Hallo,
die Katoden-Basis-Schaltung mit Elektronenröhren hat das Problem das
sich Störungen und Ripple auf der Versorgung fast 1:1 auf den Ausgang
übertragen. In der Vergangenheit hat man dafür fette Eisendrosseln mit
vielen Henrys und LC-Ketten genommen um die Versorgung zu sieben. In
alten Röhrenmessgeräten sind oft Längsregler aus diesem Grund verbaut.
(Sennheiser RV55 z.B.)
Ich möchte für einen Röhren Audio Vorverstärker eine Versorgung
realisieren die minimalen Ripple hat, Irgendwo < 100uV. Um so weniger um
so besser. Ich habe mich in "moderneren" Schaltungen umgesehen und
entdeckt das oft eine sehr Primitive Form des Längsreglers verwendet
wird:
https://www.loetstelle.net/projekte/mosfetpsv2/mosfetpsv2.html
Oft auch als Elektronische Induktivität. Widerstand zwischen Emitter und
Basis, Basis mit einem großen C gegen Masse. Ich habe einen Röhren
Vorverstärker der das so macht und diverse Schaltpläne gefunden wo das
so funktioniert, am Emitter hängt meistens noch ein Elko 10-220uF.
Und genau da kommt meine Frage auf, im Einschaltmoment müssen diese
10-220uF Ja geladen werden, der Transistor befindet sich im
Linearbetrieb. Kurzzeitig ist die Verlustleistung im Halbleiter extrem,
wie schätzt man ab was das Bauteil an Kapazitiver Last verträgt?
Danke!
Gruß,
Jan
Jan schrieb:> Ich möchte für einen Röhren Audio Vorverstärker eine Versorgung> realisieren die minimalen Ripple hat, Irgendwo < 100uV.
Die Forderung erscheint mir etwas übertrieben. Das würde höchstens
bei ganz speziellen Meßschaltungen Sinn machen.
> Ich habe mich in "moderneren" Schaltungen umgesehen und> entdeckt das oft eine sehr Primitive Form des Längsreglers verwendet> wird:>> https://www.loetstelle.net/projekte/mosfetpsv2/mosfetpsv2.html
Das ist eine ganz normale Standardschaltung, die vermutlich für
den Zweck (Nf-Verstärker) völlig ausreichend ist. Vielleicht
sollte man statt der Z-Dioden besser passende Stabi-Röhren nehmen.
> Am Emitter hängt meistens noch ein Elko 10-220uF.
Einen grösseren Elko an den Ausgang eines Spannungsreglers zu
setzen, macht nur wenig Sinn. Falls man wirklich Probleme mit
Brummstörungen hat, sollte man eher ausser dem Ladekondensator
am Eingang eine Drossel plus Siebkondensator setzen.
> Und genau da kommt meine Frage auf, im Einschaltmoment müssen diese> 10-220uF Ja geladen werden,
Am Eingang der Regelschaltung macht das keine Probleme.
Danke Harald für Deine Antwort!
>Die Forderung erscheint mir etwas übertrieben. Das würde höchstens>bei ganz speziellen Meßschaltungen Sinn machen.
Weil die Störungen praktisch 1:1 am Ausgang erscheinen hat man damals in
hochwertigen NF Schaltungen schon heftige Siebketten gebaut.
Sowas z.B.:
http://schems.com/tubebooks.org/file_downloads/McIntosh/C20_sch.pdf>Einen grösseren Elko an den Ausgang eines Spannungsreglers zu>setzen, macht nur wenig Sinn. Falls man wirklich Probleme mit>Brummstörungen hat, sollte man eher ausser dem Ladekondensator>am Eingang eine Drossel plus Siebkondensator setzen.
Es ist ja ein sehr primitiver Regler, eigentlich gibt es ja nichtmal
eine Rückführung der Ausgangsspannung. Spannungssteller eher.
Der Innenwiderstand wird im NF Bereich schon einige Ohm betragen, die
Schaltung danach bekommt ja auch noch Stützkondensatoren. Wenn an der
Schaltung 100uF z.B. hängen, geht sie dann beim Einschalten hoch?
Gruß,
Jan
Jan schrieb:> Und genau da kommt meine Frage auf, im Einschaltmoment müssen diese> 10-220uF Ja geladen werden, der Transistor befindet sich im> Linearbetrieb. Kurzzeitig ist die Verlustleistung im Halbleiter extrem,> wie schätzt man ab was das Bauteil an Kapazitiver Last verträgt?
Die Verlustleistung ist nicht so extrem, wenn die Kapazität beim
Einschalten schon angeschlossen ist. Denn dann steigt die
Ausgangsspannung nur langsam an (wegen R4, C1) und damit auch der Strom
in den Ausgangskondensator CA. Dieser Strom ist dann etwa Ica=IR4*CA/C1.
Wenn du den MOSFET richtig schützen willst, also auch beim Anschluß
eines leeren Kondensators an die eingeschaltete Spannungsquelle oder bei
Ausgangskurzschluß, dann musst du das SOA-Diagramm beachten. Am
einfachsten baut man eine Strombegrenzung ein, die den Strom immer auf
zulässige Werte begrenzt. Wenn man mehr "herausholen" will, dann macht
man die Stromgrenze von der Uds abhängig.
ArnoR schrieb:> Denn dann steigt die> Ausgangsspannung nur langsam an (wegen R4, C1) und damit auch der Strom> in den Ausgangskondensator CA. Dieser Strom ist dann etwa Ica=IR4*CA/C1.
Also der Strom steigt mit der Zeit natürlich nicht an, sondern fällt
entsprechend der angegebenen Näherung.
Hi,
eine Schaltung im Netz gefunden. Mit bipolaren Transistoren.
(Hatte mir für Experimente schon mal BU2520AX besorgt.)
Also, für Vorstufenanodenspannungsstabilisierung nehmen die immer
Z-Dioden,
weil die Spannungsschwankungen der Arbeitspunktverschiebungen der
Endröhren etc. weggefangen werden sollen. Nicht in erster Linie, um den
100 Hz Ripple wegzubekommen. Den bekommt man leicht mit RC-Kombinationen
weg.
Warum nicht für die Vorstufen eine Extrawicklung (Anodenspannung)am
Netztrafo vorsehen?
Ein Restbrumm kommt noch durch die Röhrenheizung.
Viele schwören da auf DC mit Stabi. (Ich nicht.)
ciao
gustav
Jan schrieb:> die Katoden-Basis-Schaltung mit Elektronenröhren hat das Problem das> sich Störungen und Ripple auf der Versorgung fast 1:1 auf den Ausgang> übertragen.
Also bei "Widerstandsverstärkern" mit Triode stimmt diese
Aussage schonmal nicht.
Man müsste die Schaltung kennen, um zu sagen ob ein
Längsregler vorteilhaft ist. Immerhin reduziert
der die verfügbare Spannung am Arbeitswiderstand
und das ist von Nachteil.
LG
old.
Nochmals Danke an Euch alle!
>Dieser Strom ist dann etwa Ica=IR4*CA/C1.
Das hilft mir sehr beim abschätzen, damit kann ich im SOA Diagramm
arbeiten. Vielen Dank!
>Wenn du den MOSFET richtig schützen willst, also auch beim Anschluß>eines leeren Kondensators an die eingeschaltete Spannungsquelle oder bei>Ausgangskurzschluß, dann musst du das SOA-Diagramm beachten.
Beides kommt so nicht vor, deshalb braucht man da keinen Zusätzlichen
Aufwand machen.
>eine Schaltung im Netz gefunden.
Ist ähnlich wie das was ich vorhatte, Transistor Stromquelle statt
Widerstand dann ist der Strom durch die Z-Dioden unabhängig von der
Eingangsspannung.
>Also bei "Widerstandsverstärkern" mit Triode stimmt diese>Aussage schonmal nicht.
Ich habe die Spice Simulation angehängt, wenn ich "UB2" eine
Wechselspannung überlagern lasse kommt die fast ungedämpft am Ausgang
durch.
Gruß
Jan schrieb:> Ich möchte für einen Röhren Audio Vorverstärker eine Versorgung> realisieren die minimalen Ripple hat, Irgendwo < 100uV.Jan schrieb:> https://www.loetstelle.net/projekte/mosfetpsv2/mosfetpsv2.htmlKarl B. schrieb:> Anodenspg_Stabilisation_.jpg
Beide Schaltungen sind nicht auf 100uV genau.
Punkt.
Einfach vergesen.
Emitterfolger bzw. Sourcefolger brauchen übrigend keinen grossen
Ausgangelko.
Mit 0.1V - 0.5V Spannungseinbruch bei steigender Belastung muss man aber
rechnen.
Ein einfacher Längsregler mit Tiefpass an der Basis reicht um den Ripple
massiv zu drücken. Mache ich so bei einem Klasse A Kopfhörerverstärker
(Mosfet Endstufe) Da hört man nichts mehr vom Netzbrumm.
Edit: Statt "meinem" "einem" eingesetzt. immerhin kommt die Idee hier
aus dem Forum.
Michael B. (laberkopp) schrieb:
>Jan schrieb:>> Ich möchte für einen Röhren Audio Vorverstärker eine Versorgung>> realisieren die minimalen Ripple hat, Irgendwo < 100uV.>Jan schrieb:>> https://www.loetstelle.net/projekte/mosfetpsv2/mosfetpsv2.html>Karl B. schrieb:>> Anodenspg_Stabilisation_.jpg>Beide Schaltungen sind nicht auf 100uV genau.
Die sollen auch nicht genau sein, sondern den Ripple begrenzen, was die
aber natürlich auch nicht mit <100µV schaffen (diese Anforderung ist
sowieso ziemlich übertrieben)
Jan schrieb:> Ich habe die Spice Simulation angehängt, wenn ich "UB2" eine> Wechselspannung überlagern lasse kommt die fast ungedämpft am Ausgang> durch.
Vergleiche mal bitte out1 und out2.
Da erkennst Du was man schaltungstechnisch machen kann.
Und wir sind da noch lange nicht am Ende der Fahnenstange!
Ich habe 10Vs 100Hz der Betriebsspannung überlagert.
Ich musste die Signalspannung um 6dB verringern,
da ich aus der ECC-Serie nichts mit kleinerem µ
gefunden habe. Es gibt aber passende EF's die in
Triodenschaltung µ<10 haben. Das verbessert
den PSRR nochmal. Alternativ tut das auch eine
Spannungsgegenkopplung, wenn Du mir die gestattest.
Warum hast Du so viel Ausgangspegel eingestellt?
LG
old.
Der Regler soll wie Jens G. geschrieben hat nicht genau sein, es ist
egal ob es 310 oder 280V sind. Wichtig ist das keine NF-Störungen (wie
der 100Hz Ripple vom Gleichtrichter)
>Vergleiche mal bitte out1 und out2.>Da erkennst Du was man schaltungstechnisch machen kann.>Und wir sind da noch lange nicht am Ende der Fahnenstange.>Ich habe 10Vs 100Hz der Betriebsspannung überlagert.
Hätte ich schreiben müssen, sorry. Am Ausgang hängt ein 5:1 Übertrager,
die Aufgabe dieser Stufe ist es nur einen Niederohmigen Ausgang bereit
zu stellen der 600 Ohm treiben kann.
Die Gesamte Verstärkung der Stufe soll also gering (Faktor 1 bzw. 2)
sein, es ist ein Impedanzwandler. Den Haupteinfluss hat der C Der den
Kathodenwiderstand brückt und der Hochohmigere Widerstand an der Anode,
das ist so nicht gewünscht weil dadurch die Verstärkung steigt. Weil die
Gegenkopplung durch den Kathodenwiderstand fehlt bestimmt auch der
Klirr?
Wenn es gute Wege gibt den PSRR zu erhöhen, ich bin für Tipps dankbar.
Die Eingangsstufe ist wegen Ihrer "Über alles" GK nicht so kritisch.
Gruß,
Jan
Jan schrieb:> Wenn es gute Wege gibt den PSRR zu erhöhen, ich bin für Tipps dankbar.
Ich empfehle Dir SRPP mit dezenter lokaler Spannungsgegenkopplung
plus einem Schuss Aikido. :)
LG
old.
>Ich empfehle Dir SRPP mit dezenter lokaler >Spannungsgegenkopplung>plus einem Schuss Aikido. :)
Die Schaltung ist super, alleine die Gegenkopplung finde ich schön
gelöst. Die Schaltung muss später 15kOhm problemlos treiben können, auch
ohne Last bleibt der Ausgangspegel so gleich. (Den Fall gibt es
natürlich auch) Das wäre ideal.
Eine Sache funktioniert in der „echten Welt“ aber nicht, die UFK von der
ECC88 wird überschritten. Man kann die Heizung hochlegen, z.B. Auf 50V.
Bin aber nicht sicher was die untere Triode dazu meint, ich glaube es
ist schlecht wenn die Kathode negativer als die Heizung ist.
Hast Du da vielleicht eine Lösung?
Gruß Jan
Jan schrieb:> Man kann die Heizung hochlegen, z.B. Auf 50V.> Bin aber nicht sicher was die untere Triode dazu meint, ich glaube es> ist schlecht wenn die Kathode negativer als die Heizung ist.>
Ja, kann man. Ist eine gute Sache.
https://www.jj-electronic.com/en/e88cc-6922-6dj8
Du kannst aber auch für die obere Röhre eine separate
Heizwicklung nehmen, die auf dem Katodenpotential schwimmt.
LG
old.
>Du kannst aber auch für die obere Röhre eine separate>Heizwicklung nehmen, die auf dem Katodenpotential schwimmt.
Sind ja Doppeltrioden, ein System wäre jeweils nicht verwendet.
Ich weiß das das sinnlos ist, fürs gute Gefühl. :)
Danke nochmal, ich werde Deine SRPP verwenden und die Heizung auf ~40V
hochlegen. War mir nicht sicher ob das auf dauer zu Problemen führen
könnte.
Gruß,
Jan
Eine Frage hätte ich noch zum Aikido Prinzip:
Für was der Spannungsteiler, ist es nicht besser den Koppel-C Direkt an
die Anodenspannung zu legen und einen Hochohmigeren Widerstand (~10MOhm)
zu verwenden auf das Gitter vom Eingang?
Bei den sehr hochohmigen Widerständen spielt die Parallelkapazität
des Widerstandes selbst eine undefinierte Rolle.
Sprich, der Wert des Widerstandes wird mir zu komplex.
Deshalb der Teiler.
LG
old.
Interessante Schaltung! SRPP wird ja oft hochgelobt, aber es gibt auch
Gegenstimmen. Z.B.
https://www.frihu.com/roehrentechnik/srpp/
schreibt:
>Entweder es verstärkt zu hoch – oder zu niedrig. Entweder die Ausgangsimpedanz
stimmt – oder nicht. Entweder die Röhre arbeitet im Arbeitspunkt – oder nicht. Und
eine klitzekleine Fehlanpassung lässt die highendige SRPP zum Rauschgenerator
werden. Nicht zuletzt hat man auch mit einer zwangsläufigen thermischen Drift zu
kämpfen.
>Und als ob das nicht genug wäre: Irgendwann pfeift die SRPP aus dem letzten Loch
und damit auf die guten Eigenschaften. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Meine Frage: hat jemand von euch da praktische Erfahrungen, insbesondere
was das Langzeitverhalten angeht?
Schade, dass er mit der Schaltung nicht klar kommt.
An der Schaltung liegt das nicht.
Die ECC82 pfeift auch in anderen Applikationen mit
"highside-tube".
Das mit dem Rauschen:
Bei einem Widerstand nimmt das Rauschen mit der
Quadratwurzel des Vielfachen zu.
Beim Widerstandsmultiplizierer* mit dem Vielfachen.
Man muss halt zusehen, dass dieser Widerstand
kurzgeschlossen wird damit sein Rauschen keine
Rolle spielt.
In meinem Beispiel hier mit dem Durchgriff der unteren Röhre
und der Spannungsgegenkopplung.
LG
old.
*http://bp0.blogger.com/_oCEpds9YoPw/RrBVaWyVD1I/AAAAAAAAACE/e7Er6y-qlXc/s1600-h/Widerstandsmultiplizierer+RIAA2007+Darius+01th+Aug.png
Aus der W. schrieb:> Schade, dass er mit der Schaltung nicht klar kommt.> An der Schaltung liegt das nicht.
Naja, was heißt "er kommt mit der Schaltung nicht klar"? Er kommt sehr
gut mit dieser Schaltung klar und gerade weil er sie versteht weist er,
zu Recht, auf ein paar kritische Punkte hin. Jeder, der eine SRPP plant,
sollte das auch für sich kritisch hinterfragen!
Daß man dafür die richtige Röhren nimmt ist trivial. Gute Wahl z.B. die
ECC88/6922 gibt es sogar aus aktueller Produktion (JJ E88CC) und in
guter Qualität.
Muß ja nicht immer NOS sein. Gerade mal nachgeschaut: E88CC von
Telefunken, gebraucht(!), 'matched pair', bei eBay für schlappe €287,50
- muß nicht sein! Nur EIN Beispiel, was da als NOS angeboten wird ist
schon irre! Stichwort: audiophil.
Gut der Gedanke der 2. Triode eine getrennte Heizwicklung zu spendieren
um das Ufk-Problem zu umgehen.
Mohandes H. schrieb:> weil er sie versteht weißt er zu Recht> auf ein paar kritische Punkte hin.
Entscheidet selbst:
https://www.frihu.com/roehrentechnik/srpp/2/
"Die SRPP-Schaltung... ist legitimer Nachfolger der
Cascode-Röhrenschaltung."
Und die Birne ist legitimer Nachfolger des Apfels? Hallo?
Seine Hinweise zur Dimensionierung führen geradewegs in das von ihm
beschriebene Fiasko.
LG
old.
> "Die SRPP-Schaltung... ist legitimer Nachfolger der Cascode-Röhrenschaltung."
SRPP ist natürlich keine Cascode, aber da würde ich nicht jedes Wort auf
die Goldwaage legen. Vieles ist ja auch reine Definitionssache.
Insgesamt eine interessante Schaltung. Seine Hinweise sind berechtigt,
auch die beste Schaltung wird durch falsche Auslegung oder
Dimensionierung vermurkst. Jeder der eine SRPP nachbaut oder selber
plant tut nicht schlecht daran über die potenziellen Fehler
nachzudenken, alles andere wäre ignorant!
Und wie üblich in der Szene der 'Audiophilen': viel Glaubenskrieg ...
vergoldete Pins, NOS nur mit der Raute, (un)matched pairs und was es da
noch so gibt.
Aus der W. schrieb:> Und die Birne ist legitimer Nachfolger des Apfels? Hallo?
Mach Dir keine Rübe, Du Pflaume, das interessiert ihn nicht die Bohne!
:))
Jan schrieb:> Weil die Störungen praktisch 1:1 am Ausgang erscheinen hat man damals in> hochwertigen NF Schaltungen schon heftige Siebketten gebaut.> Sowas z.B.:>> http://schems.com/tubebooks.org/file_downloads/McIntosh/C20_sch.pdf
Wo hat man in Deinem Beispiel heftige Siebketten verbaut? Da ist nicht
eine einzige Induktivität verbaut. Die Siebung erfolgt mit simplen
RC-Gliedern und die sind auch völlig ausreichend.
Wenn überhaupt Siebdrosseln benutz wurden, dann war das eine Einzige und
zwar direkt nach dem Ladeelko. Der Rest wurde mit einfachen RC-Gliedern
gemacht.
Deine 100µV bzw. besser sind völlig überzogen und bringen gar nichts,
außer erheblichen Aufwand und Kosten.
Andreas M. schrieb:> Ein einfacher Längsregler mit Tiefpass an der Basis reicht um den Ripple> massiv zu drücken. Mache ich so bei einem Klasse A Kopfhörerverstärker> (Mosfet Endstufe) Da hört man nichts mehr vom Netzbrumm.
Ja aber doch nicht bei einem Röhrenverstärker.
Wie hat man früher wohl Röhrenverstärker gebaut als es noch keine
Halbleiter, geschweige denn solche mit diesen Sperrspannungen, gab.
Man schaue sich zum Beispiel mal die Kondensatormikrofone der Fa.
Neumann an, die mit Röhrenvorverstärkern bestückt waren. Oder alte
Schaltungen von Studiotechnik. Da waren maximal nach den Ladeelkos
Siebdrosseln verbaut.
Siebdrosseln waren aber eher in Endverstärkern auf Grund der höheren
Ströme üblich, da dort Siebwiderstände im kOhm-Bereich zu viele Verluste
verursacht haben.
Eine ordentlich dimensionierte RC-Siebung ist im Vorverstärkerbereich
völlig ausreichend.
Mohandes H. (mohandes) schrieb:
>>"Die SRPP-Schaltung... ist legitimer Nachfolger der>>Cascode->Röhrenschaltung.">SRPP ist natürlich keine Cascode, aber da würde ich nicht jedes Wort auf>die Goldwaage legen. Vieles ist ja auch reine Definitionssache.
Klar, sein Geschriebs sollte man nicht zu sehr auf die Goldwaage legen,
vieles ist eben nur etwas locker umschrieben.
Wo er aber definitiv unrecht hat, ist die Aussage, daß Ein- und
Ausgangssignal gleichphasig wäre - es sei denn, ich habe die Schaltung
nicht verstanden.
Er glaubt, dass ein Katodenfolger invertiert:
https://www.frihu.com/roehrentechnik/srpp/4/
"Das Signal liegt hinterher in genau der gleichen Phasenlage am Ausgang
an, wie es eingespeist wurde, was ja eigentlich bei einem reinrassigen
Kathodenfolger so ja nicht möglich ist."
Deshalb ist die Phasenlage in allen Bildern falsch eingezeichnet.
LG
old.
Aus der W. schrieb:> Deshalb ist die Phasenlage in allen Bildern falsch eingezeichnet.
Ja Tatsache, die Phasenlage ist falsch! Muß natürlich invertiert sein!
Ändert aber nichts daran daß seine anderen Überlegungen zum SRPP
zumindest nachdenkenswert sind.
Wobei ... wenn man das Gesamtsystem betrachtet!? Das ist ja nicht ein
einfacher Kathodenfolger. Ich bin mir gerade nicht sicher.
Hier
https://www.findeforum.de/raik/Stone/funktion.html
wird auch geschrieben daß beim SRPP Ein- und Ausgang in Phase sind.
Da denke ich heute Abend noch mal in Ruhe drüber nach ...
Aus der W. schrieb:> Offenbar hast Du kein LTspice. Sag das doch.
Nein, ich bin ziemlich analog ;-) und (nach)denken schadet nicht.
LTSpice steht trotzdem auf meiner inneren ToDo-Liste.
Alles klar, danke!
Hallo zusammen,
passt zwar garnicht mehr zum Thema, dafür ein neues Thema aufzumachen
lohnt sich aber fast nicht.
Wie "oldeurope" schon bemerkt hat wird das ein Entzerrer für
Schallplatten. Das ist aber nur die Hälfte, davor hängt eine Stufe die
abhängig vom TA zwischen 30dB und 60dB zusätzlich verstärkt. Die Röhren
übernehmen "nur" die Entzerrung und den Ausgangstreiber. Die Röhrenstufe
soll deswegen nur 10dB @ 1kHz verstärken.
Das RC-Glied R16/C12 am Eingang ist die Höhenentzerrung, R9, 10 und C3
machen die Tiefenentzerrung. Im vorliegenden Beispiel auf 0,5dB genau.
Die Stufe um die beiden 12AX7 ist sehr stark gegengekoppelt, der
Ausganswiderstand geht aber mit in die Entzerrung ein. (deshalb hat R10
auch nur 12k)
Wenn man Röhren tauscht oder wenn die Röhre U2 altert erhöht sich
eventuell der Ausganswiderstand der Stufe, wird das Einfluss auf die
Entzerrung haben oder reicht die stramme GK um das auszugleichen? Gehe
ich richtig davon aus das Röhren im alter hochohmiger werden?
Danke!
Gruß,
Jan
Jan schrieb:> Wenn man Röhren tauscht oder wenn die Röhre U2 altert erhöht sich> eventuell der Ausganswiderstand der Stufe, wird das Einfluss auf die> Entzerrung haben oder reicht die stramme GK um das auszugleichen? Gehe> ich richtig davon aus das Röhren im alter hochohmiger werden?
Ich habe mal ECC81,82,83 rein
getan und selbst das wirkt sich kaum aus.
Alterung geht im wesentlichen auf die Steilheit.
Also kannst Du diese mit einem zusätzlichen Katodenwiderstand
simulieren.
Aus der Kennlinie die Arbeitssteilheit ermitteln, den Wert
invertieren und einen Widerstand der 30% davon hat, hinzufügen.
Mein Ding sind eher Schaltungen, die an der Triodeneigenschaft
µ hängen. Das ist hier praktisch gar nicht der Fall.
LG
old.
>Mein Ding sind eher Schaltungen, die an der Triodeneigenschaft>µ hängen. Das ist hier praktisch gar nicht der Fall.
Ich weiß, hatte deinen Artikel zur RIAA2001 vor einiger Zeit gelesen.
:-)
Die Stufe soll die Tiefenentzerrung machen ohne Einfluss durch die
Röhren auf die Genauigkeit selbiger, dabei nur um 10dB bei 1kHz
verstärken möglichst wenig rauschen und klirren und so ungefähr 5Veff am
Ausgang schaffen. Durch die stramme GK ist das alles ziemlich
niederohmig, alleine deshalb kann ich die Widerstände nicht so groß
machen das die "Triodeneigenschaften" wirken. Eventuell mit einer ECC82?
Wenn Du eine bessere Idee hast, würde ich gerne durch Spice jagen! :-)
Gruß,
Jan
Jan schrieb:> Durch die stramme GK ...
Es liegt mir fremd Dein Konzept zu kritisieren, im Gegenteil, ich höre
auch lieber mit Röhre.
Die meisten modernen Verstärker sind ja stark gegengekoppelt. Aber eine
stramme Gegenkopplung hat auch Nachteile. Das Ausgangs-Signal kommt mit
Verzögerung(!) wieder am Eingang an, dadurch ergeben sich 'Verzerrungen'
am Ausgangssignal.
Leider habe ich zu diesen Verzerrungen nichts gefunden. Aber eigentlich
logisch: bei diesen Frequenzen und den Laufzeiten durch das System muß
das einen Einfluß haben.
Bei Deinem Konzept brauchst Du natürlich eine Gegenkopplung, sie ist ja
Teil der Entzerrung.
Das wollte ich nur mal zu bedenken geben, vielleicht irre ich mich auch.
Was du Beschreibst sind TIM-Verzerrungen, das war ein Problem als die
damaligen Verstärker noch recht langsam waren. Dagegen ist die Stufe mit
der ECC83 (weil niederohmig) recht schnell. Wenn man die Bandbreite am
Eingang begrenzt ist das kein Problem, meine Schaltung hat den Tiefpass
am Eingang der die Höhen absenkt. Spice meint zu den gesamten THD das
sie im 0,X% Bereich liegen. Wobei ich nicht weiß wie gut die Spice
Modelle sind.
Wer mit Röhren baut der bekommt halt gratis klirr, ich hoffe das er über
dem gesamten Aussteuerbereich später unter 0,5% liegt.
Gruß Jan
Jan (Gast) schrieb:
>passt zwar garnicht mehr zum Thema, dafür ein neues Thema aufzumachen>lohnt sich aber fast nicht.
Was soll dieser Schwachsinn? Mach gefälligst einen neuen Thread auf,
wenn Du schon selbst erkennst, daß das überhaupt nix mit dem bisherigen
Thema zu tun hat. Threads kapern wird allgemein hier gar nicht gern
gesehen.
Jens G. schrieb:> Threads kapern wird allgemein hier gar nicht gern gesehen.
Hä? Er (Jan) kapert seinen eigenes Schiff äh Thread!?? (Und das kann
man auch freundlich(er) sagen).
Jan schrieb:
>Was du Beschreibst sind TIM-Verzerrungen ...
Ja, den Begriff Transimpedanzmodulation hatte ich gesucht! Da werde ich
mal nachlesen.
P.S. Ich würde tatsächlich einen neuen Thread aufmachen weil
interessantes Thema!
Mohandes H. (mohandes) schrieb:
>Jens G. schrieb:>> Threads kapern wird allgemein hier gar nicht gern gesehen.>Hä? Er (Jan) kapert seinen eigenes Schiff äh Thread!?? (Und das kann
Ohh, tatsächlich. Na dann habe ich mal nix gesagt.
>man auch freundlich(er) sagen).
Wäre es wirklich Kaperei gewesen, dann wäre der Ton schon angebracht
gewesen.
Hallo,
ich habe mir nochmal Gedanken gemacht über das was "ArnoR" geschrieben
hat:
>Wenn du den MOSFET richtig schützen willst, also auch beim Anschluß>eines leeren Kondensators an die eingeschaltete Spannungsquelle oder bei>Ausgangskurzschluß, dann musst du das SOA-Diagramm beachten. Am>einfachsten baut man eine Strombegrenzung ein, die den Strom immer auf>zulässige Werte begrenzt. Wenn man mehr "herausholen" will, dann macht>man die Stromgrenze von der Uds abhängig.
Kommt vielleicht in Zukunft vor das jemand beim Messen in der Schaltung
abrutscht etc. Es macht also schon Sinn den Regler zu schützen.
Mit wenigen Bauteilen mehr ist das hinzukriegen.
Die gute Siebwirkung kommt aus der Stromquelle und C42, die Transistoren
in der Quelle sollten 1W Verlustleistung abkönnen. C42 darf nicht
beliebig groß werden, im Falle einen Kurzschlusses brennt sonst R67 weg.
Da würde ich fast einen 2W MOX oder sowas nehmen, für den Fall aller
Fälle. Der Kondensator am Ausgang sollte je nach eingestelltem Strom
über R64 (hier ca. 70mA) auch beliebig goß sein können. Die 47uF sind
wohl schon übertrieben, weniger geht auch.
Es geht sicher eleganter, mehr ist hier aber nicht nötig.
Gruß,
Jan
Ach ja, D9 sollte eher eine TVS-Diode sein, die bekommt durch C42 ganz
schön eine ab bei Kurzschluss. Die Z-Dioden sollten für 280V ausgelegt
sein, am Mosfet bleiben keine 20V hängen.