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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Energie eines Baches / Stromerzeugung


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von Johannes (Gast)


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Hallo,

ich habe Freunde, welche in einer alten Mühle wohnen. Es wurde früher 
ca. 500 Meter entfernt vom Haus mit einem Wehr, der Bach aufgeteilt. Der 
Mühlteich (so nennt man wohl die Zuleitung des Wassers zum Mühlrad), 
verlief fast waagrecht bis zum Haus (künstlich) und hatte am Haus eine 
Fallhöhe von ca. 7 Metern und wurde dann zurück in den Bach geleitet.

Ich würde gerne wissen, wieviel Energie man mit dem Bach erzeugen 
könnte. Mir ist klar, dass man wohl (warum auch immer) keine 
Betriebsgenehmigung erhalten würde.

Die theoretische Energie müsste ja mit m*g*h berechnet werden können. 
Leider bräuchte ich sowas wie eine Durchflussmenge/Zeit. Der Bach ist 
groß genug, um ein Rohr mit 20 cm zur Mühle zu leiten. Die 
Durchflussmenge müsste sich ja dann durch den Sog ergeben, welcher durch 
das Fallen des Wassers am Haus entsteht.

Ich habe keinen Blassen schimmer, wie ich abschätzen könnte welche 
Energie sich damit erzeugen ließe (oder mit wieviel kw die früher mal 
gemahlen haben). Wie kann man das abschätzen, bzw. welche Kenngrößen 
müsste ich noch bestimmen?

Vielen Dank,
Johannes

: Verschoben durch Moderator
von Uwe B. (Firma: TU Darmstadt) (uwebonnes)


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1 Kubikmeter Wasser dass Du um ungefaehr 360 Meter hochhebst hat dann 
ungefaehr 1 kWh potentieller Energie.

von S. Landolt (Gast)


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Gefragt ist nicht die Energie, sondern die Leistung (Spitzenleistung 
oder durchschnittliche pro Tag oder Jahr), also: Energie pro Zeit. Und 
eine Zeit kommt in der bisherigen Beschreibung noch nicht vor - Fazit:
  Man muss die Fließgeschwindigkeit in diesem 20 cm-Rohr kennen.

von void (Gast)


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S. Landolt schrieb:
> Fazit:
>   Man muss die Fließgeschwindigkeit in diesem 20 cm-Rohr kennen.

Dafür muss man aber wissen welcher Wasserdurchfluss benötigt wird.
Und dafür muss man jedoch wissen welche Leistung denn benötigt wird.
Und dafür muss man wissen wie viel Mehl der Müller mahlen muss.

Also das ganze mal von hinten.
Eine Getreidemühle mit dem Durchsatz von 6kg/h Mehl,
benötigt etwa 190..250W elektrische Leistung.
http://www.getreidemuehlen.de/Getreidemuehlen-Komo/Fidibus-21/1.html?gclid=EAIaIQobChMIkbTyt5iO6AIVwaSaCh2zkAY5EAQYASABEgKh8_D_BwE

Um kontinuierlich 250W Leistung zu erzeugen benötigt ein 
wassergetriebener Generator -ohne Berücksichtigung der Verluste- bei 
einer Fallhöhe von 7m:
Einen Wasserdurchfluss von 13 m³/h.

P = E / t
P = m *g *h / t
P = 13000kg * 9,81m/s² * 7m / 1h
P = 0,248kWh / 1h
P = 248W

Um einen Wasserdurchfluss von 13 m³/h (3,61 Liter/s) zu gewährleisten 
ist ein Rohrinnendurchmesser von D:180 mm für eine Rohrlänge von L: 500m 
ausreichend.
Nicht verrostetes Rohr aus Stahlguss:
Strömungsform:   turbulent
Rohrrauhigkeit:   0,6 mm
Rohrreibungszahl:   0,03
Zeta-Wert:   86,29
Zeta-Wert abzw.Rohr:   -
Druckv. abzw.Rohr:   -
Druckverlust:   8,67 mbar
http://www.druckverlust.de/Online-Rechner/dp.php


Zur Einordnung der Grössenordnung zwei Beispiel.
Übliche Mühlteiche sind nicht auf Dauerbetrieb ausgelegt, sondern 
erforderten das Aufstauen über mehrere Stunden (>8h) und sind nach 
wenigen Stunden des Mehl mahlen leer (<2..4h).
Wenn Durchschnittlich 3h pro Tag gemahlen wurde (=18kg/d = ~6000kg/a), 
können 30 Personen versorgt werden. Bezugswert pro Person ist 200kg/a 
Mehl (im 13./14.Jahrhundert).

Ein Wasserdurchfluss von 13 m³/h ist ungefähr 3600 mal weniger als der 
mittlere Abfluss der Wupper.
Oder nur etwas weniger als der Wasserdurchfluss des Papiermühlenbachs 
mit aktuellem Pegel von 2,2cm. ;-)
https://fluggs.wupperverband.de/pegel-onlinedaten/tableoverview.html

Johannes schrieb:
> Wie kann man das abschätzen, bzw. welche Kenngrößen
> müsste ich noch bestimmen?

Die oben gezeigte Rechnung kannst du jetzt einfach auf den Kopf stellen 
und anhand des ermittelten Wasserabflusses deines Baches zurückrechnen 
wie viel elektrische Energie du erzeugen kannst.
Als Wirkungsgrade würde ich mal Ansatzweise annehmen
o 50% wegen Wasserverlust (nicht genutztes herunterplätscherndes Wasser)
o 80% wegen mechanischer Verluste des Mühlrads
o 90% wegen verluste des el. Generators
= 36% Gesamtwirklungsgrad

von MaWin (Gast)


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Johannes schrieb:
> Die theoretische Energie müsste ja mit m*g*h berechnet werden können

Ja nun, dann messe und rechne.

Es gibt schon Genehmigungen, es gibt viele private Kleinwasserwerke.

Schöner ist natürlich das alte Mühlrad wiederherzustellen, auch wenn es 
einen schlechten Wirkungsgrad hat.

Aber mit etwas handwerklichem Geschick kann man es sich aus Eichenbalken 
selber bauen.

Was bei hocheffizienten Turbinenkonstruktionen eher nicht geht.

Ein übliches altes Mühlrad brachte eine Leistung von ungefähr 10kW.

von Tim T. (tim_taylor) Benutzerseite


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Du kannst das näherungsweise über E = m g h und E = 0,5 m v^2 herleiten:

m g h = 0,5 m v^2
v = sqrt(2 g h) = 11,7 m/s

Des Weiteren hat das Rohr einen Querschnitt von pi * r^2 = 0,03 m^2 die 
pro Sekunde von 11,7 m Wassersäule durchquert wird, also pro Sekunde 
fliessen 0,367 m^3 = 367 kg Wasser durchs Rohr.

Zurück in E = m g h eingesetzt ergibt sich eine Energie von 25.201 J bzw 
eine Leistung von 25,2 kW solange die 367 kg Wasser jede Sekunde durchs 
Rohr stürzen.

Das Ganze ist natürlich nur eine Abschätzung nach oben weil keinerlei 
Verluste berücksichtigt werden (Strömung, Reibung, Wasserverluste, 
Turbine, Generator, etc.)

: Bearbeitet durch User
von TomA (Gast)


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Hallo Johannes,

bevor ihr euch an die Nutzung des Baches macht, solltet ihr überprüfen 
ob ihr das Recht dazu habt. Wasser teilt sich in drei Rechte: 
Besitzrecht, Wasserrecht und Fischrecht. Wer das Wasserrecht hat, darf 
(mit Genehmigung) die Wasserkraft nutzen. Das muss nicht zwingend der 
Besitzer des Gewässers sein. Bevor ihr also beginnt etwas zu machen 
sollte erst geklärt werden, ob das Wasserrecht mit der Mühle erworben 
wurde.

Gruß Tom

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Wenn nicht, kann man solche Kleinstwasserkraftwerke heute dank 
Umweltauflagen vergessen. In dem Bach wurde zwar noch nie ein Fisch 
gesehen, weil der z.B. im regenschwachen Sommer zu Fuß gehen müsste, 
aber trotzdem muß man dann sowas wie eine Fischtreppe etc. bauen. Bei 
kleinen Bächen bleibt dadurch viel weniger Wassermenge für den Betrieb 
eines Wasserrades oder einer kleinen Turbine übrig.

Wasserräder (oberschlächtig bei 7m Fallhöhe) können Fische übrigens 
abwärts unbeschadet passieren. Aufwärts geht's natürlich nicht. Mit 
einer Turbine gehts auch abwärts nicht, da kommen die Fische 
scheibchenweise wieder raus. Schwimmt zwar auch irgendwie weiter, aber 
die meisten Angler wollen aus Umweltschutzgründen halt lebende Fische 
zum selber töten und keine stullenfertigen Filetstückchen.

von Tim T. (tim_taylor) Benutzerseite


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TomA schrieb:
> Hallo Johannes,
>
> bevor ihr euch an die Nutzung des Baches macht, solltet ihr überprüfen
> ob ihr das Recht dazu habt. Wasser teilt sich in drei Rechte:
> Besitzrecht, Wasserrecht und Fischrecht. Wer das Wasserrecht hat, darf
> (mit Genehmigung) die Wasserkraft nutzen. Das muss nicht zwingend der
> Besitzer des Gewässers sein. Bevor ihr also beginnt etwas zu machen
> sollte erst geklärt werden, ob das Wasserrecht mit der Mühle erworben
> wurde.
>
> Gruß Tom

Wer viel fragt bekommt viele Antworten und beim Thema Wassernutzung mit 
Natureingriff sind die praktisch immer negativ...

von Harald W. (wilhelms)


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Ben B. schrieb:

> da kommen die Fische scheibchenweise wieder raus.

Das ist doch praktisch zum Braten in der Pfanne.

von michael_ (Gast)


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Man vergleicht.
Hier zu fragen ist da fast sinnlos.

Am zweiten Pfingstfeiertag ist Mühlentag.
Da kannst du paar abklappern und fragen.

von Timo N. (tnn85)


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Tim T. schrieb:
> Wer viel fragt bekommt viele Antworten und beim Thema Wassernutzung mit
> Natureingriff sind die praktisch immer negativ...

Gibt doch auch positive Meldungen. Aktuelle Einspeisevergütung scheint 
für Anlagen <500kw im Jahr 2020 11,72 Cent/kwh zu sein.
Quelle: 
http://www.wasserkraft-deutschland.de/fileadmin/PDF/EEG_2012_Verguetungssaetze_Wasserkraft.pdf

20 Jahre garantiert wie bei PV?

Bei angenommen (ich übernehme mal die Werte aus der Rechnung von dir) 
25,2kW und einem Wirkungsgrad von sagen wir mal 80%, bleibt 20kW 
Leistung 24h am Tag über.

Das sind dann 20kW  24h  365Tage = 175.200‬ kwh im Jahr bzw. in 20 
Jahren dann 3 504 000 kwh.

Das mal 11,72 Cent/kwh:  3 504 000 kwh x 11,72 Cent/kwh = 410 668,80 €

Könnte man sich ja mal überlegen ob die weitere Recherche, ob man da 
Energie erzeugen kann/darf, Sinn ergibt.

Vermutlich ist irgendein Fehler in meiner Annahme (z.b. de viel zu hohe 
Wirkungsgrad), aber interessant finde ich es trotzdem.

: Bearbeitet durch User
von Egon D. (egon_d)


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Tim T. schrieb:

> Du kannst das näherungsweise über E = m g h und
> E = 0,5 m v^2 herleiten:
>
> m g h = 0,5 m v^2
> v = sqrt(2 g h) = 11,7 m/s
>
> Des Weiteren hat das Rohr einen Querschnitt von
> pi * r^2 = 0,03 m^2 die pro Sekunde von 11,7 m
> Wassersäule durchquert wird, also pro Sekunde
> fliessen 0,367 m^3 = 367 kg Wasser durchs Rohr.

Die Rechnung gilt m.E. unter der Voraussetzung, dass
das Wasser die 7m Fallhöhe als kompakte "Stange" mit
20cm Durchmesser durchfällt.

Wasser ist aber kein Festkörper, es fällt "oben"
langsamer als "unten" ...


> Zurück in E = m g h eingesetzt ergibt sich eine Energie
> von 25.201 J bzw eine Leistung von 25,2 kW solange
> die 367 kg Wasser jede Sekunde durchs Rohr stürzen.

M.E. viel zuviel.


367kg Wasser sind ungefähr 367 Liter.

Nur mal zum Vergleich: Eine übliche Badewanne fasst nicht
ganz 200 Liter. 367 Liter sind also knapp zwei Badewannen
je Sekunde !

Tragbare Feuerlöschpumpen fördern bis zu 1600l je Minute ,
das sind etwa 25l pro Sekunde. Löschwasserpumpen in
Fahrzeugen fördern bis 4000l/min, das sind ca. 70l/s.


Realistisch sind meiner Meinung nach für einen Mühlbach
10l...30l je Sekunde; selbst bei 30l/s ergeben sich
noch respektable 2100Nm/s, d.h. 2.1kW.

Auf's Jahr sind das stattliche 18.4MWh.

von Forist (Gast)


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So interessant das Thema auch ist, was hat das mit Mikrocontrollern oder 
digitaler Elektronik zu tun?

von hinz (Gast)


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Forist schrieb:
> So interessant das Thema auch ist, was hat das mit
> Mikrocontrollern oder
> digitaler Elektronik zu tun?

Watermill ist der interne Name des kommenden Prozessors von Intel. ;-)

von MaWin (Gast)


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MaWin schrieb:
> Ein übliches altes Mühlrad brachte eine Leistung von ungefähr 10kW.

Siehe Youtube-Video "Historisches Wasserrad liefert jetzt Strom"  (7.5kW)

von MaWin (Gast)


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von Küken (Gast)


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Ben B. schrieb:
> aber
> die meisten Angler wollen aus Umweltschutzgründen halt lebende Fische
> zum selber töten und keine stullenfertigen Filetstückchen.

Von den paar Stichlingen, die man bei uns in üblichen Bächen findet, 
wird kein Angler satt.

von oszi40 (Gast)


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Timo N. schrieb:
> Gibt doch auch positive Meldungen.

Vor langer Zeit war schon ein Beitrag mit Wassermühle hier im Forum. 
Interessant ist natürlich, daß dieser Generator dann mit dem Netz 
synchronisiert werden muß.

von oszi40 (Gast)


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von schweizer (Gast)


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von Karl K. (karl2go)


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Johannes schrieb:
> Mir ist klar, dass man wohl (warum auch immer) keine
> Betriebsgenehmigung erhalten würde.

Doch, wenn das Wasserrecht an das Mühlengrundstück gebunden ist geht das 
schon.

"Kleine" Wassermühlen liegen so bei 20kW Leistung, aber nicht dauerhaft. 
Stromgeneratoren aus Mühlen haben um die 5kW.

Ein größeres Problem ist oft, dass Mühlbäche nach Jahrzehnten der 
Nichtnutzung meist so verschlammt sind, dass man da erstmal richtig 
Arbeit reinstecken müßte um wieder nennenswert Durchfluss zu erreichen.

von Tim T. (tim_taylor) Benutzerseite


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Karl K. schrieb:
> Johannes schrieb:
>> Mir ist klar, dass man wohl (warum auch immer) keine
>> Betriebsgenehmigung erhalten würde.
>
> Doch, wenn das Wasserrecht an das Mühlengrundstück gebunden ist geht das
> schon.

Ein entsprechendes Wasserrecht erlischt 3 Jahre nach Nichtnutzung, ist 
also keinesfalls gebunden. Selbst wenn es noch vorhanden wäre, müsste 
weg der Änderung in der Art der Wasserkraft Nutzung, ein neues 
Genehmigungsverfahren angestoßen werden. Ein neues Wasserrecht zur 
Nutzung zu bekommen ist in DE aufgrund der vielen beteiligten Behörden 
und Auflagen praktisch nicht möglich; und wenn aufgrund diverser 
Auflagen unwirtschaftlich.

https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Dossier/wasserkraft.html?cms_docId=74054

: Bearbeitet durch User
von Joggel E. (jetztnicht)


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>Realistisch sind meiner Meinung nach für einen Mühlbach
10l...30l je Sekunde; selbst bei 30l/s ergeben sich
noch respektable 2100Nm/s, d.h. 2.1kW.

Der grosse Kenner.. wir haben auch einen Bach zur Nutzung hier. Er hat 
allerdings Textilmaschinen angetrieben. Ja ist eine Weile her. Breite 
vielleicht 1.5m, Tiefe 50cm, Fliessgeschwindigkeit 50cm/s. Das waeren 
dann auch 375L/s

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Johannes schrieb:

> Ich habe keinen Blassen schimmer,
Daniel Bernoulli veröffentlichte vor knapp 300 Jahren die Grundlagen.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0b/HYDRODYNAMICA%2C_Danielis_Bernoulli.png

Die theoretische Ausflussgeschwindigkeit berechnet sich nach
https://de.wikipedia.org/wiki/Ausflussgeschwindigkeit

Die praktische kann Dir jeder HSLK'er ermitteln. Kommt halt aufs Rohr, 
Länge und dessen Fittings an. Nennt sich Druckverlustberechnung.

> Der
> Mühlteich (so nennt man wohl die Zuleitung des Wassers zum Mühlrad)
"Wassermänner" und Müller nennen das "Oberwasser".

Bei 7 m Höhe zwischen Ober- und Unterwasser brauchst du noch nicht sooo 
viele Gedanken zu Kavitation machen. Da du aber 15,7 m3 in dem Rohr 
hast, welches mit bummelich 11,5 m/s unterwegs sind, würde ich mir 
Gedanken zum Wasserschlag machen - Auch Wenn es nur Wasser ist: 15,7 t 
bremst man nicht mal eben so auf 0 ab.

Kleinwasserkraft ist ein nettes Hobby für eine Partnergemeinschaft aus 
geübten HSLK'er und Verwaltungsjuristen. Kann man machen ....

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Egon D. schrieb:
> Tim T. schrieb:
also pro Sekunde
>> fliessen 0,367 m^3 = 367 kg Wasser durchs Rohr.
>
> Die Rechnung gilt m.E. unter der Voraussetzung, dass
> das Wasser die 7m Fallhöhe als kompakte "Stange" mit
> 20cm Durchmesser durchfällt.
Das Wasser rutscht schon Stangenweise durchs Rohr.

> Wasser ist aber kein Festkörper, es fällt "oben"
> langsamer als "unten" ...
Wasser in flüssiger Phase ist näherungsweise inkompressibel. Die Dichte 
ändert sich nicht unter Druck. Wenn das Rohr am Oberwasser den gleichen 
Querschnitt hat wie am Unterwasser ist die Geschwindigkeit gleich.
Nennt sich Kontinuitätsgesetz.
ist von Giovanni Battista Venturi und der ist auch schon 200 Jahre tot.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinuitätsgesetz

von Johannes (Gast)


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Hallo zusammen,

alles sehr interesannt.

Nur noch ein paar Infos. Ich weiß das er das Grünstück komplett hat in 
dem der Bach fließt und auch das Jagtrecht (sind ein paar Bachforellen 
drin, die meiste der Fischreiher holt).

Der Bach wird nicht angestaut, sondern wurde im Dauerbetrieb genutzt. 
Der alte Mühlteich ist nicht mehr vorhanden, dafür aber nen Bagger und 
Rohre hat er auch noch genug auf Lager.

Das Mühlrad gibt ist inkl. Mühlteich schon lange nicht mehr. Es würde 
wenn nur um die elektrische Nutzung des Wassers gehen.

D.h. um weitere Abschätzungen zu treffen, ob sich damit sinnvoll Energie 
gewinnen lässt müsste ich erstmal die Durchflussmenge des Bachs 
bestimmen. Ich versuche mal unter einen kleinen Brücke, welche betoniert 
ist mit einem schwimmenden Gegenstand die Fließgeschwindigkeit 
abzuschätzten und per Geometrie die Wasssermenge.

Wenn sich das irgnedwie lohnt, würde ich das gerne machen... gibt ja 
bestimmt Generatoren mit FU oder so was...

11 Cent klingt sehr viel ...

von Timo N. (tnn85)


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Johannes schrieb:
> 11 Cent klingt sehr viel ...

Vermutlich weil man sich vorher um die ganze Genehmigungen holen muss 
und sich um die 3 noch lebenden Fische im Bach kümmern muss...

: Bearbeitet durch User
von Tim T. (tim_taylor) Benutzerseite


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Johannes schrieb:
> Das Mühlrad gibt ist inkl. Mühlteich schon lange nicht mehr. Es würde
> wenn nur um die elektrische Nutzung des Wassers gehen.

Demnach kompletter Neuantrag -> nicht realistisch.

> D.h. um weitere Abschätzungen zu treffen, ob sich damit sinnvoll Energie
> gewinnen lässt müsste ich erstmal die Durchflussmenge des Bachs
> bestimmen. Ich versuche mal unter einen kleinen Brücke, welche betoniert
> ist mit einem schwimmenden Gegenstand die Fließgeschwindigkeit
> abzuschätzten und per Geometrie die Wasssermenge.

Was aber auch relativ unwichtig ist, da von dieser Wassermenge beliebige 
Abstriche je nach Laune der Sachbearbeiter gemacht werden müssen.

> Wenn sich das irgnedwie lohnt, würde ich das gerne machen... gibt ja
> bestimmt Generatoren mit FU oder so was...

Die technische Seite lohnt in jedem Fall, nur beleibt davon nach 
Auflagen praktisch nichts mehr übrig.

> 11 Cent klingt sehr viel ...

Wenn man sie bekommt, klar.

Freunde von mir haben im bergischen Land einen alten Kotten gekauft samt 
noch funktionierendem unterschlächtigen Wasserrad, es sollte nur mit dem 
vorhandenen Wasserrad ein Generator angetrieben werden. Nachdem sich 
meine Freunde 2 Jahre mit diversen Behörden (Bauamt, Wasserbehörde, 
Umweltamt, Ordnungsamt, Denkmalschutz, etc.) rumgeschlagen haben und 
noch immer kein Ende in Aussicht war, haben sie es endgültig aufgegeben. 
Was eigentlich sehr schade ist, da sie das alte Wasserrad in 
funktionstüchtigem Zustand nutzen wollten und somit ein Stück lebendiger 
Handwerkskunst erhalten wollten (Was sie jetzt natürlich auch machen 
müssen (Denkmalschutz) allerdings in nicht funktionsfähigem Zustand).

Timo N. schrieb:
> Johannes schrieb:
>> 11 Cent klingt sehr viel ...
>
> Vermutlich weil man sich vorher um die ganze Genehmigungen holen muss
> und sich um die 3 noch lebenden Fische im Bach kümmern muss...

Und falls keine Fische mehr drin sind, eventuell irgendwelche Kröten 
oder sonstwas.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #6177216 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Karl K. (karl2go)


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Qbit schrieb im Beitrag #6177216:
> Daß es funktioniert ist doch historisch belegt

Darauf kannst du dich nicht verlassen.

Freund wollte das mal an einer alten Mühle machen, an der zwei Turbinen 
liefen. Die Turbinenschächte wieder freizulegen wäre das geringste 
Problem gewesen. Letztlich ist es daran gescheitert, dass der Mühlgraben 
über km versandet war, weil er nicht genutzt wurde und sich Jahrzehnte 
niemand drum gekümmert hat. Den Graben auszubaggern hätte jeglichen ROI 
zunichte gemacht.

von Johannes (Gast)


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Hallo,

Danke für die Antworten.

Ich würde gerne mal abschätzen wieviel KW Dauerleistung das sind... Wenn 
es sich richtig lohnt ist man auch bereit mehr Durchhaltvermögen bei den 
Behörden zu zeigen :-)

Aber ich sehe da eher auch keinen Erfolg...

Viele Grüße
Johannes

von Karl K. (karl2go)


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Johannes schrieb:
> Ich würde gerne mal abschätzen wieviel KW Dauerleistung das sind

Also das hängt wirklich vom Bach ab. Kenne eine Wassermühle mit 
oberschlächtigem Rad, das aus einem Mühlteich gespeist wird. Da liegt 
die Leistung am Rad so bei 20kW, daran angeschlossen ist ein 
Gleichstromgenerator mit 5kW. Allerdings läuft die immer mal nur ein 
halbe Stunde, weil der Teich nicht mehr hergibt. Danach dauert es ein 
paar Stunden bis der Bach genug nachgeliefert hat.

Eine Turbine ist deutlich effizienter als ein Wasserrad. Muss aber 
baulich reinpassen. Zwischen 2 und 10kW dauerhaft kann man da vielleicht 
erwarten.

Und natürlich ist es jahreszeitbedingt. Wenn ich mir den Bach hier 
ansehe - da ist zwischen Sommer und Winter / Frühling schon ein 
erheblicher Unterschied. Letzten Sommer hätte es vielleicht für einen 
Fahrraddynamo gereicht.

von Karl K. (karl2go)


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Bedeutet aber auch, mit 5kW durchschnittlicher Leistung und aktuell 
12,4ct/kWh (fällt) kannst Du im Jahr für 5400€ Strom erzeugen. Da 
sollten die erforderlichen baulichen Maßnahmen und die Kosten für die 
Anlage nicht allzu hoch sein, damit überhaupt was bei rumkommt.

von S. R. (svenska)


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Allgemein ist es sinnvoller, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, 
als sich auf die Einspeisevergütung zu verlassen. Wenn nach dem 
Eigenbedarf noch was übrig bleibt, kann man das gern einspeisen, aber 
das wiederum ist ja auch so eine Sache für sich...

Beitrag #6183158 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Joachim B. (jar)


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von S. R. (svenska)


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Qbit schrieb im Beitrag #6183158:
>> Allgemein ist es sinnvoller, den erzeugten Strom selbst
>> zu verbrauchen, ...
> Historisch gesehen war das mal so, es gab sehr wohl Großmühlen, ...

Mir ging es allgemein um die Einspeisevergütung, unabhängig von der 
Mühle. Wenn man den selbst produzierten Strom erstmal selbst verbraucht 
und dann den Überschuss (der hier eher klein ist) einspeist, fährst du 
besser.

Wobei mir irgendwo im Kopf herumgeistert, dass man entweder alles 
einspeisen muss oder nichts. Überschusseinspeisung ist nicht. Kann mich 
aber auch irren.

Qbit schrieb im Beitrag #6183158:
> Bei durschnittlich [...] brauchste Netzbezug.

Nur, weil ich irgendwo ein Wasserrad am Bach habe, klemme ich doch nicht 
gleich den ganzen Strom ab... es sei denn, ich hab noch Solarzellen oder 
sowas großflächig verteilt und ordentliche Batteriekapazität. Dann ließe 
sich drüber nachdenken. :-)

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Johannes schrieb:
> Hallo,
>
> Danke für die Antworten.
> Ich würde gerne mal abschätzen wieviel KW Dauerleistung das sind
Dann miss Wasserstände.

Die Leistung wurde dir hier schon vorgerechnet.
Wieviel Wasser da über das Jahr dauerhaft zur Verfügung steht weiss hier 
keiner. Du brauchst exakte geographische Position und Damit gehst du in 
das WebGIS der zuständigen Wasserwirtschaftsbehörde.
ohne Postleitzahl oder Geodaten kann dir hier keiner helfen.

> Aber ich sehe da eher auch keinen Erfolg...
Du hasst schlagkräftige Alliierte
https://www.duh.de/kleine-wasserkraft/

Am ersten Morgen gleich die Flinte ins Korn zu schmeissen kann jeder.

von Joachim B. (jar)


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Sebastian L. schrieb:
> Am ersten Morgen gleich die Flinte ins Korn zu schmeissen kann jeder.
+1
passiert leider viel zu oft wenn auf Widerstände gekommen wird, 
Widerstände sind eher Herausforderungen die man anpacken kann und 
sollte.

von Karl K. (karl2go)


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Joachim B. schrieb:
> Widerstände sind eher Herausforderungen die man anpacken kann und
> sollte.

Aber bei 0603 hörts bei mir auf, 0402 dürfen bitte andere machen.

von Joachim B. (jar)


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Karl K. schrieb:
> 0402 dürfen bitte andere machen

nur beim 0402 unterschreibe ich "Widerstand ist zwecklos", da spiele ich 
als Ing. der El.Energietechnik auch nicht mehr mit, zu wenig 
Spannungsfestigkeit und auch wegen der geringen Verlustleistung, löten 
mag ich die auch nicht.

: Bearbeitet durch User
von Johannes (Gast)


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Sebastian L. schrieb:
> Dann miss Wasserstände

Hallo,

das mach ich wenn ich das nächste mal da ist. Ihr habt mir sehr 
geholfen.


Gibt es überhaupt Hersteller von so Kleinstturbinen mit Generatoren, 
welche man von der Stange kaufen kann?

von Karl K. (karl2go)


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Johannes schrieb:
> Gibt es überhaupt Hersteller von so Kleinstturbinen mit Generatoren,
> welche man von der Stange kaufen kann?

Also bei Kleinstturbinen in der Größenordnung von 2-10kW reden wir um 
Turbinenräder mit etwa 1-1.5m Durchmesser bei etwa 5m Fallhöhe.

von Karl K. (karl2go)


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