@ studierender
Ich nehme mal an, die Frage zu beiden Punkten, bezüglich der Aussagen,
lautet: Ist das so?
Zu 2.:
Soch ein magnetisches Feld kann man sich m.M.n. wie eine Feder
vorstellen. Nehmen wir der Einfachheit halber eine Spiralfeder, die man
zusammendrücken und wieder loslassen kann.
Liegt die Feder einfach nur so auf dem Tisch, dann ist in ihr keine
Energie gespeichert. Sie befindet sich in einem Gleichgewicht, in einem
Zustand minimaler Energie, soweit es die Anziehungs- und
Abstossungskräfte der Atome der des Metalls, aus dem die Feder besteht,
betrifft.
Ein Magnet ist mit so einer Feder vergleichbar. Nur ist der Zustand der
Materie ein qualitativ anderer. Er bedeutet auch nicht, dass Energie im
Magneten gespeichert ist und entspricht damit dem Zustand der auf dem
Tisch liegenden entspannten Feder.
Die Energie, die aufgewendet wird, um den Magneten herzustellen, bewirkt
eine Ordnung, eine einheitliche Ausrichtung der Magnetisierung von
Teilstrukturen des Materials. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese
"Ordnung" an sich kein energetisch höherer Zustand ist als der
ungeordnete Zustand. Das ist ein Mißverständnis.
Man kann nicht grundsätzlich "Ordnung" mit Energieaufnahme gleich
setzen. Es ist nur so, dass im Bereich der materiellen Körper Ordnung
häufig mit einer Zunahme der Energie einhergeht. Aber das ist nicht
immer so und kommt auf die Definition von Ordnung an.
Wenn ich z.B. eine Schachtel mit Mensch-Ärger-Dich-Nicht Figuren nehme,
werden die meisten Figuren, wegen ihres niedrigen Schwerpunktes, liegen
und damit im Schwerefeld einen energetisch niedrigen Zustand haben, was
ihre potentielle Energie betrifft.
Stelle ich sie nun aufrecht hin, was offenbar irgend einer "Ordnung"
entspricht, haben sie eine etwas höhere potentielle Energie, weil ihr
Schwerpunkt sich nun höher über der Unterlage befindet. Allerdings wäre
es auch eine Art "Ordnung", falls ich sie zwar liegend, aber alle in
eine Richtung ausrichte. Dafür muss ich auch Energie aufwenden, aber der
Endzustand ist energetisch gleichwertig, als wenn die Figuren alle in
unterschiedliche Richtungen da liegen.
Eben so muss man sich die Ausrichtung der "weißschen Bezirke"
vorstellen. Es wird eine Ordnung hergestellt, die, wegen der
Eigenschaften des Materials, die Folge hat, dass sich die einzelnen
Magnetfelder in die gleiche Richtung einstellen und sich ein nach aussen
wirkendes Gesamtmagnetfeld ergibt.
Energetisch ist dieser Endzustand nach der Magnetisierung weder
energetisch geringer noch höher als der ungeordnete, unmagnetisierte,
Zustand. (Das muss ich unter einem gewissen Vorbehalt aus mangelndem
Wissen über Kristallstrukturen sagen. Aber jedenfalls gilt das, soweit
ich weiß, für das Magnetfeld selbst). Das ist nur eine Art von
Ordnung.
Was die Sache nun vielleicht auch schwierig macht, ist die Vorstellung
einer Feder, die aus "Nichts" besteht, aus nichts Materiellem, dass man
anfassen kann. Man kann nur die Wirkung beobachten, aber man kann das
nicht "erklären". Es ist einfach so, dass es auch unsichtbare,
unfühlbare "Federn" in der Natur gibt.
So ein Magnetfeld ist zeitlich unveränderlich, man sagt "statisch". Es
unterscheidet sich von einer elektromagnetischen Welle. Die letztere ist
nicht statisch, sondern dynamisch. Magnetisches und elektrisches Feld
wechseln sich zeitlich ab. (Das stimmt allerdings nur im großen Ganzen.
Im Detail hängt das von der Entfernung von der Antenne ab).
Die Energie steckt hier nicht im Feldzustand sondern in der zeitlichen
Veränderung der Felder. Das ist analog zu der Situation, in der ich
etwa ein Eisenteil in das Feld eines Magneten einführe oder daraus
entferne oder es vom Magneten anziehe lasse. Es wird, wie schon von
jemand Anderem hier erwähnt, Energie gebraucht, um dass Teil in dem Feld
zu bewegen, aber nicht es dort nur zu halten.
Wenn ich ein Eisenteil in ein statisches Feld einführe, oder es darin
bewege, muss man das Bild von der mechanischen, materiellen Feder leider
verlassen, weil es wegen der Richtung und Art der Bewegungen nicht mehr
stimmt.
Die "Magnetfeder" wirkt mit ihrer "Spannung" schon, wenn sie ein
Eisenteil zu sich zieht. Sie wirkt wenn ich das Teil wieder wegziehe.
Sie ist sozusagen "grundsätzlich" gespannt, was magnetisch wirksame
Substanzen betrifft. Das Verhalten hängt davon ab, ob das Teil "passiv"
magnetisch wirksam ist, wie ein ansonsten unmagnetischer Nagel oder
"aktiv", wie ein weiterer Magnet.
Ich hoffe, diese Darstellung hilft ein bisschen weiter.