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Forum: Haus & Smart Home Heimnetzwerkverkableung durch Glasfaser oder POF


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von Gabriel (Gast)


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Hallo Zusammen!
Ich bin ein Elektroinstallationstechniker und habe leider mit der LWL 
Technologie noch wenig erfahrung. Aber vielleicht könnt ihr mir bei 
diesem Thema weiterhelfen.

Ein Kunde hat bei mir bezüglich einer Heimnetzwerknachrüstung angefragt. 
Da er seinen Fernseher direkt über LAN und nicht mehr über WLAN mit dem 
Router verbinden möchte, um so auch HD Filme Stream zu können. Natürlich 
soll man keine Kabel sehen.

Allerdings ist es schwierig ein Cat 6 oder 7 Kabel dorthin zu ziehen, da 
keine Reserveleitungen vorhanden sind. Von Powerline halte ich 
persönlich nichts, da es Störanfällig ist. Die einzige Verbindung 
zwischen Router und Fernseher besteht nur über die Stromleitung 
(Schlauchdurchmesser 20mm / drei 1,5mm2 Adern). Ich habe auch schon 
versucht mit einer Einziehender durchzukommen, dass funktionierte ohne 
Schwierigkeiten.
Die kosten für die Nachrüstung sind nicht wirklich ein Problem, es 
handelt sich um einen wohlhabenderen Kunden ;).

Nun wäre meine Idee, dass ganze über LWL zu realisieren.
Dafür habe ich mich jetzt etwas in das Thema eingelesen.

Ich bin dabei über das POF (Polymere optische Fasern) System gestolpert, 
leider scheint das nicht sehr oft in Verwendung zu sein, da die meisten 
Beiträge dazu schon einige Jahre alt sind. Allerdings bin ich auf die 
Firma https://www.homefibre.at gestoßen, welche die benötigten 
Komponenten dafür anbietet. Es sind auch Übertragungsgeschwindigkeit bis 
1 Gbps möglich. Ich finde diese Lösung eigentlich ganz gut.
Was haltet Ihr von diesem System, würdet ihr es empfehlen oder eher 
nicht?

Ein andere Lösungsart wäre, über richtiges Glasfaser. Hier habe ich 
gesehen, dass es auch Feldkonvektionierbare Stecker gibt, die man ohne 
aufwendiges Spleißen auf eine Litze montieren kann. Es gibt leider sehr 
viele verschiedene Kabel und Stecker Typen. Welche wären für diese 
Anwendung die richtigen? Das Kabel müsste für engere Kurven und höhere 
Einzugskräfte geeignet sein. Gibt es so etwas überhaupt?

Oder gibt es vielleicht eine ganz andere Lösung, die ich übersehen habe?


Ich danke euch jetzt schon für eure Hilfe!

von Jan H. (j_hansen)


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Einen Schritt zurückgehend würde ich zuerst hier ansetzen:

Gabriel schrieb:
> Ein Kunde hat bei mir bezüglich einer Heimnetzwerknachrüstung angefragt.
> Da er seinen Fernseher direkt über LAN und nicht mehr über WLAN mit dem
> Router verbinden möchte, um so auch HD Filme Stream zu können. Natürlich
> soll man keine Kabel sehen.

Es ist kein Problem, auch über WLAN FullHD zu streamen. Ist für dich 
natürlich eher geschäftsschädigend, aber eventuell würde ein moderner 
Access Point schon genügen.

von Ich (Gast)


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Verteilung über Keller/Dochboden geht nicht?
Ein normales Netzwerkkabel (Kein Verlegekabel) lässt sich auch sehr gut 
in Sockelleisten verstecken.

von Thomas G. (Firma: Frickelhauptquartier) (taximan)


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> Es ist kein Problem, auch über WLAN FullHD zu streamen. Ist für dich
> natürlich eher geschäftsschädigend, aber eventuell würde ein moderner
> Access Point schon genügen.

Wer Funk kennt, nimmt Kabel

von Balte (Gast)


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Thomas G. schrieb:
>> Es ist kein Problem, auch über WLAN FullHD zu streamen. Ist für dich
>> natürlich eher geschäftsschädigend, aber eventuell würde ein moderner
>> Access Point schon genügen.
>
> Wer Funk kennt, nimmt Kabel

Das ist jetzt aber mal ein origineller Spruch.

von Betonkopf (Gast)


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Balte schrieb:
> Das ist jetzt aber mal ein origineller Spruch.

Aber ein korrekter.
Ich sitze 2m vom Router weg, trotzdem musste ich den Bürotisch an eine 
bestimmte Stelle im Raum rücken, um wenigstens 2 Striche zu bekommen.

Die Wunder von Stahlbeton.

von Jan H. (j_hansen)


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Betonkopf schrieb:
> Balte schrieb:
> Das ist jetzt aber mal ein origineller Spruch.
>
> Aber ein korrekter.
> Ich sitze 2m vom Router weg, trotzdem musste ich den Bürotisch an eine
> bestimmte Stelle im Raum rücken, um wenigstens 2 Striche zu bekommen.
>
> Die Wunder von Stahlbeton.

Ich zitiere mich hier mal selbst: "eventuell würde ein moderner Access 
Point schon genügen"

Habe hier auch einen "Provider-WLAN-Router-Rotz". Im Büro mit 
ordentlicher Hardware gibt's hingegen keine Probleme.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Warum hab ich bloß bei POF an "power over fiber" gedacht?

von Reinhard S. (rezz)


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Gabriel schrieb:
> Nun wäre meine Idee, dass ganze über LWL zu realisieren.
> Dafür habe ich mich jetzt etwas in das Thema eingelesen.
>
> Ich bin dabei über das POF (Polymere optische Fasern) System gestolpert,
> leider scheint das nicht sehr oft in Verwendung zu sein, da die meisten
> Beiträge dazu schon einige Jahre alt sind. Allerdings bin ich auf die
> Firma https://www.homefibre.at gestoßen, welche die benötigten
> Komponenten dafür anbietet. Es sind auch Übertragungsgeschwindigkeit bis
> 1 Gbps möglich. Ich finde diese Lösung eigentlich ganz gut.
> Was haltet Ihr von diesem System, würdet ihr es empfehlen oder eher
> nicht?

Noch nie verbaut, schaut aber erstmal ok aus. Das Gigabit geht halt nur 
bis max. 50m, das ist nicht unbedingt viel.

> Ein andere Lösungsart wäre, über richtiges Glasfaser. Hier habe ich
> gesehen, dass es auch Feldkonvektionierbare Stecker gibt, die man ohne
> aufwendiges Spleißen auf eine Litze montieren kann. Es gibt leider sehr
> viele verschiedene Kabel und Stecker Typen. Welche wären für diese
> Anwendung die richtigen?

LC-Stecker. Stolperstein hierbei ist, das die Aktivtechnik LC-Stecker in 
blau (senkrecht geschliffen) haben will, in der Verlegung allerdings 
Schrägschliff/grüne Stecker üblich sind. Kann man aber per Patchkabel 
klären.

> Das Kabel müsste für engere Kurven und höhere
> Einzugskräfte geeignet sein. Gibt es so etwas überhaupt?

Ja, such einfach nach Kabel für FTTH, Fasertyp G.657A oder G.657B, das 
sind die biegeoptimierten. Telekom verwendet bspw. im Haus ein- bis 
zweifasrige Kabel, die ziemlich viel aushalten sollen.

Meine Empfehlung wäre eine vorkonfektionierte (also mit 30/40/50m Kabel) 
Anschlussdose, die 2 LC-Stecker hat, und ans andere Ende halt 
feldkonfektionierbare LC-Stecker oder Spleißen (lassen) auf eine Dose.

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Heimgeräte haben keinen LWL Anschluss. Es braucht also aktives Geraffel 
hinter dem Fernseher um das ganze auf ein elektrisches Signal 
umzusetzen.
So weit zu “soll man nicht sehen”

Eierlegende Wollmilschsauen der Heimnetzwerktechnik haben auch seltenst 
SPF Buchsen.
Vorne und hinten also einen Medienkonverter. Wenn man dann was 
proprietäres eines Hersteller wählt, darf man in 2 Jahren Mondpreise 
bezahlen.

Cat5e kann sehr schlank sein. 1Gbps also auch einen 8k H265 stream 
bekommst du da sicher rüber.

von Chris (Gast)


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Gabriel schrieb:
> Was haltet Ihr von diesem System, würdet ihr es empfehlen oder eher
> nicht?
>
> Welche wären für diese
> Anwendung die richtigen? Das Kabel müsste für engere Kurven und höhere
> Einzugskräfte geeignet sein. Gibt es so etwas überhaupt?
>
> Oder gibt es vielleicht eine ganz andere Lösung, die ich übersehen habe?

Frage dich, warum überhaupt POF? Wenn du umbedingt eine optische 
Verbindung möchtest, nimm "normale" Glasfaser. Die ist weiter verbreitet 
als POF deutlich schnell und zukunftssicherer, auch wenn es erst mal 
etwas verwirrend  ist mit den anderen Steckern. Aber wie schon erwähnt, 
egal bei welcher optischen Lösung, du brauchst aktive Wandler von 
optisch auf elektrisch.

Ob du jetzt was optisches einziehst oder ein CAT7-Kabel macht doch auch 
schon nicht mehr viel Unterschied. Also würde ich gleich ein 
Netzwerkkabel verlegen. Wenn man etwas gut auswählt, findet man auch ein 
flexibles, das man ohne Bedenken auch um relativ enge Radien rumbekommt 
(z.B. in der Fußbodenleiste)

von Guenter H. (bigfix)


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Homefibre ist als Anbieter zu empfehlen

Ich habe einige Homefibre Produkte fuer ein Projekt vor ca. 9 Jahren mit 
Erfolg getestet - damals noch 100Mbit
Homefibre ist heute immer noch praesent - mit neueren Produkten
Herr Josef Faller (GF) war damals sehr hilfreich und "wissend"


POF ist wesentlich einfacher als "echte" Glasfaser zu installieren und 
zu warten - es reicht ein Cutter und eine Taschenlampe
(Ich war 10 Jahre bei Cisco - Glasfaser ist mir vertraut...)

Der Vorteil gegen CatX ist, dass ich es absolut problemlos und legal mit 
YE Draehten in einem Rohr/Dose fuehren darf
Am Auslass kommt dann eine Dose mit integrierten GBit Switch mit 
internem Powersupply (Speisung z.b. aus der benachbarten Steckdose)
Der Kunde sieht also nur normale RJ45 Anschluesse

Oder ich fuehre das POF Kabel aus der Steckdose seitlich raus und 
montiere den Adapter im Sideboard beim Fernseher
Das POF Kabel ist ungefaehr so dick wie ein normales Laustprecherkabel

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