Hallo,
ich möchte gerne eine einfache, zweistufige Messschaltung
dimensionieren.
Ziel ist:
1. Beim erreichen der Temperatur t1 schaltet sich die 1. LED an.
1. Beim erreichen der Temperatur t2 schaltet sich die 2. LED dazu an.
Die Grundüberlegung von mir ist, dass ich einen Spannungsteiler mit
einem NTC und einem Widerstand R1 erstelle. R1 ist so gewählt, dass beim
erreichen der 1. Temperaturschwelle eine Spannung von 0,7 V über diesen
abfällt. Diese Spannung wird über einen Spannungsfolger auf einen
npn-Transistor angelegt. Gleiches gilt für die Zweite Stufe, nur dass
deren Spannungsteiler nach Spannungsfolger kommt.
Zur Veranschaulichung liegt ein Schaltplan im Anhang bei.
Mein Problem und gleichzeitig meine Frage besteht aus der Wahl des
Basiswiderstandes. Denn wenn ich im Internet schaue, dann wird zu
Berechnung Immer die Formel (U_0 - 0,7V) / I_b benutzt. Nun ist mein
U_0 doch im Idealfall 0,7 V und somit R_B = 0 Ohm . Darf ich den
Widerstand also bedenkenlos weglassen oder muss ich vom Worst Case
ausgehen ( sprich schauen wann meine anliegende Spannung am größten ist)
und damit R_b berechen ? Und verändere ich durch den Vorwiderstand nicht
den Temperaturwert, bei dem der Transistor durchschaltet ?
Wie ihr sicherlich merkt, bin ich alles andere als ein Profi auf dem
Gebiet und würde mich über jeden Hinweis freuen.
Nimm Komparatoren statt Opamps, und beschalte sie auch so. Die können
die LEDs auch direkt ansteuern, sofern das keine dicken Dinger zur
Beleuchtung sind.
Dir ist bewusst das dein Transistor ein lineares Bauteil ist? Will sagen
vermutlich glimmt die LED deutlich vor der Temoeratur.
Nimm statt des Spannungsfolgers einen Komparator und statt der
Transistoren FETs.
hinz schrieb:> Die können die LEDs auch direkt ansteuern, sofern das keine dicken> Dinger zur Beleuchtung sind.
Das wäre für Status LEDs. Natürlich noch einfacher ;)
> Nimm statt des Spannungsfolgers einen Komparator und statt der
Leider habe ich keine Komparatoren zu Hand. Kann ich meine Op´s dazu
umfunktionieren oder ist das eher nicht zu empfehlen ?
Deine eigentliche Frage braucht man gar nicht zu beantworten. Die
Schaltung ist für deinen gewünschten Zweck komplett falsch angelegt.
- statt OPAs nimmt man zwei Komparatoren
- mit einem Spannungsteiler aus drei Widerständen (oder zwei getrennten
Spannungsteilern) erzeugt man die beiden Schwellenspannungen
- damit ergibt sich ein digitales Signal als Eingang für die
Transistoren, die auf jeden Fall einen Basiswiderstand benötigen. Bei
Komparatoren hast du meist Glück: die haben Open-Collector und der
Arbeitswiderstand ist gleichzeitig der Basiswiderstand.
- noch einfacher ist es, den Komparator die LEDs direkt schalten zu
lassen, wenn es welche mit nur wenigen mA sein sollten. (Viel kann es ja
nicht sein, wenn du den BC547 als Treiber schon vorgesehen hast.
Guest schrieb:> hinz schrieb:>> Die können die LEDs auch direkt ansteuern, sofern das keine dicken>> Dinger zur Beleuchtung sind.>> Das wäre für Status LEDs. Natürlich noch einfacher ;)
Und es geht tatsächlich um 3,3V? Und gibts noch eine weitere
Versorgungsspannung?
Jan schrieb:> Leider habe ich keine Komparatoren zu Hand. Kann ich meine Op´s dazu> umfunktionieren oder ist das eher nicht zu empfehlen ?
Ja, geht auch. Die haben dann aber keine Open-Collector und du brauchst
den Basiswiderstand. Und bei kleinen LEDs versorgen die auch diese
direkt - mit Vorwiderstand natürlich.
Welche OPAs hast du denn verwendet? Es gibt wenige, die bei 3.3V noch
arbeiten.
Das ganze ist eine Simulation mit 3.3 V von einem Microcontroller.
Danke für den Tipp mit dem Spannungsteiler aus 3 Widerständen :D
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
> Welche OPAs hast du denn verwendet? Es gibt wenige, die bei 3.3V noch> arbeiten.
MCP 6002 . In der Simulation hat auch alles mehr oder weniger
Funktioniert. Hatte nur bedenken wegen des Basiswiderstandes...
Jan schrieb:> Und die Frage nach dem Basiswiderstand bleibt. Welche Spannung> nehme ich> um diesen zu berechen ?
Überflüssige Komponenten müssen nicht berechnet werden.
hinz schrieb:> Jan schrieb:>> Das ganze ist eine Simulation mit 3.3 V von einem Microcontroller.>> Du willst gar nichts reales aufbauen?
Missverständlich geantwortet... Die Simulation mit den LED´s ist
durchaus real.. die stehen stellvertretend für irgenteinen Verbraucher.
Also ja, ich möchte die Schaltung mit 3.3V aufbauen.
> Überflüssige Komponenten müssen nicht berechnet werden.
Worauf zielt das ab ? Darauf, dass ich keinen Basiswiderstand brauche ?
Oder darauf, dass ich einen Komperator benutzen soll.
Ich habe wie gesagt leider keine zu Verfügung...
> Nimm einen ICL7665, da hast du alles nötige drin.
Leider habe ich nur ein sehr begrenztes Sortiment an Bauteilen zu
Verfügung. Bestehend aus Transistoren, Widerständen den LED und den
Op´s...
Gibt es keine Möglichkeit die LED´s der Reihe nach mit Transistoren
anzusteuern, auch wenn etwas umständlicher ?
Jan schrieb:> Und die Frage nach dem Basiswiderstand bleibt. Welche Spannung nehme ich> um diesen zu berechen ?
Welcher Strom soll durch die LEDs fließen? Damit beginnt die Rechnung.
Danach wird's einfach: RB = (UB-0.7V) / IB.
Wenn du ein klein wenig suchst im Forum, findest du x Beiträge, in denen
das ausführlich behandelt wurde. Der letzte ist erst wenige Tage her ...
> Welcher Strom soll durch die LEDs fließen? Damit beginnt die Rechnung.> Danach wird's einfach: RB = (UB-0.7V) / IB.
Ja, dass ist mir ja auch klar, das Problem ist die Spannung UB - Welche
nehme ich da ? Die Ändert sich doch immer und ist von der Temperatur
abhängig.
Jan schrieb:> Leider habe ich nur ein sehr begrenztes Sortiment an Bauteilen zu> Verfügung. Bestehend aus Transistoren, Widerständen den LED und den> Op´s...
Und noch eine Salamischeibe....
Jan schrieb:> Ja, dass ist mir ja auch klar, das Problem ist die Spannung UB - Welche> nehme ich da ? Die Ändert sich doch immer und ist von der Temperatur> abhängig.
Ja klar ändert sich die. Am Ausgang des als Komparator verwendeten OPA
liegen entweder 0V oder 3.3V an, wenn du ihn mit 3.3V versorgst.
Deshalb nimmt man ja auch eine Komparatorschaltung: die Leds sollen
entweder ganz an oder ganz aus sein.
Also ist UB = 3.3V.
Wenn 0V anliegen, soll ja kein Basisstrom fließen, dann ist RB auch
egal.
Besser gefragt:
Kann ich prinzipiell einen Spannungsteiler aus dem NTC und 2
Widerständen bauen, die jeweiligen Spannungen mit Basiswiderstand an die
npn-Transistoren anlegen und damit die LED´s steuern ?
Und wie gehe ich bei der Berechnung von R_b mit R_b = (UB-0.7V) / IB
vor, wenn meine Spannung sich je nach Temperatur verändert ?
> Und wie gehe ich bei der Berechnung von R_b mit R_b = (UB-0.7V) / IB> vor, wenn meine Spannung sich je nach Temperatur verändert ?
Oke ich rechen dann den Basiswiderstand mit den (3,3-0,7)V / I_b aus.
Dieter schrieb:> Es fehlt ein Widerstand zwischen dem OP und Basis Q1. Der OP wird sonst> überlastet.MCP6002 ist dauerkurzschlussfest und bringt bei 3,3V eh nur ca. 15mA.
Jan schrieb:> Kann ich prinzipiell einen Spannungsteiler aus dem NTC und 2> Widerständen bauen, die jeweiligen Spannungen mit Basiswiderstand an die> npn-Transistoren anlegen und damit die LED´s steuern ?
Ja, im Prinzip schon. Aber dann schalten deine LEDs nicht mehr sondern
leuchten mehr oder weniger hell, je nach Temperatur.
Außerdem bekommst du eine Menge Abhängigkeiten durch die Last mit der
BE-Strecke der Transistoren.
Wird nicht einfach das zu berechnen und das Ergebnis ist trotzdem nicht
das was du willst: schaltende LEDS bei bestimmten Temperaturen.
hinz schrieb:> MCP6002 ist dauerkurzschlussfest und bringt bei 3,3V eh nur ca. 15mA.
Zwar richtig, aber solche Sitten sollen bei den Anfängern erst gar nicht
einreißen. Das ist unnötiger Stromverbrauch der Schaltung, wenn 0.X mA
für den Q1 und die LED reichen würden.
50mW*8000h=400Wh also rund 10-15ct/Jahr gespart. Der Widerstand
amortisiert sich unter einem Jahr.
Nochmal zurück zur Anfangsfrage: Ein Basiswiderstand ist auf jeden Fall
nötig. Wenn die Eingangsspannung nämlich höher als 0,7 V ist, will OP1
so wie er beschaltet ist, diese Spannung am Ausgang ausgeben. Dann
steigt der Basisstrom von Transistor Q1 stark an und nun kämpfen OP1 und
Q1 gegeneinander. Ein gesunder Betrieb ist das nicht.
Übrigens ist auch der Spannungswert 0,7 V ein worst-case-Wert. Die
meisten Transistoren schalten (bei Raumtemperatur) schon bei einer
Basisspannung von 0,5 V.
Günni schrieb:> Nochmal zurück zur Anfangsfrage: Ein Basiswiderstand ist auf jeden Fall> nötig. Wenn die Eingangsspannung nämlich höher als 0,7 V ist, will OP1> so wie er beschaltet ist, diese Spannung am Ausgang ausgeben. Dann> steigt der Basisstrom von Transistor Q1 stark an und nun kämpfen OP1 und> Q1 gegeneinander. Ein gesunder Betrieb ist das nicht.
Das ist das Verständnisproblem des TO. Er will den Transistor zur
Komparatorfunktion missbrauchen. Die typischen 0.7V sollen, wenn
erreicht, den Transistor einschalten. Das geht weder mit der Rechengröße
0.7V brauchbar noch mit irgend welchen anderen Werten. Man kann
vielleicht akzeptieren, die UBE als Komparatorschwelle zu missbrauchen,
wenn man eine schnelle Änderung des Eingangssignals hat und eine sehr
einfache Lösung sucht. Bei Temperaturfühlern wird das nichts.
Wie schon mehrfach gesagt, soll er die OPAs als Komparator verschalten
und er hat eine saubere Funktion.
Günni schrieb:> Übrigens ist auch der Spannungswert 0,7 V ein worst-case-Wert. Die> meisten Transistoren schalten (bei Raumtemperatur) schon bei einer> Basisspannung von 0,5 V.
Nein, sie schalten nicht. Sie beginnen zu leiten. Es ist eine Frage des
Stromes, wie gut sie leiten. Die Spannung an der Basis stellt sich dann
schon passend ein. Und eine Frage der Last, ob bzw. wann der Kollektor
ganz auf Null geht.
Oke ich habe gemerkt, dass es deutlich elegantere Lösungen für die
Dimensionierung der Schaltung gibt. Ich habe mir gestern eine Schaltung
überlegt, komme dabei aber auf sehr merkwürdige Werte für die
Basiswiderstände. Kann mir jemand sagen, ob ich dabei Fehler gemacht
habe ?
Die Schaltung hat den Nachteil, dass die LED faded, das ist aber für
mich soweit oke.
Jan schrieb:> Darf ich den Widerstand also bedenkenlos weglassen
Ja, aber aus einem anderen Grund: ein normaler OpAmp liefert nicht mehr
als ca. 20 mA und geht dann in Strombegrenzung, und das hält dein
Transistor locker aus.
Trotzdem ist die Schaltung aus geschilderten Gründen Murks, zudem ändert
sich die Schaltschwelle mit steigender Temperatur des Transistors.
Jan schrieb:> Die Schaltung hat den Nachteil, dass die LED faded, das ist aber für> mich soweit oke.
?!? Wenn man das nicht will, baut man es halt anders. Noemand zwingt
dich, den Murks mit den Einzeltransistoren statt OpAmps aufzubauen.
Mit mehr Transistoren (5) und höherer Betriebsspannung gäbe es noch die
Möglichkeit der long tailed pair Differenzverstarker mit UBEreverse als
Z-Diodenersatz für stabile Referenzspannung.
Jan schrieb:> Leider habe ich keine Komparatoren zu Hand. Kann ich meine Op´s dazu> umfunktionieren oder ist das eher nicht zu empfehlen ?
Normalerweise sind OpAmps nicht so gut als Komparatoren, weil sie in der
Begrenzung sehr langsam werden. Aber das spielt hier keine Rolle, so das
du deine erste Schaltung sicherlich umbauen kannst und das ist besser
als alles, was sich auf die BE Schwellspannung von Transistoren
verlässt.
Um Opamps als Komparatoren zu benutzen, streichst du jegliche
Gegenkopplung vom Ausgang zum Eingang und legst stattdessen den
invertierenden (-) Eingang auf die gewünschte Schaltschwelle.
Wenn du die Ausgangspolarität umkehren willst, tauschst du + und -
Eingang des OpAmps.
Jan schrieb:> Ich habe mir gestern eine Schaltung> überlegt, komme dabei aber auf sehr merkwürdige Werte für die> Basiswiderstände. Kann mir jemand sagen, ob ich dabei Fehler gemacht> habe ?
In der Rechnung sehe ich 68k, in der Zeichnung 6.8k? Was nun?
Falsch ist folgendes:
- hfe = 420 ist für den Linearbetrieb. Du willst schalten, also rechne
lieber mit 100. (Ok, ich hab gesehen, dass du einen Faktor 3,3 noch
berücksichtigst, passt dann doch).
- IC ist nicht U0/R_LED, sondern (U0-U_LED)/R_LED. Das hat natürlich
Einfluss auf den RB.
- Zum RB hinzu kommt noch der Quellwiderstand deines Spannungsteilers
mit NTC und den Widerständen. Der ist aber <500R für den unteren und <1k
für den oberen Teil und natürlich auch geringfügig vom NTC-Wert, also
der Temperatur abhängig. Dies müsste man korrekterweise vom
Basiswiderstand noch abziehen.
Beachte noch die maximale Leistung in dem NTC wegen der Eigenerwärmung.
Es fließen zwar nicht mehr als 2mA, aber es hängt von dessen Größe und
Bauform ab, ob er sich dabei schon selbst erwärmt.
Ansonsten sind die Gleichungen richtig; die Zahlen habe ich aber nicht
nachgerechnet.
> Die Schaltung hat den Nachteil, dass die LED faded, das ist aber für> mich soweit oke.
Ja, das hatte ich oben bereits erwähnt. Aber auch der Temperaturgang der
BE-Spannung wird Einfluss haben.
R10 und R11 auf 10k verkleinern. Das Poti am Eingang hat 1k und kann für
das Justieren für den korrekten Einsatzpunkt der ersten LED eingestellt
werden. Der NTC wird noch in Reihe zum Poti vorgeschaltet.
Die Diode lässt das Aufleuchten der zweiten LED etwas abrupter
erscheinen. Die zweite LED lässt sich allerdings nicht mehr nachträglich
justieren.
Bei der angehängten Schaltung habe ich mir überlegt, dass die Spannung,
welche am Spannungsteiler abfällt beim ersten Temperaturzustand 0,7 V
beträgt und beim zweiten Zusand 1,7 V. So sollte erst die eine LED und
dann die zweite LED beim erreichen der jeweiligen Temperaturen angehen.
Leider funktioniert das ganze in LT-Spice nicht... Hab ich einen
Denkfehler ?
Jan schrieb:> Leider funktioniert das ganze in LT-Spice nicht... Hab ich einen> Denkfehler ?
Was geht denn nicht, was ist das Ergebnis?
Hänge doch auch den *.asc-File an, dann können wir mit wenig Aufwand das
nachsimulieren.
Der zweite Transistor sollte bei ca. 1.4V sxhalten, nicht bei 1.7V. Typo
oder dein Fehler?
Jan schrieb:> Hab ich einen Denkfehler ?
Nein, nicht einen. Stattdessen stehst du auf einem dicken Schlauch,
befüllt mit vielen Denkfehlern.
Nimm deine (vorhandenen) Operationsverstärker als (idealerweise als
unendlich spannungsvestärkenden, aber temperaturunabhängigen)
vergleicher, deren Schaltwert in deiner Schaltung vorgegeben duch
Spannungteilende Widerstände aka Spannungsteiler (auch eine "Kette" von
Widerständen wurde ja schon vorgeschlagen) zum vergleichen mit der
Spannung des Spanugsteilers am Punkt R+Rntc.
Wie die Ausgangsstufe hinter deinen Operationsverstärkern (also an deren
Ausgang) auszusehen hat ist dann völlig unabhängig davon... Zumindest
einen Vorwiderstand zur Basis einer NPN-emitterschaltung wurde ja auch
schon als zwingend empfehlenswert erwähnt.
HTH
Das bei deiner angehängten Schaltung -auch in der Simulation- nichts
leuchtet... könnte an fehlenden Leuchtdioden liegen :P
SCNR
> 1.4V
Vertippt
Ich glaube ich les mir am besten nochmal den Thread durch, mach mit ein
paar Gedanken und schreibe dann meine Fragen präziser als bisher.
2 Cent schrieb:> Jan schrieb:>> Hab ich einen Denkfehler ?> Nein, nicht einen. Stattdessen stehst du auf einem dicken Schlauch,> befüllt mit vielen Denkfehlern.
Da übertreibst du etwas. Ich würde es nicht als Denkfehler bezeichnen,
eher als schwaches Design.
Wenn er einen recht weichen Übergang von AUS zu AN seiner LEDs
akzeptieren kann, dann geht die Schaltung schon - also: nicht falsch
gedacht. Die Verwendung der vorhandenen OPAs als Komparatoren haben wir
ihm oben schon erläutert und empfohlen. Das ist klar die bessere
Schaltung.
Die hier ist eben maximal simpel, mit den genannten Nachteilen.
@Jan:
Wenn du zwischen R7 und Basis Q2 noch einen Widerstand nach GND
hinzufügst, dann kannst du auch die zweite Schwelle beeinflussen.
Geschätzt mal so 50-150k.
Durch die Diode D1 wird halt der Übergang von AUS zu EIN noch weicher.
Ich habe dir mal eine 'richtige' Schaltung angehängt, die auch sauber
bei den Schwellen schalten wird. Sieht etwas kompliziert aus, ist es
aber eigentlich nicht.
Einige Erklärungen:
- zwei Komparatoren mit OC (die sind beide in einem DIL8-Gehäuse)
- R9 und R11 sind gleich wie R13 geählt, dann kann man mit R8 und R10
direkt den NTC-Wert, bei dem geschaltet werden soll, einstellen.
Es darf aber auch ein gleicher Faktor gewählt werden (R9,R11 = n * R13
und R8, R10 = n * R_NTC), um z.B. weniger Strom durch diese Teiler zu
haben.
- R17 und R18 sorgen für eine Hysterese, deshalb sind beim OC-Ausgang
auch R12 und R16 notwendig - sonst geht der Ausgang nicht richtig nach
HIGH wegen der LEDs. Damit gibt es kein Flattern am Umschaltpunkt. Du
kannst R17/R18 auch größer wählen (220k, 470k), dann wird eben die
Hysterese kleiner.
R12 und R16 kann man weglassen, wenn du deinen oben genannten OPA mit
Push-Pull-Ausgang verwendest. Willst du keine Hysterese, können alle
vier Widerstände R12, R16, R17, R18 entfallen.
- ich habe für die beiden Schwellen mit R8-R11 getrennte Teiler
genommen. Das ist leichter zu rechnen und einzustellen; man braucht halt
einen Widerstand mehr.
- die kleinen LED-Ströme kann der Komparator direkt treiben. Auch dein
oben verwendeter OPA.
HildeK schrieb:> Ich habe dir mal eine 'richtige' Schaltung angehängt
Die funktioniert mit 3.3V aber nicht. Der LM393 misst höchstens bis
(3.3-1.5=) 1.8V, am Spannungsteiler 1350/3k9 liegen aber mit 2.45
deutlich mehr an.
Und man kann sie deutlich vereinfachen, ich würde 5 Widerstände
weglassen.
MaWin schrieb:> Die funktioniert mit 3.3V aber nicht. Der LM393 misst höchstens bis> (3.3-1.5=) 1.8V, am Spannungsteiler 1350/3k9 liegen aber mit 2.45> deutlich mehr an.
Ja, du hast recht. Ich hatte das leider nicht nachgeschaut. Da er aber
oben den R2R-OPA schon mal vorgeschlagen hatte: mit dem würde es ohne
Änderung gehen.
Kann man aber dadurch beheben, dass man R9, R11 und R13 auf 1k
reduziert. Intention war, dem NTC etwas weniger Strom zu spendieren ...
> Und man kann sie deutlich vereinfachen, ich würde 5 Widerstände> weglassen.
Welche fünf?
Klar, die beiden Teiler kann man zusammenfassen und die Hysterese
weglassen. Das hatte ich auch angemerkt und auch, warum ich es trotzdem
so vorgeschlagen habe.
Und mit dem OPA braucht man trotz Hysterese R12 und R16 nicht. Auch das
hatte ich erwähnt.
HildeK schrieb:> Kann man aber dadurch beheben, dass man R9, R11 und R13 auf 1k> reduziert. Intention war, dem NTC etwas weniger Strom zu spendieren
Geht auch. Siehe R101 mit Beispielsweise 3k3.
2 Cent schrieb:> Geht auch. Siehe R101 mit Beispielsweise 3k3.
Ja. Die Empfindlichkeit lässt dann aber deutlich nach, viel mehr als mit
der Reduzierung auf 1k. Je nach Sensorgröße und dem, woran er fühlt,
werden die maximal 1.4mA durch ihn vermutlich nichts ausmachen - nur
wissen wir darüber nichts und auch nichts über die notwendige
Genauigkeit der Schwelle, die sich durch Eigenerwärmung verändern
könnte.
Mit 1k wären es w.c. ≈ 2.7mW, mit den 3k9 allerdings nur 0.7mW.
Ich wollte es nur erwähnt haben.
Es gibt noch weitere Möglichkeiten:
- NTC unten und R13 oben, Komparatoreingänge vertauschen.
- anderen Komparator mit R2R-Eingang oder den R2R-OPA, den der TO oben
schon verwenden wollte.
Viele Wege führen nach Rom ...
HildeK schrieb:> Viele Wege führen nach Rom ...
Stimmt. Des TO Schaltung anbei eine Nachbesserung mit Transistoren
anhand seines ersten Schaltungsentwurfes. Die Transistoren habe auch
eine Temperaturdrift, die aber nicht gegenphasig zum NTC das Ganze
beeinflussen (aber lehrreich).