Forum: HF, Funk und Felder China-Abschwächer


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Bernd (Gast)



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Ich habe die Tage eine Lieferung aus China bekommen:
1
DC-4.0GHz 200mW DC 4.0GHz RF Fixed Attenuator
2
SMA Double Female Head 0dB 10dB 20dB 30dB

Nun bin ich dazugekommen das Platinchen am Netzwerkanalysator mal 
durchzumessen und hier die Ergebnisse zu präsentieren.
Gemessen wurde jeweils die Einfügedämpfung (S21).

Schon die Simulation mit den verwendeten Bauteilwerten läßt für den 20 
dB und den 30 dB-Pfad Abweichungen erwarten.

Der direkte Pfad hat bis 3,5 GHz eine maximale Dämpfung von 0,5 dB.
Der 10 dB-Pfad sieht bis über 5 GHz richtig gut aus.
Im 20 dB-Pfad sieht es schon etwas wilder aus. Die Dämpfung beträgt 
'nur' 19,8 dB, so wie es die Simulation schon zeigt. Wer 1 dB Toleranz 
zuläßt, kann diesen Pfad bis 3 GHz verwenden.
Zum Schluß noch der 30 dB-Pfad: Hier wurde die Skalierung angepasst, um 
die größeren Abweichungen mit darstellen zu können. Auch hier beträgt 
die reale Dämpfung etwas weniger als 30 dB. Trotzdem kann man auch 
diesen Frequenzgang bis ca. 4 GHz als brauchbar bezeichnen.

Wer Wert auf einen linearen Frequenzgang und hohe Dämpfung legt, sollte 
mehrere 10 dB Dämpfungsglieder hintereinander schalten.
Ich war positiv überrascht, das man mit FR4 offensichtlich auch weit 
über 1 GHz brauchbar einsetzten kann. Wenn die Durchkontaktierungen und 
die Bauteile noch etwas symmetrischer plaziert werden, sind vielleicht 
auch noch ein paar MHz mehr drin.

Kennt jemand Links zu guten Online-Rechnern für Abschwächer?
Vielleicht brauch ich mal einen, der eine weniger gebräuchliche Dämpfung 
hat.

von Sebastian B. (sfreak) Benutzerseite


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von HF Pfuscher (Gast)


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Bernd schrieb:
> Kennt jemand Links zu guten Online-Rechnern für Abschwächer?
> Vielleicht brauch ich mal einen, der eine weniger gebräuchliche Dämpfung
> hat.

Sorry, heute macht man das so wie im Bild. Funktioniert sehr gut
je nach Ansprüchen bis 10 oder 20 GHz. Gibt es in Abstufungen von 1dB.

von Hp M. (nachtmix)


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HF Pfuscher schrieb:
> Sorry, heute macht man das so wie im Bild.

Wenn nur das reflexionsfreie Anlöten der SMA-Buchsen nicht so schwierig 
wäre...

von Horst S. (petawatt)


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von Prak Ticker (Gast)


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Horst S. schrieb:
> Verwende die noch bezahlbaren Abschwächer im Link

Die sind ja ideal um auf Leiterplatte gelötet zu werden.

von Horst S. (petawatt)


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Prak Ticker schrieb:
>> Verwende die noch bezahlbaren Abschwächer im Link
>
> Die sind ja ideal um auf Leiterplatte gelötet zu werden.

?
Eingangs ging es um Abschwächer mit SMA-Anschluss und nicht um pads.

von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hallo zusammen, hallo Bernd,

solche Teile wurden vor einiger Zeit auch im EEV-Blog verhandelt.

https://www.eevblog.com/forum/projects/20db-rf-attenuator-seeking-feedback-to-improve/?all

Gibt es ordentlich was zu lesen.
Ich gebe zu, bin ein OM der älteren Generation. Wer bastelt heute noch? 
Basteln Kurzwelle, ok; 2m und höher..? Die bastelnden GHz-Leute lass ich 
mal aussen vor, das ist eine andere Liga. Um auf das Theme zu kommen, 
selbstgestrickte Dämpfungsglieder, na ja. Ich brauche das nicht bis 
5GHz, mehr oder weniger. Welcher Amateur! braucht es und verfügt über 
die entsprechenden Messmittel? Der China-VNA bringt einen auch nicht 
weiter. Es ist einfach, sich über die preiswerten Teile aus dem Fernen 
Osten zu mokieren; der Preis wird mehr als billigend in Kauf genommen, 
aber dann meckern..
Vor mehr als 20 oder 30 Jahren hätten wir uns die Finger danach geleckt, 
solch damals - im Vergleich zu heute - hochwertiges Messzubehör zu mehr 
als erschwinglichen Preisen zu erstehen. Wir hätten nicht nur Tage und 
Wochen sondern gerne auch Monate auf eine solche Lieferung gewartet.
Noch dazu, wer konnte sich damals SMA Austattung leisten?

'Nix für ungut', wie man im Rheinland sagt. Die Alten sehen es eben 
etwas anders.

73
Wilhelm

: Bearbeitet durch User
von Tobias P. (hubertus)


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Bernd schrieb:
> Ich war positiv überrascht, das man mit FR4 offensichtlich auch weit
> über 1 GHz brauchbar einsetzten kann.

jaja das wird hier immer wieder sehr pauschal gesagt, dass bei FR4 ab 
1GHz 'nix mehr geht', aber das stimmt halt in dieser Allgemeinheit 
nicht. WiFi Router haben ja schliesslich auch kein fancy Keramik- oder 
Teflonmaterial drin, weil das zu teuer wäre.

Ich schätze dass die Leitungen als Koplanare Waveguides ausgeführt sind. 
Der hat zwangsläufig eine niedrigere Dämpfung als ein normaler 
Microstrip. Mit kleineren Widerständen (0603 oder 0402) würde es wohl 
bei 8..10GHz auch noch ein bisschen hübscher aussehen.

Aber wer es genau haben will, nimmt sowieso einen koaxialen Abschwächer 
HP oder R&S und kein Spielzeug vom Chinamann - denn das ist ja auch 
nicht abgeschirmt.

von Ralph B. (rberres)


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von Volker M. (antennensimulation)


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Tobias P. schrieb:
> Bernd schrieb:
>> Ich war positiv überrascht, das man mit FR4 offensichtlich auch weit
>> über 1 GHz brauchbar einsetzten kann.

Es gibt zwei Effekte, die nachteilig sind: zum einen sind die 
dielektrischen Verluste hoch. Eine Leitung hat also einfach höhere 
Verluste, damit kann man leben. Aber bei einem Filter wäre der Effekt 
ungleich schlimmer, da braucht man verlustarme Resonatoren um selektive 
Filter mit akzeptabler Einfügedämpfung zu bauen.

Zweiter Nachteil: das Epsilon ist nicht genau bekannt, es hängt vom Mix 
der Glasfasern und Harz ab. Das kann er=4.2 sein oder auch er=4.7. Und 
es ist auch noch etwas richtungsabhängig, je nachdem ob das elektrische 
Feld entlang der Glasfaser verläuft (Kopplung Filter) oder senkrecht 
dazu (nach unten zur Rückseite). Die Toleranzen sind für manche Designs 
unkritisch, für andere nicht.

Aber so eine simple Leitung ist halt ziemlich robust. Wobei man die 
Dämpfung natürlich auch sieht, nur ist sie durch die logarithmische 
Frequenzskala bei der 0dB-Messung versteckt worden ...

: Bearbeitet durch User
von Tobias P. (hubertus)


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Volker M. schrieb:
> Es gibt zwei Effekte, die nachteilig sind: zum einen sind die
> dielektrischen Verluste hoch.

ja. Allerdings sieht es für mich aus als wären die verwendeten Leitungen 
Koplanare Waveguides, und die haben prinzipbedingt geringere Verluste 
als Microstrips, weil ein grösserer Anteil des Felds in der 
verlustfreien Luft unterwegs ist. Dann spielt auch die richtungs- und 
ortsabhängige Permittivität des Substrats keine so grosse Rolle mehr. 
Bei den Resonatoren 100% Zustimmung, die sind auf FR4 lausig.

von Horst S. (petawatt)


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Ralph B. schrieb:
> Horst S. schrieb:
>>
> 
https://www.amazon.de/Zuanty-Planting-DC-6GHz-Koaxialer-D%C3%A4mpfer-Frequenz/dp/B07W6QKRHT/ref=sr_1_6?dchild=1&keywords=attenuator%2B6db&qid=1588575870&sr=8-6&th=1
>> Hat die jemand getestet?
>
> das würde mich auch mal interessieren.

Hab diese Abschwächer 10, 20, 30 dB für meinen NWT4000 benutzt. Weitere 
Quelle 
http://shelvin.de/ich-habe-mein-china-daempfungsglieder-vermessen/ . Bis 
4,4 GHz ganz okay. Leider bisher keine Info oberhalb von 4,4 GHz.
Grüße von petawatt

von Volker M. (antennensimulation)


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Tobias P. schrieb:

> ja. Allerdings sieht es für mich aus als wären die verwendeten Leitungen
> Koplanare Waveguides

So eine Mischform halt, mit Masse unten und seitlich, verbunden mit 
Vias. Der Anteil des Feldes in Luft ist aber trotzdem gering (das hängt 
vom eps_r ab) und für die Verluste bringt das nicht so viel.

von Marek N. (bruderm)


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Horst S. schrieb:
> Hab diese Abschwächer 10, 20, 30 dB für meinen NWT4000 benutzt. Weitere
> Quelle
> http://shelvin.de/ich-habe-mein-china-daempfungsglieder-vermessen/ . Bis
> 4,4 GHz ganz okay. Leider bisher keine Info oberhalb von 4,4 GHz.
> Grüße von petawatt

Warum wird die Dämpfung bei 35 MHz stärker?

von Hp M. (nachtmix)


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Marek N. schrieb:
> Warum wird die Dämpfung bei 35 MHz stärker?

Sieht aus, als ob da ein Koppelkondensator im Spiel ist.
Findet man oft als DC-Sperre im Eingang der Meßköpfe.
Allerdings hätte sein Einfluß nach einer vorherigen Kalibrierung 
verschwinden sollen.

: Bearbeitet durch User
von Horst S. (petawatt)


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Marek N. schrieb:
> Warum wird die Dämpfung bei 35 MHz stärker?

Das sind wohl die Geheimnisse der Kalibrierung im NWT4000. Das -20dB 
Dämpfungsglied hat bei Vermessung mit HP8591E und FY6900 im 
Frequenzbereich 1-60 MHz gleichbleibend eine Dämpfung von -19,2 dB. Die 
obere Kurve im Anhang ist das direkt gemessene Signal vom Generator 
(Kurven jeweils Peak Detect).
Grüße von petawatt

von Bernd (Gast)


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HF Pfuscher schrieb:
> Sorry, heute macht man das so wie im Bild. Funktioniert sehr gut
> je nach Ansprüchen bis 10 oder 20 GHz.
Danke, gut zu wissen!


Wilhelm S. schrieb:
> 
https://www.eevblog.com/forum/projects/20db-rf-attenuator-seeking-feedback-to-improve/?all
>
> Gibt es ordentlich was zu lesen.
Oh ja, sehr ergiebig. Auch die weiteren Links aus dem Thread.

> Wer bastelt heute noch?
Ich, aber eben die Dinge, die es nicht für kleines Geld gibt, oder wenn 
etwas nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.

> Welcher Amateur! braucht es und verfügt über
> die entsprechenden Messmittel?
Messmittel kann ich (zum Glück) auf Arbeit nutzen. Und viele Dinge 
verbuche ich unter dem Thema "praktische Erfahrung sammeln".

> Der China-VNA bringt einen auch nicht weiter.
Inzwischen gibt es den Nano-VNA2. Der soll bis 3 GHz gehen. Da ist der 
(für mich) interessante 2,4 GHz-Bereich mit drin.

> Es ist einfach, sich über die preiswerten Teile aus dem Fernen
> Osten zu mokieren; der Preis wird mehr als billigend in Kauf genommen,
> aber dann meckern..
Wer hat denn gemeckert? Bei den PCB-Attenuatoren sind doch die Werte ok, 
finde ich.

Bei vielen anderen Angeboten wünsche ich mir aussagekräftigere Daten 
bzw. Datenblätter von den chinesischen Anbietern, aber u.a. deswegen 
hatte ich den Thread auch eröffnet.


Ralph B. schrieb:
> 
https://www.amazon.de/Zuanty-Planting-DC-6GHz-Koaxialer-D%C3%A4mpfer-Frequenz/dp/B07W6QKRHT/ref=sr_1_6?dchild=1&keywords=attenuator%2B6db&qid=1588575870&sr=8-6&th=1
>> Hat die jemand getestet?
> das würde mich auch mal interessieren.
Mag mir jemand einen zum Vermessen zuschicken?
Rückporto würde ich übernehmen.

von Finanz B. (finanz-beamter)


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Bernd schrieb:
> Mag mir jemand einen zum Vermessen zuschicken?

Wenn es dazu kommt, wären auch die mechanischen Eigenschaften äußerst 
interessant. Oftmals liegen diese jenseits von Gut und Böse und man 
macht sich teuere Buchsen kaputt, wenn man welche hat.

FB

von Ralph B. (rberres)


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Ich habe vorgestern ein Dämpfungsglied  SMA 10db bis 6GHz erhalten
https://www.amazon.de/BIlinli-Golden-Attenuator-Stecker-Koaxial-Abschw%C3%A4cher/dp/B07NVMVK3Z/ref=pd_sbs_201_2/257-8806801-6434426?_encoding=UTF8&pd_rd_i=B07NVMVK3Z&pd_rd_r=c338bda8-98e6-4eab-b262-6461519a6aed&pd_rd_w=HrCl9&pd_rd_wg=w0dY0&pf_rd_p=42bf0ad8-ce6f-4127-a2f0-106727020a41&pf_rd_r=W05R4TDFYHFXSCWC95F1&psc=1&refRID=W05R4TDFYHFXSCWC95F1

ist der genaue Typ.

Das Teil ist sein Geld nicht wert. Es hat bei 2GHz Resonante Einbrüche 
von bis zu 3db bei ca 2GHz. Das SWR war kaum besser als 12db 
Rückflussdämpfung.

Für VHF und UHF kann man es vielleicht brauchen , aber nicht mehr für 
SHF oder höher.

Gemessen mit einen Rohde&Schwarz 40GHz VNA aus meiner ehemaligen 
Dienststelle.

Ralph Berres

: Bearbeitet durch User
von HF Pfuscher (Gast)


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Ralph B. schrieb:
> Das Teil ist sein Geld nicht wert. Es hat bei 2GHz Resonante Einbrüche
> von bis zu 3db bei ca 2GHz. Das SWR war kaum besser als 12db
> Rückflussdämpfung.

Nach solchen Schauergeschichten bin ich ja stark motiviert solche
wie in Beitrag

Beitrag "Re: China-Abschwächer"

gezeigte SMD-Dämpfungsglieder mal zwischen zwei SMA Buchsen zu
löten um zu sehen was dabei rausspringt. Mal sehen ....

Ich habe sie jedenfalls bereits oft schamlos auf MicroStrip-
Leitungen bis 6 oder 8 GHz eingesetzt und dabei keinen Schiff-
bruch erlitten. Das mag nicht aufs zehntel dB genau
funktionieren, aber breitbandig ohne Resonanzbeulen auf
jeden Fall.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> China-Abschwächer
Ist das das Gegenteil vom USA-Verstärker?

von Ralph B. (rberres)


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HF Pfuscher schrieb:
> Nach solchen Schauergeschichten bin ich ja stark motiviert solche
> wie in Beitrag

Heute Mittag treffe ich mich nochmal in der Hochschule mit dem Professor 
für HF-Technik.

Ich werde das besagte dämpfungsglied nochmals mitnehmen und vermessen 
lassen, in der Hoffnung diesmals ein paar Screenshots zu bekommen, 
welche ich dann hier hochladen werde.

Ralph Berres

von GHz N. (ghz-nerd)


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HF Pfuscher schrieb:
> gezeigte SMD-Dämpfungsglieder mal zwischen zwei SMA Buchsen zu
> löten um zu sehen was dabei rausspringt. Mal sehen ....
>
> Ich habe sie jedenfalls bereits oft schamlos auf MicroStrip-
> Leitungen bis 6 oder 8 GHz eingesetzt und dabei keinen Schiff-
> bruch erlitten. Das mag nicht aufs zehntel dB genau
> funktionieren, aber breitbandig ohne Resonanzbeulen auf
> jeden Fall.

Falls du schon ein kleines Test-PCB machst: vergiss bitte nicht, zum 
Vergleich noch eine Through-Platine zu machen. Der Übergang 
SMA-Microstrip dürfte sich so ab 5 GHz nicht unwesentlich auf das 
Messergebnis auswirken.
Falls du bereits eine bewährte und getestete Übergang/Buchse Kombination 
hast, erübrigt sich dies natürlich.

von Horst S. (petawatt)



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Ralph B. schrieb:
> Ich habe vorgestern ein Dämpfungsglied  SMA 10db bis 6GHz erhalten
> 
https://www.amazon.de/BIlinli-Golden-Attenuator-Stecker-Koaxial-Abschw%C3%A4cher/dp/B07NVMVK3Z/ref=pd_sbs_201_2/257-8806801-6434426?_encoding=UTF8&pd_rd_i=B07NVMVK3Z&pd_rd_r=c338bda8-98e6-4eab-b262-6461519a6aed&pd_rd_w=HrCl9&pd_rd_wg=w0dY0&pf_rd_p=42bf0ad8-ce6f-4127-a2f0-106727020a41&pf_rd_r=W05R4TDFYHFXSCWC95F1&psc=1&refRID=W05R4TDFYHFXSCWC95F1
>
> ist der genaue Typ.
>
> Das Teil ist sein Geld nicht wert. Es hat bei 2GHz Resonante Einbrüche
> von bis zu 3db bei ca 2GHz. Das SWR war kaum besser als 12db
> Rückflussdämpfung.

Finde die Literaturquelle gerade nicht. Hab gelesen man solle unbedingt 
die mit einem Laser gravierten Abschwächer bevorzugen. Sind auch nicht 
teurer. Einen Aufkleber kann man überall anbringen. Bei den Chinesen ist 
die Fertigungsstreuung und Qualitätssicherung natürlich auch eine 
unbekannte Größe. Vielleicht hab ich auch nur Glück gehabt. Meine 
Bezugsquelle siehe weiter oben.
Grüße von petawatt

: Bearbeitet durch User
von Horst S. (petawatt)


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HF Pfuscher schrieb:
> Nach solchen Schauergeschichten bin ich ja stark motiviert solche
> wie in Beitrag
>
> Beitrag "Re: China-Abschwächer"
>
> gezeigte SMD-Dämpfungsglieder mal zwischen zwei SMA Buchsen zu
> löten um zu sehen was dabei rausspringt. Mal sehen ....

Siehe Anlage.
Grüße von petawatt

von HF Pfuscher (Gast)


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Horst S. schrieb:
> Siehe Anlage.

Ein "leerer" Beitrag ohne Aussage.

Ich weiss wirklich nicht was ich damit anfangen soll.

Genausogut könnte ich ein Bild von einer Streifenleitung
oder ein Selfie mit dem Kölner Dom im Hintergrund posten.

von Horst S. (petawatt)


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HF Pfuscher schrieb:
> Ein "leerer" Beitrag ohne Aussage.
>
> Ich weiss wirklich nicht was ich damit anfangen soll.

Wollte nur zeigen, dass hier nicht einfach SMD-Bauelemente verbaut sind. 
Vielleicht interessiert ja einige Leser der Innenaufbau.
HF Pfuscher kann dann ja zeigen, dass er es besser kann.

von HF Pfuscher (Gast)



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Anbei mal das Prinzip wie ich es mache wenn ich HF dämpfen
möchte. Im Allgemeinen brauche ich keine Dämpfungen im
Koaxialsystem, aber hier sieht man dass es auch ganz
vernünftig funktionieren würde.

Zum Vergleich habe ich mal ein fertiges Dämpfungsglied von
Suhner vermessen, so gross ist der Qualitätsunterschied nun
nicht und fürs Hobby würde das einfache SMD Teil locker
reichen. Jedenfalls gibt es bis 18GHz keine Beulen. Das
reicht ein paar Jahre ....

Falls die Frage auftaucht ob der Netzwerkanalysator kalibriert
wurde: natürlich ja. Das dritte Diagramm zeigt S11/S21 bei einer
Durchverbindung von Port 1 nach Port 2.

Natürlich spielt die MicroStrip Line noch eine kleine Rolle,
jede Leitung hat ihre Dämpfung, und das wird in die zig GHz
hinein schon sehr spürbar, auch die Übergänge von SMA auf
MicroStrip haben schon ihre Verluste. "In der Firma"
verwenden wir für SMA-Übergänge Kompensationstrukturen die
das S11 deutlich verbessern. Die hier gezeigte S11 Beule
ist also nicht unbedingt dem SMD-Dämpfungsglied geschuldet.

von Volker M. (antennensimulation)


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HF Pfuscher schrieb:
> Zum Vergleich habe ich mal ein fertiges Dämpfungsglied von
> Suhner vermessen, so gross ist der Qualitätsunterschied nun
> nicht

In der Anpassung ist der Unterschied schon dramatisch.

Sobald du dein Dämpfungsglied nicht mehr zwischen gut angepassten 
Quellen/Lasten betreibst werden sich die 12dB Reflektionsdämpfung in 
einem Ripple im Frequenzgang äußern durch die Mehrfachreflektion. Mit 
dem Suhner ist der Fehler viel geringer.

von Ralph B. (rberres)



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Ralph B. schrieb:
> Das Teil ist sein Geld nicht wert. Es hat bei 2GHz Resonante Einbrüche
> von bis zu 3db bei ca 2GHz. Das SWR war kaum besser als 12db
> Rückflussdämpfung.

Die Ergebnisse und die Ergebnisse andere Mitleser haben mir keine Ruhe 
gelassen.

Nach dem mir beim nochmaligen Vermessen des Dämpfungsglied aufgefallen 
war, das die Kurven sehr instabil waren, hatte ich mir das 
Dämpfungsglied genauer angeschaut.
Der in das Gehäuse geschraubte Anschluss wackelte kaum sichtbar, aber er 
wackelte.

Nach dem ich diesen Steckereinsatz mit etwas Gewalt gute 1,5 Umdrehungen 
weiter eingedreht habe, sahen die Kurven wesentlich besser aus.
siehe anhängede Bilder.

Bis auf die Tatsache das dieses Dämpfungsglied etwas schlampig 
endmontiert waren und wohl kaum geprüft worden sind kann ich dem 
Hersteller also nichts vorwerfen.

Man sollte also ehe man was veröffentlicht, erst mal genauere 
Untersuchungen anstellen.

Ich bitte alle Mitleser um Entschuldiguung.

Der VNA war ein Rohde&Schwarz ZNB40 aus meiner ehemaligen Dienststelle.

Ralph Berres

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Ralph B. schrieb:

> Nach dem ich diesen Steckereinsatz mit etwas Gewalt gute 1,5 Umdrehungen
> weiter eingedreht habe, sahen die Kurven wesentlich besser aus.
> siehe anhängede Bilder.

Das macht es für den Endkunden trotzdem unbrauchbar, denn der verlässt 
sich darauf dass es nach dem Auspacken funktioniert.

Im Labor wird jedes Prüfmittel regelmäßig kalibriert, aber die 
Möglichkeit hat ja nicht jeder.

von Horst S. (petawatt)


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Ralph B. schrieb:
> Bis auf die Tatsache das dieses Dämpfungsglied etwas schlampig
> endmontiert waren und wohl kaum geprüft worden sind kann ich dem
> Hersteller also nichts vorwerfen.

Hab leider keinen Vergleich zu den Produkten der Edelmarken. Man sollte 
die China-Abschwächer aber generell vorsichtig handhaben. Die Anschlüsse 
sind mechanisch wohl etwas labil (siehe auch Anlage).

Grüße von petawatt

von HF Pfuscher (Gast)


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Volker M. schrieb:
> In der Anpassung ist der Unterschied schon dramatisch.

HF Pfuscher schrieb:
> Die hier gezeigte S11 Beule
> ist also nicht unbedingt dem SMD-Dämpfungsglied geschuldet.

Volker M. schrieb:
> Mit dem Suhner ist der Fehler viel geringer.

Da Koaxial und Microstrip zwei ganz unterschiedliche Anwendungs-
fälle darstellen ist ein ein Vergleich zur Anwendung innerhalb
einer Schaltung nicht sonderlich sinnvoll.

Die Message lautet eigentlich: auch beim Qualitätshersteller
bekommst du Pegelfehler im Breitband-Verlauf die du nicht
erwartest wenn du das Datenblatt dazu nicht gelesen hast.

Dann noch dies: wenn du schon mal Datenblätter von HF-Bau-
elementen (Verstärker, Schalter, schaltbare Dämpfungsglieder)
im Bereich oberhalb von 10GHz gesehen hast wird dir aufge-
fallen sein dass deren S11/S22 Werte im Worst Case nicht weit
von 15 dB weg liegen, in Randbereichen oft noch schlechter.
Da wirkt jedes zuätzliche Dämpfungsglied als Segen für die
Begradigung des Frequenzgangs und nicht als Verschlechterung,
auch wenn es selbst nur ein S11/S22 von 20 dB (was ich jetzt
meiner Selbstbau-Demo mal unterstelle) hat.

Wie bereits gesagt, nochmals anders ausgedrückt, ein SMA
Übergang auf Microstrip wie hier auf dem Bastel-Board ist
bereit sehr anspruchsvoll wenn er besser als 20dB oberhalb
von 15 GHz sein soll.

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