Forum: Offtopic Aluminiumtopf lackieren


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von Martin S. (sirnails)


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Hallo miteinander,

Ich habe einen Aluminium bzw Zinktopf, den wir als Biomülleimer 
benutzen. Der Topf ist noch ein Erbstück von meiner Großmutter; 
vermutlich viele zig Jahrzehnte alt. Aus sentimentalen Gründen wollte 
ich ihn halt weiter benutzen.

Das Problem ist leider, dass die Bioabfälle den Boden langsam auflösen. 
Daher dachte ich mir ich lackiere ihn.

Hab's mit PU-Lack probiert, hat aber nach kurzer Zeit blasen geworfen 
und sich abgelöst. Danach mit Hamerite, aber auch hier das gleiche.

Beim aktuellen Versuch hab ich die sau teure Hamerite Zink und Aluminium 
Grundierung genutzt, aber auch wieder das gleiche.

Hat jemand einen Tipp, was ich machen kann? Ich mag die ganze 
Komposterde nicht mit Aluminiumvernindungen verseucht haben.

Die Oberfläche war selbstverständlich gründlich gereinigt und mit der 
Drahtbürste an Bohrmaschine gereinigt und entfettet.

von Gerald B. (gerald_b)


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Da wirst du vermutlich nur mit Eloxieren eine haltbare und dichte 
Oxidschicht draufkriegen, die dann Obstsäuren widersteht. Mit 
Natronlauge oder Flussäure wird der Topf ja wohl eher nicht in 
Berührung kommen, denn beides löst auch Aluminiumoxid auf.
Ansonsten mal bei einem Lackierer fragen, was der rät. Ich vermute mal, 
es wird eine Grundierung/Haftvermittler draufmüssen.

von Max M. (maxi123456)


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Galvanisieren

von Gerald B. (gerald_b)


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Max M. schrieb:
> Galvanisieren

Was meinst du wohl, was eloxieren ist? Galvanisch eine Oxidschicht 
erzeugen.

von Martin S. (sirnails)


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Gerald B. schrieb:
> Ich vermute mal,
> es wird eine Grundierung/Haftvermittler draufmüssen.

Ja die ist ja drauf, nachdem es ohne nicht funktioniert hat.

Solche Effekte sind bei Aluminium bzw. Zink gemeinhin bekannt (gerade im 
Automobilbereich hat man da wahnsinnige Probleme damit).

Daher überlege ich, welche Passivierungsschicht helfen könnte, denn es 
"wächst" ja weiter unter der Lackschicht, als ob da noch was drinnen 
wäre, was komplett adiabat trotz Lackschicht oben drauf, weiter 
arbeitet.

Wenn sich dann mal blasen bilden, reißt die Schicht natürlich, wodurch 
dann ungehindert weiter Säuren, Bakterien und Pilze eindringen können, 
die, bzw. deren Stoffwechselprodukte, dann die Korrosion weiter 
vorantreiben. Die Oberfläche ist mittlerweile regelrecht zerfressen.

Mir kam auch die Idee, eine dicke Kalkschicht einzubrennen, aber ob der 
Lack dann darauf hält?!

von Martin S. (sirnails)


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Ich hatte auch die Idee, eine PTFE-Beschichtung aufbringen zu lassen. 
Bei dem, was dieses Hamerite-Zeug kostet, wäre das vermutlich auch nicht 
teurer gewesen, und ich hätte eine Schicht, die definitiv halten würde:

https://itn-antihaftbeschichtungen.de/antihaftbeschichtung-preise/

22 Euro + 2 x Versand, also runde 40 Euro. Isses mir dann aber "gefühlt" 
nicht wert.

Apropos Hamerite: Ich bin alles andere, als begeistert. Wenn man das 
Zeug nach Anleitung verarbeitet (zwei dünne, aber deckende Schichten), 
dann liegt die Trockenzeit bei fast einer Woche.

Im Außeneinsatz kann man das Zeug also höchstens im Rekordsommer 
verwenden. Keine Ahnung, warum es so dermaßen lange braucht, abzubinden. 
Und scheinbar taugt auch die Grundierung (Mini-Döschen für 7 Euro) 
nichts (siehe Topf).

von Harald W. (wilhelms)


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Martin S. schrieb:

> Hab's mit PU-Lack probiert, hat aber nach kurzer Zeit blasen geworfen

Ich vermute mal, Deine Aluminiumoberfläche ist nicht sauber, kann
aber auch nicht sagen, womit ma diese reinigt, bevor man die Grun-
dierung aufbringt.

von Gerald B. (gerald_b)


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Zum Einen wurde damals der Alu-Guss vielelicht nicht unter Innertgas 
gefertigt, zum andern könnten auch winzigste Spuren Quecksilber im 
Material eine Rolle spielen.
Suche mal nach Videos, was passiert, wenn du Aluminium mit Quecksilber 
benetzt - auch punktuell. Aluminium und Quecksilber bilden ein Amalgan. 
Das Amalgan reagiert mit Wasser, das Aluminium blüht regelrecht auf. 
Eine das Metall schützende Oxidschicht kann sich nicht bilden. Das 
Quecksilber wird dabei nicht verbraucht. Darum ist in der Luftfahrt auch 
verboten Quecksilber mit dem Flugzeug zu transportieren.
Was das jetzt mit dem Topf zu tun hat? Nun, früher wurde Quecksilber in 
der Chemieindustrie viel eingesetzt. Z.B. bei der elektrolytischen 
Herstellung von Natronlauge wurde mit flüssigen Quecksilberanoden 
gearbeitet. Wenn jetzt mit derartig kontaminierten Chemikalien Aluminium 
bearbeitet wurde, ist es u.U. denkbar, das das Aluminium mit Quecksilber 
verunreinigt ist, was über Jahrzehnte zu Lochfrass führt.

von Martin S. (sirnails)


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Spannend

von Peter L. (oe6loe)


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im Backrohr sehr gut trocknen und innen mit Unterbodenschutz ausmalen

von Crazy H. (crazy_h)


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- Topf innen reinigen und entfetten
- Natronlauge 10% einfüllen und aufheizen (max. 50°C, nicht kochen!!!) 
max. 3 Minuten
- spülen
- Topf innen nicht mehr berühren!
- 5%ige Salpetersäure einfüllen für 1 Minute
- spülen
- 15%ige Schwefelsäure einfüllen
- Edelstahlblech (besser Titanblech) rein hängen und an dieses ein 
Netzteil mit dem Minuspol anschliessen. Den Topf mit Plus verbinden.
- 15-18V für 60 Minuten (soll nicht zu stark gasen)
- ausleeren, spülen
- dest. Wasser einfüllen und aufheizen bis knapp unter Siedepunkt für 
60-70 Minuten
- fertig :-)

von Lothar J. (black-bird)


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Es gibt Alu-Grundierungen, die das Alu anätzen und eine feste unlösbare 
Zwischenschicht zwischen Alu und der ersten Lackierung bilden. Dann noch 
mehrere Farbschichten, möglichst mit 2K- Lacken damit der mechanische 
Abrieb nicht gleich zum Alu durchschlägt - dann könnte es eine Weile 
halten.

Blackbird

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Crazy H. schrieb:
> - fertig :-)

und was bleibt dann übrig? Nur noch der Topfrand ohne Boden? oder nur 
noch die Griffe?

Sorry, ich bin kein Chemiker, und kenne nicht die erwarteten chemischen 
Reaktionen, aber deine Beschreibung klingt eher "abbauend" als 
"aufbauend" ..

von Crazy H. (crazy_h)


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1. Beruf: Galvaniseur und Metallschleifer ;-) Das sind die Schritte beim 
eloxieren.

von Eddy C. (chrisi)


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Interessant. Wie spült man? Mit Leitungswasser? Dest. Wasser?

von Werner H. (werner45)


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Ich würde den ollen Alutopf im Schrottkontainer des Wertstoffhofes gegen 
einen Edelstahltopf umtauschen. Das erspart Materialkosten und Zeit.
Solche Töpfe sind dort genügend vorhanden, weil sie nicht für einen 
Induktionsherd geeignet sind.

Gruß - Werner

von Crazy H. (crazy_h)


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Eddy C. schrieb:
> Interessant. Wie spült man? Mit Leitungswasser? Dest. Wasser?

Nur das letzte Kochen (Sealing) geschieht in dest./entionisiertem 
Wasser. Spülen mit normalem Wasser.
Nach dem eloxieren, also vor dem sealing, kann man die Eloxalschicht mit 
speziellen Farben einfärben. Das Sealing schliesst die Poren der 
Eloxalschicht und schliesst damit die Farbe im Inneren ein.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Crazy H. schrieb:
> - Topf innen reinigen und entfetten
> - Natronlauge 10% einfüllen und aufheizen (max. 50°C, nicht kochen!!!)
> max. 3 Minuten
> - spülen
> - Topf innen nicht mehr berühren!
> - 5%ige Salpetersäure einfüllen für 1 Minute
> - spülen
> - 15%ige Schwefelsäure einfüllen
> - Edelstahlblech (besser Titanblech) rein hängen und an dieses ein
> Netzteil mit dem Minuspol anschliessen. Den Topf mit Plus verbinden.
> - 15-18V für 60 Minuten (soll nicht zu stark gasen)
> - ausleeren, spülen
> - dest. Wasser einfüllen und aufheizen bis knapp unter Siedepunkt für
> 60-70 Minuten
> - fertig :-)

oh oh, wenn man DAS heutzutage alles kauft...

Ich würde da mal 'ne Schicht Silicon drin verteilen.

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