Absoluter Beginner schrieb:
> Aber welchen
> Sinn hat denn eine GND-Kopplung? Dann ist das Signal weg - aber sonst?
Das Signal nach dem Eingangsverstärker ist nicht weg. es ist immer noch
da und es wird angezeigt. willst du es wegen haben musst du den Kanal
komplett von der Anzeige wegschalten. Das ist aber ein andere Knopf als
der beschriebene.
> Mein Tastkopf hat ein Massekabel - darauf bezieht sich doch das
> angezeigte Signal, oder nicht?
Je nach dem :-) . Irgendein Bezugspotential ist immer da, auch wenn das
Massekabel nicht angeschlossen ist.
> Bei Digitaloszilloskopen, die sowieso ein kleines Symbol für die
> 0V-Marke einblenden, ist diese Eingangsschalterstellung eher ein
> Anachronismus.
'Anachronismus' klingt negativ, ich bevorzuge da lieber den Begriff 'Old
school'.
So eine kleine 0-Marke ist kein voller Ersatz für eine Durchgezogene
0-Linie, insbesonders da die 0-linie auch mal von der Waagerechten
abweichen kann. Ferner sieht man an der 0-Linie ganz gut das
Eigenrauschen des Kanalverstärkers. Oder falls das Rauschen bei
GND-Schaltung nicht zu sehen, obwohl es da ist wenn die Tastkopfspitze
auf 0 gelegt wird, das das Digital-Oszi 'lügt', weil wohl der Controller
bei GND stellung eine Linie zeichnet und der ADU-Ausgang überhaupt nicht
ausgewertet wird.
Allerdings kann es auch bei Analogscopes den Fall geben, das bei
GND-Stellung der Kanalverstärker nicht mit der Y-Ablenkeinheit
verschaltet ist,
da muss man eben das Handbuch des Scopes von vorn bis hinten durchlesen,
bspw.
http://www-ekp.physik.uni-karlsruhe.de/~simonis/praktikum/Manuals/Oszi-Hameg-HM507.pdf
.
Letzlich ist die Absicht hinter dem GND schalter IMHO die
Überprüfung/Abgleiches des Messinstrumentes Scope, nicht die Aktivierung
von Anzeigeoptionen. Das braucht man beim Analogscope eher als beim
Digitalscope. Aber auch beim letzteren stellt sich die Frage ob das
scope richtig anzeigt und ob vielleicht ein anderer
Kanal/Kanalverstärker besser geeignet wäre (geringeres Eigenrauschen).