Hallo zusammen,
ich arbeite im Augenblick in der Hardwareentwicklung und weiß gerade
nicht, ob ich das mein ganzes Leben lang machen soll. Ich habe bereits
versucht andere Alternativen zu suchen. Das meiste spricht mich aber
nicht wirklich an. Das Problem ist zudem, dass ich eher der ruhige Typ
bin.
Kennt einer meiner Situation von euch und hatte mal das gleiche Problem?
MfG
Sicher. Mach was anderes. Zu Hardware passt noch Vieles. zB Software.
Das ist aber eher sehr hektisch. Nicht die Software selbst, sondern das
Umfeld. Der Aufwand wird immer unterschaetzt, die Termine daher zu kurz,
und du daher immer gehetzt und unter Druck. Dafuer lernt man auch was.
Etwas ruhiger wird's wenn man fachfremd arbeitet. zB Netzwerke fuer
Aerzte und Rechtsanwaelte. Diese Leute sind sich hohe Stuendensaetze
gewohnt.
Allenfalls auch Installation/Inbetriebnahme. Dabei lernst du wie deine
Hardware effektiv eingestet wird. Was alles falsch gehen kann.
Schade.. "ruhige" Hardware-entwickler sind
meiner bescheidenen Erfahrung nach die Besseren;
kommen zum durchdachteren Ergebniss mit deutlich weniger Zornesröte und
in
- soweit ich das mit meiner in der Tat sehr einzahligen Erfahrung
beurteilen kann - derselben Zeit (nicht nennenswerter Unterschied)
Wenn es Dir keinen Spass macht ist das Schade,
eine ruhige Art zu haben empfinde ich für meinen Teil aber nicht als
Nachteil, besonders nicht in der Hardwareentwicklung!
Ich hab leider keinen guten Vorschlag für Dich,
empfehle aber grundsätzlich IMMER etwas zu tun was einem Feude bereitet.
Nur so kann man über sich hinauswachsen und wirklich gut werden
(gelernter und geübter XYZ muss noch lange kein GUTER XYZ sein ;))
'sid
PS ich bin ein Tastenklopper, das fühlt sich manchmal unproduktiv an;
deswegen gibt's dann Hobbies in denen man Handwerken kann... ich sag
bloss;
deswegen heisst es ja "zum Ausgleich...." vielleicht fehlt Dir nur das
richtige Hobby erstmal #schulterzuck
Kaiser Wilhelm der XXX schrieb:> Kennt einer meiner Situation von euch und hatte mal das gleiche Problem?
Klar, diese Situation wandelte sich aber mit Beginn der Elternschaft
grundlegend. Also arbeite man nicht am Jobwechsel, sondern an der
Familiengründung. Oder Häuslebau wenn Dicg das mit der family
überfordert.
Geh in den öffentlichen Dienst. Antritt um 9 Uhr, dann erstmal
Frühstück, anschließend alle Kollegen begrüen. Dann ists schon 11 Uhr
und du räumst deinen Schreibtich auf. Um 12 gehts dann pünktlich in die
Kantine bis 14 Uhr. Dann sortierst du noch ca. 1 Stunde Akten,
verabschiedest dich um 15 Uhr von deinen Kollegen und verlässt um 16 Uhr
das Haus.
Oder werde Handwerksmeister. Da brauchste für die Montage eines Fensters
drei Tage und berechnest 3000€ Handwerkerkosten.
Gibt viele Möglichkeiten!
Joggel E. schrieb:> Das ist aber eher sehr hektisch. Nicht die Software selbst, sondern das> Umfeld. Der Aufwand wird immer unterschaetzt, die Termine daher zu kurz,> und du daher immer gehetzt und unter Druck.
Passt bei uns auch auf die Hardware und die Firmware zu. ;-)
Die Software hat nur den Umstand, dass die Verschiebungen seitens HW und
FW vergessen werden und der Endtermin bestehen bleibt... ;-)
Promotion, eventuell Habilitation, Professur.
Dann hast du genug Ruhe für deine Hobbys und eine nerdige Frau mit
gleichen Interessen triffst Du an der Uni vielleicht auch Herr Prof. Dr.
.
Gruß
Thomas
Wir hatten hier doch erst die Diskussion über Technikerstellen im öD?
Das wäre doch genau das richtige für dich, du bist dort üblicherweise
alleine, ruhiger geht es kaum. Wenn du ein klein wenig von deiner Arbeit
verstehst, kannst du machen was du willst.
Als Ex Hardware-Entwickler an und für sich auch prädestiniert für die
Stelle.
Kaiser Wilhelm der XXX schrieb:> ich arbeite im Augenblick in der Hardwareentwicklung und weiß gerade> nicht, ob ich das mein ganzes Leben lang machen soll
Es gibt niemanden der dir sagst was du sollst.
Werde Schäfer.
Ruhige Leute werden im kommerziellen Business nicht gebraucht, das
dauert mit denen zu lange. In der Industrie ist Tempo gefragt, um das
Produkt schneller als der Konkurrent auf den Mart zu bringen, um dem
Kunden shcneller eine Lösung präsentieren zu können, um für den Lohn
mehr Output zu bekommen. Du bist in der kapitalistischen Welt
unbrauchbar.
Nein, die Softwarebranche ist da nicht langsamer, eher im Gegenteil,
dort muss alles schon gestern fertig sein.
MaWin schrieb:> Nein, die Softwarebranche ist da nicht langsamer, eher im Gegenteil,> dort muss alles schon gestern fertig sein.
Warum ist eigentlich diese Corona Warn-App immer noch nicht fertig?
sid schrieb:> Schade.. "ruhige" Hardware-entwickler sind> meiner bescheidenen Erfahrung nach die Besseren;> kommen zum durchdachteren Ergebniss mit deutlich weniger Zornesröte und> in> - soweit ich das mit meiner in der Tat sehr einzahligen Erfahrung> beurteilen kann - derselben Zeit (nicht nennenswerter Unterschied)
Die ruhigen sind meist auch die, die nicht eigenständig proaktiv
arbeiten, bei Problemen Lösungen suchen oder Kollegen hinzuholen. Die
kochen den ganzen Tag in ihrer Suppe.
Msd schrieb:> Die ruhigen sind meist auch die, die nicht eigenständig proaktiv> arbeiten, bei Problemen Lösungen suchen oder Kollegen hinzuholen. Die> kochen den ganzen Tag in ihrer Suppe.
Siehste und das Gegenteil ist die Erfahrung die ich gmacht habe;
eben doch proaktiv einen alternativen Ansatz verfolgt und damit einen
immensen Vorteil herausgearbeitet; in der Zeit in der "die Lauten" sich
damit beschäftigt haben um Aufmerksamkeit zu betteln
durch ungefragtes Ratschläge verteilen, 'connecten' an der Kaffeebar
etc.
Aber vielleicht reden wir aneinander vorbei: "Ruhig =/= Schüchtern"
wer zu schüchtern ist um Hilfe zu bitten falls und wenn er sie braucht,
braucht meist länger zur Lösungsfindung wenn er nicht zugleich dreimal
so schlau ist wie alle Anderen, dem würde ich zustimmen.
Um mal vom Zweig der Hardwareentwickler weg zu driften:
Man weiss ja dass in jeder Firma ab einer gewissen Grösse ~30% der
Mitarbeiter nutzlos sind oder sagen wir "unproduktiv",
sie reden viel tun aber im Grunde nix (ausser sich zu überlegen wie sie
noch weniger tun könnten);
das sind aber meist die die am besten innerhalb der Firmenstruktur
vernetzt sind (eben weil sie viel am Wasserspender stehen ;))
Bitten auch gerne andere um Hilfe ohne Not (zu faul zum selber suchen)
Und erzählen gerne und jedem ungefragt wie spitze und unersetzlich sie
sind.
Und wer mal in ausreichend grosser Firma gearbeitet hat, der weiss genau
welchen seiner (Ex-?)Kollegen ich meine :D
Die die ich mit "Ruhigen" meine sind nicht zwingend schüchtern,
nur eben die, die nicht eben nicht derart auffallen;
die bei denen der Chef kurz überlegen muss um auf den Namen zu kommen
obwohl derjenige seit Jahren da arbeitet.
Eben weil gut gemachte Arbeit weniger hervorsticht als Fehlerhafte,
und der Arbeitnehmer nicht durch Annekdoten von Haus, Frau, Kind und
Hund im Gedächtniss klebt.
wie gesagt: vielleicht reden wir nur aneinander vorbei :D
'sid
sid schrieb:> Die die ich mit "Ruhigen" meine sind nicht zwingend schüchtern, nur eben> die, die nicht eben nicht derart auffallen;> die bei denen der Chef kurz überlegen muss um auf den Namen zu kommen> obwohl derjenige seit Jahren da arbeitet.> Eben weil gut gemachte Arbeit weniger hervorsticht als Fehlerhafte,> und der Arbeitnehmer nicht durch Annekdoten von Haus, Frau, Kind und> Hund im Gedächtniss klebt.
Ich verstehe den Gegensatz nicht, der hier angedeutet wird. Man kann
doch gut im Unternehmen vernetzt sein, über Anekdoten beim Chef bekannt
sein usw. und gute Arbeit abliefern. So mache ich das jedenfalls, das
wurde mir auch bereits von mehreren Seiten bestätigt.
Qwertz schrieb:> Ich verstehe den Gegensatz nicht, der hier angedeutet wird.
Ich markiere den UNTERSCHIED, nicht den Gegensatz.
Meine Frau ist im Unterschied zu mir blond, im Gegensatz zu mir
weiblich.
Sie könnte sehr wohl Brunette sein und dennoch meine Frau, wär sie ein
Mann wär sie halt nicht meie Frau (wegen persönlicher Präferenzen
vermutlich auch nicht mein Mann ;))
Du verstehst ;)
Der Gegensatz steht ein wenig weiter darüber:
sid schrieb:> ...in jeder Firma ab einer gewissen Grösse ~30% der> Mitarbeiter nutzlos sind oder sagen wir "unproduktiv",> sie reden viel tun aber im Grunde nix (ausser sich zu überlegen wie sie> noch weniger tun könnten);> das sind aber meist die die am besten innerhalb der Firmenstruktur> vernetzt sind (eben weil sie viel am Wasserspender stehen ;))> Bitten auch gerne andere um Hilfe ohne Not (zu faul zum selber suchen)> Und erzählen gerne und jedem ungefragt wie spitze und unersetzlich sie> sind.
"meist" heisst, dass es natürlich Ausnahmen gibt.
und der Satzbau impliziert Koinzidenz.
Natürlich existieren gut vernetzte Mitarbeiter die dennoch die
Arbeitszeit hauptsächlich mit ARBEIT verbringen und die Pausen zum
Schwatzen nutzen;
aber aus Erfahrung sind das leider wenige Ausnahmen...
Meistens gilt: wer viel Quatscht der guckt auch viel auf sein Telefon
statt zu arbeiten
(Oh Conny hat geschrieben dass ihr Kater auf die Couch schiss.. da muss
ich UNBEDINGT SOFORT antworten)
Schon wer während der Arbeitzeit auf den Nachrichtenton seines Telefons
reagiert (durch nachsehen wer was schrieb) disqualifiziert sich quasi
selbst.
Krankheit [erwartetes Ableben] eines Anverwandten oder anstehende Geburt
des EIGENEN Kindes sind die einzigen Ausnahmen.
Alles andere ist nicht dringend genug als dass es nicht warten kann,
ODER so dringend dass es statt einer veschissenen WhatsApp-Anchricht
einen ordentlichen Anruf verdient. (unerwarteter Krankenhausaufenthalt
von nahen verwandten, Bude brennt etc eben Dringendes und Unerwartetes)
'sid
sid schrieb:> "meist" heisst, dass es natürlich Ausnahmen gibt.> und der Satzbau impliziert Koinzidenz.> Natürlich existieren gut vernetzte Mitarbeiter die dennoch die> Arbeitszeit hauptsächlich mit ARBEIT verbringen und die Pausen zum> Schwatzen nutzen;> aber aus Erfahrung sind das leider wenige Ausnahmen...> Meistens gilt: wer viel Quatscht der guckt auch viel auf sein Telefon> statt zu arbeiten> (Oh Conny hat geschrieben dass ihr Kater auf die Couch schiss.. da muss> ich UNBEDINGT SOFORT antworten)> Schon wer während der Arbeitzeit auf den Nachrichtenton seines Telefons> reagiert (durch nachsehen wer was schrieb) disqualifiziert sich quasi> selbst.> Krankheit [erwartetes Ableben] eines Anverwandten oder anstehende Geburt> des EIGENEN Kindes sind die einzigen Ausnahmen.> Alles andere ist nicht dringend genug als dass es nicht warten kann,> ODER so dringend dass es statt einer veschissenen WhatsApp-Anchricht> einen ordentlichen Anruf verdient. (unerwarteter Krankenhausaufenthalt> von nahen verwandten, Bude brennt etc eben Dringendes und Unerwartetes)>> 'sid
Wenn du zurück ins 19. Jhd. möchtest, um deine 7*16h zu klopfen, gerne,
aber wir leben nun im 21. Jhd.
Kreative Pausen und Flurfunk erhöhen die Produktivität und die Qualität
des Arbeitsergebnis ungemein, da für komplexe Produkte nun mal
verschiedenstes Wissen gebraucht wird und auch zusammen gebracht werden
muss. Da hilfts schonmal wenn Harry Hardware mit Friede Firmware
kommunizieren kann und auch Siggi Software und Annette Anforderungen mit
ins Boot holt.
Deine Sichtweise ist halt die Sicht von verkappten Fachhanseln ohne
jegliche soziale Kompetenz oder Blick über den Tellerrand, die meinen
ohne sie ginge nix und alle anderen sind nur Laberer, Klitschenwillis
halt.
Willkommen schrieb:> Deine Sichtweise ist halt die Sicht von verkappten Fachhanseln ohne> jegliche soziale Kompetenz oder Blick über den Tellerrand, die meinen> ohne sie ginge nix und alle anderen sind nur Laberer, Klitschenwillis> halt.
Dieser Umgangston hier immer wieder im Forum. Wenn man mal auf jemanden
trifft der eine andere Meinung vertritt. Ja, das sind echte Teamplayer
hier...
Schiedsrichter schrieb:> Dieser Umgangston hier immer wieder im Forum. Wenn man mal auf jemanden> trifft der eine andere Meinung vertritt. Ja, das sind echte Teamplayer> hier...
Inhaltlich muss man "Willkommen" aber recht geben, eine gute Vernetzung
im Unternehmen ist in vielerlei Hinsicht positiv, nicht nur für die
eigene Karriere.
Willkommen schrieb:>> Wenn du zurück ins 19. Jhd. möchtest, um deine 7*16h zu klopfen, gerne,> aber wir leben nun im 21. Jhd.
Mumpitz, im 19 Jhd wurde keine 7X16h malocht (sondern 6x12) und die
40h-Stunde (mit Gehaltserhöhung!) gab es bereits 1914 dank Henry Ford,
landesweit dann 1938.
https://www.dgb.de/++co++365a306a-a7a6-11e9-96a8-52540088cada
Es ist halt auch im Interesse der Arbeitgeber die Arbeit so zu
organisieren, das die Effizienz den Arbeitstag lang constant hoch
bleibt.
Langzeitstatistiker schrieb:> Mumpitz, im 19 Jhd wurde keine 7X16h malocht (sondern 6x12) und die> 40h-Stunde (mit Gehaltserhöhung!) gab es bereits 1914 dank Henry Ford,> landesweit dann 1938.
Du weißt schon, dass das 19. Jahrhunder vor 1900 war?
:-)