S11 vs. S21 bei Antennenmessungen

Gast #6234610
Lesenswert?

Genau. Für S21 fehlt der Antenne der zweite Anschluss.
Dann entweder - wie schon geschrieben - mit einer bekannten Antenne 
gegenmessen oder zwei identische Antennen verwenden und die Verluste 
mutig auf beide aufteilen.

Das ganze im Absorberraum oder im Freifeld, welches dazu ungestört sein 
sollte (Südpol? Wüste?).
Gast #6234967
Lesenswert?

Dafür wird bei Antennen z.T der sogenannte Antenna Factor angegeben.
Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis der Spannung, die am Port der 
Antenne gemessen wird gegenüber der elektrischen Feldstärke der 
einfallenden (ebenen) elektromagnetischen Welle.
Die Einheit ist definiert als AF = E[V/m]/Uout[V] = 1/m.

Diese Einheit hat den Vorteil, dass thermische Verluste automatisch 
mitberücksichtigt sind, und anhand des (meist ebenso angegebenen) Gain 
der Antenne somit auch ihr "Wirkungsgrad" ermittelt werden kann.
Gast #6235010
Lesenswert?

GHz-Nerd schrieb:
> Diese Einheit hat den Vorteil, dass thermische Verluste automatisch
> mitberücksichtigt sind, und anhand des (meist ebenso angegebenen) Gain
> der Antenne somit auch ihr "Wirkungsgrad" ermittelt werden kann.

Eher nicht.
Der Gewinn einer Antenne ist räumlich in Azimuth und Elevation 
unterschiedlich. Man müsste dazu die Feldstärke kugelförmig um die 
Antenne aufnehmen und die Strahlungsleistungen ingetrieren.
Gast #6235050
Lesenswert?

Ihr habt beide Recht.

Der Gewinn (Gain) bezieht sich auf die von der Antenne aufgenommene 
Leistung und damit ist der Antennenwirkungsgrad bereits berücksichtigt. 
Das ist gerade der Unterschied zur Direktivität, welche sich auf die 
insgesamt abgestrahlte Leistung bezieht.

Aber es ist natürlich auch richtig, daß man aus Gewinn oder Feldstärke 
in einer Richtung noch keinerlei Aussage über die Verluste in der 
Antenne treffen kann.

Bei Antennensimulationen kann man, wie richtig angemerkt, die 
Abstrahlung über alle Raumrichtungen integrieren und dann hat man die 
insgesamt abgestrahlte Leistung. Da man auch die von der Antenne 
aufgenommene Leistung kennt kann man daraus den Antennenwirkungsgrad 
berechnen. Bei der Messung geht es im Prinzip natürlich auch, ist nur 
enormer Aufwand.

Gerade bei elektrisch kleinen Antennen sind die Verluste nicht 
vernachlässigbar.

Aus einer Messung der Antennenanpassung S11 irgendwelche Schlüsse über 
Abstrahlung/Gewinn/Wirkungsgrad zu ziehen ist kaum möglich. Andererseits 
sind S21 Transmissionsmessungen einer Übertragungsstrecke mit 
Referenzantenne sehr aufwändig und mit Mitteln des Funkamateurs 
schwierig umsetzbar.

Strahlende Grüße
Volker

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren