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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Trittbrettfahrer der Pandemie


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von Rente mit 76 (Gast)


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Heute ist mir eine interessante Mail eines Kunden zugegangen:
(Firmenname verfremdet)
< Zitat Anfang <
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die FK GmbH ist Ihnen seit langen Jahren ein zuverlässiger 
Geschäftspartner. FK überzeugt Kunden mit innovativen individuellen 
Lösungen und mit einer entsprechenden Weitsicht in Bezug auf 
Investitionen und einem kontinuierlichen Firmenwachstum.

Aufgrund der derzeit undurchsichtigen wirtschaftlichen Auswirkungen die 
das COVID-19 mit sich bringen wird, möchte FK erste Vorsichtsmaßnahmen 
treffen, um weiterhin für Sie dieser Partner zu bleiben.

Eine dieser Maßnahmen ist die Bitte nach einer vorläufigen Verlängerung 
der Zahlungsziele um 15 Tage ab dem 01.04.2020.
Somit würden sich die vereinbarten Zahlungsbedingungen wie folgt ändern:

Beispiel 1: aktuelle Vereinbarung:       14 Tage 3 % Skonto, 30 Tage 
netto
angepasste Vereinbarung:    30 Tage 3 % Skonto, 45 Tage netto

Beispiel 2: aktuelle Vereinbarung:         30 Tage netto
angepasste Vereinbarung:    45 Tage netto

Bitte prüfen Sie Ihre Möglichkeiten uns so entgegen zu kommen und lassen 
Sie uns Ihre Antwort bis zum 23.03.2020 zukommen.

< Zitat Ende <

Es handelt sich um eine Firma mit 400 MA.
Alle anderen sind ja von der Pandemie glücklicherweise nicht 
betroffen...

von Maxe (Gast)


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Bei so ner Firma würde ich Vorkasse verlangen, scheint nicht mehr lang 
zu gehen...

von Theor (Gast)


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Ich sehe in dem Zitat keinen gerechtfertigten Anlass von 
"Trittbrettfahrer" zu sprechen, also von jemanden der nicht wirklich in 
Not ist sondern eine Krise benutzt um sich zu bereichern.

Was für Gründe hast Du, die Firma so zu bezeichnen?

Diese Möglichkeit zu erwägen, ist sicherlich nicht unvernünftig. Dennoch 
scheint es mir ratsam, konkrete Angaben (etwa eine Bankauskunft mit 
Einverständnis der Firma) über die Zahlungsfähigkeit zu berücksichtigen.

von Theor (Gast)


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Das oben Gesagte gilt natürlich nur, falls Deine eigene Situation einen 
Zahlungsaufschub erlaubt.

von ;) (Gast)


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Statt hoher Risikoabwälzung durch Zeitgewinn, wäre Teilzahlung
in kürzeren Abständen vielleicht eine bessere Alternative.
Wenn eine Firma plötzlich den Bach runter geht, kann man vielleicht
vermeiden, mit in den Abgrund gezogen zu werden.
Auf die finanzielle Hilfe des Staates würde ich nicht setzen,
denn alle Zeichen deuten darauf hin, dass die betroffenen Unternehmen
nur in die gierigen Arme der Banken mit verbilligten Krediten
getrieben werden sollen. Nur, müssen auch solche Kredite bedient
und zurück gezahlt werden. Einzig bei der Kurzarbeit wird sich
Geld sparen lassen, aber das geht dann zu Lasten der Beschäftigten.
Das Versprechen, da Lasten auf den Staat abzuwälzen, sollte man
erst mal abwarten, wie das gemeint ist.
Da sehe ich dann Gefahren für den Sozialstaat, der Vermögensaufbau
über Zuwendungen politisch erklärt, bisher nicht fördern wollte.

von auswanderer (Gast)


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Naja, also wieso nicht?
Jede Firma muss sich derzeit einen Plan zurechtlegen wie sie die Krise 
ueberleben. Den meissten brechen die Umsaetze weg, weisst du was da los 
ist? Mein Friseur hat mir erzaehlt dieser Monat war 20% vom Ueblichen. 
Aber viele Ausgaben sind fix, oder gehen nicht im gleichen Masse 
runter...Angestellte, Miete, etc. Der kann sich heute hinsetzen und eine 
Kurve seiner Cashreserven aufmalen, wo die Kurve die X-Achse kreuzt ist 
dann Ende.
Also ist das Ziel die Reserven zu strecken. Und das macht man nicht mit 
einer einzigen Massnahme, sondern mit einer ganzen Liste an Punkten.
Ich hab bei dem eh immer ein "Package", wo ich 10 Besuche auf einmal 
zahl, und sie dafuer etwas billiger bekomm. Es war zwar noch nicht 
noetig, aber ich hab aus Solidaritaet mal 10 weitere gekauft. Wenn er 
doch Pleite geht, ok, bringt mich nicht um wenn das Geld weg ist. Aber 
wenns ihm hilft zu ueberleben...ich hab keine grosse Lust mir einen 
Neuen zu suchen.

Die Firma wird sich eben hingesetzen haben und sich ueberlegt haben was 
sie machen koennen. Und einer der Punkte war, bei den Lieferanten die 
Zahlungsziele zu verlaengern. Und das probiert man dann eben, zusammen 
mit allen anderen Punkten. Was soll der Mitarbeiter da machen? "Sorry 
Chef, die E-mail ist mir zu peinlich, ich frag lieber nicht, lassen wir 
den Punkt doch einfach weg?" Zu Teilzahlung...effektiv wird es darauf 
hinauslaufen...solche Firmen kaufen ja nicht einmal im Jahr ein, sondern 
werden regelmaessig beliefert. Da ueberschneiden sich 
Zahlungen...haengen immer X Transaktionen in der Stundung, y Geld geht 
diese Woche raus, fuer Z wird eingekauft.

Klar, der Zulieferer ist in der gleichen Situation, und wird wohl sagen 
nein kann ich nicht machen, mir geht selber die Kohle aus. Aber 
vielleicht geht ja doch was, und wer nicht fragt bekommt auch keine 
Antwort.

von Weg mit dem Troll (Gast)


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Skonto... soll das ein Witz sein ?

Meinetwegen 45 Tage netto, aber sicher kein Skonto. Was soll ich mit dem 
Geld, wenn's frueher kommt ? Zu Negativzinsen anlegen ?

von Udo S. (urschmitt)


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Weg mit dem Troll schrieb:
> Was soll ich mit dem
> Geld, wenn's frueher kommt ?

Na dann mach doch gleich 180 tage netto
:-)

Beitrag #6191291 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Bla bla und bla (Gast)


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Rente mit 76 schrieb:
> Es handelt sich um eine Firma mit 400 MA.
> Alle anderen sind ja von der Pandemie glücklicherweise nicht
> betroffen...

Bitte nicht schon wieder schwarz-weiss denken.
Wenn der Kunde in der Vergangenheit immer fair gewesen ist, würde ich 
ihm selbstverständlich entgegenkommen.

von Rente mit 76 (Gast)


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> Wenn der Kunde in der Vergangenheit immer fair gewesen ist, würde ich
> ihm selbstverständlich entgegenkommen.

War er aber nicht.

Weitere schöne Beispiele aus jüngster Zeit: Deichmann, H&M, Adidas.
Ja, da fängt die echte Armut an!

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