Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Motorkondensatoren unterdimensioniert?


von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Oder ist das ein auch mit höherer Nennspannung nicht zu vermeidender 
Effekt?
-4µF: aus einer Brotbackmaschine, gut 20 Jahre alt, bisschen was über 
4µ, nur wenige Betriebsstunden
-3µF: aus meiner kürzlich zerlegten Schmutzwasserpumpe. Alt, aber nur 
wenig Betriebszeit, 3µF+x Messwert
-der untere 2,5µF stammt aus meiner Heizungspumpe, Pumpe funktionierte 
noch, Messwert aber nur noch 1µF. Relativ wenig Betriebsstunden für eine 
Heizungspumpe
-der mittlere: Grundfos-Heizungspumpe meines Schwagers
mit deutlich mehr Betriebsstunden, Totalausfall (0,3µ), hat teuer neue 
Pumpe bezahlt (Diagnose vom freundlichen GasWasserScheisse-Betrüger: 
Totalschaden, muss neu)

Wenn die Hersteller schon wissen, dass so ein Ding nur 10000h hält ist 
das doch für Dauerläufer völlig ungeeignet.

von Harald W. (wilhelms)


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H.Joachim S. schrieb:

> Motorkondensatoren unterdimensioniert?
> Oder ist das ein auch mit höherer Nennspannung nicht zu vermeidender
> Effekt?

...und wieso glaubst Du, das diese unterdimensioniert sind?

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Diese Kondensatoren altern. Wenn im Inneren Defekte auftreten, durch was 
auch immer, verdampft ein Teil der leitenden Folienschicht um den 
Fehler, ohne daß der Kondensator komplett ausfällt. Nennt man 
Selbstheilung, aber dabei geht halt Kapazität verloren, ggf. können bei 
fortgeschrittenen Entwicklungen auch ganze Areale abgeschnitten und 
damit unwirksam werden.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Jaja, der Mechanismus ist mir schon klar.
Aber wäre der Kapazitätsverlust über die Zeit nicht drastisch kleiner, 
wenn die Kondensatoren für höhere Spannung(=dickere Folie, evtl. anderes 
Material) ausgelegt wäre?
Ich habe eher das Gefühl, dass der Heilungsmechanismus betriebsmässig 
genutzt wird um eigentlich unterdimensionierte (und damit auch kleinere) 
Kondensatoren zu verkaufen.
Ist ja im Prinzip auch in Ordnung für Motoren, die erwartungsgemäss nur 
geringe tatsächliche Laufzeiten haben werden. Es sollte aber auch welche 
geben, die im Prinzip Dauerbetrieb ermöglichen ohne nennenswert zu 
altern. So ein Jahr hat nunmal knapp 9000h, da sind Angaben von 10.000 
oder 30.000h nun mal nicht besonders viel.

von MaWin (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Oder ist das ein auch mit höherer Nennspannung nicht zu vermeidender
> Effekt?

Unterdimensioniert würde heissen zu wenig Nennkapazität, aber die passt.

Du meinst qualitativ unterdimensioniert.

Ja, im Prinzip schon, aber für den Hersteller ist wichtig, dass sie die 
Garantiezeit überleben (im Hausbau oft 5 Jahre), nicht ein Hausleben 
lang.

Es gäbe bessere Kondensatoren, natürlich teurer, aber die sind nicht 
üblich, du kannst vermutlich gar keinen kaufen.

Es isg kurios, dass ein Bauteil in dem sich nichts bewegt, dass nicht 
überlastet wird, trotzdem so eine geringe Lebensdauer hat, aber da sieht 
man die Belastung die einfach durch das hin und herflitzen von 
Elektronen entsteht.
Und ein feuchtigkeitsdurchlässiges Plastikgehäuse verlängert das Leben 
natürlich auch nicht gerade.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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MaWin schrieb:
> Unterdimensioniert würde heissen zu wenig Nennkapazität

Ich seh da schon eine spannungsmässige Unterdimensionierung.
Feuchtigkeit ist ein anderes Thema, habe den einen mal aufgesägt. Dass 
sind schon ordentliche Wandstärken und Vergussmasse. Ausserdem blähen 
sich die mit Feuchtigkeitsschaden auf bzw. platzen gar. War bei den 
Beispielen hier nicht der Fall und habe ich auch sonst in letzter Zeit 
eher seltener gesehen.
Für mich sieht es eher so aus, dass die Foliendicke absolut auf Kante 
genäht ist und ständig kleine Durchschläge passieren/akzeptiert werden. 
Ist ja genug Material da. Werde ich mal aufbauen - wenn es ständig 
passiert müsste man das auf dem Oszi sehen können.
Elektrostriktion könnte auch einen Einfluss haben.

von hinz (Gast)


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MaWin schrieb:
> Es gäbe bessere Kondensatoren, natürlich teurer, aber die sind nicht
> üblich, du kannst vermutlich gar keinen kaufen.

Kann man schon kaufen.

Mich würde der Hersteller der Kondensatoren des TE interessieren. Kennt 
jemand das Logo?

von Lurchi (Gast)


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Lange Laufzeiten machen den Kondensatoren eher wenig. Das Problem ist 
eher Feuchtigkeit und häufiges Ein/Aus-schalten. Die Spannungsspitzen 
entstehen üblicherweise beim Schalten.

von hinz (Gast)


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hinz schrieb:
> Mich würde der Hersteller der Kondensatoren des TE interessieren. Kennt
> jemand das Logo?

Doch noch selbst drauf gekommen:

https://www.hydra-components.com/de/

von hinz (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Wenn die Hersteller schon wissen, dass so ein Ding nur 10000h hält ist
> das doch für Dauerläufer völlig ungeeignet.

Die Lebendauerangabe bedeutet, dass in der Zeit höchstens 3% der 
Exemplare nicht mehr die Spezifikation einhalten, also die Kapzität 
unter die -5% Marke gesunken ist.

von Jens G. (jensig)


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H.Joachim S. schrieb:

> Motorkondensatoren unterdimensioniert?
> Oder ist das ein auch mit höherer Nennspannung nicht zu vermeidender
> Effekt?

Was soll da unterdimensioniert sein? Betreibst Du diese Cs unter den 
Bedingungen, für die die angegebenen Zeiten gelten?

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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hinz schrieb:
> Die Lebendauerangabe bedeutet, dass in der Zeit höchstens 3% der
> Exemplare nicht mehr die Spezifikation einhalten, also die Kapzität
> unter die -5% Marke gesunken ist.

Das wäre dann also komplett zu vernachlässigen.
Wie gesagt - Feuchtigkeitsschäden sehen anders aus.
Blieben Überspannungen, durch unsauberes Netz oder betriebsbedingte 
Schaltvorgänge.
Fakt ist, dass solche Kondesatoren oft ausfallen und damit die 
betroffenen Geräte häufig auf dem Schrott landen/Kosten verursachen die 
in keinem Verhältnis zum Billigkondensator stehen.

von hinz (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Fakt ist, dass solche Kondesatoren oft ausfallen und damit die
> betroffenen Geräte häufig auf dem Schrott landen/Kosten verursachen die
> in keinem Verhältnis zum Billigkondensator stehen.

Und es sind dann oft Kondensatoren der mäßigsten Qualität verbaut.

Honi soit qui mal y pense.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Die Hydra-Werke behaupten ja von sich, Kondensatoren besonders hoher 
Qualität zu liefern.
Ich habe schon so viele selbst gewechselt in der Nachbarschaft 
(Rasenmäher, Häcksler, Wasserpumpen o.ä.), und das Internet ist voll von 
Anfragen ("Motor läuft nicht an/brummt") und Standardantwort "Wechsle 
den Kondensator".
Wie also müsste der "bessere"  Motorkondensator nun aufgebaut sein? 
Dichtigkeit setze ich mal voraus. Bleibt ja nur die Spannung und der ESR 
- vielleicht ist auch übermässige Erwärmung ein Problem? Dem mittleren 
in meinem ersten Bild ist jedenfalls deutlich zu warm geworden.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Ergänzung:
Öfters liest man ja auch mal: ist eben ein Verschleissteil, auswechseln 
und gut. Für mich ist ein Kondensator ohne Elektrolyt/chem. Vorgänge 
aber erst mal kein Verschleissteil. Und bei Unmengen von kleineren 
Geräten wird eben nicht mal ersetzt, sondern die fliegen komplett in den 
Müll. Die meisten können es nicht selbst bzw. wissen nicht dass es nur 
ein ganz banaler Fehler ist, wenn der Rasenmäher nur noch böse brummt. 
Sie wissen nur, dass sie beim Fachreparateur nicht unter 100€ entlassen 
werden, also weg damit und neu.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Die Durchschläge müssten sich messen lassen, ähnlich wie bei einem 
Geiger-Müller-Zählrohr.

Alternativ könnte man auch Messreihen aufstellen. Hohe Spannung anlegen, 
evtl. Betriebsspannung +10% (oder wo eine signifikante Alterung 
einsetzt) und in bestimmten Zeitabständen die Restkapazität messen.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Und der nächste, heute passiert.
Mitten im Betrieb, plötzlich nur noch ganz böses Brummen. Diesmal mit 
mehr oder weniger Kurzschluss statt Kapazitätsverlust. Ok, weiss ich 
nicht was da schon vorher passiert ist, Motoren laufen ja noch passabel 
mit deutlich verringerter Kapazität.
Hat 11 Ohm :-)

von Horst S. (petawatt)


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Hab mich beruflich viel mit Hochspannungs-Leistungskondensatoren zur 
Blindstromkompensaton beschäftigen müssen. Die hohen Betriebsspannungen 
und Leistungen werden durch die Reihen- Parallelschaltung vieler 
Kondensatoren erreicht. Hier spielt der Ausfall einzelner Kondensatoren 
keine Rolle. Es muss für eine wirtschaftliche Bauweise eine gewisse 
Ausfallrate der Einzelkondensatoren akzeptiert werden. Beim elektrischen 
Durchschlag brennt wegen der Stromspitze ein Sicherungsdraht durch und 
trennt das schadhafte Element ab.
Der Einzelkondensator wird aus Aluminiumfolie und Kunststofffolien in 
Reinraumatmosphäre gewickelt. Da man die dünne Kunststofffolie nicht 
fehlerfrei herstellen kann, werden mehrere Folien übereinander gelegt. 
Zwei oder drei Fehlstellen genau an der gleichen Position in den 
einzelnen Folien sind sehr unwahrscheinlich.
Kondensatoren mögen keine Schaltvorgänge. Die Aluminiumfolie wird durch 
Reiblötung an der gesamten Außenkante des Wickels kontaktiert. (An 
dieser Stelle werden bei billigen Kondensatoren die meisten Fehler 
gemacht.)

Mit diesem Wissen könnte man auch langlebige Motor-Kondensatoren bauen, 
aber die Industrie würde den Preis nicht akzeptieren.

Grüße von petawatt

von A-Freak (Gast)


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@ Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)

> Die Durchschläge müssten sich messen lassen, ähnlich wie bei einem
Geiger-Müller-Zählrohr.

Richtig, geht gar nicht schwierig und nennt sich Teilentladungsmessung.

Du kannst sie sogar mechanisch als leisen schrfen Knack hören wenn es im 
Raum still ist, müßte sich eigentlich mit ienem Piezo auffangen lassen.

von Horst S. (petawatt)


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A-Freak schrieb:
> Richtig, geht gar nicht schwierig und nennt sich Teilentladungsmessung.

Einfach ist die TE-Messung sicher nicht. Es gibt zahlreiche 
Veröffentlichungen zum Thema. Neben dem sauberen Erfassen der Impulse in 
gestörter Industrieumgebung soll ja auch eine Klassifizierung der 
Messung zur Diagnose durchgeführt werden. Hab mich intensiv mit der 
TE-Messung in gasisolierten Schaltanlagen beschäftigt. Hier wurde nicht 
der klassische Vierpol sondern eine Messung im UHF-Bereich genutzt. Das 
war mein Einstieg in die Hochfrequenzmesstechnik.
Grüße von petawatt

von Klempi (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> -der mittlere: Grundfos-Heizungspumpe meines Schwagers mit deutlich mehr
> Betriebsstunden, Totalausfall (0,3µ), hat teuer neue Pumpe bezahlt
> (Diagnose vom freundlichen GasWasserScheisse-Betrüger: Totalschaden,
> muss neu)

Dein Schwager hat einen Fachmann beauftragt weil er es selbst nicht 
richten kann und dieser hat die richtige Diagnose gestellt (Pumpe 
defekt). Ich nehme an der Schwager hat dem Austausch zugestimmt und sich 
gefreut wieder Heizung und warmes Wasser zu haben. Die Welt wird es auch 
nicht gekostet haben.

Wo siehst du hier den Betrug? Warum hast DU es nicht repariert, wenn du 
es doch besser weißt?
Nichts auf die Reihe bekommen und gegen andere hetzen, das kannst du.
Und dann wunderst du dich, warum niemand mehr Handwerker werden will..

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Da ist er ja wieder unter anderem Namen, der Verfechter der verloren 
gegangenen Handwerkerehre :-)

Klempi schrieb:
> Dein Schwager hat einen Fachmann beauftragt weil er es selbst nicht
> richten kann und dieser hat die richtige Diagnose gestellt (Pumpe
> defekt). Ich nehme an der Schwager hat dem Austausch zugestimmt und sich
> gefreut wieder Heizung und warmes Wasser zu haben. Die Welt wird es auch
> nicht gekostet haben.

Die ríchtige Diagnose wäre gewesen: Kondensator defekt. Ist das zuweit 
weg vom Fachwissen eines Heizungsfachmanns? Ich gehe fast jede Wette 
ein, dass er das schon wusste (der Fehler kommt ja rel. häufig vor und 
ist bekannt), aber nicht gerade lukrativ, nur seine Arbeitszeit und ein 
5€-Ersatzteil zu verkaufen.
>
> Wo siehst du hier den Betrug?
-falsche/unvollständige Diagnose
-Versuch der Überredung zu einer komplett neuen Heizung (Reparatur wird 
teuer, und die ist ja nicht mehr die Jüngste...)
-Ausnutztung der Notlage
-an die 550€ Gesamtkosten, das einzig faire war die Anfahrtspauschale
Klar, kann man wieder mit der alten Leier der Gewährleistung kommen. Der 
ehrliche Handwerker hätte gefragt und dem Kunden die Wahl gelassen: 
Reparieren ohne Gewährleistung oder neu mit allem Pipapo.
-es ging ausschliesslich um die Interessen des Handwerksbetriebs - nenn 
mich altmodisch, fair ist das nicht.

> Warum hast DU es nicht repariert, wenn du
> es doch besser weißt?
Zu weit weg? Erst hinterher erfahren?

> Nichts auf die Reihe bekommen und gegen andere hetzen, das kannst du.
Ist das diesselbe orakelhafte Weitsicht, mit der sonst die teuren 
Diagnosen gestellt werden?
> Und dann wunderst du dich, warum niemand mehr Handwerker werden will..
Ich wundere mich nicht.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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H.Joachim S. schrieb:
> Die ríchtige Diagnose wäre gewesen: Kondensator defekt. Ist das zuweit
> weg vom Fachwissen eines Heizungsfachmanns?
Ja, natürlich. Und wenn er es wüsste: er darf schon gar keine 
Elektroreparaturen durchführen.

Ich war letzthin mal in der Autowerkstatt, weil ich den Ganghebel vom 
Auto irgendwie "aushängen" und mit viel Gefühl auch wieder einhängen 
konnte. Da wurde dann eine "Schalterbox" mit Bowdenzügen gewechselt, und 
als ich das kaputte Ding zuhause aufgemacht und angeschaut habe, war da 
nur ein Platikring kaputt, der kaum mehr als einen Cent kosten kann. Die 
Box samt Tausch hat knapp 400€ gekostet. Das ist ein 
"Überfinanzierungsverhältnis" von 40000:1, da ist dein Schwager mit 55:1 
(ich nehme mal an, der Kondensator kostet 10€) noch recht gut bedient...

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Lothar M. schrieb:
> er darf schon gar keine Elektroreparaturen durchführen.

Das ist die Frage...
Was darf und kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person? Ich sehe 
jetzt keinen prinzipiellen Unterschied zwischen:
-Anschlusskasten öffnen und Anschlusskabel anstecken
oder
-Anschlusskasten öffnen, Flachstecker vom Kondensator abziehen und an 
neuen Kondensator wieder anstecken

von N. A. (bigeasy)


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H.Joachim S. schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> er darf schon gar keine Elektroreparaturen durchführen.
>
> Das ist die Frage...
> Was darf und kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person? Ich sehe
> jetzt keinen prinzipiellen Unterschied zwischen:
> -Anschlusskasten öffnen und Anschlusskabel anstecken
> oder
> -Anschlusskasten öffnen, Flachstecker vom Kondensator abziehen und an
> neuen Kondensator wieder anstecken

Gibt es den Pumpenmotorkondensator als offiziell zu kaufendes Ersatzteil 
vom Hersteller der Pumpe? Vermutlich nicht.

von michael_ (Gast)


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Doch.
Ich habe nur nicht die Drähte aus der Klemme gekriegt.
Wollte nichts kaputt machen.
Geholfen hat durchzwicken und eine Lüsterklemme.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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H.Joachim S. schrieb:
> Was darf und kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person?

Ich glaube das ist jemand, der die Grundausbildung, also das erste Jahr 
im Elektrohandwerk hinter sich hat.

von Old P. (old-papa)


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H.Joachim S. schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> er darf schon gar keine Elektroreparaturen durchführen.
>
> Das ist die Frage...
> Was darf und kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person? Ich sehe

Tja, außerhalb von Deutschland interessiert sowas niemanden. Da wird der 
Fehler beseitigt (neuer Kondi angestöpselt) und die Welt dreht sich 
weiter. Nur in D wird ein Fass aufgemacht und in Foren werden virtuelle 
Klingen gekreuzt.

Old-Papa

von Horst S. (petawatt)


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Lothar M. schrieb:
> Ja, natürlich. Und wenn er es wüsste: er darf schon gar keine
> Elektroreparaturen durchführen.

Das frag ich mich auch öfter mal. Darf der Malermeister offiziell einen 
Steckdosendeckel vor dem Tapezieren demontieren?

Was darf ich eigentlich offiziell nach abgeschlossenem Hochschulstudium 
der Energietechnik im Sinne der Handwerkerschutzgesetze?

Grüße von petawatt

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Der Maler darf die Steckdosenabdeckung nicht entfernen, außer er hat 
zusätzlich ne Elektrikerausbildung.
Die Regel ist, daß man nur ohne Werkzeug die Dinge "bearbeiten" darf. Er 
brauch dazu aber nen Schraubendreher.
Also Hausfrau darf den Staubsaugerstecker einstecken, mehr nicht.

Elektrische Veränderungen an der Steckdose darf nur ein Elektriker 
vornehmen, der beim lokalen Energieversorger eingetragen ist. Bzw. eine 
Elektrofachkraft kann diese Arbeit machen und der zugelassene Elektriker 
dessen Arbeit abnehmen.

E-Technik Studium gilt als Elektrikerausbildung, aber es hapert am 
Unterricht. Daher ist es ein zweischneidiges Schwert.

Bei Spannungen über 1000V gelten dann noch Extraregeln. So darf der 
Autoschrauber nicht im Batterieraum eines E-Autos arbeiten.


Na gut, beherzt am gesteckten Wandstecker ziehen hilft eventuell auch. 
kicher. Aber wie kommt die Steckdose dann wieder in die Wand??

von Horst S. (petawatt)


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Abdul K. schrieb:
> Der Maler darf die Steckdosenabdeckung nicht entfernen, außer er hat
> zusätzlich ne Elektrikerausbildung.

Kenne einen Bootsbaumeister. Der darf keinen E-Motor mit Batterie 
(<48V)in seine Schiffe einbauen. Aber die Innung bietet einen 
Wochenend-Crashkurs für €1.000 an. Bei den geringen Stückzahlen lohnt 
sich das für den Betrieb nicht. Und was kann man an einem Wochenende 
schon an Wissen vermitteln? Er hat dankend abgelehnt und beschäftigt 
jetzt bei Bedarf eine "Fachkraft".

Grüße von petawatt

von Elektrofan (Gast)


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> Was darf ich eigentlich offiziell nach abgeschlossenem
> Hochschulstudium der Energietechnik im Sinne der
> Handwerkerschutzgesetze?

Zumindest ist ein derartiger Dipl.-Ing. i.d.R.
"Elektrofachkraft".

https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrofachkraft

von Klempi (Gast)


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H.Joachim S. schrieb:
> Die ríchtige Diagnose wäre gewesen: Kondensator defekt. Ist das zuweit
> weg vom Fachwissen eines Heizungsfachmanns?

Das sehe ich anders. Die Pumpe ist irgendwas zwischen 10 und 20 Jahren 
alt und hat vielleicht noch andere Probleme, die demnächst wieder zum 
Ausfall führen. Lager defekt, Pumpenrad lose oder ausgebrochen, Defekte 
im Klemmkasten, Isolierungsschaden, Undichtigkeiten, etc. Alles mehrfach 
gesehen.
Jeder vernünftige HZB tauscht die Pumpe und der Kunde ist zufrieden.

Dein Gebastel kannst du privat machen. Bei der Pumpe mag es eine Weile 
funktionieren. Aber wer weiß, vielleicht ist nächstes Mal die Gasarmatur 
defekt und du hast eine gute Idee wie du es billig reparieren kannst? 
Sicher auch kein Problem für dich. Wenn du dann noch skills im 
Dachdecken hast, kommst du ganz groß raus ;)
Eine seriöse Firma arbeitet jedenfalls anders.
Der Preis ist natürlich happig.
Hättest du bei uns billiger bekommen.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Klempi schrieb:
> Der Preis ist natürlich happig.
Das finde ich allerdings auch.

> Hättest du bei uns billiger bekommen.
Das hätte dem Schwager auch nicht geholfen... ;-)

Stefan ⛄ F. schrieb:
> H.Joachim S. schrieb:
>> Was darf und kann eine elektrotechnisch unterwiesene Person?
> Ich glaube das ist jemand, der die Grundausbildung, also das erste Jahr
> im Elektrohandwerk hinter sich hat.
Je nach Aufgabengebiet lernt man das, was man darf und was nicht, in ein 
paar Stunden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrotechnisch_unterwiesene_Person
Damit ist auch das Thema "Maler und Steckdosendeckel" recht einfach 
abzuhandeln: wenn dem Maler erklärt wurde und er in einer Übung 
nachgewiesen hat, wie er Spannungfreiheit herstellt und diese 
kontrolliert, dann ist er hinreichend "unterwiesen" und darf nach 
Abschalten der Spannung auch hinter dem Deckel Farbe aufbringen.

Horst S. schrieb:
> Kenne einen Bootsbaumeister. Der darf keinen E-Motor mit Batterie
> (<48V)in seine Schiffe einbauen.
Scheint mir logisch. Wenn man das nicht richtig macht, kann bei 
passendem Strom und hinreichend großem Akku durchaus was passieren.
Der Witz dabei ist: für sich selber darf er (und ich und du) basteln und 
murksen, was die Kiste hergibt. Nur derjenige, der das Zeug verkauft, 
der sollte wenigstens mal gesagt bekommen haben, dass man verdrillte 
Kabel oder solche mit verzinnten Enden nicht in Schraubklemmen 
einklemmen darf.

> Aber die Innung bietet einen Wochenend-Crashkurs für €1.000 an.
Sag ich doch. Danach ist er eine hinreichend ausgebildete EUP, ganz ohne 
Ausbildung und Studium.

: Bearbeitet durch Moderator
von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Klempi schrieb:
> Das sehe ich anders. Die Pumpe ist irgendwas zwischen 10 und 20 Jahren
> alt und hat vielleicht noch andere Probleme, die demnächst wieder zum
> Ausfall führen. Lager defekt, Pumpenrad lose oder ausgebrochen, Defekte
> im Klemmkasten, Isolierungsschaden, Undichtigkeiten, etc. Alles mehrfach
> gesehen.

Im Prinzip richtig (12 Jahre), aber nachdem er die gesamte Heizung schon 
mehr oder weniger aus Altersgründen in den Bereich Kernschrott 
verschieben wollte, wäre doch eher das Angebot einer zeitwertgerechten 
Reparatur kundenfreundlich gewesen?

> Jeder vernünftige HZB tauscht die Pumpe und der Kunde ist zufrieden.
Kunde war eben nicht zufrieden und es war das Ende einer langjährigen 
Reparatur- und Wartungsbeziehung. Dazu kann man noch sagen, dass der 
Junior das Geschäft vor 1,5 Jahren übernommen hat und wohl schnell den 
Ruhestand erreichen will.
Auch da wieder: warum wurde die 08/15-Pumpe zum 3fachen Preis 
abgerechnet? 1h Fehlersuche, obwohl er die neue schon mit hatte? 
(Fehlermeldung war diesbezüglich eindeutig).

> Dein Gebastel kannst du privat machen. Bei der Pumpe mag es eine Weile
> funktionieren. Aber wer weiß, vielleicht ist nächstes Mal die Gasarmatur
> defekt und du hast eine gute Idee wie du es billig reparieren kannst?
dreiste Unterstellung. Und nebenbei gesagt: das ist das einzige im Haus 
wo ich absolut nicht rangehe.

> Sicher auch kein Problem für dich. Wenn du dann noch skills im
> Dachdecken hast, kommst du ganz groß raus ;)

Stimmt, ich habe auch schon Dachpfannen getauscht, die Solaranlage 
selbst aufgebaut und die Firststeine neu vermörtelt. Alles schon ein 
paar Jahre her und nach diversen Stürmen noch am Platz.
> Eine seriöse Firma arbeitet jedenfalls anders.
Ja, ehrlicher.
> Der Preis ist natürlich happig.
Happig ist das mildeste Wort, was man da gebrauchen kann.
> Hättest du bei uns billiger bekommen.
Hilft ja nichts.
250€ wäre korrekt gewesen. 150 für die Pumpe (immer noch gut was dran 
verdient), 100 für die Arbeit.
Aber dafür steht der Herr Handwerker ja nicht mehr auf, sind dank 
Bauboom alle im Big-Business-Wahn und man darf noch dankbar sein wenn er 
überhaupt kommt.

von michael_ (Gast)


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Klempi schrieb:
> Das sehe ich anders. Die Pumpe ist irgendwas zwischen 10 und 20 Jahren
> alt und hat vielleicht noch andere Probleme, die demnächst wieder zum
> Ausfall führen. Lager defekt, Pumpenrad lose oder ausgebrochen, Defekte
> im Klemmkasten, Isolierungsschaden, Undichtigkeiten, etc. Alles mehrfach
> gesehen.

In meinem Fall wurde der C vor zehn Jahren getauscht.
Auch nach 23 Jahren habe ich kein Problem mit der Pumpe.

von oszi40 (Gast)


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michael_ schrieb:
> wurde der C vor zehn Jahren getauscht

Abgesehen von der Qualität der Kondensatoren hat sich auch das Netz 
wesentlich verändert. Durch Phasenschnitt und Schaltnetzteile sind viele 
steile Impulse möglich, die es zu Zeiten von alten Glühobst kaum gab. 
Steile Impulse sind mehr Stress für Cs.

von Klempi (Gast)


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michael_ schrieb:
> In meinem Fall wurde der C vor zehn Jahren getauscht.
> Auch nach 23 Jahren habe ich kein Problem mit der Pumpe.

Ja, aber: Es ist nicht sinnvoll. Im Falle deiner Pumpe hast du €10 Euro 
oder so für die Reparatur bezahlt. In den 23 Jahren hat die Pumpe aber 
Strom für € 1500  verbraucht. Falls du vor 10 Jahren eine neue Pumpe 
installieren lassen hättest, sagen wir für € 250, hättest du 
mittlerweile € 450 Strom eingespart. Und: Vor 10 Jahren hättest du noch 
€ 100 Förderung auf die Pumpe bekommen.
Aber du kannst natürlich auch in 3 Jahren wieder den Kondensator 
wechseln.

H.Joachim S. schrieb:
> dreiste Unterstellung. Und nebenbei gesagt: das ist das einzige im Haus
> wo ich absolut nicht rangehe.

Du hast recht, der Vergleich war schlecht gewählt. Aber dort kann eben 
auch ein billiges elektronisches Bauteil für den Ausfall sorgen. Oder 
ein Elko auf dem Feuerungsautomat, etc.. Das Ergebnis ist das selbe, die 
Bude ist kalt.

Motorkondensatoren wechsel ich btw. beruflich wie privat z.B. bei 
Ölbrennern regelmäßig. Da ist das auch sinnvoll im Vergleich zu einer 
Umwälzpumpe.

von Nichtverzweifelter (Gast)


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Berufsfremde Arbeiten darf der Heizungsbauer machen, so sie im 
wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem erteilten Auftrag stehen:"Unsere 
Heizung geht nicht mehr, kommen Sie schnell!"  So einfach, und gar nicht 
restriktiv ist die Regelung.

Der herbeigerufene Heizungsbauer darf sehr wohl die neue Pumpe auch 
elektrisch anschliessen.

Den Kondensator tauschen? Darf er auch. Nun haben sich aber über die 
Jahrzehnte die Pumpenleistungen geändert und jeder andere Hersteller hat 
in der "ähnlichen" Pumpe halt auch andere Kapazitätswerte drin.
Soll der Heizungsbauer sich einen ganzen Koffer mit Kondensatoren 
zulegen, mit 2,2, mit 2,3, mit 2,7, mit 4,1, mit 4,3 mit feinst 
abgestuften Werten also zulegen?
Ein Kapazitätsmessgerät?
Was denn noch alles?

Also tauscht er halt die ganze Pumpe, Gewindedurchmesser gibts 
vielleicht ganze drei, wenn überhaupt.
Welche Lagerhaltung an Kondensatoren soll er denn vorrätig halten?
Wird er die jemals los?

Ein, zwei Standardpumpen, oder so ne verstellbare hat sein örtlicher 
Grosshändler halt lagermässig da, die Kondensatoren sicher nicht.

Ich kann daher nachvollziehen, dass Heizungsbauer eher Pumpen statt 
Kondensatoren tauschen.

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