Forum: FPGA, VHDL & Co. Virtual Capacitor


von Sprudelstrudel (Gast)


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Hallo Leute, ich habe im Analog Forum einen Thread, Kapazitätsdekade.
Im Anhang ein Bild, wie sowas im letzten Jahrhundert mal ausgesehen hat.
2020 + X würde man das vielleicht digital machen. Ich habe mal einen 
Entwurf auf eine Pappe gezeichnet. Leider habe ich keine große 
Praxiserfahrung mit FPGAs, habe mal mit einem CPLD ein kleines Projekt 
gemacht, ist lange her. Muss also erstmal ganz kleine Brötchen backen 
;-)

von Gustl B. (-gb-)


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Digital hat eben den Nachteil, dass es dann kein Kondensator ist. Es 
speichert keine Ladungen.

von Meister E. (edson)


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Ich schätze mal er meint die Bedienelemente.

von Carsten Hartmann (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Es speichert keine Ladungen.

Auch das kann simuliert werden. Der Power Amplifier liefert dann, bei 
entsprechender Last, eine nach der e-Funktion abschwellende Spannung.

von Achim S. (Gast)


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Meister E. schrieb:
> Ich schätze mal er meint die Bedienelement

falsch geschätzt: er will offenbar das Verhalten eines Kondensators 
durch eine aktive Schaltung simulieren

von Sprudelstrudel (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Meister E. schrieb:
> Ich schätze mal er meint die Bedienelement
>
> falsch geschätzt: er will offenbar das Verhalten eines Kondensators
> durch eine aktive Schaltung simulieren

Natürlich, ich dachte, das liegt auf der Hand.
Ein Strom fließt durch den 0,01 Ohm Widerstand.
Diese Ladung wird aufintegriert und die Spannung ändert sich. Ganz wie 
ein normaler Kondensator. Natürlich wird da im Power Amp Energie in 
Wärme umgewandelt. Die im Kondensator "virtuell" gespeicherte Energie 
kommt aus der Netzversorgung des Power Amp. Sinn des ganzen ist es so 
eine Kapazitätsdekade aus dem letzten Jahrhundert ins 21'te Jahrhundert 
zu bringen. Btw mit entsprechender Software gefüttert (FPGA) kann so 
jeder beliebige Zweipol simuliert werden.

von Sven D. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Btw mit entsprechender Software gefüttert (FPGA) kann so
> jeder beliebige Zweipol simuliert werden.

Das halte ich für ein Gerücht.

von -gb- (Gast)


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Carsten Hartmann schrieb:
> Auch das kann simuliert werden. Der Power Amplifier liefert dann, bei
> entsprechender Last, eine nach der e-Funktion abschwellende Spannung.

Nicht wie es gezeichnet ist. Denn der Kondensator hat keinen Ein- und 
Ausgang sondern schlicht zwei Seiten die beide Ladungen aufnehmen und 
abgeben können.

von -gb- (Gast)


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Mit beide meinte ich sowohl beide Seiten als auch beide Ladungsarten. 
Die beiden Seiten sind völlig ohne Richtung gleich.

von Sprudelstrudel (Gast)


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-gb- schrieb:
> Nicht wie es gezeichnet ist. Denn der Kondensator hat keinen Ein- und
> Ausgang sondern schlicht zwei Seiten die beide Ladungen aufnehmen und
> abgeben können.

Die Masse ist nach aussen natürlich nicht sichtbar. Aussen sind nur die 
beiden Buchsen, analog zu dem Model aus dem letzten Jahrhundert. Und 
natürlich ein paar Bedienelemente, z.B. Touchscreen, WLAN, isolated 
USB...

Hat jemand Interesse, das als Crowdfunding Projekt mit zu gestalten?

von Duke Scarring (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Hat jemand Interesse, das als Crowdfunding Projekt mit zu gestalten?
Welche Spannungsfestigkeit soll der Kondensator haben?
Welchen Kapazitätsbereich gedenkst Du abzudecken?
Wie teuer darf Dein Ersatz-Kondensator werden?
Wie oft verwendest Du eine Kapazitätsdekade und wofür?

von Albrecht R. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Btw mit entsprechender Software gefüttert (FPGA) kann so
> jeder beliebige Zweipol simuliert werden.

Nullator vielleicht, Norator eher nicht ;-)

von Sprudelstrudel (Gast)


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Sven D. schrieb:
> Sprudelstrudel schrieb:
> Btw mit entsprechender Software gefüttert (FPGA) kann so
> jeder beliebige Zweipol simuliert werden.
>
> Das halte ich für ein Gerücht.

Ich nicht! Das ganze ist nur durch 4 Faktoren limitiert:
1. Strom und Spannung die der Power-Amp liefern kann.
2. Abtastrate von AD- und DA Wandler.
3. Auflösung der Wandler.
4. Deine Phantasie. Dies ist womöglich die stärkste Einschränkung 
überhaupt.

Als AD Wandler habe ich vorläufig den ADC31JB68 ausgewählt, alternativ 
zum ADS54J60.
Das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern...

von Gustl B. (-gb-)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Die Masse ist nach aussen natürlich nicht sichtbar. Aussen sind nur die
> beiden Buchsen, analog zu dem Model aus dem letzten Jahrhundert.

Ja toll, aber sinnlos wenn es eben nicht wie ein echter Kondensator 
funktioniert.

Sprudelstrudel schrieb:
> Und
> natürlich ein paar Bedienelemente, z.B. Touchscreen, WLAN, isolated
> USB...

Das kannst du machen wenn du einen echten Ersatz für einen Kondensator 
gefunden hast. Meinetwegen versuchst du dann auch Widerstand und Spule 
durch eine andere Schaltung zu ersetzen.

Sprudelstrudel schrieb:
> Ich nicht!

Nun, beide Anschlüsse müssen Strom liefern können und beide Anschlüsse 
müssen Strom aufnehmen können. Und es darf keinen dritten Anschluss 
benötigen.

Du kannst dir ja mal überlegen wie du folgendes lösen willst:

Du hast also zwei Anschlüsse A und B. Jetzt legt jemand an A +15V und an 
B +5V an. Der Kondensator wird also geladen.

Jetzt werden beide externen Spannungen getrennt.

Und dann werden beide Anschlüsse mit einem Stück Draht miteinander 
verbunden.

Oder zwischen die Anschlüsse wird an ungeladener Kondensator eingebaut.

Ich sagen nicht dass du keinen Kondensator simulieren kannst. Aber es 
wird deutlich schwieriger als du denkst, denn beide Anschlüsse müssen 
sowohl quelle als auch Senke sein, du musst an beiden Anschlüssen Strom 
und Spannung messen. Und das geht mit nur zwei Anschlüssen nicht.

Wenn dein virtueller Kondensator irgendwie geladen ist, dann musst du ja 
auch bestimmen können, ob der von einer Quelle noch weitere Ladungen 
aufnimmt oder nicht, oder ob er sogar Ladungen abgibt. Das hängt von der 
Spannung ab.

Edit:

Sprudelstrudel schrieb:
> Als AD Wandler habe ich vorläufig den ADC31JB68 ausgewählt, alternativ
> zum ADS54J60.

Bwahahaha. Ja dann bau mal.

Oh noch ein Hinweis:
Beide Anschlüsse müssen kurzfristig einen sehr hohen Strom aufnehmen und 
abgeben können.

Sprudelstrudel schrieb:
> Hat jemand Interesse, das als Crowdfunding Projekt mit zu gestalten?

Hier haben wir einen möglichen Kanidaten für dich (-:
https://www.mikrocontroller.net/topic/493890

: Bearbeitet durch User
von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Als AD Wandler habe ich vorläufig den ADC31JB68 ausgewählt, alternativ
> zum ADS54J60.
> Das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern...

Das würde ich mir tastächlich nochmal überlegen. Du hast dich von der 
hohen Bandbreite der ADCs blenden lassen. Bei deiner (Regel)-Anwendung 
solltest du aber eher auf die geringe Latenz achten.

Ein 100MS/s-ADC mit parallelen Ausgänen, der die Daten nach 1-3 
CLK-Cycles am Ausgang liefert, wäre besser als ein 1GS/s-Bolide, der 
dafür mehr als 100 Taktzyklen Latenz braucht (ads54j60). Außerdem sparst 
du dir mit dem 100MS/s Teil mit Parallel-Interface auf der FPGA-Seite 
die Lizenzkosten für das High-Speed Interface (wobei ich da nicht ganz 
auf dem Laufenden bin, was von den Herstellern inzwischen frei zur 
Verfügung gestellt wird).

Gustl B. schrieb:
> Nun, beide Anschlüsse müssen Strom liefern können und beide Anschlüsse
> müssen Strom aufnehmen können. Und es darf keinen dritten Anschluss
> benötigen.

Anders gesagt: es muss der Strom zwischen den Klemmen gemessen werden 
und abhängig von dem die Spannung geregelt werden (nicht der Strom von 
einer Klemme auf ein anderes Potential, das du dann auch noch als "nach 
außen nicht sichtbare Masse" bezeichnest).

Sprudelstrudel schrieb:
> Hallo Leute, ich habe im Analog Forum einen Thread, Kapazitätsdekade.
> Im Anhang ein Bild, wie sowas im letzten Jahrhundert mal ausgesehen hat.
> 2020 + X würde man das vielleicht digital machen.

Als Kapazitätsdekade (im sub nF-Bereich) kann aus deinem Projekt imho 
nichts werden. Als Lastsimulation für große Kondensatoren (um z.B. das 
Management einer Kondensator-basierten USV zu testen) würde es gut 
gehen.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Du kannst dir ja mal überlegen wie du folgendes lösen willst:
>
> Du hast also zwei Anschlüsse A und B. Jetzt legt jemand an A +5V und ab
> B -5V an. Der Kondensator wird also geladen.

Wenn man an einen Kondensator eine Spannungsquelle anschließt, fließt im 
ersten Moment ein Strom: Ic = (U0 - uC)/Ri

Wobei Ri die zusammengefassten Innenwiderstände deines Versuchsaufbaues 
sind. Die Spannung am Kondensator zum Zeitpunkt tn

Uc(tn) = Uc(tn-1) + Ic * dt/C

Wobei dt die Zeitdifferenz zwischen tn und tn-1 ist.

Das FPGA liest alle 2ns einen Wert aus dem AD Wandler. Multipliziert 
diesen Wert mit einer Konstanten dt/C. Dieses wird zum Accumulator 
dazuaddiert und an den DA Wandler ausgegeben.

von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Wenn man an einen Kondensator eine Spannungsquelle anschließt, fließt im
> ersten Moment ein Strom: Ic = (U0 - uC)/Ri

Der Strom fließt aber beim Kondensator an einer Klemme rein und an der 
anderen raus. Du hoffst in deiner Skizze, diesen Strom zwischen einer 
Klemme und FPGA-GND messen zu können - das geht nicht.

Du musst den Strom zwischen den Klemmen messen und die Schaltung 
potentialfrei versorgen. Dann kann kein "Klemmenstrom" auf falsche 
Potentiale abfließen. (Außer über parasitäre Streukapazitäten - und 
genau das ist der Grund, warum es im Bereich <1nF nicht klappen wird).

Sprudelstrudel schrieb:
> Das FPGA liest alle 2ns einen Wert aus dem AD Wandler.

Du kriegst mit deinen ADCs zwar vielleicht alle 2ns einen neuen Wert, 
der Wert ist aber deutlich älter als 2 ns - schau dir Unterschied 
zwischen Bandbreite und Latenz an.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Achim S. schrieb
> Du hast dich von der
> hohen Bandbreite der ADCs blenden lassen. Bei deiner (Regel)-Anwendung
> solltest du aber eher auf die geringe Latenz achten.

Stimmt!

> Ein 100MS/s-ADC mit parallelen Ausgänen, der die Daten nach 1-3
> CLK-Cycles am Ausgang liefert, wäre besser als ein 1GS/s-Bolide, der
> dafür mehr als 100 Taktzyklen Latenz braucht (ads54j60).

Stimmt!

> Als Kapazitätsdekade (im sub nF-Bereich) kann aus deinem Projekt imho
> nichts werden.

Hängt von der Abtastrate der Wandler ab.
Und von der Auflösung des AD Wandlers. Wenn der durch den 
Strommeßwiderstand fließende Strom so klein ist, daß der AD ihn gar 
nicht bemerkt, kann sich die Spannung am virtuellen Kondensator nicht 
ändern. Die Simulation versagt. Workaround wäre daß man verschiedene 
Strommeßwiderstände umschalten kann.

Noch mal, die Masse in meiner Schaltung ist nicht mit Erde verbunden. 
Der ganze Aufbau ist galvanisch getrennt!!!

Die Kapazitätsdekade von Peaktech kostet um die 180€. Also sollte der 
Virtuelle Capacitor angepeilt etwa 100€ kosten, also Bauteile + Platine.

Basis für eine erste Machbarkeitsstudie könnte z.B. der Red Pytayah 
sein.

von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
>> Als Kapazitätsdekade (im sub nF-Bereich) kann aus deinem Projekt imho
>> nichts werden.
>
> Hängt von der Abtastrate der Wandler ab.
> Und von der Auflösung des AD Wandlers.

Nein: von der Streukapazität deiner Schaltung gegen die Masse des 
externen Kreises. Zeig mir deine potentialfreie FPGA-Versorgung, bei der 
die Streukapazität gegen 1nF vernachlässigbar ist.

Sprudelstrudel schrieb:
> Die Kapazitätsdekade von Peaktech kostet um die 180€. Also sollte der
> Virtuelle Capacitor angepeilt etwa 100€ kosten, also Bauteile + Platine.

Und wo liegen die Lizenzkosten des IP-Cores um das Highspeed-Interface 
des ADCs bedienen zu können?

von Marek N. (Gast)


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Um die Differenzialgleichung von Spule oder Kondensator nachzubilden, 
braucht man keinen FPGA.
Das hat man im letzten Jahrtausend schon per 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrator gelöst.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Anders gesagt: es muss der Strom zwischen den Klemmen gemessen werden
> und abhängig von dem die Spannung geregelt werden (nicht der Strom von
> einer Klemme auf ein anderes Potential, das du dann auch noch als "nach
> außen nicht sichtbare Masse" bezeichnest).


Achim S. schrieb:
> Der Strom fließt aber beim Kondensator an einer Klemme rein und an der
> anderen raus.

Nein, das reicht nicht aus. Denn ein Kondensator funktioniert auch als 
Kondensator, wenn nur ein Anschluss verwendet wird. Dann fließen auf der 
nicht angeschlossenen Seite keine Ladungen weg, aber der angeschlossene 
Seite können zusätzliche Ladungen hinzugefügt oder weggenommen werden.

Sprudelstrudel schrieb:
> Wenn man an einen Kondensator eine Spannungsquelle anschließt, fließt im
> ersten Moment ein Strom: Ic = (U0 - uC)/Ri

Und wie willst du bei nur einem Anschluss je Kondensatorseite die 
Spannung von dem messen was an den Anschluss angeschlossen wird?

Achim S. schrieb:
> Du musst den Strom zwischen den Klemmen messen und die Schaltung
> potentialfrei versorgen.

Reicht nicht. Aber vor allem müssste er auch die Spannung von dem 
externen Ding messen das angeschlossen ist. Das geht mit einem Anschluss 
auch nicht.

Sprudelstrudel schrieb:
> Noch mal, die Masse in meiner Schaltung ist nicht mit Erde verbunden.
> Der ganze Aufbau ist galvanisch getrennt!!!

Wie willst du dann die Spannung messen?

Also nochmal zur Überlegung:

Du hast ein Gerät mit den beiden Anschlüssen A und B. Das neutral 
geladen. Jetzt kommt jemand her und hängt nur an den Anschluss A eine 
große geladene Kugel mit einem massiven Elektronenüberschuss.

Was sollte passieren?

Was sollte auf Seite B von deinem Kondensator passieren? (Ja, auch da 
passiert was.)

Sprudelstrudel schrieb:
> Die Kapazitätsdekade von Peaktech kostet um die 180€. Also sollte der
> Virtuelle Capacitor angepeilt etwa 100€ kosten, also Bauteile + Platine.

Klar sieht das verlockend aus. Das denken auch die Leute die sich um 
freie Energie und so bemühen^^.

Sprudelstrudel schrieb:
> Basis für eine erste Machbarkeitsstudie könnte z.B. der Red Pytayah
> sein.

Dann mach das.

von FreiTAG (Gast)


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Heute ist nicht Freitag!

von Gustl B. (-gb-)


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Und 15 Tage zu spät ...

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Nein, das reicht nicht aus. Denn ein Kondensator funktioniert auch als
> Kondensator, wenn nur ein Anschluss verwendet wird. Dann fließen auf der
> nicht angeschlossenen Seite keine Ladungen weg, aber der angeschlossene
> Seite können zusätzliche Ladungen hinzugefügt oder weggenommen werden.

Wenn es eine "ideale" potentialfreie Versorgung gäbe (ohne 
Streukapazität), dann könnte auch das ideale Verhalten eines 
Kondensators nachgebaut werden. Natürlich nur was sein Verhalten an den 
Klemmen angeht. Wie beim echten Kondensator - was an der einen Klemme 
reinfließt, fließt an der anderen auch wieder raus.

Gustl B. schrieb:
> Du hast ein Gerät mit den beiden Anschlüssen A und B. Das neutral
> geladen. Jetzt kommt jemand her und hängt nur an den Anschluss A eine
> große geladene Kugel mit einem massiven Elektronenüberschuss.
>
> Was sollte passieren?
>
> Was sollte auf Seite B von deinem Kondensator passieren? (Ja, auch da
> passiert was.)

Auch das würde - bezüglich des Verhaltens an den Klemmen - korrekt 
wiedergegeben.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Wie beim echten Kondensator - was an der einen Klemme
> reinfließt, fließt an der anderen auch wieder raus.

Äh, nein?! Nimm einen ganz normalen Plattenkondensator. Ungeladen oder 
gerne auch beide Platten vorher geerdet. So und jetzt nimmst du eine 
große Konduktorkugel, lädtst die schön auf mit ein paar kV und hältst 
die an eine der Kondensatorplatten. Dann gehen Ladungsträger von der 
Kugel auf die Platte. Und weil in der zweiten Platte Ladungen verschoben 
werden (Abstoßung gleichnamiger Ladungsträger) ist dann auch die zweite 
Platte aufgeladen obwohl sich auf ihr die Anzahl der Ladungsträger nicht 
verändert hat.

Achim S. schrieb:
> Auch das würde - bezüglich des Verhaltens an den Klemmen - korrekt
> wiedergegeben.

Wie meinst du das?

Das Problem ist eigentlich, dass man einen Zustand behalten müssste. Und 
zwar müsste man zählen/simulieren wie viele Ladungsträger welcher Sorte 
zu jedem Zeitpunkt auf beiden Seiten vorhanden sind. Dazu muss man 
messen wie viele davon aufgenommen und abgegeben werden.

Tja aber dann muss man auch die Spannung messen von externen Dingen die 
an die Quellen angeschlossen werden. Oder eher die Feldstärke. Denn das 
entscheidet, ob ein angeschlossenes Ding Ladungsträger an den 
Kondensator abgibt oder aufnimmt. Da geht es immer um den 
Potentialausgleich. Man muss also das Potential von einem 
angeschlossenen Gegenstand kennen und auch das von der jeweiligen 
Kondensatorhälfte. Und das von dem angeschlossenen Gegenstand kann man 
so einfach nicht herausfinden.

Tja und dann kommen noch die Felder dazu. Denn wenn man einen neutralen 
Plattenkondensator hat und daneben (ohne Berührung) eine geladene Kugel 
hält, werden schon Ladungen im Kondensator verschoben.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Und weil in der zweiten Platte Ladungen verschoben
> werden (Abstoßung gleichnamiger Ladungsträger)

Und dieser Verschiebestrom fließt auch über den zweiten Anschluss B des 
Kondensators - und er ist gleich groß wie der Strom, der über den ersten 
Anschluss A des Kondensators fließt.

Wenn der Strom am zweiten Anschluss B des Kondensators nicht "abfließen" 
kann - weil der in der Luft hängt und eine beliebig kleine 
Streukapazität hat - dann reicht schon das erste Elektron, das über die 
Klemme A reinfließt, um das Potential des gesamten Kondensators (beide 
Klemmen) an das Potential deiner Konduktorkugel anzupassen.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Zeig mir deine potentialfreie FPGA-Versorgung, bei der die
> Streukapazität gegen 1nF vernachlässigbar ist.


Notfalls mit Akku!

;-)

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Und dieser Verschiebestrom fließt auch über den zweiten Anschluss B des
> Kondensators - und er ist gleich groß wie der Strom, der über den ersten
> Anschluss A des Kondensators fließt.

Gut, du betrachtest da einen idealen Kondensator nehme ich an, für den 
stimmt das, beim Plattenkondensator hätte die Platte keine Dicke und es 
könnte nichts verschoben werden. Aber bei dem kannst du den Strom eben 
auch nicht messen. Denn die Messverbindung macht daraus dann schon einen 
nicht mehr ganz so idealen Kondensator.

Das größere Problem ist aber glaube ich von dem extern angeschlossenen 
Ding die das Potential zu bestimmen. Der virtuelle Kondensator kann 
nicht einfach hergehen und Strom aufnehmen, denn vielleicht müsste er ja 
sogar Strom abgeben.

: Bearbeitet durch User
von Sprudelstrudel (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Das größere Problem ist aber glaube ich von dem extern angeschlossenen
> Ding die das Potential zu bestimmen. Der virtuelle Kondensator kann
> nicht einfach hergehen und Strom aufnehmen, denn vielleicht müsste er ja
> sogar Strom abgeben.

...und LEDs immer mit Vorwiderstand betreiben.

So, nachdem wir das hoffentlich geklärt haben, geht es um die Auswahl 
des FPGAs und der restlichen Hardware. Und um's coden

von Gustl B. (-gb-)


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Viel Spaß auch bei der Bauchlandung.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Viel Spaß auch bei der Bauchlandung.

Nein, das soll keine Bauchlandung werden, und deshalb brauche ich 
unbedingt deine Hilfe!
Sorry noch mal für den Vorwiderstand, aber
Ich bin von der Machbarkeit voll überzeugt.
Man könnte das natürlich auch mit einer Gyrator-Schaltung machen, 
Akku-Versorgung, in eine Kiste packen und nur zwei Klemmen schauen raus.
Aber wir schreiben 2020 und nicht 1970 und deshalb FPGA.

von Sven D. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Gustl B. schrieb:
>> Viel Spaß auch bei der Bauchlandung.
>
> Nein, das soll keine Bauchlandung werden, und deshalb brauche ich
> unbedingt deine Hilfe!

Troll hat sich selbst enttarnt.

von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Notfalls mit Akku!

wenn du meinst, die Streukapazität deine Aufbaus wäre dann Null, dann 
bau halt mal auf und nach deiner eigenen Erfahrungen

von Sprudelstrudel (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Sprudelstrudel schrieb:
> Notfalls mit Akku!
>
> wenn du meinst, die Streukapazität deine Aufbaus wäre dann Null, dann
> bau halt mal auf und nach deiner eigenen Erfahrungen

Es würde mir vollkommen reichen, wenn ich die Qualität die die Peaktech 
Kapazitätsdekade hat, so gerade eben erreichen würde. Die hat auch 
Streukapazitäten gegen Masse!

Die Peaktech Kapazitätsdekade hat eine Spannungsfestigkeit von 250V. Da 
werde ich weit drunter bleiben.

von Gustl B. (-gb-)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Ich bin von der Machbarkeit voll überzeugt.

Kommt drauf an was du als Ziel definierst.

Soll sich das in allen Belangen genau wie ein echter Kondensator 
verhalten?

Oder soll es sich für Wechselspannungen wie ein Kondensator verhalten? 
Mit vorher festgelegtem Ein- und Ausgang (also einer Richtung). Ja, das 
kann man machen.

von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Es würde mir vollkommen reichen, wenn ich die Qualität die die Peaktech
> Kapazitätsdekade hat, so gerade eben erreichen würde. Die hat auch
> Streukapazitäten gegen Masse!

die muss aber nicht den Strom über die Streukapazitäten messen um die 
Spannung nachzuregeln - dort werden die streukapazitäten halt mit 
abgeglichen.

aber mach einfach Mal statt ewig übers rechthaben zu diskutieren. wenn 
du konkrete Ergebnisse statt nur ideen hast ist die Diskussion 
lohnender.

Beitrag #6225482 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225504 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225528 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225535 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225536 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Meister E. (edson)


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Achim S. schrieb:
> Meister E. schrieb:
>> Ich schätze mal er meint die Bedienelement
>
> falsch geschätzt: er will offenbar das Verhalten eines Kondensators
> durch eine aktive Schaltung simulieren

Ja, ich gebs zu. Nicht gescheit gelesen und die "Pappe" des TO 
übersehen. Sorry.

Sprudelstrudel schrieb:
> Natürlich, ich dachte, das liegt auf der Hand.

Scherzfrage: wie lange kennst Du dieses Forum schon? ;)

Beitrag #6225560 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Steffen I. (echo)


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Hier als Anregung mal das Service Manual des Fluke 5500A 
https://ia803103.us.archive.org/29/items/FLUKE5500ASERVICEMANUALWITHSCHEMATICS/FLUKE%205500A%20SERVICE%20MANUAL%20WITH%20SCHEMATICS.pdf

Kapazitätssimulation mittels einiger Referenzkondensatoren und ein paar 
OPs/DACs. Natürlich nur zum Zwecke der Kalibration von 
Kapazitätsmessgeräten, ohne Energiespeichersimulation.

Oder für <100€ einfach ein paar Kondensatoren mittels Analogschaltern 
verschalten und das ganze per Arduino/RS232/wieauchimmer steuern.

Beitrag #6225566 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225571 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225574 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225610 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225612 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225619 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225623 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225626 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225629 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225632 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225636 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6225637 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Martin O. (ossi-2)


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Google mal "capacitance multiplier"...

von Gustl B. (-gb-)


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So, jetzt skizziere ich doch mal wie man sowas grob bauen könnte:

Also erstmal zur Hardware:
Beide Anschlüssen müssen Strom aufnehmen und abgeben können und an beide 
Anschlüsse muss eine Spannung angelegt werden können.
Ausserdem muss der Stromfluss in jeden der Anschlüsse gemessen werden 
können und die Spannung zwischen den Anschlüssen. Und auch der 
Widerstand zwischen den Anschlüssen, aber das kann man erstmal 
weglassen.

Jetzt hat man intern selnen virtuellen Kondensator also Modell. Extern 
wird jetzt etwas Unbekanntes angeschlossen. Da ist nichts bekannt, weder 
Kapazität noch Spannung, ob das ein C ist, ob das eine Stromquelle ist, 
nichts.
Da würde ich quasi die Zeit schrittweise ablaufen lassen. Also Spannung 
messen, entscheiden ob Strom abgegeben oder Aufgenommen werden muss, 
dann intern zu den Quellen/Senken verbinden, für eine kurze Zeit 
Stromfluss erlauben und den Strom messen und dann wieder von vorne 
beginnen. Also die Buchsen wieder von Quelle/Senke trennen, Spannung 
messen, gucken was sich verändert hat und dann wieder entscheiden ob man 
Strom aufnimmt oder abgibt.

Das wird nicht einfach, weil Kondensatoren üblicherweise in sehr kurzer 
Zeit sehr viel Strom aufnehmen oder abgeben können. Damit die Umsetzung 
also einfacher zu bauen wird könnte man an der ESR drehen und eben einen 
virtuellen Kondensator mit einer hohen ESR simulieren. Dann bleiben die 
Stromflüsse klein und die Fehler auch eher.

Bei großen Strömen wie bei Keramikkondensatoren müsste man sehr schnell 
schalten und aber in der Zeit den Strom genau messen.

Und zur Strommessung kann man einen gated Integrator verwenden. Die sind 
zwar langsam, aber erfassen das Signal nicht nur zu einzelnen 
Abtsatzeitpunkten wie es ein schneller ADC tun würde.

: Bearbeitet durch User
von Dussel (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Da würde ich quasi die Zeit schrittweise ablaufen lassen. Also Spannung
> messen, entscheiden ob Strom abgegeben oder Aufgenommen werden muss,
> dann intern zu den Quellen/Senken verbinden, für eine kurze Zeit
> Stromfluss erlauben und den Strom messen und dann wieder von vorne
> beginnen.
So erzeugst du aber einen getakteten Strom. Nicht selten sind 
Induktivitäten mit einem Kondensator verbunden. Das gäbe 'interessante' 
Effekte.

von Gustl B. (-gb-)


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Ja, das stimmt, aber anders geht es nur sehr schlecht. Wenn man den 
Stromfluss nicht unterbricht, dann muss man den in Echtzeit regeln. Das 
ginge praktisch dann wenn man eine hohe ESR simuliert. Also gar keinen 
zu hohen Strom erlaubt. Mit niedriger/typischer ESR geht das alles sehr 
schnell. Klar, ist machbar wenn man eben schnell regeln kann, wird aber 
nicht einfach.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Also Spannung
> messen, entscheiden ob Strom abgegeben oder Aufgenommen werden muss,
> dann intern zu den Quellen/Senken verbinden, für eine kurze Zeit
> Stromfluss erlauben und den Strom messen und dann wieder von vorne
> beginnen. Also die Buchsen wieder von Quelle/Senke trennen, Spannung
> messen, gucken was sich verändert hat und dann wieder entscheiden ob man
> Strom aufnimmt oder abgibt.

Ein Kondensator wird definiert über die Differentialgleichung

i = C * du/dt

Wenn man das mit einer aktiven Schaltung simulieren will, gibt es genau 
zwei Ansätze:
1) man kann die Spannung(sänderung) an den Klemmen messen und einen 
entsprechenden Strom einprägen - das ist in etwas was du hier 
beschreibst.
2) man kann den Strom zwischen den Klemmen messen und eine entsprechende 
Spannungsänderung einprägen - das ist was der TO vorgeschlagen hat.

Mehr als das geht nicht. Beide Varianten sind im Prinzip gleichwertig, 
von der praktischen Umsetzung mögen sie sich unterscheiden.

Gustl B. schrieb:
> Beide Anschlüssen müssen Strom aufnehmen und abgeben können und an beide
> Anschlüsse muss eine Spannung angelegt werden können.
> Ausserdem muss der Stromfluss in jeden der Anschlüsse gemessen werden
> können und die Spannung zwischen den Anschlüssen. Und auch der
> Widerstand zwischen den Anschlüssen, aber das kann man erstmal
> weglassen.

Du denkst zu kompliziert. Ein Kondensator ist ein Zweipol. In einem 
Universum, in dem die Kirchhoffschen Gesetze gelten, muss der Strom, der 
zur einen Klemme reinfließt exakt an der anderen Klemmen wieder 
rausfließen.

Wenn die Versorgung des C-Simulators perfekt potentialfrei wäre 
(verschwindende Streukapazität), dann ist dieser Aspekt des Kondensators 
exakt erfüllt - der reinfließende Strom wird und kann nur über die 
zweite Klemme wieder rausfließen.

Den Rest  - Zusammenhang zwischen Strom und Spannungsänderung - muss der 
Regelkreis annähern. Aktive Lasten im Widerstandsmodus machen das, um 
einen R nachzubilden. Bei einer C-Nachbildung muss man halt eine DGL 
nachregel anstelle des ohmschen Gesetzes.

Wenn du meinst, dass in deinen Gedankenexperimenten mit der 
Konduktorkugel etwas anders herauskommt, dann liegt das daran, dass du 
Strompfade übersiehst oder falsch bewertest - und zwar den 
Verschiebungsstrom über die Streukapazität, der sich bei einer 
Potentialänderung des Kondensators ergibt. (Also nicht die 
Spannungsänderung zwischen den beiden Klemmen sondern die gleichzeitige 
Potentialverschiebung beider Klemmen).

Die Streukapazität des Aufbaus bildet ein echtes Limit dafür, wie gut 
der Virtual Capacitor werden kann. Große C kann man auf diesem Weg gut 
simulieren, sehr kleine halt nicht.

Gustl B. schrieb:
> Klar, ist machbar wenn man eben schnell regeln kann, wird aber
> nicht einfach.

Ja: die Idee des TO stellt interessante Ansprüche an sein Können in 
Leistungselektronik und in Regeltechnik.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> jetzt skizziere ich doch mal wie man sowas grob bauen könnte:
>
> Also erstmal zur Hardware:
> Beide Anschlüssen müssen Strom aufnehmen und abgeben können und an beide
> Anschlüsse muss eine Spannung angelegt werden können.
> Ausserdem muss der Stromfluss in jeden der Anschlüsse gemessen werden
> können und die Spannung zwischen den Anschlüssen. Und auch der
> Widerstand zwischen den Anschlüssen, aber das kann man erstmal
> weglassen.

Hallo bin wieder da. Ich versuche noch einmal mein Konzept zu erläutern. 
Die ganze Schaltung wird fliegend/floatend versorgt, z.B. DC/DC Wandler. 
Nach aussen nur 2 Buchsen. Kirchhoff Gesetze = was reinfließt fließt 
auch raus. Ein Kondensator ist für einen sehr kurzen Moment eine 
Spannungsquelle. Entnimmt man, oder führt man einen Strom zu, ändert 
sich diese Spannung.

Uc(tn+1) = Uc(tn) + I * dt/C

Dimension eines Kondensators ist Ampere Sekunde pro Volt.

Die Spannungsquelle ist der "Power Amp". Der Strom wird in dem in Reihe 
liegenden 0.01R Widerstand gemessen. Der Wert 0.01R ist verhandelbar, 
den Spannungsabfall an diesem Widerstand kann man per Software 
kompensieren, falls gewünscht.
Der Power Amp sollte z.B. 10 Ampere liefern können, ist verhandelbar. 
Seine Versorgungsspannung vielleicht +-30V. D.h. ich will mit dem Teil 
keinesfalls einen Motoranlaufkondensator substituieren!

Auch nicht einen 10 pF Keramik Kondensator in einem UKW Tuner.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> In einem
> Universum, in dem die Kirchhoffschen Gesetze gelten, muss der Strom, der
> zur einen Klemme reinfließt exakt an der anderen Klemmen wieder
> rausfließen.

Ja, bei einem idealen Kondensator.

Achim S. schrieb:
> Wenn du meinst, dass in deinen Gedankenexperimenten mit der
> Konduktorkugel etwas anders herauskommt, dann liegt das daran, dass du
> Strompfade übersiehst oder falsch bewertest - und zwar den
> Verschiebungsstrom über die Streukapazität, der sich bei einer
> Potentialänderung des Kondensators ergibt.

Ja, stimmt. Ein Plattenkondensator hat wie oben geschrieben auch keine 
unendlich dünnen Platten.

Es geht also nicht darum eine Kapazitätsdekade nachzubauen sondern einen 
idealen Kondensator zu simulieren.

Ja, geht, aber hat auch Grenzen.
Stell dir vor du misst an den Klemmen jetzt extern eine hohe 
Spannungsdifferenz. Was schließt du daraus? Du lässt erstmal Strom in 
die eine Seite hinein und aus der anderen Seite herausfließen. Aber wie 
lange und wie viel? Das könnte extern eine Stromquelle sein die sehr 
lange viel Strom liefern kann, das könnte aber auch nur ein kleiner 
Kondensator sein der angeschlossen wurde aber mit einer hohen Spannung 
geladen wurde.

Da muss man entweder extrem schnell regeln oder eine hohe ESR 
simulieren. Oder man setzt Grenzen für den Bereich in dem das Gerät wie 
ein Kondensator funktioniert.

Sprudelstrudel schrieb:
> Hallo bin wieder da. Ich versuche noch einmal mein Konzept zu erläutern.

Konkrete Werte machen schon Sinn und deine Eingrenzungen ebenfalls.

Das Problem mit der Richtung sehe ich aber noch. Beide Eingänge müssten 
ja gleichzeitig auch Ausgänge sein. Ja, das kann man intern umschalten.

: Bearbeitet durch User
von Sprudelstrudel (Gast)


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Achim S. schrieb:
> 1) man kann die Spannung(sänderung) an den Klemmen messen und einen
> entsprechenden Strom einprägen - das ist in etwas was du hier
> beschreibst.
> 2) man kann den Strom zwischen den Klemmen messen und eine entsprechende
> Spannungsänderung einprägen - das ist was der TO vorgeschlagen hat.

Bist mir zuvor gekommen. Hast du sehr schön geschrieben, danke, erklärt 
genau was ich meine. 1) hatte ich von Anfang an ausgeschlossen, so würde 
ich eine Induktivität simulieren.

Handy Akku 2% => tschüss

von Sprudelstrudel (Gast)


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dt = Abtastrate AD Wandler.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Ja, bei einem idealen Kondensator.

Nein: bei jedem Kondensator der nur zwei Anschlüsse hat. Er darf z.B. 
auch gerne einen realen ESR und ESL haben - kein Problem.

Die Abweichung von dieser Regel besteht einzig darin, dass jeder real 
existierende Kondensator bei ganz genauem Hinschauen mehr als zwei 
Anschlüsse hat. Und zwar in Form von Streukapazitäten gegenüber dem Rest 
der Welt. Dass diese Streukapazität ein Limit für die Pläne des TO 
darstellt, habe ich ja schon mehrfach beschrieben.

von Achim S. (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Er darf z.B.
> auch gerne einen realen ESR und ESL haben - kein Problem.

P.S.: die zusätzlichen realen Eigenschaften müssen dann natürlich in der 
DGL berücksichtigt werden, nach der der Regler die Spannung nachregelt.

von 🍅🍅 🍅. (tomate)


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Nur wieso?
Die dV/dt bzw den Pulsstrom eines grösseren Folienkondensators bekommt 
man sicher nicht mit irgendeinem DAC hin.

Und dann so ein komisches teures Ding, was man beim basteln vermutlich 
zigmal mit Überspannung etc schrottet, wenn man auch ganz einfach ein 
paar Kondensatoren aus der Bastelkiste zusammenlöten könnte

von Achim S. (Gast)


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Rote T. schrieb:
> Nur wieso?
> Die dV/dt bzw den Pulsstrom eines grösseren Folienkondensators bekommt
> man sicher nicht mit irgendeinem DAC hin.

Wie weiter oben schon gesagt: es könnte nutzbar sein, um (große) 
kapazitive Lasten zu simulieren.

Achim S. schrieb:
> (um z.B. das
> Management einer Kondensator-basierten USV zu testen) würde es gut
> gehen.

Aktive Lasten haben oft einen Betriebsmodus, in der sie einen Widerstand 
simulieren. Diese aktive Last könnte alles simulieren, was man als DGL 
vorgibt.

Natürlich stimmt das simulierte Verhalten nur "im Mittel" auf einer 
Zeitskala, die länger ist als die Abtastrate. Aber das gilt für jedes 
zeitdiskret arbeitende System (also für so ziemlich jedes Gerät, das man 
heute kaufen kann).

Und natürlich gibt es Limits: wenn der Verstärker "nur" 10A kann, dann 
wird man damit keinen Pulsstrom von 100A simulieren können. (Aber 
netterweise begrenzen ja auch manchmal die Eigenschaften der Quelle und 
der Kabel die Extremwerte auf ein erträgliches Maß).

von 🍅🍅 🍅. (tomate)


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Achim S. schrieb:
> Wie weiter oben schon gesagt: es könnte nutzbar sein, um (große)
> kapazitive Lasten zu simulieren.

Nur wie oft braucht man sowas und wäre es nicht viel billiger, in den 
wenigen Fällen, wo man sowas braucht, eine reale Last zusammenzubauen.

Und für Sachen, die in Richtung Batterie gehen, gibts bereits 
Batterie-Simulatoren

von Achim S. (Gast)


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Rote T. schrieb:
> Nur wie oft braucht man sowas und wäre es nicht viel billiger, in den
> wenigen Fällen, wo man sowas braucht, eine reale Last zusammenzubauen.

Niemand hat behauptet, dass du oder ich sowas zum Basteln brauchen 
würden. Ich denke es wird schon im Eröffnungspost deutlich, dass es dem 
TO nicht darum geht, Geld für eine Kapazitätsdekade zu sparen.

Rote T. schrieb:
> Und für Sachen, die in Richtung Batterie gehen, gibts bereits
> Batterie-Simulatoren

Wenn der TO wollte, könnte er statt des Modells eines realen 
Kondensators das Modell einer realen Batterie nachregeln - und damit 
würde er tatsächlich einen Batteriesimulator bauen. Oder einen 
Widerstandssimulator (aktive Last) oder einen Kondensatorsimulator (sein 
aktuelles Anliegen). Es hängt einfach nur ab, nach welcher DGL/nach 
welchem Modell er seine Regelung arbeiten lässt.

Hier findest du eine Doktorarbeit, die den Aufbau eines solchen frei 
konfigurierbaren Last-Systems und seinen Einsatz bei Hardare-in-the-loop 
tests für die Verifikation von Leistungshalbleitern beschreibt.
https://www.shaker.de/de/content/catalogue/index.asp?lang=de&ID=8&ISBN=978-3-8440-3412-7
Der grundsätzliche Aufbau durchaus dem ähnlich, was dem TO vorschwebt - 
nur dass der TO noch von unrealistischen Designzielen ausgeht.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Stell dir vor du misst an den Klemmen jetzt extern eine hohe
> Spannungsdifferenz. Was schließt du daraus? Du lässt erstmal Strom in
> die eine Seite hinein und aus der anderen Seite herausfließen. Aber wie
> lange und wie viel? Das könnte extern eine Stromquelle sein die sehr
> lange viel Strom liefern kann, das könnte aber auch nur ein kleiner
> Kondensator sein der angeschlossen wurde aber mit einer hohen Spannung
> geladen wurde.

Es tut mir leid, ich will dich in keinster Weise beschimpfen, aber ich 
verstehe einfach nicht, warum du mich nicht verstehst. Da machst du mit 
FPGA'S die tollsten Sachen, HDMI usw. aber simpelste Elektrotechnik aus 
dem letzten Jahrhundert scheint ein Buch mit sieben Siegeln für dich 
(und andere) zu sein. Achim S. hat doch die beiden Möglichkeiten:

1. Stromquelle und Spannung messen

2. Spannungsquelle und Strom messen

noch mal erklärt.
Ich will kein Perpetuum Mobile bauen, noch Signale mit 
Überlichtgeschwindigkeit verschicken. Ich gehöre nicht zur Esoterik 
Fraktion. Aber wenn ich beruflich die Wahl hatte, zwischen zwei 
Projekten zu wählen, habe ich mir vorher immer überlegt, wie die denn zu 
realisieren wären. Dann erst habe ich geschaut, was Kollegen und 
Geschäftsführung dazu meinten. Ich habe mich dann immer für das Projekt 
entschieden, das die Kollegen für unmöglich hielten, und die 
Geschäftsführung für schwierig. Der Gedanke dahinter, mit einem Projekt, 
das alle für einfach halten, kannst du nicht Ruhm und Ehre erwerben. 
Damit bin ich auch nie auf den Bauch gefallen. Im Gegenteil, ich bin 
fast schon ein wenig zur Legende geworden...

350 Leute haben mein Blockschaltbild auf Pappe angeschaut, warum kommt 
hier kein positives Feedback? Liegt es an mir, setze ich zuviel voraus? 
Liest hier niemand was ich schreibe? Kann sein, daß mein Geschreibe 
zwischen anderem, was ich für irrelevant halte, untergeht?! Oder liegt 
es an meiner mangelhaften Rechtschreibung und Zeichensetzung, daß man 
mich einfach nicht verstehen kann? Liegt es an einem grundsätzlichen 
Mangel des Mediums "Forum"?

----------------------------------------------------------------------

Mein Blockschaltbild enthält 5 Blöcke:
1. Der Strommeßverstärker, er verstärkt die Spannung am 
Strommeßwiderstand und sorgt dafür, daß der folgende AD Wandler voll 
ausgesteuert wird.

2. Der AD Wandler tastet mit mindestens 100MHz und 16Bit ab.

3. Der Integrator ist ein FPGA, er startet die AD Wandlung, holt den 
Wert des AD Wandlers. Dieser Wert wird mit einer Konstanten 
multipliziert (dt/C).
Diese Konstante wird über die Bedienoberfläche eingestellt, damit kann 
die simulierte Kapazität manuel oder vielleicht auch automatisch 
variiert werden. Dieser Wert wird in einem ca. 64 Bit breiten 
Accumulator aufaddiert. Die obersten 16 Bit gehen an den DA Wandler.

4. Der DA Wandler gibt eine Spannung aus.

5. Diese Spannung wird auf den Bereich+-30V verstärkt. Der Power Amp 
verhält sich wie eine Ideale Spannungsquelle, naja, solange der Strom 
kleiner gleich 10Ampere bleibt.

6. Spannungsversorgung FPGA und Power Amp.

7. Taktversorgung FPGA.

8. Aktive Streukapazitätsabschirmung

Punkt 6-8 sind in meinem Blockschaltbild nicht explizit zu sehen, weil 
selbstverständlich.

Ich habe für dieses Schreiben jetzt bald eine Stunde ins Handy getippt. 
Wenn ich jetzt einfach ein Troll wäre, währe das sehr ineffizient.

von Gustl B. (-gb-)


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Sprudelstrudel schrieb:
> aber simpelste Elektrotechnik aus
> dem letzten Jahrhundert scheint ein Buch mit sieben Siegeln für dich
> (und andere) zu sein.

Ich gebe zu, ich habe tatsächlich etwas falsch verstanden. Es geht um 
einen idealen Kondensator und weil da nichts tatsächlich aufgeladen 
wird, kann man bequem die Spannung messen und dann entscheiden ob man 
Strom annimmt oder abgibt. Oder eben welche Spannung man anlegt.

Sprudelstrudel schrieb:
> 1. Stromquelle und Spannung messen
>
> 2. Spannungsquelle und Strom messen

Das ist das Prinzip. Aber die Umsetzung kann eben schwer werden, weil es 
um sehr kurze Zeiten und große Ströme geht. Wenn du an deinen virtuellen 
Kondensator einen geladenen Keramikkondensator anschließt, dann 
geschieht die Umladung erstaunlich schnell. Im Bereich weit unter 1 us 
wird der Großteil der Ladungen ausgeglichen.
Daher glaube ich, dass man das nur einigermaßen korrekt simulieren kann 
wenn man entweder extrem schnell regelt und mit großen Strömen klar 
kommt, oder wenn man den Strom eben begrenzt. Du kannst ja einen 
virtuellen Kondensator mit 100 Ohm Serienwiderstand simulieren.

Sprudelstrudel schrieb:
> Ich habe mich dann immer für das Projekt
> entschieden, das die Kollegen für unmöglich hielten, und die
> Geschäftsführung für schwierig. Der Gedanke dahinter, mit einem Projekt,
> das alle für einfach halten, kannst du nicht Ruhm und Ehre erwerben.
> Damit bin ich auch nie auf den Bauch gefallen.

Das glaube ich dir sogar. Das was ich hier mache ist nur ein Hobby von 
mir und ich mache da auch Dinge die ich mir vor wenigen Jahren noch 
nicht zugetraut hätte. Aber nur weil für Probleme in der Vergangenheit 
immer eine Lösung gefunden werden konnte bedeutet das nicht, dass auch 
alle Probleme in der Zukunft gelöst werden können.

Sprudelstrudel schrieb:
> 350 Leute haben mein Blockschaltbild auf Pappe angeschaut, warum kommt
> hier kein positives Feedback?

Naja, das Schaltbild ist deutlich zu sehr vereinfacht.

- Ein Kondensator hat zwei gleiche Seiten, also keine Richtung.
- Ein Kondensator kann auf beiden Seiten Strom annehmen und abgeben.

Vielleicht kommen mehr Antworten wenn du eine Schaltung entwirfst, die 
das bietet. Oder wenn du dein Ziel einschränkst.

Sprudelstrudel schrieb:
> Ich habe für dieses Schreiben jetzt bald eine Stunde ins Handy getippt.
> Wenn ich jetzt einfach ein Troll wäre, währe das sehr ineffizient.

Nein, du bist kein Troll. Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass du es 
dir zu einfach vorstellst.
Und zum Handy:
Bluetoothtastaturen und sogar USB-Tastaturen und Mäuse (ja, du bekommst 
einen Mauszeiger auf dem Handy) kann man zumindest mit einem 
Androidgerät problemlos verbinden und nutzen.

Edit:

Sprudelstrudel schrieb:
> 2. Der AD Wandler tastet mit mindestens 100MHz und 16Bit ab.

Die haben leider eine Latenz. Also bei 100 MSample/s bekommst du nicht 
jetzt den Abstastwert der letzten 10 ns, sondern einen Abtastwert, der 
deutlich weiter in der Vergangenheit gemessen wurde.
Bei dem 
https://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/AD9650.pdf 
(ich habe die 25 MHz Version verbaut) hat man 12 Takte Latenz. Bei 
maximal 105 MSample/s (das kann das ADC-Modell maximal) sind das 114.3 
ns.

Sprudelstrudel schrieb:
> 4. Der DA Wandler gibt eine Spannung aus.

Die haben ebenfalls eine Latenz. Bei dem Modell 
https://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/AD9743_9745_9746_9747.pdf 
das ich schon verbaut habe (AD9747), hat man 7 oder 8 Takte Latenz. Bei 
250 MSample/s sind das 28 ns oder 32 ns.

: Bearbeitet durch User
von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> 8. Aktive Streukapazitätsabschirmung

Kannst du mal skizzieren, was das sein soll? Ich glaube immer noch, dass 
du diesen Aspekt deiner eigenen Problemstellung bisher nicht verstanden 
hast.

Sprudelstrudel schrieb:
> 350 Leute haben mein Blockschaltbild auf Pappe angeschaut, warum kommt
> hier kein positives Feedback?

Na denn: schön, dass du mit einem gut lesbaren Blockschaltbild gestartet 
bist. Viele, die hier Fragen stellen, machen sich nicht die Mühe.
Aber dein Blockschaltbild enthält Fehler (hatten wir schon: der 
Messwiderstand darf nicht gegen die FPGA-Masse gehen, der Strom muss 
zwischen den Klemmen gemessen werden).
Und dein Blockschaltbild zeigt nur eine allererste Idee. Alles, was 
Arbeit macht oder Hirnschmalz kostet, steht noch aus.

Wenn dich die Idee begeistert heißt das nicht automatisch, dass sich 
auch viele andere dafür begeistern. Mit ersten konkreten Ergebnissen und 
echten Anwendungsszenarien (und realistischen Überlegungen zu 
Designzielen) könntest du vielleicht mehr Leute begeistern als nur mit 
Idee und Skizze.

Sprudelstrudel schrieb:
> Ich habe für dieses Schreiben jetzt bald eine Stunde ins Handy getippt.

Eine ineffiziente Rangehensweise. Spätestens wenn du mal einen ersten 
konkreten Schritt der Arbeit an dem Projekt leisten willst, musst du 
ohnehin vom Handy auf einen PC umsteigen.

Gustl B. schrieb:
> Es geht um
> einen idealen Kondensator und weil da nichts tatsächlich aufgeladen
> wird, kann man bequem die Spannung messen und dann entscheiden ob man
> Strom annimmt oder abgibt.

Ich weiß echt nicht, was du mit der angeblichen Einschränkung auf einen 
"idealen" Kondensator hast. Ich hab schon dazu geschrieben, hier 
versuche ich es ein letztes mal: der Simulator könnte prinzipiell alle 
Eigenschäften eines realen Kondensators nachbilden (also eines real 
existierenden Bauteils) bis man an eines der Limits des Simulators 
anstößt. Auch für deine Gedankenexperimente mit der Konduktorkugel würde 
er sich - innerhalb dieser Limits - wie ein realer Kondensator 
verhalten. Die Limits liegen ggf. in der Streukapazität, in der 
Reaktionsgeschwindigkeit, in der erlaubten Stromstärke, im erlaubten 
Spannungsbereich.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Auch für deine Gedankenexperimente mit der Konduktorkugel würde
> er sich - innerhalb dieser Limits - wie ein realer Kondensator
> verhalten.

Dazu hattest du geschrieben:

Achim S. schrieb:
> Und dieser Verschiebestrom fließt auch über den zweiten Anschluss B des
> Kondensators - und er ist gleich groß wie der Strom, der über den ersten
> Anschluss A des Kondensators fließt.
>
> Wenn der Strom am zweiten Anschluss B des Kondensators nicht "abfließen"
> kann - weil der in der Luft hängt und eine beliebig kleine
> Streukapazität hat - dann reicht schon das erste Elektron, das über die
> Klemme A reinfließt, um das Potential des gesamten Kondensators (beide
> Klemmen) an das Potential deiner Konduktorkugel anzupassen.

Wie ist das dann bei einem realen Kondensator wie einem 
Plattenkondensator? Da können von der unverbundenen Platte keine 
Ladungsträger verschwinden. Aber sie können innerhalb der Platte 
verschoben werden. Ist das dann diese Streukapazität die quasi in den 
realen Plattenkondensator eingebaut ist weil die Platten eine Dicke 
haben?
Das ist auch nicht nur ein Elektron, sondern kan kann das schön mit 
einer Glimmlampe zeigen. Es werden also tatsächlich auf eine Platte 
viele zusätzliche Ladungen aufgebracht obwohl die zweite Platte 
unverbunden ist. Ja, die ist natürlich mechanisch befestigt, aber 
elektrisch isoliert. Die Anzahl der Ladungsträger bleibt also auf der 
zweiten Platte konstant, ihre räumliche Anordnung verändert sich jedoch.

: Bearbeitet durch User
von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Da können von der unverbundenen Platte keine
> Ladungsträger verschwinden. Aber sie können innerhalb der Platte
> verschoben werden. Ist das dann diese Streukapazität die quasi in den
> realen Plattenkondensator eingebaut ist weil die Platten eine Dicke
> haben?

Das Feld zwischen den Platten hat nichts mit Streukapazität zu tun, das 
bildet die eigentliche Kapazität des Plattenkondensators.

Du willst in deinem Gedankenexperiment ein Ende des realen Kondensators 
an eine geladene Kugel führen, das andere Ende offen lassen. Und du 
meinst, dass dann an einem Ende des Kondensators Elektronnen 
reinfließen, am anderen Ende des Kondensators aber kein Stromfluss 
stattfinden (der Kondensator als den "Strom schluckt").

Aber wenn an Klemme A des Kondensators Elektronen reinfließen und in den 
Platten Ladungsverschiebung stattfindet, dann ändert sich damit auch das 
Potential der zweiten Klemme B. Diese Potentialänderung gegenüber "dem 
Rest der Welt" ändert auch das Feld zum Rest der Welt, und diese 
Feldänderung enspricht einem Verschiebestrom vom zweiten 
Kondensatoranschluss zum Rest der Welt über dessen Streukapazität.

Der Kondensator "schluckt" also keinen Strom (das lässt Hr. Kirchhoff 
nicht zu) sondern er sieht in deinem Experiment am kontaktieren 
Anschluss einen Stromfluss durch Elektronen, am anderen Anschluss einen 
gleich großen Verschiebestrom über die Streukapazität. Da besteht kein 
prinzipieller Unterschied zwischen dem realen Kondensator und dem 
simulierten Kondensator. Könnte man beide bezüglich ihrer 
Streukapazitäten identisch bauen, dann würden sie sich auch in dieser 
Hinsicht identisch verhalten.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Aber wenn an Klemme A des Kondensators Elektronen reinfließen und in den
> Platten Ladungsverschiebung stattfindet, dann ändert sich damit auch das
> Potential der zweiten Klemme B.

Ja genau.

Achim S. schrieb:
> Diese Potentialänderung gegenüber "dem
> Rest der Welt" ändert auch das Feld zum Rest der Welt,

Das stimmt ebenfalls.

Achim S. schrieb:
> und diese
> Feldänderung enspricht einem Verschiebestrom vom zweiten
> Kondensatoranschluss zum Rest der Welt über dessen Streukapazität.

OK, ja, passt. Aber kann man diesen Verschiebestrom denn messen? Da 
bewegen sich ja keine Ladungsträger und weil es hier um die Messung von 
Strömen geht zähle ich den Verschiebestrom nicht dazu. Aber ich kenne 
mich da nicht so sehr aus.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Aber kann man diesen Verschiebestrom denn messen?

man misst ihn als ganz normalen strom zwischen den Klemmen

von Gustl B. (-gb-)


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Zwischen welchen Klemmen denn? An jedem der beiden Anschlüsse ist ein 
Shunt oder wie muss ich mir den Aufbau vorstellen? Zwischen zwei Punkten 
misst man eigentlich Spannungen.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Zwischen welchen Klemmen denn? An jedem der beiden Anschlüsse ist
> ein
> Shunt oder wie muss ich mir den Aufbau vorstellen? Zwischen zwei Punkten
> misst man eigentlich Spannungen.

Irgendwo auf der Leiterstrecke zwischen den beiden Klemmen. Der Strom 
fließt durch den Kondensator. Du kannst ihn auf dem Leiter zwischen 
Klemme A und dem Verstärker messen. Oder zwischen dem Verstärker und 
Klemme B. Das Ergebnis bleibt gleich.

Einen Unterschied gäbe es nur, wenn du folgendermaßen argumentierst: 
"die Streukapazität der Kondensatorbestandteile ist verteilt. Die 
Leitung von Klemme A zu Platte A hat auch schon eine Streukapazität. Was 
darüber abfließt, wird auf dem Draht von Platte B zu Klemme B nicht 
gemessen werden können."

Falls das dein Argument sein sollte, dann formuliere ich das mal auf 
eine Art um, der ich sofort zustimmen kann. Deine eigentliche Aussage 
ist dann: "die Verteilung des Streufelds um den Simulator ist anders als 
die Verteilung des Streufelds um meinen Plattenkondensator". Ja klar, 
das stimmt natürlich.

Aber es wäre Unsinn daraus zu folgern, dass der Plattenkondensator ein 
"realer" Kondensator ist und der Simulator nur einen "idealen" 
Kondensator nachstellt. Denn wenn du statt Plattenkondensator oder 
Simulator einen Folienkondensator einsetzt, dann kannst du für den genau 
identisch argumentieren. Trotzdem kämst du vernünftigerweise nicht auf 
die Idee zu behaupten, der Plattenkondensator sei real, der 
Folienkondensator würde aber nur eine idealisierte Annäherung an den 
Plattenkondensator bilden. Es sind halt beides reale Kondensatoren mit 
unterschiedlicher Bauform (und deshalb auch unterschiedlichem Verlauf 
des Streufelds).

Der Plattenkondensator ist real. Der Folienkondensator ist real. Der 
Simulator verhält sich - innerhalb seiner Limits - real. Und bei allen 
dreien unterscheidet sich natürlich die genaue Form des elektrischen 
Streufelds. Trotzdem kann man nicht willkürlich festlegen, dass nur 
einer der dreien deswegen real sei.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Irgendwo auf der Leiterstrecke zwischen den beiden Klemmen. Der Strom
> fließt durch den Kondensator. Du kannst ihn auf dem Leiter zwischen
> Klemme A und dem Verstärker messen. Oder zwischen dem Verstärker und
> Klemme B. Das Ergebnis bleibt gleich.

Was ich dann nicht verstehe ist Folgendes:

Auf der einen Seite fließen echte Ladungsträger hinein, aber auf der 
anderen Seite nicht hinaus, sondern dort ändert sich das Feld.

Da fließt ja bei dem Aufbau kein Strom zwischen den Anschlüssen. Da 
hängt auf jeder Seite ein ADC und ein DAC.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Da fließt ja bei dem Aufbau kein Strom zwischen den Anschlüssen.

doch, innerhalb des Kupferleiters fließt der Strom genau so, wie du es 
gewohnt bist. er muss durch den Kupferleiter fließen um die 
Streukapazität von Klemme b auf ihr neues potential anzuheben.

nur über die Dielektrika (oder über die Streukapazität ins "Vakuum") 
fließt der Strom als Verschiebungsstrom.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> er muss durch den Kupferleiter fließen um die
> Streukapazität von Klemme b auf ihr neues potential anzuheben.

OK, verstanden. Wie ist das wenn die Streukapazität im Vergleich zur 
Kapazität des Kondensators sehr klein ist, fließt dann trotzdem ein 
gleich großer Strom von Buchse A in den Kondensator hinein wie auf Seite 
B hinaus zur Klemme B?

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Wie ist das wenn die Streukapazität im Vergleich zur Kapazität des
> Kondensators sehr klein ist, fließt dann trotzdem ein gleich großer
> Strom von Buchse A in den Kondensator hinein wie auf Seite B hinaus zur
> Klemme B?

es fließt nur so viel Strom in den Kondensator rein, wie zur Aufladung 
der streukapazität benötigt wird. wenn die gesamte streukapa an Klemme b 
sitzt, dann fließt der gesamte Strom durch den Kondensator.

wenn du eine"verteilte" Streukapa betrachtest, dann gilt was ich um 
17:33 geschrieben habe.

von Gustl B. (-gb-)


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OK, verstanden. Tja da hätte ich mir nach meinem Studium doch mal ein 
Physikbuch durchlesen sollen.

Habe ich das richtig verstanden:
Mit einem idealen Kondensator ohne Streukapazität gibt es keinen 
Verschiebestrom. Der schöne Demonstrationsversuch mit der geladenen 
Kugel und dem Plattenkondensator funktioniert also nur, weil der 
Plattenkondensator eine Streukapazität besitzt.

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Tja da hätte ich mir nach meinem Studium doch mal ein
> Physikbuch durchlesen sollen.

Im Physikbuch wird üblicherweise betrachtet, wie Ladungen verschoben 
werden und wie sich Felder ergeben. Im E-Technik Buch spricht man davon, 
wie die Kapazität (oder die parasitäre Streukapazität) umgeladen wird.

Gustl B. schrieb:
> Habe ich das richtig verstanden:

Aus meiner Sicht ja. Der Vielfalt wegen nochmal anders formuliert:
beim "üblichen" Aufladen eines Kondensators (anschließen beider Klemmen 
an eine Spannungsquelle) fließt Strom durch den Kondensator und es wird 
Energie im Feld des Dielektrikums (zwischen den Platten) gespeichert.
Bei deinem Übertragen von Ladungen von der geladenen Kugel auf den 
Kondensator fließt ebenfalls ein Strom im Kreis und es wird Energie im 
Feld gespeichert, das sich zwischen Kondensator und dem Rest der Welt 
aufbaut (d.h. die Streukapazität wird aufgeladen).

Gustl B. schrieb:
> Was ich dann nicht verstehe ist Folgendes:
>
> Auf der einen Seite fließen echte Ladungsträger hinein, aber auf der
> anderen Seite nicht hinaus, sondern dort ändert sich das Feld.

Das zu akzeptieren ist auch keine Kleinigkeit. Aber erst als Maxwell das 
gemacht hat und auch die zeitliche Änderung des E-Felds im Vakuum (ohne 
Ladungsträger) als Strom akzeptiert hat, gingen seine Gleichungen 
vollständig auf.

von Gustl B. (-gb-)


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Achim S. schrieb:
> Im Physikbuch wird üblicherweise betrachtet, wie Ladungen verschoben
> werden und wie sich Felder ergeben. Im E-Technik Buch spricht man davon,
> wie die Kapazität (oder die parasitäre Streukapazität) umgeladen wird.

Genau. Ich habe ja beides mehr oder weniger studiert. Bei der E-Technik 
die ich nur anstudiert habe kann ich aber nicht einschätzen ob das nur 
eine Vereinfachung ist. Also dieses Zweitor funktioniert zwar wunderbar 
für die E-Technik, aber ob man damit die Physik vollständig beschreibt 
ist für mich eben unklar.

Achim S. schrieb:
> beim "üblichen" Aufladen eines Kondensators (anschließen beider Klemmen
> an eine Spannungsquelle) fließt Strom durch den Kondensator und es wird
> Energie im Feld des Dielektrikums (zwischen den Platten) gespeichert.

Hm, ich finde da das Wort "durch" schwierig. Ja, man kann beobachten, 
dass auf der einen Seite Ladungsträher hin fließen und auf der anderen 
Seite wegfließen, aber in der Mitte über den Luftspalt (Dielektrikum) 
fließen keine Ladungsträger. Da hat man höchstens eine Feldänderung. Ja, 
von aussen sieht das so aus als würde da Strom durch den Kondensator 
fließen.

Achim S. schrieb:
> es wird Energie im
> Feld gespeichert, das sich zwischen Kondensator und dem Rest der Welt
> aufbaut (d.h. die Streukapazität wird aufgeladen).

Da ist das ein Verschiebestrom und eigentlich ist das dann nicht ein 
Kondensator, sondern eine Reihenschaltung aus idealem Kondensator und 
einer weiteren Kapazität mit dem Rest der Welt die man im Unendlichen 
als neutral ansieht.

Achim S. schrieb:
> Aber erst als Maxwell das
> gemacht hat und auch die zeitliche Änderung des E-Felds im Vakuum (ohne
> Ladungsträger) als Strom akzeptiert hat, gingen seine Gleichungen
> vollständig auf.

Richtig. Ich würde trotzdem gerne zwischen Verschiebestrom und 
Ladungsträgerstrom trennen, denn einen reinen Verschiebestrom kann man 
schlecht messen. Ja, mit einem Shunt zwischen Kondensator und Anschluss. 
Aber das setzt voraus, dass die Streukapazität vor allem beim Anschluss 
liegt und nicht schon vorher. Hier in diesem Thema haben wir aber ein 
anderes Problem:
Wir haben gar keinen Kondensator. Wir haben nur einen simulierten 
Kondensator. Man könnte also einen Verschiebestrom zwischen DAC und 
Buchse messen. Aber den hat man dann ja auch selbst erzeugt. Das ist 
Unsinn, also simuliert man doch einen Kondensator ohne Streukapazität 
und hat das Problem nicht. Von einer Seite können dann nur Ladungen 
verschwinden wenn auf der anderen Seite welche dazukommen.

Und da kommt das was ich wohl immer noch nicht verstanden habe:
Du hast einen Kondensator ohne Streukapazität. Unendlich dünne Platten, 
positive Ladungen sind ortsfest, Elektronen können sich bewegen. Die 
Platten sind neutral geladen.

Jetzt kommt wieder diese Konduktorkugel und die ist positiv geladen, hat 
also einen Elektronenmangel. Und die wird mit einer Platte verbunden.

Was passiert?
So wie ich das gelernt habe würden da jetzt Elektronen von der Plattte 
zur Kugel wandeln und zwar weil sie von der positiv geladenen Kugel 
stärker angezogen werden als von den positiven Ladungen in der Platte. 
Die werden ja sogar von den anderen Elektronen auf der Platte zur Kugel 
hin abgestoßen. Und das geschießt, bis sich für jedes Elektron ein 
Kräftegleichgewicht eingestellt hat.
Und ich meine das würde auch dann passieren wenn auf der zweiten 
unverbundenen Platte genau nichts passiert. Also dort alle Ladungsträger 
ortsfest wären. Dann sieht diese Platte schlicht weiter neutral aus.

Dann kann man die Kugel wegnehmen und hat effektiv einer der beiden 
Platten negative Ladungen entzogen. Quasi abgesaugt. Und der vorher 
neutral geladene Kondensator ist geladen.

von Sprudelstrudel (Gast)


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Hallo Houston ;-)
Ich habe noch mal ein ganz anderes Problem:
Ich messe ja den Strom, der durch den Kondensator fließt. Wenn der 
größte Strom jetzt +10 Ampere ist, gesetzt wir haben einen 16Bit AD 
Wandler, möge das 0x7FFF als Wandelwert ergeben, ist die größte positive 
16 Bit Zahl. -10A sind dann 0x8000.  Dann entspricht 0x0001 einem Strom 
von 10A / 32767 = 305,18uA.

Dies ist der kleinste messbare Strom. Bischen sehr grobstollig?! Kann 
man höherbitige AD Wandler finden die schnell sind?
Wenn nicht, kann man AD Wandler kaskadieren ? Wenn nicht, kann man vor 
der AD Wandlung analog gleichrichten und logarithmieren?
Wenn nicht, ist man dann gescheitert?

von Dussel (Gast)


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Was ist schnell? 24 Bit, 4 MS/s gibt es nach kurzer Suche bei Mouser 
schon für 32€ 
https://www.mouser.de/ProductDetail/Texas-Instruments/ADS1675IPAG?qs=sGAEpiMZZMvTvDTV69d2QvXKFofwTRc%2FRkiZaHK%2FHNc%3D
Schnellere lassen sich sicher auch finden.

von Duke Scarring (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> 350 Leute haben mein Blockschaltbild auf Pappe angeschaut, warum kommt
> hier kein positives Feedback?
Weil Deine Idee 'etwas' weit hergeholt ist.
Manche würden vielleicht sagen: Spinnerei.

Ich würde sagen: bau das Ding, vielleicht erstmal mit einem Arduino 
(eingebauter ADC zum Messen, PWM oder DAC08 zur Ausgabe) und wenn Du da 
die Grenzen kennst, kann man über eine schnelle Lösung mit FPGA o.ä. 
nachdenken.

Die ganzen Dreckeffekte üblicher Kondensatoren (ESR, SRF, 
spannungsabhängige Kapazität, Temperaturgang, etc.pp.) kannst Du dann 
immer noch modellieren, wenn erstmal der ideale Kondensator funktioniert 
;-)

Duke

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Sprudelstrudel schrieb:
> Dann entspricht 0x0001 einem Strom von 10A / 32767 = 305,18uA.
"Komma Eins Acht". Der ist echt gut...  ;-)

Wenn dein 16-Bit-Wandler wie üblich +-1/2 LSB Linearität hat, dann ist 
die kleinste auflösbare Änderung eher schon "irgendwas zwischen 
150..450µA".
Und dabei habe ich jetzt irgendwelche Temperaturdrift oder einen Offest 
oder gar simples Rauschen einfach mal aussen vor gelassen.

: Bearbeitet durch Moderator
von Sprudelstrudel (Gast)


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Lothar M. schrieb:
> Sprudelstrudel schrieb:
> Dann entspricht 0x0001 einem Strom von 10A / 32767 = 305,18uA.
>
> "Komma Eins Acht". Der ist echt gut...  ;-)
>
> Wenn dein 16-Bit-Wandler wie üblich +-1/2 LSB Linearität hat, dann ist
> die kleinste auflösbare Änderung eher schon "irgendwas zwischen
> 150..450µA".
> Und dabei habe ich jetzt irgendwelche Temperaturdrift oder einen Offest
> oder gar simples Rauschen einfach mal aussen vor gelassen.

Musst du auch noch Salz in meine Wunden streuen?  Schluchtz Seufz Heul! 
;-)

von Achim S. (Gast)


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Gustl B. schrieb:
> Richtig. Ich würde trotzdem gerne zwischen Verschiebestrom und
> Ladungsträgerstrom trennen,

Du darfst Sie gerne getrennt betrachten. Solange du akzeptierst, dass 
auch der Verschiebestrom im Vakuum ein echter Stromfluss ist ;-)

Gustl B. schrieb:
> Ja,
> von aussen sieht das so aus als würde da Strom durch den Kondensator
> fließen.

Er fließt wirklich durch. Auch die Feldänderung zwischen den Platten 
stellt einen Strom dar. Schwer zu akzeptieren, aber andernfalls gehen 
die Maxwellgleichungen nicht auf.

Gustl B. schrieb:
> Und da kommt das was ich wohl immer noch nicht verstanden habe:
> Du hast einen Kondensator ohne Streukapazität. Unendlich dünne Platten,
> positive Ladungen sind ortsfest, Elektronen können sich bewegen. Die
> Platten sind neutral geladen.

Sagen wir "mit sehr kleiner Streukapazität" (damit es physikalisch 
sinnvoll bleibt, worüber wird reden). In dem Fall sorgt schon das erste 
Elektron, dass du von der Konduktorkugel auf deinen Kondensator 
überträgst, dass dessen Potential sich dem Potential der Konduktorkugel 
angleicht. Es wird also nur das eine Elektron übertragen (oder - wenn 
die Streukapazität in Gedanken nochmal halbiert wird - nur "ein halbes 
Elektron")

Dass das nicht gut mit der Anschauung im Physikbuch übereinstimmt liegt 
daran, dass du etwas unanschauliches voraussetzt - eine "verschwindende 
Streukapazität", d.h. keinen Einfluss deines Kondensators auf den 
Feldverlauf im Umfeld.

von Achim S. (Gast)


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Sprudelstrudel schrieb:
> Wenn nicht, ist man dann gescheitert?

Nein: sobald man konkret an dem Thema arbeitet und rechnet merkt halt 
nur, dass man zu Beginn unrealistische Designziele hatte und die lieber 
an die reale Welt anpassen sollte.

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