mikrocontroller.net

Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Was ist aktuell eigentlich im Maschinenbau los?


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Thm (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Von außen wirkt es ja geradezu surreal, was man so im Bekanntenkreis 
mitbekommt... ein Kumpel im Anlagen- und Pumpenbau, über Dienstleister, 
wird gerade freigesetzt. Der Dienstleister bekommt keine Aufträge mehr 
akquiriert. Eine Abteilung "Forschung und Entwicklung" für 
Informationstechnik und Mechatronik eines großen Maschbauers, wo mein 
Stiefbruder als Fachinformatiker tätig ist, soll gemäß Plänen des 
Managements nach China verlagert werden. Ein weiterer Studienkumpel ist 
in NRW bei einem Zulieferer tätig und bibbert gerade, da sie die Hälfte 
der Leute freisetzen wollen: Sparmaßnahmen. Mein Neffe ist im Herbst mit 
seinem Studium der Produktions- und Verfahrenstechnik fertig geworden 
und hat große Probleme eine Stelle zu finden. Seinen Mitkommilitonen 
geht es ähnlich.

Man hört ja hin- und wieder, dass es im Maschinenbau aktuell nicht so 
gut läuft, aber ist es wirklich so schlimm? O_o

:
von Bergtroll (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn du nur wüsstest, wie schlecht es um die ETler gestellt ist.
Damals wurde man belächelt, wenn man beim Sklavendienstleister anfing.
Heute ist man glücklich, wenn dieser einen überhaupt nimmt.
Automotive kaputt.
Halbleiter im Abstieg.
Energiesektor gefährdet.
Automatisierer = das neue BWL.
Software = Lohndumping und Outsourcing nach Osteuropa.

von Qwertz (Gast)


Bewertung
4 lesenswert
nicht lesenswert
Soll das hier etwa ein neuer Jammer-Thread werden? Ich befürchte es 
beinahe.

Die Wirtschaft geht mal rauf und mal runter, das ist der ganz normale 
Lauf der Dinge. Jetzt geht es halt mal gerade etwas runter, als wenn das 
schon ein Grund für Zittern und Zähneklappern wäre. Ist kein Ding.

von Einstein (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ganz erlich: Wir hier im Westen haben doch schon alles im Überfluss. Ist 
doch kein Wunder, dass alles nach China geht. Die haben nach wie vor 
noch etwas nazuholen - nicht im technologischen, sondenr im 
menschlichen.

Arbeit, Wirtschaft und Forschung floriert immer dort, wo der Mensch noch 
keinen großen Wohlstand genießt. Hier in Deuscthland sind doch alle 
fett, haben ihr Haus etc...

Aber ich als Informatiker habe auch keinen Bock mehr auf meinen Beruf 
und werde was anderes machen - jedoch gibt es genug Positionen, selbst 
in meiner strukturschwachen Wohngegend.

von Qwertz (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Einstein schrieb:
> Aber ich als Informatiker habe auch keinen Bock mehr auf meinen Beruf
> und werde was anderes machen

Was ist denn aus deiner Sicht besser? Vielleicht Hardware-Entwicklung 
statt Software?

von Einstein (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Qwertz schrieb:
> Was ist denn aus deiner Sicht besser? Vielleicht Hardware-Entwicklung
> statt Software?

Das ist alles nur noch Hobby. Nichts mehr mit Technik - es interessiert 
mich einfach überhaupt nicht mehr. Das ist aber ein anderes Thema - hier 
gibt es für jeden einen Job und das hier wo ich wohne ist quasi das 
Meckpomm des Westens.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Was sollen denn die o. g. Unternehmen so besonderes machen, was den 
hohen deutschen Preis rechtfertigt? Was ist denn dabei, was in China 
noch nicht geht?

- Spezialkomponenten, welche besondere Sicherheitsanforderungen erfüllen 
(Medizin, Flugzeug, Kerntechnische Anlage)?
- Support und Service vor Ort mit muttersprachlich deutsch sprechenden 
Spezialisten?

Bergtroll schrieb:
> Automotive kaputt.

Siehe Tesla; Vmtl. entsteht das Werk in Polen, weil wir es in 
Deutschland nicht wollen.

> Halbleiter im Abstieg.

Nur in Deutschland - Überall sonst wird an neuen Technologien geforscht: 
adiabatisch arbeitende Chips, magneto-optische Halbleiter, 
Quantentechnologie

> Energiesektor gefährdet.

Energie wird ständig mehr gebraucht, aber auch da werden Solar und 
Windkraft woanders gebaut.

Beitrag #6174053 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Bürovorsteher (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
> Man hört ja hin- und wieder, dass es im Maschinenbau aktuell nicht so
> gut läuft, aber ist es wirklich so schlimm?

Ja, meinen Bruder haben sie vor fünf Jahren mit Erreichen der 
Regelaltersgrenze auch 'rausgeworfen.

von Mitleser (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bergtroll schrieb:
> Wenn du nur wüsstest, wie schlecht es um die ETler gestellt ist.
> Damals wurde man belächelt, wenn man beim Sklavendienstleister anfing.
> Heute ist man glücklich, wenn dieser einen überhaupt nimmt.
> Automotive kaputt.
> Halbleiter im Abstieg.
> Energiesektor gefährdet.
> Automatisierer = das neue BWL.
> Software = Lohndumping und Outsourcing nach Osteuropa.

Mich wundert es hier immer wieder, wie viel Blödsinn man in ein so 
kleines Textfeld schreiben kann

von }|{ (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mitleser schrieb:
> Bergtroll schrieb:
>> Wenn du nur wüsstest, wie schlecht es um die ETler gestellt ist.
>> Damals wurde man belächelt, wenn man beim Sklavendienstleister anfing.
>> Heute ist man glücklich, wenn dieser einen überhaupt nimmt.
>> Automotive kaputt.
>> Halbleiter im Abstieg.
>> Energiesektor gefährdet.
>> Automatisierer = das neue BWL.
>> Software = Lohndumping und Outsourcing nach Osteuropa.
>
> Mich wundert es hier immer wieder, wie viel Blödsinn man in ein so
> kleines Textfeld schreiben kann

Keine Angst Es wird sich schon noch weiterentwickeln und dich früher 
oder später auch noch treffen.

von Mitleser (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
}|{ schrieb:
> Mitleser schrieb:
>> Bergtroll schrieb:
>>> Wenn du nur wüsstest, wie schlecht es um die ETler gestellt ist.
>>> Damals wurde man belächelt, wenn man beim Sklavendienstleister anfing.
>>> Heute ist man glücklich, wenn dieser einen überhaupt nimmt.
>>> Automotive kaputt.
>>> Halbleiter im Abstieg.
>>> Energiesektor gefährdet.
>>> Automatisierer = das neue BWL.
>>> Software = Lohndumping und Outsourcing nach Osteuropa.
>>
>> Mich wundert es hier immer wieder, wie viel Blödsinn man in ein so
>> kleines Textfeld schreiben kann
>
> Keine Angst Es wird sich schon noch weiterentwickeln und dich früher
> oder später auch noch treffen.


Wieso so pessimistisch?

von Tja (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn es den anderen Ländern besser gehen soll muss es uns zwangsläufig 
schlechter gehen, da nur eine endliche Menge Ressourcen und Geld 
vorhanden sind.

Keine Sorge: Kartoffeln, Eier, Butter, Brot usw. werden wir uns immer 
leisten können!

Beitrag #6174332 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mitleser (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Tja schrieb:
> Wenn es den anderen Ländern besser gehen soll muss es uns
> zwangsläufig schlechter gehen, da nur eine endliche Menge Ressourcen und
> Geld vorhanden sind.
>
> Keine Sorge: Kartoffeln, Eier, Butter, Brot usw. werden wir uns immer
> leisten können!

Was?

von Angular Engineer (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bergtroll schrieb:
> Wenn du nur wüsstest, wie schlecht es um die ETler gestellt ist.
> Damals wurde man belächelt, wenn man beim Sklavendienstleister anfing.

Und fleißig über die Informatiker gelacht, die ja angeblich nicht 
gebraucht werden und nichts können, nicht so wie die E-Techniker.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Mitleser schrieb:
> Wieso so pessimistisch?

Weil der Fortschritt an Deutschland vorbeizieht! Welche Unternehmen mit 
ähnlicher Relevanz gibt es mit Stammsitz in Deutschland: Uber, Lyft, 
Airbnb, Nvidia, Intel, AMD, VIA, Xilinx, Cisco, Juniper, Samsung, 
OnePlus, eBay, Amazon?

von Carl D. (jcw2)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan H. schrieb:
> Mitleser schrieb:
>> Wieso so pessimistisch?
>
> Weil der Fortschritt an Deutschland vorbeizieht! Welche Unternehmen mit
> ähnlicher Relevanz gibt es mit Stammsitz in Deutschland: Uber, Lyft,
> Airbnb, Nvidia, Intel, AMD, VIA, Xilinx, Cisco, Juniper, Samsung,
> OnePlus, eBay, Amazon?

Manche von denen wüßten ohne deutsche Software nicht mal wieviel Kohle 
sie in der Kasse haben.

von AVR (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan H. schrieb:
> Weil der Fortschritt an Deutschland vorbeizieht! Welche Unternehmen mit
> ähnlicher Relevanz gibt es mit Stammsitz in Deutschland: Uber, Lyft,
> Airbnb, Nvidia, Intel, AMD, VIA, Xilinx, Cisco, Juniper, Samsung,
> OnePlus, eBay, Amazon?

Volle Zustimmung. Das Land geht den Bach unter und keinen interessierts. 
Der Michel mag eben kein Fortschritt. Den Nachwuchs kannst du ebenfalls 
in die Tonne kloppen.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
AVR schrieb im Beitrag #6174621:
> Der Michel mag eben kein Fortschritt.

Das dachte ich auch immer, aber ich denke eher, es ist die fehlende 
Gewohnheit. Für uns hier sehen die USA und die Konzerne dort 
unerreichbar aus, aber eigentlich kochen alle nur mit Wasser. Es gibt 
eigentlich keinen realen Standortvorteil, es sind ja schließlich keine 
Bergbauunternehmen oder Ölbohrinseln. Es sind halt immaterielle 
Standortvorteile, wie Rechtslage, Steuern und Kapitalverfügbarkeit. Das 
wäre auch in Deutschland möglich.

Ich denke, wenn ihr einmal ein deutsches Amazon, Microsoft oder Google 
den Stammsitz in Berlin bauen würde, 185k€/Jahr Einstiegsgehalt böte, 
Stipendien vergäbe, den lokalen ÖPNV finanzieren würde (für alle, nicht 
nur Mitarbeiter!) und eine kostenlose Kantine für alle Gäste anbieten 
würde, dann sehe das mit der Fortschrittsfeindlichkeit in Deutschland 
anders aus.

Es ist doch so, dass viele Deutsche nur die Nachteile des Fortschritts 
wirklich wahrnehmen: Lohndumping bei "einfachen" Berufen, Maschine an 
der Telefonhotline, 500 Seiten Datenschutzvereinbarung. Die Vorteile 
gehen einfach vorbei: hohes Gehalt für KI-/Blockchain-Entwickler, 
Online-Handels-Plattformen (Amazon, eBay) für Händler, 
Print-On-Demand-Publishing...

Beitrag #6174684 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6174712 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Nun. (Gast)


Bewertung
4 lesenswert
nicht lesenswert
Das Grundproblem ist, dass Technologie von der normalen Bevölkerung und 
auch vielen Entscheidern und Politikern nicht wertgeschätzt wird - im 
Gegenteil, viele sind sogar komplett technikfeindlich und sehen unseren 
Lebensstandard einfach als "normal" und gegeben an.

Kaum jemand versteht, dass ein Großteil unseres Wohlstandes auf dem 
technologischen Vorsprung basiert. Den wir teilweise schon kostenfrei 
exportiert haben.
Das ist im Westen in vielen Ländern so, weil machen die USA vor, muss ja 
gut sein.

Daher interessiert es die meisten auch nicht, wenn Know How von Managern 
aus Kostengründen ins Ausland exportiert wird (dazu zählte auch 
Produktions Know How - damit fings an).


SELBST HIER im Forum verstehen das nur wenige - und viele freuen sich in 
diversen Threads einen Ast ab wenn jemand im Ausland ein Produkt für ein 
paar Euro weniger als eine deutsche Firma anbietet und bestellen es dann 
mit Begeisterung dort anstatt hierzulande. Dass sie mit diesem 
generellen Verhalten evtl. (indirekt) ihren eigenen zukünftigen 
Arbeitsplatz gefährden ist ihnen nicht klar.

Den Amerikanern wirds gerade klar, dass dieser know how export und die 
Abhängigkeit von Asien extrem dumm ist. Da wir denen ja alles 
nachmachen, kommt diese Idee hier hoffentlich auch bald an.

von moep (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das Grundproblem ist, das es in diesem Land zu viele Jammerlappen und 
Quatschköpfe gibt. Dieses Forum ist ein Spiegelbild der Gesellschaft...

von Einstein (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Welchem Land in Europa geht es denn besser als Deutschland? Frankreich 
hat quasi nur Landwirtschaft. In Großbritannien wurde die Industrie auch 
eingestampft, außerhalb von den großen Städten verfällt da auch alles. 
Die kleinen Staaten wie Niederlande oder Dänemark können sich behaupten 
- sind jedoch kein Vergleich, da bereits BaWü+Bayern zusammen mehr 
Einwohner haben.

Auch USA ist kein Schlaraffenland. Dort gibt es ganze Staaten die auf 
dem Stand Portugals oder Polens sind. Wer dort nicht zu den oberen 20% 
gehört hat verloren.

Die Niederlande sind ein gutes Vorbild. Ja dort gibt es NXP, aber 
ansonsten sind die dort hauptsächlich Produzenten und Anwender. Dort 
gibt es keine Automobil-, Software- oder Pharmaindustrie. Der 
Lebensstandard ist dort aber wesentlich höher als hier und die 
Infrastruktur ist 1A. Das mag auch an der Politik dort liegen, die 
machen einfach - wie z.B. gerade verkündet, dass bei einem größeren 
Coronaausbruch keine Krebspatienten oder 80+ Menschen mehr auf die 
Intensivstation kommen. Hier wird ewig diskutiert, die Holländer handeln 
aber einfach nach gesundem Menschenverstand.

von Walter K. (walter_k488)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Einstein schrieb:
> Welchem Land in Europa geht es denn besser als Deutschland?
> Frankreich
> hat quasi nur Landwirtschaft. In Großbritannien wurde die Industrie auch
> eingestampft, außerhalb von den großen Städten verfällt da auch alles.
> Die kleinen Staaten wie Niederlande oder Dänemark können sich behaupten
> - sind jedoch kein Vergleich, da bereits BaWü+Bayern zusammen mehr
> Einwohner haben.
>

Wenn ich aber frage, in welchem europäischen Nachbarländern geht es den 
Menschen besser, als in der BRD - dann ist die Antwort: In fast allen 
Ländern!

Und dabei ist es ganz egal, welchen Bereich man vergleicht!
Nur mal ein paar Beispiele:
Rente - in Oesterreich 50% höher als in der BRD
Mindestrente: in Luxemburg bei 1800Euro nach 10Jahren 
beitragspflichtiger Beschäftigung
Gesundheitssystem: nirgends so hohe Zuzahlungen wie in der BRD, ueber 
20.000 Tote durch Krankenhauskeime in der BRD, Niederlande: fast Null!
Leiharbeit: in fast allen Nachbarländern besser geregelt
Energiekosten: Höchste Strompreise in Europa, dennoch pro kWh Strom 
wesentlich mehr Kohlendioxidproduktion als im europäischen Durchschnitt
usw.
usw.
usw.
( ja ja, da gebt mal schoen Minus-Bewertungen ... denn wenn die Fakten 
nicht ins eigene ideologische Weltbild passen - dann kann es ja nur 
Hetze und Schlimmeres sein! )

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Walter K. schrieb:
> Wenn ich aber frage, in welchem europäischen Nachbarländern geht es den
> Menschen besser, als in der BRD - dann ist die Antwort: In fast allen
> Ländern!

Denke ich nicht. Selektiv kann man natürlich immer Punkte finden, die 
besser sind ("Hab ich's nicht gesagt?")

Aber man muss das schon im Durchschnitt sehen.

> Und dabei ist es ganz egal, welchen Bereich man vergleicht!
> Nur mal ein paar Beispiele:
> Rente - in Oesterreich 50% höher als in der BRD

Was kein Wunder ist, da der Österreicher auch viel mehr einzahlt: "Oh!"

Darüberhinaus musst Du viel länger einzahlen, um überhaupt einen 
Anspruch zu haben (15 Jahre?). D.h., wenn Du nur 14 Jahre einzahlst, 
bekommst Du raus? Genau: nichts

Auch die Österreicher können nicht zaubern.

> Mindestrente: in Luxemburg bei 1800Euro nach 10Jahren
> beitragspflichtiger Beschäftigung

Das ist schon einiges, allerdings kann man eine mittlere Stadt mit 
600.000 Einwohnern nicht mit einem Flächenland wie DE und der 130-fachen 
Bevölkerung vergleichen. Dazu kommt: die Immobilienpreise und Mieten 
sind abartig. Es bleibt eigentlich nur pendeln bspw. aus Trier

Und: da gibt es noch viel mehr Stau als hier ;-) Mal sehen, ob sich das 
mit der neuen Initiative (kostenlose Öffis) ändert.

> Gesundheitssystem: nirgends so hohe Zuzahlungen wie in der BRD

Guter Scherz. Schon mal in Dänemark oder Schweden behandelt worden?
Wie gesagt: auch andere Länder können nicht zaubern. Dänemark hat keine 
Sozialversicherungen, dafür zahlt man eben 70% seines Einkommens direkt 
an den Staat (in DE 40%). Die Dänen haben wohl die höchste Abgabenquote 
aller Industrieländer. Und wer da mal Lebensmittel (die keineswegs 
besser sind als unsere hier) einkaufen war, weiss: die hohen Einkommen 
benötigt man, um überhaupt über die Runden zu kommen.

>, ueber
> 20.000 Tote durch Krankenhauskeime in der BRD, Niederlande: fast Null!

Jepp, ist ein Problem. Aber durchaus kurzfristig lösbar.

> Leiharbeit: in fast allen Nachbarländern besser geregelt

Die ist hier zumindest schlecht geregelt. In Frankreich mWn deutlich 
besser (Aufschläge auf übliche Löhne bei gleicher Arbeit). Zu anderen 
Ländern kann ich nichts sagen.

Also: es gibt genug Baustellen, aber DE ist durchaus gut aufgestellt.

Das gilt übrigens auch für den Maschinenbau. Gerade gab es im Januar 
wieder das größte Auftragsplus.

So wie es hier kein ebay, etc. gibt, so gibt es woanders eben keinen so 
breiten Maschinen- und Anlagenbau. Und auch nicht so eine gute 
Chemie-Sparte.

Tesla holte sich Automatisierungsspezialisten, weil sie es selbst nicht 
auf die Reihe bekamen. Und der kam - natürlich - aus Deutschland.

: Bearbeitet durch Moderator
von Walter K. (walter_k488)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Tesla holte sich Automatisierungsspezialisten, weil sie es selbst nicht
> auf die Reihe bekamen. Und der kam - natürlich - aus Deutschland.

ja dann fahr mal nach Prüm - und rede mal mit Grohmann-Mitarbeitern!
insbesondere über Arbeitsklima, Motivation etc.  ... und ueber die 
Veränderungen in den letzten 3 Jahren!

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Walter K. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Tesla holte sich Automatisierungsspezialisten, weil sie es selbst nicht
>> auf die Reihe bekamen. Und der kam - natürlich - aus Deutschland.
>
> ja dann fahr mal nach Prüm - und rede mal mit Grohmann-Mitarbeitern!
> insbesondere über Arbeitsklima, Motivation etc.  ... und ueber die
> Veränderungen in den letzten 3 Jahren!

Was aber nichts damit zu tun hat, dass es in DE durchaus viele weltweit 
führende Unternehmen gibt - es sind eben andere als die gerade hippen 
aus den USA.

Das zeigt eher, dass das Gras woanders längst nicht grüner ist.

von Walter K. (walter_k488)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Was aber nichts damit zu tun hat, dass es in DE durchaus viele weltweit
> führende Unternehmen gibt - es sind eben andere als die gerade hippen
> aus den USA.

das stimmt natürlich schon...

( aber es werden IMHO immer weniger )

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Walter K. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Was aber nichts damit zu tun hat, dass es in DE durchaus viele weltweit
>> führende Unternehmen gibt - es sind eben andere als die gerade hippen
>> aus den USA.
>
> das stimmt natürlich schon...
>
> ( aber es werden IMHO immer weniger )

Das kann ich aus meinem geschäftlichen Umfeld (Maschinenbau/Chemie) 
heraus jetzt nicht bestätigen. Das ist aber natürlich nur ein kleiner 
Querschnitt.

Es ist aber auch ein globaler Trend, dass Unternehmen verschwinden, 
einfach weil viele fusionieren oder aufgekauft werden.

Andererseits gibt es hier in DE durchaus ein sehr aktive StartUp-Szene 
und im Bereich 3D-Druck bspw. sind wir weltweit sehr gut aufgestellt.

Also: klar, Hausaufgaben müssen gemacht werden, aber wir sind schon 
ziemlich gut aufgestellt und im Bereich Automatisierung/Maschinenbau 
macht "uns" kaum jemand etwas vor. Nicht umsonst haben selbst die 
Chinesen bei den Verbrennern komplett aufgegeben.

Und Maschinenbau/Automatisierung sind mindestens so wichtig wie ebay, 
Airbnb etc. ;-)

: Bearbeitet durch Moderator
von moep (Gast)


Bewertung
5 lesenswert
nicht lesenswert
Walter K. schrieb:
> Wenn ich aber frage, in welchem europäischen Nachbarländern geht es den
> Menschen besser, als in der BRD - dann ist die Antwort: In fast allen
> Ländern!

Deswegen laufen hier auch so viele Spanier, Italiener, Polen und andere 
EU Bürger rum, die in Deutschlang arbeiten. Bei denen daheim ist nämlich 
alles soooo viel besser, dass sie diesen ganzen Luxus und Überfluss kaum 
noch ertragen können. Da gehen sie doch lieber nach Deutschland, um mal 
so richtig zu leiden.

Das Problem ist eher, das bei uns ein enormes Anspruchsdenken auf eine 
immer geringere Leistungsbereitschaft trifft. Und damit ist nicht (nur) 
die junge Generation gemeint. Auch viele der Baby Boomer, die jetzt in 
Rente gehen, sind der Meinung, dass ihr Rentnerdasein auf Mallorca ein 
Menschenrecht ist.

Beitrag #6174856 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6174868 wurde von einem Moderator gelöscht.
von U. B. (pasewalker)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Man hört ja hin- und wieder, dass es im Maschinenbau aktuell
> nicht so gut läuft, aber ist es wirklich so schlimm? O_o

Völliger Quatsch.
Es gibt keinen Nachfragemangel, sondern nur einen Fachkräftemangel.
(Sagen ALLE Experten, nicht nur 'unsere' Koryphäe aus der Uckermark.)

;-)

von F. B. (finanzberater)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nun. schrieb:
> Dass sie mit diesem generellen Verhalten evtl. (indirekt) ihren eigenen
> zukünftigen Arbeitsplatz gefährden ist ihnen nicht klar.

In erster Linie gefährdet das euer IGM-Gehalt.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Nun. schrieb:
> Das Grundproblem ist, dass Technologie von der normalen Bevölkerung und
> auch vielen Entscheidern und Politikern nicht wertgeschätzt wird

Nun, moderne Technologie ist auch nicht (be-)greifbar. Eine 
Dampfmaschine, ein Ottomotor, elektrisches Licht, alles das ist direkt 
sichtbar, verwendbar und bringt dem Endkonsumenten einen unmittelbaren 
Nutzen.

Die Blockchain bringt das nicht. Ob ich nun mit einer 
Blockchain-Kreditkarte oder mit einer normalen Kreditkarte bezahle, ich 
merke keinen Unterschied. Ja, die Gebühren sind geringer, aber nur für 
den Verkäufer. Dadurch wird vielleicht die Preissteigerung erst etwas 
später erfolgen, weil die fallenden Gebühren die Preissteigerung der 
Produkte etwas ausgleichen. Aber so richtig sichtbar ist der Fortschritt 
nicht.

Wenn nun die KI den PKW, den LKW oder den Zug steuert, verändert sich 
viel. LKW-Fahrer werden erwerbslos. Vielleicht haben sie dann sogar eine 
höhere Lebensqualität, da die Bezahlung sowieso viel zu gering ist. Die 
Transportkosten werden geringer, weil die Personalkosten und vor allem 
die Standzeiten entfallen, denn eine KI hat keine 
Lenkzeitenbeschränkung. Für den Endkonsumenten bedeutet das eine 
Reduzierung der Versandkosten. Dann kostet halt der 16TB-USB-Stick aus 
China nicht mehr 0,10 €, sondern 0,05 €. Also auch das ist nicht 
wirklich sichtbar.

Steuert die KI den PKW, dann entfällt das Selberfahren. Man kann nun 
also auch noch während der Fahrt arbeiten. Im Prinzip zahlt man den 
Preis, als würde man selbst fahren, bekommt dafür aber die Leistung 
einer Taxifahrt. Die Menschen werden zukünftig aber diesen Sachverhalt 
anders interpretieren: "Früher hatten wir noch einen richtigen 
Taxifahrer, mit dem man sich auch einmal unterhalten konnte. Heute gibt 
es nur noch eine Alexa." - Dabei vergessen sie, dass sie früher aus 
Kostengründen nie Taxi gefahren sind.

Fakt ist aber, dass durch die heutige Technologie ein Hartz4-Empfänger 
heute deutlich besser lebt als ein König im Mittelalter.

Wir müssen daher die Frage beantworten, wie wir Technologie attraktiver, 
sichtbarer und für den Endkonsumenten nützlicher gestalten.

Dazu muss sich die Denkweise ändern. Häufig beobachte ich, wie der 
direkte Nutzen der Technologie übergangen wird und stattdessen nur an 
Geld gedacht wird. Beim Thema KI geht es immer nur darum, wie viele 
Personalkosten kann ich einsparen, wenn ich das Callcenter gegen eine KI 
ersetze? Für wie viel Geld kann ich Schutzrechte, Daten etc. verkaufen? 
Es geht halt nicht darum echten direkten Nutzen aus der Technologie zu 
ziehen, sondern damit Geld zu machen, mit dem man sich die 
Annehmlichkeiten kaufen kann.

Im Falle des KI-basierten Callcenters verdienen nur einige 
Führungskräfte deutlich mehr Geld, das was sie an Personalkosten 
einsparen. Die Callcenter-Mitarbeiter verlieren ihr Einkommen, die 
Anrufer ärgern sich über das hartnäckige, dauerfreundliche Dummstellen 
der KD. (KD = Künstliche Dummheit)

Man braucht etwas, das dem Bürger direkt nützt. Das wäre z. B. Software, 
welche sich um die Bürokratie kümmert. Ich stelle mir das so vor, wie 
bei den Wirtschaftssimulations-Spielen. Da geht die Steuererklärung 
immer automatisch. Banträge sind bei Simcity nur ein Mausklick usw.

Beitrag #6175450 wurde von einem Moderator gelöscht.
Dieser Beitrag kann nur von angemeldeten Benutzern beantwortet werden. Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail, Yahoo oder Facebook? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen | Mit Facebook-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.