Hallo Liebes Forum.
Ich würde gerne wissen welche vor und nachteile es hat wenn man mit
einem Anpassgerät bzw. "Matcher" große Metallstrukturen wie zb.
Hochspannungsmasten, Kräne o.ä "Anpasst" um damit zu funken.
Hintergrund ist das ich Zuhause keine antenne aufbauen darf
(Hausverwaltung) und eventuell dafür die Regenrinne oder Blitzableiter
als Antenne nehmen würde.
Andere ideen sind leider so gut wie nicht Praktikabel. Dachboden gibt es
keinen, das budged für antennen ist leider auch sehr gering. (Magnetic
Loop fällt wegen des preis leider darunter)
Das natürlich ein gewisser teil an leistung im Anpassgerät in wärme
umgewandelt wird ist mir klar.
Aber welche nachteile gibt es noch?
LG
CBX
CBX schrieb:> und eventuell dafür die Regenrinne oder Blitzableiter> als Antenne nehmen würde.
Bin etwas skeptisch, ob es erlaubt ist diese Dinge als Sendeantenne zu
verwenden.
Ein Dachdecker freut sich bestimmt nicht, wenn er sich daran die Finger
verbrennt, und ob Regenrinnen aus Kunststoff als Antenne geeignet sind,
bezweifle ich gar sehr.
Hp M. schrieb:> ob Regenrinnen aus Kunststoff als Antenne geeignet sind,> bezweifle ich gar sehr.
Ist eventuell sogar besser, kann man Koax reinlegen, nur wenn es regnet
hat man seltsame Bedingungen.
Also prinzipiell kann man mit einem Antennentuner alles an alles
anpassen. Auch eine Büroklammer kann man mit einem entsprechenden
Antennentuner auf 160m (~1,8MHz) resonant machen.
Resonant bedeutet Leistungsanpassung herzustellen, es wird also aus dem
Ausgang des Senders möglichst viel Leistung zur Antenne übertragen (und
nicht gleich wieder in den Sender zurück reflektiert). Dann ist dein
VSWR (ein Maß für die Anpassung) sehr gut.
Eine ganz andere Geschicht ist was die Antenne mit der Leistung die sie
"erhält" macht. Aufgabe einer jeder Antenne ist es von der
Eingangsimpedanz (meisten 50R / 75R) auf den Freiraumwellenwiderstand
(https://de.wikipedia.org/wiki/Wellenwiderstand_des_Vakuums) ~377 Ohm zu
transformieren. Wenn sie das nicht kann, dann ist ein Antennentuner
notwendig. Das Problem in der Praxis ist, dass diese Transformation nur
möglich ist bzw. nur dann passiert wenn z.B. die Antenne groß genug ist.
Grob könnte man das so erklären: Es gibt bei der Antenne ein Nahfeld und
ein Fernfeld. Das Nahfeld ist direkt um die Antenne herum. Dort werden
elektrische und magnetische Felder erzeugt (von der eingespeisten
Leistung). Ist die Anordnung der Antennenstrukturen richtig, dann
ergänzen oder löschen sich die Felder so aus, dass im Fernfeld (in
einiger Entfernung von der Antenne) das elektrische und das magnetische
Feld im rechten Winkel (90°) zueinander stehen. Das ist dann eine
elektromagnetische Welle die sich "fortpflanzen" kann. Manche nennen das
dann "abstrahlen". Also die elektromagnetische Welle löst sich aus dem
Nahfeld der Antenne ab und propagiert. Wenn jetzt die Antennenstruktur
nicht gut ist, dann schafft es nur ein kleiner Teil der Leistung in die
elektromagnetische Welle (die sich fortpflanzt) und ein großer Teil der
Leistung pendelt im Nahfeld der Antenne hin und her und läuft sich
sozusagen zu Tode. Die Energie wird dort dann beispielsweise in Form von
Wärme (dielektrische und ohmsche Verluste) vernichtet. Man könnte sagen
Aufgabe der Antenne ist es elektrisches und magnetisches Feld zueinander
richtig ausgerichtet zu generieren, damit es eine saubere
elektromagnetische Welle wird die dann abgestrahlt und verbreitet wird.
Schafft die Antenne das nicht, dann verpufft die Energie im Nahfeld. Der
Haken an der Sache ist, dass eine Büroklammer es nicht schafft E- und
H-Feld für 1,8MHz phasenrichtig und im 90° Winkel zueinander
auszurichten. Oder es hat zumindest bis dato noch niemand geschafft.
Der Antennentuner ist einfach ein Hilfsmittel, damit zumindest mal fast
alle Leistung auch an der Antenne ankommt und nicht sofort wieder in den
Senderausgang zurückrefelektiert wird. So steht sie zuminest mal
prinzipiell an der Antenne zur Verfügung. Aber es ist eben Aufgabe der
Antenne die Energie in einer konstruktiven Art abzustrahlen und nicht in
einer Art und Weise in der die Energie dann "verpufft". Eine gute
Anpassung (möglichst viel Leistung soll an der Antenne ankommen) ist
eine Voraussetzung zur Abstrahlung, aber keinesfalls ein Garant
dafür, dass auch sinnvoll abgestrahlt wird. Darum sagt man immer so
plump "nichts kann eine gute Antenne ersetzen". Also klar kannst du
deine Dachrinne an den Ausgang deines Senders anpassen. Das ist nur eine
Frage des Antennentuners. Wie sinnvoll die Dachrinne daraus ein
propagierendes elektromagnetisches Feld macht steht auf einem anderen
Blatt. Das bestimmt die Antennenstruktur (Strahler, Gegengewichte wie
Erdung etc.)
Im übrigen bleibt auch einiges der Leistung im Antennentuner "hängen"
also wird dort in Wärme umgesetzt. Im Allgemeinen ist die Messung der
Anpassung ein gutes Hilfsmittel um zu erkennen ob Energie an der Antenne
ankommt, sagt aber nichts darüber aus wie effektiv die Antenne diese
Leistung abgstrahlt. Viele dieser "Gebilde" funktionieren im Endeffekt
anderst als man es sich vorstellt. Oft strahlt die Zuleitung dann mehr
ab als die Antenne selbst oder sonstige lustige Dinge. Man kann das auch
nur sehr schwer erfassen das Simulationen meistens an unzureichender
Modellbildung scheitern und Messungen in der Praxis fast nur qualitativ
(wie weit komme ich?) möglich sind.
Wenn es dir nur um mal probieren geht, empfehle ich dir die magnetic
loop von DL5MMC. Er nimmt einfach 2 Loops (Kupferwasserrohre aus dem
Baumarkt) und verschränkt die ineinander. Das Tuning erfolgt über das
Verstelles des Winkels zwischen den Loops. Der benötigte feste
Kondensator besteht dann nur noch aus einem kurzen Stück billigstem
HF-Kabel. Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass man auf den sündhaft
teuren Vakuum-Kondensator verzichten kann. Diese Antenne kann man
tutto-kompletto für ~25€ mit Baumarktteilen bauen und sie reicht gut aus
um mit FT-8 um die Welt zu kommen.
http://www.dm0gap.de/2019/12/neuartige-magnetic-loop-antenne-nach-dl5mcc/
Ich hab auch mal eine Zeit lang den Aussenleiter des Antennenkabels
einer SAT-Antenne benutzt. Die Laenge lag bei 6-7 m.
Und mit 4 W FM kam man leicht ueber das gesamte Stadtgebiet (ca. 10 km).
Solltest du also zumindest einmal probieren.
Hp M. schrieb:> CBX schrieb:>> und eventuell dafür die Regenrinne oder Blitzableiter>> als Antenne nehmen würde.>>> Bin etwas skeptisch, ob es erlaubt ist diese Dinge als Sendeantenne zu> verwenden.> Ein Dachdecker freut sich bestimmt nicht, wenn er sich daran die Finger> verbrennt, und ob Regenrinnen aus Kunststoff als Antenne geeignet sind,> bezweifle ich gar sehr.
Der Mann mit seinem beschränkten Gehirn!
Wo steht das Dachrinnen immer aus Kunststoff sind? Meine sind aus
Metall. Und yääätzt?
Mal ernsthaft: Metall- Dachrinne als Sendeantenne ist Mist.
Jede Verbindung der Rinnen, die nicht gelötet ist, jeder Haltebügel, der
nicht mit der Dachrinne verschraubt oder vernietet ist, ist eine
Kontaktstelle, die beim Senden -und es geht ja im Eröffnungsbeitrag
offensichtlich um Senden- wie eine Diode wirken kann -> Gleichrichtung
-> Oberwellen, die Unmengen von Störungen bringen können.
Selbst erlebt: Ein CB- Funker mit einer solchen Kontaktstelle an der
Dachrinne konnte mit einer normalen FM- Station damit im 2 Km- Radius
ALLE CB- Kanäle mit einem lauten Rauschen dichtmachen. Die Dachrinne war
nicht als Antenne beabsichtigt, die Funkantenne berührte diese jedoch.
"Wo steht das Dachrinnen immer aus Kunststoff sind?"
Könnte trotzdem gehen. Solange Wasser drin ist.
Warum nicht gleich einen erreichbaren Baum als Antenne ?
Im Baum befinden sich Flüssigkeitskanäle, das darin befindliche Wasser
ist nicht rein, sondern enthält Salze, hat also auch die Eigenschaften
eines Leiters- günstigenfalls ist der Baum ein Lambda- Halbe- Dipol.
ggf. den Baum fleißig gießen, bis er auf die entsprechenden Abmessungen
gewachsen ist.
Ob man mit der Form der BAumkrone die Abstrahlung beeinflussen kann,
wäre vllt. noch zu erforschen.
Alles Quatsch ?
Nein ! Wurde gemacht, auf der Seite weit unten:
http://edi.bplaced.net/?Edi%60s_Specials___Antennen-Ideen_-_Vergessenes_Wissen
Hallo
das war aber die ganz alte, und bestimmt nicht gute, alte Zeit wo ein
Radio was beeinflusst ("gestört") werden konnte schon das höchste der
Gefühle wahr...
Auch (fast noch mehr) sieht es auch anders herum aus:
Störquellen ohne Ende - die einen; Bildröhren TV und Plasmabildschirme
sind "gerade" verschwunden, dafür Schaltnetzteile (Schaltwandler ganz
allgemein) überall wo eine Spannung gewandelt werden muss bzw. ein
Konstantstrom benötigt wird, und das leider zum Großteil in der billigst
möglichen Ausführung mit entsprechenden EMV Eigenschaften und
Störaussendungen (die bis 50MHz selbst bei Einhaltung der Normen sowieso
ernsthaften Amateurfunkverkehr zum Witz werden lassen - gerade bei
Behelfsantennen im Zimmer).
An den wenigen Orten wo das noch brauchbar funktionieren sollte kann man
auch "immer" richtige Antennen aufbauen - keine Nachbarn, kein
neugieriger Vermieter, keine Fassadenschützer - keine
"Elektrosmogidioten" - keine Probleme... ;-)
Edi-Mv schrieb:
>Hier noch Baumantenne mit Anpassung.
Die funktioniert aber nicht, der Baum wird nicht
strahlen. Wenn du die Spule ohne Baum gleich so
als Antenne benutzt, hast du eine bessere Antenne.
Wenn du die Spule um den Baum wickelst hast du
eine Dämpfung, du erwärmst damit die Feuchtigkeit
im Baum. Eine elektrische Spannung kanst du so
nicht in den Baum induzieren und ein Magnetfeld
kann der Baum auch nicht verstärken, dazu müßte
der Baum ferromagnetisch sein.
von Günter Lenz (Gast)04.05.2020 18:13
"Die funktioniert aber nicht"
Das weiß man erst, wenn man es versucht hat.
Wenn unsere Vorfahren immer aufgegeben hätten, wenn jemand der Meinung
war, daß etwas nicht geht...
...würden wir immer noch in Höhlen hausen.
"der Baum wird nicht
strahlen."
War übrigens auch nur als Anregung gedacht.
Eine Chance räume ich der Sache ein.
Der Baum muß nicht ferromagnetisch sein. Ein Strom in einer Spule
bewirkt die Induktion einer Spannung in einem innerhalb der Spule
befindlichen Leiter. Darum funktioonieren Motoren und Generatoren.
Könnte also funktionieren.
...Auch wenn die Wasseradern im Baum wohl eher Schlechtleiter sind.
Es gab auch Versuche, den Baum direkt als leitendes Gebilde/ Strahler zu
nutzen- Elektrode in den Baum geschraubt, Senderleitung ran- auch hier
zu finden (ziemlich weit unten, die Patentschriften):
http://edi.bplaced.net/?Edi%60s_Specials___Antennen-Ideen_-_Vergessenes_Wissen
Eine Elektrode in einenen Baum finde ich allerdings nicht so toll, und
drinlassen schon gar nicht.
Spule ist besser, und dann Vergleich, mit/ ohne Baum drin.
Vielleicht findet man dann besonders resonante Bäume für die Funk-
Bänder, oder eine Abhängigkeit des Strahlungsdiagramms von der
Kronenform, Rindendicke, Wurzelart, Blattgröße, etc.
:-)
CBX schrieb:> Magnetic> Loop fällt wegen des preis leider darunter
Selbstgebaut ist auch eine Mag-Loop im Preisbereich eines Anpassgerätes
machbar. Gerade im städtischen Bereich sinnvoll, weil sehr schmalbandig
und ruhig.
:-)
Es gibt noch einen Nachteil eines Anpassgerätes: Es muss zur Frequenz
passen. Spulen und Kondensatoren kann man meist nicht beliebig
verstimmen. Was für 80m-AFU geht wird für 23cm-AFU wahrscheinlich nicht
laufen.