Hallo zusammen,
ich möchte eine bestehende Schaltung (DC9-18V Audio Verstärker +
Stepdown -> 5V Bluetoothmodul) auf Akkubetrieb umbauen.
Ich habe mir nun 4x ungeschützte Samsung INR18650-36G (3.6-3.7V) sowie
eine Schutzschaltung "WYY-EBD02-AB" ohne Balancer besorgt. Warum ohne
Balancer? Schlicht wegen Platzbedarf.
Das Verkabeln der Akku-Zellen ist kein Problem.
Jedoch habe ich zu dem "WYY-EBD02-AB" keine Informationen zu Netzteilen
gefunden bzw. der Stromversorgung gefunden. Vllt ist dies ja auch
Allgemeinwissen und deshalb gibt man nicht an was ein Netzteil an
Spannung und Strom liefern muss.
Jedenfalls habe ich mit dem Händler telefoniert. Er hat mir mitgeteilt,
dass man ein 16,8V - 17.0V Netzteil verwenden soll.
Erste Frage:
Welche Spannung und welcher minimale Strom muss für z.B. Li-Ion 1S1P,
2S1P, 3S1P, 4S1P zum Laden verwendet werden? Oder ist dies doch abhängig
von der Schutzschaltung?
Zweite Frage:
Ich würde gerne eine USB-C Buchse zum Laden verwenden. Ich habe hier ein
paar Netzteile die z.B. an USB-C >3A...also >15 Watt abgeben. Meine
Überlegung wäre, dass ich mittels Step-Up von 5V auf die benötigte
Spannung regle und somit über USB-C laden würde. Wenn ich es richtig
sehe, haben meine 4x Li-Ion Zellen (3350mAh) insg. 48 Wh (3.6 * 3.35 *
4) und dürften dann mit 15 Watt so in ca. 4-5 Stunden komplett geladen
sein?
Hallo, im allgemeinen kann man sagen: schau in das Datenblatt deiner
Akkus. Da steht genau drin, wie das Laden vonstatten gehen muss und mit
welchem max. Ladestrom entsprechend.
> Erste Frage:> Welche Spannung und welcher minimale Strom muss für z.B. Li-Ion 1S1P,> 2S1P, 3S1P, 4S1P zum Laden verwendet werden? Oder ist dies doch abhängig> von der Schutzschaltung?>
Da du scheinbar bei Akkuteile
(https://www.akkuteile.de/lithium-ionen-akkus/18650/samsung/zellen/samsung-inr18650-36g-3-6v-3-7v-3600mah-pluspol-flach_100812_2544)
bestellt hast... Dort steht zu Deinen Li-Ion Zellen 4,20 V
Ladeschlussspannung. Einfach nochmal nachschauen.
Macht also 4 x 4,20 V = 16,8 V mit dennen man laden sollte. Vorsicht die
Spannung muss genau und stabil über die Temperatur sein - besser als +-
1%. Die Zellen sind wohl auf 2 A maximalen Ladestrom konzipiert.
> Zweite Frage:> Ich würde gerne eine USB-C Buchse zum Laden verwenden. Ich habe hier ein> paar Netzteile die z.B. an USB-C >3A...also >15 Watt abgeben. Meine> Überlegung wäre, dass ich mittels Step-Up von 5V auf die benötigte> Spannung regle und somit über USB-C laden würde. Wenn ich es richtig> sehe, haben meine 4x Li-Ion Zellen (3350mAh) insg. 48 Wh (3.6 * 3.35 *> 4) und dürften dann mit 15 Watt so in ca. 4-5 Stunden komplett geladen> sein?
Wird wahrscheinlich nicht funktionieren, weil die Netzteile
möglicherweise nicht einfach mal 5 V * 3 A ausgeben, sondern das
Endgerät dies mit dem Netzteil aushandelt.
Hallo
ergänzend zum guten Beitrag von Daniel darf gesagt werden das du mit
einen Strom von 0,5C bei einigermaßen aktuellen Li-Ion (die 4,2V Typen)
immer auf der sicheren Seite bist.
Aber auch 0,2C reicht aus und erhöht die Zyklenzahl -welche aber
"beliebig" definiert werden kann da niemand vorschreibt bei wie viel
Prozent Restkapazität die Zelle "hin" ist - aber mehr Zyklen als kommen
auf jeden Fall heraus.
Aber Samsung führt auch verschiedenste Kurven bei einen Ladestrom von 1C
auf - also auch 1C geht (nahezu) immer bei aktuellen Li-Ionen Zellen
(4,2V)
Etwas mehr ist im allgemeinen auch noch kein Problem, ab ganz grob so
1,5C sollte man dann allerdings ins Datenblatt schauen (das bei so
manchen Hersteller -auch den "echten"- gar nicht so einfach zu finden
ist...) bzw. zur Not sich halt auf die Angaben eines guten Anbieters
verlassen.
Einen minimalen Ladestrom gibt es in der Praxis nicht - die
Selbstentladung dieser Zellen ist sehr gering, vor allem im
Temperaturbereich wo diese Zellen halt in der Realität des Hobbyisten
und normalen Anwender geladen werden, und die eigentliche Chemie
funktioniert auch bei "allen" Praxis relevanten Ladeströmen.
Also minimaler Ladestrom irgendwo bei deutlich unter 0,05C.
Das spätestens bei erreichen von 4,2V Zellenspannung (Abgesehen von
Ausnahmen - die kennt man aber da entsprechende Zellen teurerer sind und
explizit beworben werden) trotz allem ein weiterer Spannungsanstieg
verhindert werden muss (durch Strombegrenzung -auch bei den sehr kleinen
Ladeströmen), dürfte klar sein.
Wobei bei kleinen Ladeströmen "nur" die Gefahr besteht das irgendwann
das Sicherheitsventil der Zelle anspricht und die Zelle somit zerstört
wird - also "leider" nichts mit den viel "schöneren" und als
Lieblingsszenario von so manchen Zeitgenossen die gerne die Dramaqueen
machen, Explosionen und (natürlich, darunter geht es nicht) abfackeln
des Hauses - schade "Ihr" müsst auf den Weltuntergang dann verzichten...
Jemand
Daniel B. schrieb:> Wird wahrscheinlich nicht funktionieren, weil die Netzteile> möglicherweise nicht einfach mal 5 V * 3 A ausgeben, sondern das> Endgerät dies mit dem Netzteil aushandelt.
Das habe ich nicht verstanden. Ich dachte wenn der Verbraucher Leistung
abruft und das Netzteil es liefern kann....dann kommt die Leistung auch
an und wenn die Leistung überschritten wird bricht die Spannung ein
(Strom bleibt bei zb 3A und damit Steigt die Leistung nicht weiter an)?
Daniel B. schrieb:> Vorsicht die Spannung muss genau und stabil über die Temperatur sein -> besser als +- 1%. Die Zellen sind wohl auf 2 A maximalen Ladestrom> konzipiert.
Ah danke. Das war mir auch nicht bekannt. Ist ja schon ein
Ausschlusskriterium für meine billigen Step Up Booster da sich die nicht
so genau einstellen lassen.
Dieter schrieb:> Suche Dir hier ein passendes Ladegerät aus:
Danke für den Link. Das wird wohl die beste und sicherste Lösung sein.
Ich bestelle mir wohl ein 1.5A Netzteil.
Jemand schrieb:> schade "Ihr" müsst auf den Weltuntergang dann verzichten...
;o)
BastaBastla schrieb:> Dieter schrieb:>> Suche Dir hier ein passendes Ladegerät aus:>> Danke für den Link. Das wird wohl die beste und sicherste Lösung sein.> Ich bestelle mir wohl ein 1.5A Netzteil.
Das passt. Besser etwas zu wenig Ladestrom als zuviel.
Dieter schrieb:> Das passt. Besser etwas zu wenig Ladestrom als zuviel.
Danke. Dann mache ich das so.
Trotzdem muss ich nochmal was fragen. Warum regelt die Schutzelektronik
bzw die Schutzplatine nicht die korrekte Spannung?
Klar....unterschiedliche Zellen benötigen unterschiedliche
Spannungen...aber so wie ich es jetzt geplant habe bedeutet dies, dass
das angeschlossene Netzteil exakt den Zellen entsprechen muss. Und wenn
meine Frau oder meine Kinder Mal ein 16V Netzteil irgendwo finden und
dies anschließen (passen ja in der Regel vom Anschluss her), würde dies
die Zellen zerstören!?
Da wäre doch eine flexible Spannung von zb 14.8V - 20V erheblich
sicherer. Daher hatte ich gedacht, dass ich eine USB-C Buchse
installiere (sicher kleiner/gleich 12V rein kommen) und dann mit dem
Step Up auf die 14.8V regle.
>Trotzdem muss ich nochmal was fragen. Warum regelt die Schutzelektronik>bzw die Schutzplatine nicht die korrekte Spannung?
Weil das eben nur eine Schutzschaltung ist. Die schaltet einfach ab,
wenn ein paar kritische Parameter über-/unterschritten sind. Diese
Schaltschwellen sind dann aber bereits im ungesunden Bereich für die
Zelle.
Und gleich noch eins dazu: die Zellen sind nie 100% gleich, und werden
im Laufe der Zeit ungleicher. Wenn Du ohne Balancer lädst, wird immer
die Schutzschaltung der Zelle mit der höchsten Spannung zuerst
abschalten, und das wird vermutlich dann auch immer wieder dieselbe
Zelle sein, die bei weiteren Ladeversuchen abschaltet, weil die immer
etwas überladen wird, und damit schneller verschleißt. Etwas überladen
deswegen, weil die Schutzschaltungen immer (je nach Spezifikation) erst
bei reichlich 4,2V abschalten (4,25V oder gar 4,3V). Und eine Zelle ist
immer die schnellere beim Erreichen der Abschaltspannung.
Genau so ist es auch mit der Abschaltung bei zu tiefer Spannung, zumal
die meisten Schutzschaltungen auch erst recht spät abschalten wie z.B.
2,5V.
Ich persönlich halte also nix von einer Schutzschaltung als Ersatz für
Einzelzell-Lade- und Entladepüberwachung/Regelung.
BastaBastla schrieb:> Daniel B. schrieb:
>> Vorsicht die Spannung muss genau und stabil über die Temperatur sein ->> besser als +- 1%. Die Zellen sind wohl auf 2 A maximalen Ladestrom>> konzipiert.>> Ah danke. Das war mir auch nicht bekannt. Ist ja schon ein> Ausschlusskriterium für meine billigen Step Up Booster da sich die nicht> so genau einstellen lassen.
Und du meinst, sämtliche LiPo-Ladegeräte auf der ganzen Welt sind alle
temperaturkompensiert aufs Millivolt genau? ROTFL...
Oliver
Oliver S. (oliverso) schrieb:
>BastaBastla schrieb:> Daniel B. schrieb:>>> Vorsicht die Spannung muss genau und stabil über die Temperatur sein ->>> besser als +- 1%. Die Zellen sind wohl auf 2 A maximalen Ladestrom>>> konzipiert.>>>> Ah danke. Das war mir auch nicht bekannt. Ist ja schon ein>> Ausschlusskriterium für meine billigen Step Up Booster da sich die nicht>> so genau einstellen lassen.>Und du meinst, sämtliche LiPo-Ladegeräte auf der ganzen Welt sind alle>temperaturkompensiert aufs Millivolt genau? ROTFL...
Lese seinen Text nochmal (ich meine verstehendes Lesen) - da steht nix
von Millivolt.
Vielleicht ist eine Lösung ohne Probleme im folgenden Schaltbild
angedeutet. Es ist eine Ladeschaltung für 3s, kann aber ganz einfach auf
4s erweitert werden.
Die Einzel-Ladegeräte 5V USB sind sehr preisgünstig zu bekommen.
Gruß
Eines vorweg: jeder Kommentar hilft mir hier weiter. Auch Kontroverse
Ansichten und Erklärungen. Da ich mich mit Handwerk, Elektronik, viel
Programmierung und nun auch Akku Technik beschäftige....kann ich nicht
in allen Bereichen alles wissen und kennen.
Daher gern auch her mit Aussagen wie
Oliver S. schrieb:> Und du meinst, sämtliche LiPo-Ladegeräte auf der ganzen Welt sind alle> temperaturkompensiert aufs Millivolt genau?
Halte ich für mich erstmal fest, dass ich bei der Schaltung wirklich
unbedingt auf das Netzteil achten muss und kein Netzteil mit höherer
Spannung (Notebook, Label-Drucker, etc) irgendwo rumliegen darf welches
Frau und Kinder anschließen könnten.
Ich warte noch auf einige Lieferungen aus China und in ein paar Wochen
teste ich das auch Mal mit einer USB-C Ladebuchse und Step Up auf 16.8V.
Ist ja ein Lernversuch.
Jens G. schrieb:> Wenn Du ohne Balancer lädst, wird immer die Schutzschaltung der Zelle> mit der höchsten Spannung zuerst abschalten
Ja ich hatte vor ein paar Wochen auch schon etwas über das Balancing
gelesen. Aktiv und passiv etc.
Nur leider war kein Board in passender Größe verfügbar. Das nächste Mal
achte ich auf mehr Platz und ein Board mit Balancing. :-)
Germann P. schrieb:> Vielleicht ist eine Lösung ohne Probleme im folgenden Schaltbild> angedeutet
Vielen Dank. Der LM358 ist glaube ich so ein Operationsverstärker nicht
wahr? Hatte ich mir Mal im Zuge eines anderen Projekt s angeschaut. Nur
werde ich so eine kompakte Platine für 4S nicht hin bekommen. Das
Schaltbild zeigt doch eigentlich 4x 1S Ladegeräte nicht wahr??
Es stimmt, es sind in meiner Schaltung drei Ladegeräte und du könntest
auf 4 erweitern. Der LM358 ist ein OP Verstärker.
Die rote LED ist eine analoge Anzeige. Je mehr Ladestrom fließt, umso
heller wird sie.
Die grüne LED ist eingermaßen digital. Wenn der Ladestrom unter C/10
sinkt, sollte sie leuchten. Dieser Punkt ist einstellbar.
Noch wichtiger ist die Einstmöglichkeit der Ausgangsspannung auf 4.2V
Die muss in allen drei oder vier Teilen des Gerätes genau erfolgen.
Gruß!
Habe ich auch gerade gebraucht.
Siehe:
Kuuleyn Battery Charger, AC100-240V DC 16.8V 2A Replacement Power Supply Lithium-Ion Battery Charger Safe Charging for Headlights, Toy Cars, Balance Cars