Altes 80er RC-Car: Reaktion nur bei Antennen-Kontakt

Gast #6170718
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Hey liebe Forenschreiber!

Ich bin kein Elektroniker und mein Wissen ist eher auf 
LED-Blinken-Niveau und suche Hilfe: ich habe ein altes RC Auto aus den 
80ern~ vor mir liegen (Fotos anbei) und ich würde es aus rein 
nostalgischen Gründen gerne wiederbeleben. Das kleine Gefährt galt als 
tot und reagierte gar nicht.

Also aufgeschraubt und einfach mal optisch geschaut, die alten Platinen 
begutachtet - ja, verfärbt, dreckig, da und dort visuell etwas porös 
bzw. "rostig", aber es schaut näher betrachtet dennoch nicht so schlecht 
aus.

Mit einem Handfunkscanner getestet, ob die Fernbedienung (9V) überhaupt 
was aussendet, ja  - zwar leicht brüchig und wacklig im Signal, aber auf 
27.145 tut sich was. Es werden also Signale ausgesendet.

Anschließend beim Auto die alten, leicht oxidierten Batterie-Kontakte 
gesäubert, mit einem Labornetzteil angetestet, ob der Motor überhaupt 
noch tut - läuft sauber. Anschließend, um Kontaktplatten-Fehler 
auszuschließen (das Ding läuft mit 4 x 1.5V), Platine direkt ans 
Netzteil, Spannung ist da. Mit einem Multimeter (bin da leider nicht so 
fit) da und dort durch getestet, ob irgendein Bereich komplett tot ist, 
scheint nicht so - es tauchen zumindest Werte auf.

Eher durch Zufall dann die beiden Antennen (Sender + Empfänger) beim 
Herumklemmen aufeinander liegen gehabt und dabei erneut getestet - siehe 
da, Motor lässt sich nun Vor- und Zurück steuern (Lenkung auch 
teilweise).

Das Ding funktioniert also, aber nur, wenn Antenne auf Antenne direkt im 
Kontakt liegt. Sobald der kleinste Abstand ist, tut sich gar nichts 
mehr. Die Spannung ist bei beiden Einheiten aber zumindest von der 
vorgeschrieben Versorgung her ausreichend.

Eine Idee, was das Problem sein könnte bzw. wie ich auch als Laie 
einigermaßen sinnvoll hier vorgehen könnte? Bauteile ein- und auslöten 
ist mir möglich, die Fehlersuche und das Erkennen von Fehlern auf 
solchen Platinen schon eher nicht und mit Funk-Problemen hatte ich auf 
dieser technischen Ebene auch noch keine Berührung.

Welche Möglichkeiten hätte ich für den ersten Schritt, um überhaupt mal 
einzugrenzen, ob der Sender oder der Empfänger das Problem ist? Zur 
Verfügung stehen mir ein Labor-Netzteil, Funk-Handscanner (AE 125H), 
Multimeter, ein kleines Mini-Digital-Oszilloskop (naja und bei Bedarf 
Lötkram sowie Ansammlung von Widerständen und Elkos).

Würde mich über einen Schubs in die richtige Richtung freuen!
Danke Euch! \o/
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Gast #6170993
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Wie oben beschrieben sind die Kontakte sauber und der Motor - alles 
gereinigt und mittels Labornetzteil getestet, er läuft einwandfrei und 
wie neu. Auch sind sämtliche Schmiermittel überraschend gut und 
ausreichend "flüssig". An der Mechanik liegt es nicht.

Die Verbindungsstellen der Antennen habe ich tatsächlich nachgelötet, 
das Signal ist seitdem eine Spur solider, aber dennoch nur bei direktem 
Antennenkontakt weiterhin. Dürfte also nicht ursächlich sein.

Die Platine des Senders wirkt eigentlich einwandfrei, bei den 
Widerständen leichte Patina an den Kontakten, aber da habe ich schon 
schlimmeres gesehen.

@Martio: dann werde ich mal den Sender durchoszillieren und schauen, ob 
ich daraus etwas ableiten kann. Was mich halt irritiert ist, dass der 
Handfunksender auch auf Distanz ein Signal des Senders empfängt, aber 
der Fahrzeug-Motor nur bei Direktkontakt von Sender und Empfänger eine 
Reaktion zeigt.
#6171094
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> Wenn es im Nahfeld funktioniert,
> bringt der Sender keine Ausgangsleistung.

Wenn die Pendelstufe nicht mehr schwingt, kann sich das Signal an 
irgendeinem PN-Übergang gleichgerichten/demodulieren. Dazu wird "viel" 
Signal benötigt. Ist nichts offensichtliches zu sehen, kommt man um eine 
gründliche Suche mit dem Oszilloskop nicht herum.
#6171322
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Fast genau so ein Auto habe ich für meinen Sohn reaktiviert. Bei reichte 
der Sender nur 2 Meter weit. Durch leichtes Verdrehen der Spule konnte 
ich die Reichweite auf rund 8m erweitern. So etwa hatte ich die 
Reichweite auch in Erinnerung.

Entferne bei dir erst den Wachs durch vorsichtiges rauspopeln. Den Kern 
mit dem Lötkolben leicht erwärmen. Dann möglichst mit einen 
Schraubendreher mit Kunststoffklinge auf max. Reichweite einstelle 
(vorher die vorgefundene Position markieren).
Hast du nur einen Metallschraubendreher, so darf nur äußerst vorsichtig 
gedreht werden (diese Kerne brechen wie nix). Außerdem ist die Spule mit 
eingeführtem Schraubendreher verstimmt, also zum Testen muss die Klinge 
ein paar cm Abstand haben.
#6171342
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Würde ich nicht tun.

Ich würde (angesichts des alter) mal nach den Folien(?) C's schauen.
Neben der 7 und neben der 8 auf der Platine. Der neben der 7 könnte teil 
des eingangskreis sein? Wenn die porös sind und somit Wasser 
(Kondenswasser zb.) eintritt könnten die sicher ihre Werte verändern.

Oberhalb der Spule scheint auch noch ein (grau-grün) Tantal zu sein?

An der Spule drehen bringt vielleicht was, die Verändert aber bestimmt 
als letztes ihren Wert.
Also sollte man lieber das Bauteil wechseln was tatsächlich seinen wert 
verändert hat und nicht Werte die noch ok sind ändern.

Ich habe hier auch noch so einen Kandidaten liegen. Bei dem ist die 
Reichweite auch sehr mager geworden. Von vorher ca. 20~25m auf gerade 
mal 3-5m. Da müsste es ein ähnliches Problem sein. Rein optisch  ist 
dort zumindest die platine noch ok.
Gast #6171369
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Kilo S. schrieb:
> Also sollte man lieber das Bauteil wechseln was tatsächlich seinen wert
> verändert hat

Blinder Eifer schadet oft. Ein neuer C könnte auch +- 20% haben.
Es gibt Abgleichbestecke mit Keramikschraubendreher und es gibt z.B. 
Alu-Kerne die man zum Test nur an die Spule halten könnte um OHNE den 
Kern gleich sinnlos zu verdrehen um die Induktivität zu verstimmen.

Die Antenne würde ich mir auf jeden Fall genauer ansehen. Denn sie kann 
auch den Kreis verstimmen!
#6171383
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Was du als Erstes tun könntest, wäre die Verlötung des Lötstützpunktes 
der Antenne (auf der Platine) zu kontrollieren. Die Antenne ist 
mechanischen Belastungen ausgesetzt gewesen, da kann schon mal ein 
Lötpunkt (ab)brechen.

Ansonsten würde ich keine Kondensatoren tauschen, die verbauten Typen 
sind unverdächtig und in so einem Auto thermisch fast nicht belastet 
(worden). Ich würde immer noch den Kern neu justieren, was kann man an 
einem Kern schon furchtbar verstellen.
Gast #6172614
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Spannend wie viele Antworten gekommen sind... :)

Danke mal für das erste Feedback - die Antennen habe ich bereits neu 
gelötet, die sind direkt mit einem Stift auf der Platine angebunden. Hat 
aber nicht viel gebracht. Allerdings habe ich mit dem Scanner bemerkt, 
dass sich das Signal auch leicht geändert hat, also vielleicht 
tatsächlich generell "verstimmt". Ich schlafe mal drüber und schaue mir 
am WE das Ganze nochmal in Ruhe an und teste dann nochmal alles durch.

Danke auf jeden Fall mal schon für die ersten Inputs. :)
Beitrag #6173193 wurde von einem Moderator gelöscht.

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