierpunkte zu erzeugen. Feuchter Lappen ist 
schon nicht schlecht, man braucht aber noch mindestens einen um 
rauszufinden, wie sich der Fehler auf gain und offset verteilt.

von 2 Cent (Gast)


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Tycho B. schrieb:
> Es ist ein Heimprojekt, ich habe keine
> Möglichkeit zuhause Kalibrierpunkte zu erzeugen. Feuchter Lappen ist
> schon nicht schlecht, man braucht aber noch mindestens einen
Also zwei Kalibrierpunkte für eine Gerade. Mathe und eine Gerade. Ack.
> um
> rauszufinden, wie sich der Fehler auf gain und offset verteilt.
Leider ist Feuchtemessung kaum mit einer geraden Kennlinie auf 
Sensorebene zu erfassen.
Mit (vom Preis und Verfahren abhängigen) Messfehlern wirst du leben 
müssen. Und ja: die Messfehler sind heftig, je nach der funktionsweise 
der Messwererfassung.



Theor schrieb:
> Hm. So weit ich das Thema verstehe, können relative Luftfeuchtigkeiten
> über 100% durchaus auftreten. Die Luft ist "übersättigt". Das resultiert
> u.U. in Kondensation bzw. Nebel.
100% geht mit Nebel Hand in Hand. Denk an deine Lunge, die bringt dir 
Sauerstoff in die Blutbahn.


Eher Regen. Kondensationskeime spielen bei Regen eine wesentliche Rolle. 
Luftdruck und Temperatur sowieso, beides allerdings bei Messsung der 
relativen Luftfeuchtigkeiten schon rausgerechnet. Mehr oder weniger.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Die andere Frage ist, ob man's wirklich wie genau haben will..

von Wolfgang (Gast)


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Tycho B. schrieb:
> Feuchter Lappen ist
> schon nicht schlecht, man braucht aber noch mindestens einen um
> rauszufinden, wie sich der Fehler auf gain und offset verteilt.

Feuchter Lappen ist nicht sonderlich gut, weil die meisten Hygrometer 
bei 100% nicht mehr vernünftig im Arbeitsbereich sind und sich danach 
oft auch noch länger regenerieren müssen.
Eine Kochsalzlösung ist da deutlich besser.

von Tycho B. (asellus)


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Joggel E. schrieb:
> Die andere Frage ist, ob man's wirklich wie genau haben will..

Ich habe einen 20x4 LCD-Display mit vielen sonstigen Anzeigen, deshalb 
wenig Platz. Feuchtemessung zeigt 03% (weil 103%) bei Regen draußen. Es 
geht also nicht um die Genauigkeit.


Wenn der Fehler am Rand des Messbereiches deutlich größer wird, dann 
macht die Kalibrierung der niedrigen Taylor-Terme mit diesen Punkten 
nicht wirklich Sinn.

D.h. Kochsalzlösung oder damit leben)

von Harald W. (wilhelms)


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Tycho B. schrieb:

> Feuchtemessung zeigt 03% bei Regen draußen.

Das ist die Wetteranzeige. 04 heisst dann Hagel, 05 Schnee, 06 Eis. :-)

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