Forum: Haus & Smart Home Was genau ist APZ (Abschlusspunkt Zählerplatz)


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von ai (Gast)


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Hallo,
eine Verwandte baut Haus und ich hab das Angebot vom Elektriker hier 
liegen (eigentlich geht es um die Netzwerktechnik, damit kenn ich mich 
aus).
Ich lese oft APZ (Abschlusspunkt Zählerplatz) und hab recherchiert (bei 
Hager zum Beispiel), allerdings wird mir immer noch nicht klar was genau 
da hinkommt. Die Zähler sind es ja wohl nicht, aber bei Hager wird immer 
dargestellt, dass man ein Netzwerkkabel dort braucht (allerdings steht 
nirgends was genau da jetzt angeschlossen werden soll). Also: Was genau 
kommt da hin?

P.S. Im Angebot steht außerdem noch : Zähleranlage 1x Zählerplatz 
Hausstrom/1x Zählerplatz Heizung/1xFRE/1x APZ + Verteilerfeld/ 1x 
Multimediafeld. Weiß jemand was FRE bedeutet? DAzu habe ich nix 
gefunden.

Danke und bleibt Gesund!

von Gerd E. (robberknight)


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ai schrieb:
> aber bei Hager wird immer
> dargestellt, dass man ein Netzwerkkabel dort braucht (allerdings steht
> nirgends was genau da jetzt angeschlossen werden soll). Also: Was genau
> kommt da hin?

Das fordern die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) seit einiger 
Zeit.

Die Idee dahinter ist wohl, dass man seine Smarthome-Technik dort mit 
dem (in Zukunft) intelligenten Zähler verbinden kann um dann z.B. die 
Waschmaschine automatisch einschalten zu können wenn grade der Strom 
billig ist oder die eigene PV-Anlage gerade genug Strom liefert.

Auch wenn das in der Praxis noch nicht so eine Rolle spielt fordern die 
das jetzt, weil es erfahrungsgemäß Jahrzehnte braucht bis das in einem 
Großteil der Häuser umgesetzt ist.

von Timo N. (tnn85)


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Ich glaube es geht darum schon mal ein Netzwerkkabel zum "zukünftig" 
notwendigen Smart Meter Gateway einzuplanen.
Du kannst dann da kundenseitig das SMG mit deinem Netzwerk zuhause 
verbinden.

von Sven L. (sven_rvbg)


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FRE = Funkrundsteuerempfänger, in dem Fall zum Ansteuern der Wärmepumpe, 
Tarifumschaltung am Zähler

in den APZ kann der Netzbetreiber irgendwann einen Router installieren, 
falls er nicht ein Smartmetergateway einsetzt, das via Powerline oder 
Mobilfunk komuniziert.

von ai (Gast)


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Aha, danke für die wirklich hilfreichen und aufschlussreichen Antworten.

Sven L. schrieb:
> FRE = Funkrundsteuerempfänger, in dem Fall zum Ansteuern der
> Wärmepumpe,
> Tarifumschaltung am Zähler
>
> in den APZ kann der Netzbetreiber irgendwann einen Router installieren,
> falls er nicht ein Smartmetergateway einsetzt, das via Powerline oder
> Mobilfunk komuniziert.

Nur die Frage an welchen Anschluss er das dann ansteckt.

Gerd E. schrieb:
> Die Idee dahinter ist wohl, dass man seine Smarthome-Technik dort mit
> dem (in Zukunft) intelligenten Zähler verbinden kann um dann z.B. die
> Waschmaschine automatisch einschalten zu können wenn grade der Strom
> billig ist oder die eigene PV-Anlage gerade genug Strom liefert.

Naja da sind ja viele Hersteller von Akkus für den Heimgebrauch schon 
weiter und können das alles schon. Nur das dafür die Daten (im 
Idealfall) nicht meinen Haushalt verlassen müssen.

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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ai schrieb:
> Nur das dafür die Daten (im
> Idealfall) nicht meinen Haushalt verlassen müssen.

Richtig, aber es müssen Daten in deinen Haushalt rein. Genaugenommen das 
aktuelle Preissignal. Denn Preise die Zeiten als 24/7-365 fix sind 
waren., waren vorgestern.

von Sven L. (sven_rvbg)


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ai schrieb:
> Nur die Frage an welchen Anschluss er das dann ansteckt.

Tja das wissen die Netzbetreiber eben selbst nicht.

Darum steht auch irgendwo, man soll ein Leerrohr Richtung der 
Hausanschlüsse legen. Bei Neubauten ok, im Bestand kommen die Medien 
teilweise an unterschiedlichen Stellen ins Haus.

Der Netzbetreiber hat teilweise die Wahl zw. LWL, DSL, Breitbandkabel, 
Mobilfunk oder Powerline.

Da er, wenn er nicht auch das TK-Netz betreibt, den Anschluss mieten 
müsste, wird es wohl wie schon oben geschrieben auf Mobilfunk oder 
Powerline hinauslaufen. Dann bleibt der APZ leer. Ärgerlich ist, das man 
so 24TE verschenken muss.

Da jetzt das 3. Smartmeter Gateway vom Bundesamt in der 
Informationstechnik zertifiziert wurde, müssen die Netzbetreiber in 
Ihrer Funktion als Grundzuständiger Messstellenbetreiber mit dem Rollout 
beginnen, da sie sonst ihren Status verlieren. Da die Gateways sehr 
teuer sind, u.a wegen sicherer Lieferkette, wird man wohl in Gebäuden 
mit vielen Messstellen mit dem Rollout beginnen.

Gespräche mit vielen Netzbetreibern haben mir gezeigt, das die Kunden am 
Mehrwert eines intelligenten Messsystems gar kein Interesse haben; 
kostet mehr bringt wenig. Wenn man Netzzustandsdaten braucht kann man 
auch in der Station messen.

Die moderne Messeinrichtung finde ich ja noch okay.

Das Geld, was der Rollout kostet, hätte man sinnvoller verpulvern 
können, z.B. in Breitbandausbau oder so.

Aber das nur am Rande zur eigentlichen Frage, zum mal drüber nachdenken!

von Ein Anderer (Gast)


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Gerd E. schrieb:
> Das fordern die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) seit einiger
> Zeit.

Das beim Zähler eine Netzwerkdose ist?
Mein Zählerschrank wurde vor zwei Jahren komplett erneuert (und 
versetzt). Der Elektriker hat aber nichts von einer Netzwerkdose 
erwähnt...

von schUk0 (Gast)


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Um mal die Frage zu beantworten.

Mit der erwähnten Netzwerkverbindung hat der Kunde nichts zu tun, denn 
sie befindet sich (bei eHz-Zählern) komplett unzugänglich hinter 
verplombten Abdeckungen.

Es ist lediglich eine Verbindung vom APZ zum RfZ um das genannte 
Smart-Meter-Gateway mit der hinteren optischen Schnittstelle des Zählers 
zu verbinden.
Bei eHZ ist auch diese unsichtbar und für den Kunden unzugänglich hinter 
dem Zähler.

Bei klassischen 3-Punkt Plätzen ist das etwas anders aufgebaut , aber 
erfüllt den selben Zweck.

Was mich wundert ist, dass hier nur ein Verteilerfeld mit APZ angeboten 
wurde. Das ist meistens zu klein um eine moderne Unterverteilung zu 
bauen.
Man kommt auch nur noch von unten oder oben mit Leitung in den Schrank, 
denn man darf nicht (auf gar keinen Fall nie nicht niemals nicht!) mit 
Leitungen durch das APZ - Feld gehen.

Ob das nun alles so Sinn macht steht auf einem anderen Blatt.
Fakt ist, bei nicht Vorhandensein oder falscher Ausführung des APZ >IM< 
Zählerschrank (nein nicht daneben, darüber oder sonstwo) kann es dazu 
kommen, dass die Zählersetzung und somit die Inbetriebnahme vom 
Messstellenbetreiber verweigert wird.

Jahrelang haben alle drüber gelacht... Inzwischen sind mir mehrere Fälle 
zu Ohren gekommen, wo es tatsächlich dazu kam. Die DIN-VDE 4100 vom 
April 2019 wird inzwischen relativ knallhart durchgesetzt.

von schUk0 (Gast)


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Sorry für Doppelpost, aber mir ist noch aufgefallen, dass da nicht 
explizit ein Überspannungsschutz erwähnt wird.
Sinnigerweise würde man hier einen Kombiableiter Typ1/2 nehmen.

Da ihr bereits 2 Zählerplätze habt, bräuchte man 2 SLS + 
Überspannungsschutz + Sicherung für die Spannungsversorgung des APZ + 
nicht zu vergessen... Die Zuleitung aus dem HAK.

Wenn man da nicht den richtigen Überspannungsschutz verwendet, bekommt 
man das nicht in ein Sammelschienenfeld und der Zählerschrank wird auch 
hier wieder ein Feld breiter.
Wenn ihr nicht eh schon ein Feld pro Zähler habt.

Beide Lösungen liegen um mehrere Hundert Euro und sollten schon im 
Angebot erwähnt werden.

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