Hallo,
eine Verwandte baut Haus und ich hab das Angebot vom Elektriker hier
liegen (eigentlich geht es um die Netzwerktechnik, damit kenn ich mich
aus).
Ich lese oft APZ (Abschlusspunkt Zählerplatz) und hab recherchiert (bei
Hager zum Beispiel), allerdings wird mir immer noch nicht klar was genau
da hinkommt. Die Zähler sind es ja wohl nicht, aber bei Hager wird immer
dargestellt, dass man ein Netzwerkkabel dort braucht (allerdings steht
nirgends was genau da jetzt angeschlossen werden soll). Also: Was genau
kommt da hin?
P.S. Im Angebot steht außerdem noch : Zähleranlage 1x Zählerplatz
Hausstrom/1x Zählerplatz Heizung/1xFRE/1x APZ + Verteilerfeld/ 1x
Multimediafeld. Weiß jemand was FRE bedeutet? DAzu habe ich nix
gefunden.
Danke und bleibt Gesund!
ai schrieb:> aber bei Hager wird immer> dargestellt, dass man ein Netzwerkkabel dort braucht (allerdings steht> nirgends was genau da jetzt angeschlossen werden soll). Also: Was genau> kommt da hin?
Das fordern die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) seit einiger
Zeit.
Die Idee dahinter ist wohl, dass man seine Smarthome-Technik dort mit
dem (in Zukunft) intelligenten Zähler verbinden kann um dann z.B. die
Waschmaschine automatisch einschalten zu können wenn grade der Strom
billig ist oder die eigene PV-Anlage gerade genug Strom liefert.
Auch wenn das in der Praxis noch nicht so eine Rolle spielt fordern die
das jetzt, weil es erfahrungsgemäß Jahrzehnte braucht bis das in einem
Großteil der Häuser umgesetzt ist.
Ich glaube es geht darum schon mal ein Netzwerkkabel zum "zukünftig"
notwendigen Smart Meter Gateway einzuplanen.
Du kannst dann da kundenseitig das SMG mit deinem Netzwerk zuhause
verbinden.
FRE = Funkrundsteuerempfänger, in dem Fall zum Ansteuern der Wärmepumpe,
Tarifumschaltung am Zähler
in den APZ kann der Netzbetreiber irgendwann einen Router installieren,
falls er nicht ein Smartmetergateway einsetzt, das via Powerline oder
Mobilfunk komuniziert.
Aha, danke für die wirklich hilfreichen und aufschlussreichen Antworten.
Sven L. schrieb:> FRE = Funkrundsteuerempfänger, in dem Fall zum Ansteuern der> Wärmepumpe,> Tarifumschaltung am Zähler>> in den APZ kann der Netzbetreiber irgendwann einen Router installieren,> falls er nicht ein Smartmetergateway einsetzt, das via Powerline oder> Mobilfunk komuniziert.
Nur die Frage an welchen Anschluss er das dann ansteckt.
Gerd E. schrieb:> Die Idee dahinter ist wohl, dass man seine Smarthome-Technik dort mit> dem (in Zukunft) intelligenten Zähler verbinden kann um dann z.B. die> Waschmaschine automatisch einschalten zu können wenn grade der Strom> billig ist oder die eigene PV-Anlage gerade genug Strom liefert.
Naja da sind ja viele Hersteller von Akkus für den Heimgebrauch schon
weiter und können das alles schon. Nur das dafür die Daten (im
Idealfall) nicht meinen Haushalt verlassen müssen.
ai schrieb:> Nur das dafür die Daten (im> Idealfall) nicht meinen Haushalt verlassen müssen.
Richtig, aber es müssen Daten in deinen Haushalt rein. Genaugenommen das
aktuelle Preissignal. Denn Preise die Zeiten als 24/7-365 fix sind
waren., waren vorgestern.
ai schrieb:> Nur die Frage an welchen Anschluss er das dann ansteckt.
Tja das wissen die Netzbetreiber eben selbst nicht.
Darum steht auch irgendwo, man soll ein Leerrohr Richtung der
Hausanschlüsse legen. Bei Neubauten ok, im Bestand kommen die Medien
teilweise an unterschiedlichen Stellen ins Haus.
Der Netzbetreiber hat teilweise die Wahl zw. LWL, DSL, Breitbandkabel,
Mobilfunk oder Powerline.
Da er, wenn er nicht auch das TK-Netz betreibt, den Anschluss mieten
müsste, wird es wohl wie schon oben geschrieben auf Mobilfunk oder
Powerline hinauslaufen. Dann bleibt der APZ leer. Ärgerlich ist, das man
so 24TE verschenken muss.
Da jetzt das 3. Smartmeter Gateway vom Bundesamt in der
Informationstechnik zertifiziert wurde, müssen die Netzbetreiber in
Ihrer Funktion als Grundzuständiger Messstellenbetreiber mit dem Rollout
beginnen, da sie sonst ihren Status verlieren. Da die Gateways sehr
teuer sind, u.a wegen sicherer Lieferkette, wird man wohl in Gebäuden
mit vielen Messstellen mit dem Rollout beginnen.
Gespräche mit vielen Netzbetreibern haben mir gezeigt, das die Kunden am
Mehrwert eines intelligenten Messsystems gar kein Interesse haben;
kostet mehr bringt wenig. Wenn man Netzzustandsdaten braucht kann man
auch in der Station messen.
Die moderne Messeinrichtung finde ich ja noch okay.
Das Geld, was der Rollout kostet, hätte man sinnvoller verpulvern
können, z.B. in Breitbandausbau oder so.
Aber das nur am Rande zur eigentlichen Frage, zum mal drüber nachdenken!
Gerd E. schrieb:> Das fordern die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) seit einiger> Zeit.
Das beim Zähler eine Netzwerkdose ist?
Mein Zählerschrank wurde vor zwei Jahren komplett erneuert (und
versetzt). Der Elektriker hat aber nichts von einer Netzwerkdose
erwähnt...
Um mal die Frage zu beantworten.
Mit der erwähnten Netzwerkverbindung hat der Kunde nichts zu tun, denn
sie befindet sich (bei eHz-Zählern) komplett unzugänglich hinter
verplombten Abdeckungen.
Es ist lediglich eine Verbindung vom APZ zum RfZ um das genannte
Smart-Meter-Gateway mit der hinteren optischen Schnittstelle des Zählers
zu verbinden.
Bei eHZ ist auch diese unsichtbar und für den Kunden unzugänglich hinter
dem Zähler.
Bei klassischen 3-Punkt Plätzen ist das etwas anders aufgebaut , aber
erfüllt den selben Zweck.
Was mich wundert ist, dass hier nur ein Verteilerfeld mit APZ angeboten
wurde. Das ist meistens zu klein um eine moderne Unterverteilung zu
bauen.
Man kommt auch nur noch von unten oder oben mit Leitung in den Schrank,
denn man darf nicht (auf gar keinen Fall nie nicht niemals nicht!) mit
Leitungen durch das APZ - Feld gehen.
Ob das nun alles so Sinn macht steht auf einem anderen Blatt.
Fakt ist, bei nicht Vorhandensein oder falscher Ausführung des APZ >IM<
Zählerschrank (nein nicht daneben, darüber oder sonstwo) kann es dazu
kommen, dass die Zählersetzung und somit die Inbetriebnahme vom
Messstellenbetreiber verweigert wird.
Jahrelang haben alle drüber gelacht... Inzwischen sind mir mehrere Fälle
zu Ohren gekommen, wo es tatsächlich dazu kam. Die DIN-VDE 4100 vom
April 2019 wird inzwischen relativ knallhart durchgesetzt.
Sorry für Doppelpost, aber mir ist noch aufgefallen, dass da nicht
explizit ein Überspannungsschutz erwähnt wird.
Sinnigerweise würde man hier einen Kombiableiter Typ1/2 nehmen.
Da ihr bereits 2 Zählerplätze habt, bräuchte man 2 SLS +
Überspannungsschutz + Sicherung für die Spannungsversorgung des APZ +
nicht zu vergessen... Die Zuleitung aus dem HAK.
Wenn man da nicht den richtigen Überspannungsschutz verwendet, bekommt
man das nicht in ein Sammelschienenfeld und der Zählerschrank wird auch
hier wieder ein Feld breiter.
Wenn ihr nicht eh schon ein Feld pro Zähler habt.
Beide Lösungen liegen um mehrere Hundert Euro und sollten schon im
Angebot erwähnt werden.