Hallo,
ich plane gerade eine Gartenewässerunganlage und frage mich, ob eine
kleine Gefälle (z.B. in der Mitte der Leitung), eine erfolgreiche
Entlüftung vor Winter verhindern kann. Z.B.: Luft hat nicht genug Kraft
um das gesamte Wasser rauszupusten und das Wasser wird sich in der Mitte
sammeln (bleibt dort) und im Winter (wennn es überhaupt kommt) entsteht
ein Schaden. Ich werde Leitungen 1", bzw 3/4" Zoll verlegen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn ich in eine Dicke Rohr Luft
reinpuste, luft im oberen Teil der Rohr sich frei bewegt und im unteren
Teil einfach stehen bleibt...
Ich werde einen Drucklutfkompressor mit effektiven Luftleistung von
280L/minute und einem Kessen mit 18l einsetzen.
Wozu ist das notwendig?
Kannst du die Leitungen nicht mit gleichmäßigem Gefälle verlegen?
Ich kenne es so, dass es im Idealfall einen tiefsten Punkt gibt. Dort
ist eine Versickerungsschicht (Schotter) eingebracht und ein ein
Absperrhahn im Rohr. Vorm Frost wird hier geöffnet und die Leitungen
leeren sich.
Bei mir kommt zum EntWÄSSERN eine manuelle Doppelhub-Luftpumpe zum
Einsatz, die es irgendwann mal bei Aldi zum Aufpumpen von (großen)
Luftmatratzen gab.
Bei den ersten 2-3 Hüben ist ein wenig Muskeleinsatz nötig, bis die
tiefe Stelle der Rohre nicht mehr vollständig gefüllt ist. Ab da wird
nur noch Wasser-Luft-Gemisch ausgeblasen, das geht deutlich leichter.
Und ich kann damit keinen Druck erzeugen, der mir die mühsam verlegten
Leitungen mit 30bar Überdruck auseinanderreißt - beim Einsatz eines
Kompressors empfehle ich ein wenig Fingerspitzengefühl...
Wenn du schon eine Ahnung hast, wo die tiefste Stelle sein wird, oder du
gezielt ein Gefälle zu einem bestimmten Punkt bauen kannst, dann mach an
dieser Stelle ein Entwässerungsventil hin und ein ordentlich tiefes
Kiesbett drunter, das verringert den Ausblas-Aufwand deutlich.
Werkstattkompressoren haben nur maximal 10 bar, normal sind nur 8.
Aber wenn man das mit Luft rausdrückt dann braucht man schon sehr viel
Volumen, daß nichts in den Leitungen zurückbleibt.
Ja, es wird mit Sicherheit Wasser an der tiefsten Stelle zurückbleiben.
Macht aber nichts, da es
a) i.d.R. dort nicht gefriert weil tief genug (wenn man nicht gerade nur
Oberflächenrohre verlegt)
b) wenn es dort (an der tiefsten Stelle) doch gefriert, kann sich das
Eis in Ruhe in alle Richtungen hin ausdehnen - es wird also kein Schaden
passieren.
Ich blase meine auch vor dem Winter mit einem Kompressor leer - klappt
problemlos seit >15 Jahren.
W.P. K. schrieb:> a) i.d.R. dort nicht gefriert weil tief genug (wenn man nicht gerade nur> Oberflächenrohre verlegt)
Ich habe gelesen, dass man auf Spachteltiefe verlegen soll. Um es ganz
geriersicher zu machen müsste ich 50cm tief graben, ich möchte aber
nicht zu viel Aufwand da machen.
Hi,
mit moderatem Druck aber viel Luftstrom ausblasen, das Wasser wird dabei
vom Luftstrom mitgerissen. Aber man sollte da schon 5-10 Minuten pro
Strang einrechnen.
Selbst wenn in Senken noch Wasser drin bleibt, solange das genug Platz
für die Ausdehnung beim Frieren hat, passiert auch nichts.
Wichtig ist, dass man bei den Magnetventilen schaut, wie der Hersteller
es für die Überwinterung gerne hätte, weil sich da abhängig von der
Konstruktion wohl Wasser im geschlossenen oder im geöffneten Zustand im
Ventil lokal sammeln kann, welches dann bei Frieren das Ventil zerstört.
Viele Grüße
Alex
Meine Bewaesserung liegt seit 35 Jahren in der Erde - ohne Frostschaden
Acht Anspeiseleitungen 3/4" 10 Bar PE Schlauch, 30-100 cm tief
dabei ist sicher kein geplantes Gefaelle vorhanden
Vor dem Winter blase ich alles einzeln pro Kreis mit einem 10 Bar
Kompressor aus
Dauert nur ewig bis der Kompressor Tank wieder gefuellt ist...
Irgendwann mache ich ein automatisches Ausblasprogramm mit Drucksensor
Nur als Tip:
Die Gardena PE Schlaeuche mit 22 oder jetzt 25 mm machen immer wieder
Probleme, wenn sie mit den Schlauchschellen an den gerippten Nippeln
befestigt sind
Die reissen dann spaeter an der Dehnstelle uber den Rippen ein
Die neuen Gardena Bajonettanschluesse scheinen ok zu sein
Am unproblematischsten waren die normalen 3/4" PE 10 Bar Rohre
- die sind nur elendiglich steif beim Verlegen
Als Verbinder waren am besten die Messing Verschraubungen
Die bekomme ich auch nach 35 Jahren in der Erde noch problemlos auf
Ben B. schrieb:> Werkstattkompressoren haben nur maximal 10 bar, normal sind nur 8.
Ah, danke für die Info! Gut, das sollten Wasserleitungen abkönnen, da
sind ja im Normalbetrieb schon mal 6 bar drauf.
Robert schrieb:> Ich habe gelesen, dass man auf Spachteltiefe verlegen soll.
Meinst du vielleicht Spatentiefe? Ich wüsste nicht, was da gespachtelt
werden sollte...
Guenter H. schrieb:> Meine Bewaesserung liegt seit 35 Jahren in der Erde - ohne Frostschaden
Ja, meine ist auch steinalt, die Schäden daran sind alle durch
Gartenarbeit entstanden, nie durch Frost. Die Rohre liegen spatentief
und weder topfeben noch mit definiertem Gefälle, dafür war weder der
Erdboden noch das Rohr-Material geeignet...
Ich würde es beim Ausblasen belassen!
Allerdings würde ich nach dem Entleeren noch ein bisschen Luft
investieren.
Der Hintergrund ist der, dass wenn "über" dem Wasser genügend Platz ist,
und das sich das spätere Eis ausdehnen kann, es keine Probleme geben
sollte. Schäden treten ja dann auf, wenn das Rohr "voll" ist und der
Inhalt dann gefriert.
Solange das Rohr aber voll ist, kann man aber den Inhalt auch durch
Blasen herausbekommen. Deshalb der Hinweis, nach dem Entleeren noch
etwas Luft durchzublasen, damit die Zugluft noch was anrichten kann.
Natürlich ist der Vorschlag, das Rohr in der "richtigen" Tiefe zu
verlegen, kaum zu überbieten. Geht aber unter Umständen auf den Rücken.
Der Vorschlag das Rohr mit Gefälle zu verlegen ist wohl nicht ernst zu
nehmen. Aus dem einfachen Grund, dass kaum ein Garten platt wie eine
Briefmarke ist und sonst sehr schnell ein Bagger her muss.
Meine Leitungen liegen an der Oberfläche. Ich hab ein leichtes Gefälle
und öffne im Herbst die tiefste Stelle und fertig. Ausblasen oder
ähnliches hab ich noch nie gemacht.
Walta