Oft ergeben sich viele Antworten erst dann, wenn der Erste sich gerührt
hat - also fange ich mal an. Ich bin kein Spezialist in diesen
Vorschriften, aber prinzipiell dürfte das Prinzip der doppelten
Isolation gelten. D. h., dass zur Überbrückung zwischen Primär- und
Sekundärseite mindesten zwei Hürden überbrückt werden müssen, wo bei
Schutzerdung eine genügt.
Dein galvanisch getrennter Ausgang wird sicherlich mit der
Trafo-Sekundärseite verbunden sei. Als muss der Trafo schutzisoliert
sein. Vielleicht würde auch eine Schutzwicklung (Lage Kupferblech) an
Schutzerde genügen. Eine sich lösende Primärleitung darf nicht einfach
die Sekundärseite erreichen. Wie du das machst, dürfte dir überlassen
sein. Ein separates inneres Gehäuse oder eine entsprechende Abdeckung,
isoliert oder schutzgeerdet, für alle primärseitigen Leitungen müsste es
meiner Meinung nach tun, zumindest um den Sinn der
Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Vielleicht reicht es auch, die dem
Einsatzfall entsprechenden Luft- und Kriechstrecken für Schutzisolation
einzuhalten.
Gerne lasse ich mich von Fachleuten, die Genaueres wissen, schlauer
machen. Ich habe mir diese Frage auch schon hin und wieder gestellt,
musste sie aber noch nie qualifiziert beantwortet haben.
Nebenbei: Oszilloskope etc. dürfen nicht schutzisoliert sein, weil
frührer es wohl vorkam, das Anwärter (oder Gewinner) des Darwin-Awards
gerne Messungen am Netz mit der Oszi-Masse an einer der Netzleitungen
gemacht haben. Aber da das z. B. für Labornetzgeräte nicht gilt, vermute
ich, dass es auch für dich nicht gilt.