Hallo Forum,
ich habe mal eine Frage zur Orientierung von Bauteilen bzw. den
Rotationsangaben in den Bestückungsdateien.
Bisher habe ich in meinen Libraries meine Bauteile immer nur "einfach
so" erstellt, als hätte ich ein einzelnes Bauteil auf dem Tisch liegen.
Also nie darauf geachtet, wierum die Bauteile evtl. im Gurt liegen.
Bei der Handbestückung sehe ich die Ausrichtung einer Diode oder eines
Mosfets ja dann sowieso.
Aber wie läuft das bei der automatischen Bestückung?
Bei manchen Bauteilen gibt es ja sogar unterschiedliche Bestellnummern
für Gurte, in denen die Bauteile links-herum liegen oder alternativ auch
rechts herum.
Wenn ich Kleinserien mal beim Bestücker fertigen lassen habe, musste
dieser also stets prüfen, ob die Rotation, die in den Placer-Daten
angegeben ist, auch wirklich zu der Ausrichtung der Bauteile in den
Rollen passt, die im Feeder sitzen und dann ggf. entsprechende
Änderungen vornehmen... anhand des Bestückungsplans.
Aufgefallen ist mir das eigentlich erst, als ich kürzlich bei JLCPCB mal
einen Bestückungsauftrag abgegeben habe und alle DPAK Mosfets um 90°
verdreht in der Vorschau waren.
Wenn ich das nun vermeiden will und ein Bestücker ohne solche Nacharbeit
zu Werke gehen soll, müssen die Packages also schon in meiner Bibliothek
richtig liegen.
Aber woher weiß ich, wie das Bauteil ohne Drehung liegt?
Ist das nicht auch abhängig vom Bestückungsautomaten?
Oder ist das ohnehin Aufgabe des Bestückers?
Mein Ziel ist es, Bauteile und CAD Daten an den Bestücker zu geben, ohne
dass dieser nacharbeiten muss.
Würde mich über einen Tip sehr freuen.
Danke, Michi
Man muss sich aber nicht daran halten. Du machst dem Bestücker etwas
mehrarbeit, weil die dann deine Pick und Place Datei erst auf ihr System
teachen müssen, das ist aber meiner Erfahrung nach kein Problem und ein
normaler Vorgang. Ganz problematisch ist es, wenn man fast alles nach
einer Norm orientiert hat und ein Bauteil nicht. Da ist die Gefahr dann
groß, dass das falsch ist.
Der Aufnahmewinkel ist wurscht, die Bestückdaten sind absolute Winkel.
Dumm nur das jedes Layoutprogramm und jeder Maschinenhersteller was
anderes als Nord und Ost annimmt.
Will sagen: der Bestücker/Maschinenführer muss eh jedesmal nach Plan
nachsehen ob die gepolten Teile richtig sind. Im Falle von JLC bist das
du.
Hallo
Wir erstellen (ich bin selbst damit beschäftigt) unsere eigenen
Bestückpläne für die Fertigung.
D.h. wir laden die Kunden CAD-Daten (Altium, Protel etc.) in unser
System und erstellen daraus zunächst die Maschinenprogramme für die
SMD-Bestückung.
Im Anschluss erzeugen wir eine Dokumentation für die SMD und
THT-BeEstückung.
Diese wird in der SMD benutzt um die bestückten Bauteile auf korrekte
Richtung und richtiges Bauteil (Typ, Wert, Marking) zu prüfen. Die
Bauteile werden in der THT von Hand bestück, ebenfalls nach diesen
Plänen.
Die Qualitätskontrolle benutzt diese ebenfalls.
Auch wir kämpfen täglich mit der Bauteilausrichtung.
Viele Bauteile gehen zum ext. Gurten, d.h. auch dort müssne wir immer
wieder prüfen ob die dne Gurt wie letztesmal ausgerichtet haben.
Bauteile in Trays die von der Distribution kommen sind nohh schlimmer.
Auch können z.B. SOT-23 Bauteile verschiedener Hersteller - aber
gleichhen Typs - unterschiedlich im Gurt liegen.
Das bedeutet für die Maschinenbediener der SMD das Sie immer:
1. Nach der ersten bestückten PCB prüfen ob alle spasst (Richtung, Typ
etc.)
2. Nach jeden Gurt, Stangen oder Traywechsel eine Polaritätsprüfung
machen müssen.
Wichtig ist für mich das ich eine ordentliche Referenz vom Kunden habe.
D.h. ich verlasse mich nicht nur auf die importieren Daten des CAD.
Sondern vergleiche mit den pdf oder Gerber (Bestückdruck) Daten ob alles
i.O ist. Erst dann setze ich den sog. Theta (das ist bei uns Pin 1 immer
links oder unten, bei Dioden C links) und gebe die Maschinenprogramme
aus.
Gruß
Roland
Jens M. schrieb:> der Bestücker/Maschinenführer muss eh jedesmal nach Plan> nachsehen ob die gepolten Teile richtig sind. Im Falle von JLC bist das> du.
Jo, ganz automatisch läuft das quasi nie. Man könnte natürlich das
genaue Format mit dem jeweiligen Bestücker ausmachen. Aber selbst dann
wird der Bestücker nochmal kontrollieren, ob alles passt. Und darauf wie
die Bauteile im Band liegen, hat man selber eh nur begrenzt Einfluss.
Bis jetzt habe ich auf die Frage in welchem Format er die XY-Daten haben
will von jedem Bestücker die Antwort bekommen: "Egal, wir kommen mit
allem zurecht". Was natürlich daran liegen dürfte, dass immer manuelle
Arbeit/Kontrolle nötig ist.
Es gibt da einfach keine einheitliche Konvention. Alleine für die
0°-Position von Pin 1 gibt es mindestens fünf mehr oder weniger
geläufige Konventionen (IPC Level A, IPC Level B, IEC, EIA, Valor).
Dafür wie Bauteile auf der Unterseite orientiert sind, gibt es imho gar
keine Konvention (es gibt das was die verschiedenen CAD-Packages
machen).
Um zu verhindern, dass einem der arme Teufel, der die Maschine
einrichten muss, auf die Platine spuckt, sollte man seine Library
wenigstens einheitlich aufbauen und sonnenklare Bestückungsansichten
mitliefern.
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