Forum: Fahrzeugelektronik Welche Bleibatterie im Wohnwagen


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von Richard B. (rodge)


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Ich weiß es gibt schon x1000 Threads über Bleiakkus. Viele gute hier - 
danke. Alle die ich gefunden habe, habe ich bestimmt schon 2x gelesen.

Mein Setup im Wohnwagen und Nutzung:
- die meiste Zeit ist der Wohnwagen abgestellt ohne Lademöglichkeit
- Urlaub meist auf Campingplatz mit Stromanschluss
- Hauptverbraucher ist der Kompressorkühlschrank, 12V, braucht zyklisch 
ca 3A. Wenn der Wohnwagen gelegentlich autark steht, wird die Batterie 
dadurch recht weit entladen!
- Mover, kann kurzzeitig über 100A ziehen
- Rest ist Kleinkram
- Ladegerät mit IUoU Kennlinie, 14,4V/13,8V, 19A max - leider keine 
Umschaltung für verschiedene Batterie Typen
- während der Fahrt Ladebooster mit IU Begrenzung 9A/14,4V
- aktuell ist eine 90Ah Starterbatterie an Bord

Die Batterie schwächelt und ich möchte sie durch eine geeigneter 
ersetzen.
Gel  AGM deep cycle Typ  Nassbatterie Zyklentyp
Alle werden bei 80-100Ah liegen.

Meine Überlegungen/Fragen:
- geringe Selbstentladung während Standzeit/Winter spricht für Gel oder 
AGM
- Zyklenfestigkeit sehe ich Gel vorn
- AGM kann die Stromspitzen des Movers vllt besser ab
- Nachteil AGM - mein Ladegerät kann keine 14,8V
- Nassbatterie - keine Ahnung, vllt etwas höhere Kapazität als die 
anderen

--> Welche Typ ist unter diesen Bedingungen am robustesten?
--> Auf ein paar Zyklen kommt es nicht an, eher auf gering 
Empfindlichkeit bei tiefer Entladung

--> Kann jemand zweifelsfrei sagen, ob man AGM unbeschadet mit 14,4V 
Kurve / Gel Programm laden kann. Wird die nur nicht absolut voll, oder 
nimmt die wirklich Schaden?

... Dankbar für Tips und Anregungen :-)

von Oliver S. (oliverso)


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Richard B. schrieb:
> --> Kann jemand zweifelsfrei sagen, ob man AGM unbeschadet mit 14,4V
> Kurve / Gel Programm laden kann. Wird die nur nicht absolut voll, oder
> nimmt die wirklich Schaden?

Die mag das auf Dauer nicht.

Es gibt aber auch Nassbatterien für zyklische Anwendungen.
Beispiel:
https://www.bannerbatterien.com/de-de/Produkte/Starterbatterien/Energy-Bull/226-957-51

Musst halt mal nach Traktionsbatterie suchen.

Richard B. schrieb:
> - Hauptverbraucher ist der Kompressorkühlschrank, 12V, braucht zyklisch
> ca 3A. Wenn der Wohnwagen gelegentlich autark steht, wird die Batterie
> dadurch recht weit entladen!

Da ist es fast egal, welche Batterie du nimmst. Mögen tun die Vollzyklen 
alle nicht.

Dann gibtes noch Bleikristall-Batterien. Ob das der neue Stern am 
Batteriehimmel ist, doch doch eher Schlangenöl, musst du selber 
entscheiden.

Oliver

von Richard B. (rodge)


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Oliver S. schrieb:

>> AGM 14,4V... nimmt die wirklich Schaden?
>
> Die mag das auf Dauer nicht.

Das ist ja immerhin schonmal eine Aussage die in meinem Fall klar gegen 
spräche.
>
> Es gibt aber auch Nassbatterien für zyklische Anwendungen.
> Beispiel:
> 
https://www.bannerbatterien.com/de-de/Produkte/Starterbatterien/Energy-Bull/226-957-51
>
Das wäre eine Möglichkeit, sogar nachfüllbar. Ich hatte diese schon im 
Blick:
https://www.yuasa.de/l36-100.html
Beiden ist eine recht hohe C20 Kapazität gemeinsam.

>> - Hauptverbraucher ist der Kompressorkühlschrank, 12V, braucht zyklisch
>> ca 3A. Wenn der Wohnwagen gelegentlich autark steht, wird die Batterie
>> dadurch recht weit entladen!
>
> Da ist es fast egal, welche Batterie du nimmst. Mögen tun die Vollzyklen
> alle nicht.

Ja das ist klar. Beim Beladen steht der Wagen regelmäßig mit laufendem 
Kühlschrank, da geht's mit der Zyklentiefe noch.
Richtig autark stehen ist sehr selten. Da zählen die Ah... Dann geht es 
mal etwas auf Verschleiß.

> Dann gibtes noch Bleikristall-Batterien. Ob das der neue Stern am
> Batteriehimmel ist, doch doch eher Schlangenöl, musst du selber
> entscheiden.

Über die habe ich gelesen. Klingt gut, ist mir für meine derzeitige 
Nutzung aber zu teuer.

Bisher hatte ich Gel favorisiert. Die bringen allerdings nur 80-90Ah 
C20. Da wären die nassen im Vorteil.

Gruß Richard

von Horst S. (petawatt)


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Das beste Preis / Leistungsverhältnis hat die offene Nassbatterie. Aber 
keine Starterbatterie nehmen. Starterbatterien müssen nach dem 
Startvorgang sofort wieder aufgeladen werden.
Auf unserer Yacht haben wir für das Bordnetz aktuell eine EXIDE 
EQUIPMENT (2 x 180 Ah). Damit kann man im Notfall auch den Motor 
starten. Wie die BANNER sollte man diesen Typ auch nicht unter 50% 
entladen. Lieber eine größere Batterie nehmen. Die kann beim Ladevorgang 
auch mehr Ladung pro Zeiteinheit aufnehmen.
Grüße von petawatt

von Wolfgang R. (wolfgang_r)


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Hallo Richard, ich habe die exakt gleiche Anwendung wie du: Bleibatterie 
im Wohnwagen, Mover, Kompressorkühli, Rest Kleinkram, meist 230 V 
Versorgung (Campingplatz), kein 230 V am Abstellplatz, während der Fahrt 
laden vom PKW...

Ich habe seit 10 Jahren eine ExideGel G80 eingebaut. Macht alles klaglos 
mit. Vor dem Abstellen wird sie auf jeden Fall voll geladen. Da geringe 
Selbstentladung, hält sie >12,7 V (Sulfatierungsgrenze) über längere 
Zeit.

Aber: ich klemme zusätzlich ein winziges Solarmodul an's Fenster. Der 
Abstellplatz hat keine direkte Sonne - ist nur "einigermaßen" hell. Und 
das reicht, dass dieses winzige Solarmodul die Spannung der Batterie bei 
13,0 V hält. Das Modul ist ein revolt PE-5719-919 und gibt's für wenig 
Geld bei Pearl. Inzwischen gibt es das auch etwas größer als 
NC-5920-919.

Ich bin mit der ExideGel sehr zufrieden. Tiefentladung vermeide ich. Zu 
AGM kann ich nix sagen.

Ich liebäugle mit 2x100 Watt Solar auf's Dach... Dann wäre ich auch mit 
Kompressorkühli (immer kaltes Bier!!!) autark.

Gruß Wolfgang

: Bearbeitet durch User
von Richard B. (rodge)


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Guten Abend Wolfgang,

Ja da hast Du wirklich ziemlich exakt die gleichen Bedingungen wie - 
prima!
Fährst Du auch einen Sterckeman oder Caravelair spazieren? 
Kompressorkühlschränke in Wohnwagen sind ja eher rar...
Hast Du mal probiert wie lange Du mit der Batterie hinkommtst?
Meine angeschlagen 90Ah Starterbatterie hat mit Umluft nachts 29h 
geschafft, da war aber wirklich Ende, sehr ungesund für die Batterie.

Die Solarzelle ist eine gute Idee! Ich hätte da evtl noch eine über, die 
es nicht schafft die Batterie von meinem 90er Jahre Youngtimer über 
Wasser zu halten...

Die geringe Selbstentladung spricht mir jetzt wieder sehr für die Gel. 
Exide ES900 ist der Nachfolger der Gel 80 und auch für einen ganz guten 
Kurs zu bekommen.

Schönen Abend,
Richard

von Michael_Ohl (Gast)


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Ich habe den zweiten Satz Bleibatterien mit 90Ah zwei Stück im 
Wohnwagen. Auf dem Dach ein 270W Solarpanel und jetzt halten die 
Batterien.
In den letzten 35Jahren habe ich im Schiff viele Sätze Bleiakkus 
getauscht, weil halt immer wieder zu tief entladen durch 
Selbstentladung.
Gut Lebenserwartung gibt es halt nur durch fast ständige Ladung bei 
Bleiankern.
Wenn Du das nicht haben magst nimm Lithium. Die in meinem Auto sind 
jetzt nach 107000km bei etwa 80% im 8ten Jahr. Aktuelle sollen deutlich 
besser sein. Nur die Preise nerven außer bei Eisenphosphat.

MfG
Michael

von Richard B. (rodge)


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Lithium - klar, das wären top Gebrauchseigenschaften und super 
Gewichtersparnis.
Ist mir aber einfach zu teuer, brauche die Leistung nicht so häufig, 
dass das für mich in Relation kommt.
Bei der neuen Bleibatterie muss ich halt penibel darauf achten nicht zu 
tief zu entladen.

: Bearbeitet durch User
von Blackbird (Gast)


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Bei mir tut auch eine zyklenfeste EXIDE Gel-Batterie (60Ah) ihren Dienst 
als Antriebsbatterie in einem Schlauchboot ihren Dienst seit mehr als 6 
Jahren.
Aber ich habe auch peinlich genau darauf geachtet, dass ich sie NIE 
vollständig oder gar tiefentladen habe. Im Datenblatt stand was von 60% 
Entladetiefe, also habe ich immer bei 40% Restladung aufgehört und sie 
sofort (a.s.a.p) wieder aufgeladen.

Niemals vollständig entladen und immer sofort nachladen.

Trotzdem wird ihre Kapazität von Jahr zu Jahr kleiner und die 40% 
Restladung sind dann wahrscheinlich nur noch 30% oder 20%. Das wird dann 
ihr Tod sein, aber das kann noch 1 bis 2 Jahre dauern.

Blackbird

von Richard B. (rodge)


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Habe ein bisschen gestöbert und ein älteres Dokument von Exide gefunden, 
"Tipps und Kniffe für ein langes Batterieleben".
Ausgerechnet hier wird herausgestellt, das die Exide Gel bis zu 4 Wochen 
in entladenem Zustand überstehen und dass man 100% Ladung entnehmen 
kann...
Nicht, dass ich alles glauben würde.

Interessent fand ich aber, dass Exide da schreibt, dass die 
Absorptionsladephase auf 14,4V mindestens 12h dauern soll. Hätte nicht 
gedacht, dass das so lange ist.

Zu den aktuellen Exide Gel Typen habe ich kaum offizielle Dokumente 
gefunden.
Für mich käme da die ES900 Equipment Gel in Frage. Weiß jemand ob man da 
irgendwo ein offizielles Datenblatt bekommt? Habe bisher nur solche 
abgespeckten Händlerdatenblätter gefunden.

von Horst S. (petawatt)


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Letztlich kochen alle Hersteller nur mit Wasser. Einen groben Vergleich 
zwischen GEL und Nass-Offen gibt es im Marinekatalog von EXIDE auf Seite 
8. Ob das aber so richtig ist? Bei den großen Stationsbatterien in 
Umspannanlagen gibt es jedenfalls keine GEL-Batterien.

http://www2.exide.com/Media/files/Downloads/TransEuro/CV/CV_Exide/Exide%20Marine%20Prospekt%202015.pdf

Grüße von petawatt

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Horst S. schrieb:
> Bei den großen Stationsbatterien in
> Umspannanlagen gibt es jedenfalls keine GEL-Batterien.

Wenn viele solche Akkus in Reihe geschaltet sind und eine Zelle sich 
verabschiedet, kann das mit GEL-Batterien eine schöne Sauerei geben. Die 
anderen Zellen sind günstiger und Personal mit Fachkenntnissen haben die 
Betreiber auch.

Richard B. schrieb:
> Mein Setup im Wohnwagen und Nutzung:
> - die meiste Zeit ist der Wohnwagen abgestellt ohne Lademöglichkeit

Fragen:
Gibt es dort gar kein Licht für eine Solarzelle?
Wie oft kommst Du am Abstellort pro Monat vorbei und wie lange hälst Du 
Dich dort auf?

von Richard B. (rodge)


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Dieter D. schrieb:
> Richard B. schrieb:
>> Mein Setup im Wohnwagen und Nutzung:
>> - die meiste Zeit ist der Wohnwagen abgestellt ohne Lademöglichkeit
>
> Fragen:
> Gibt es dort gar kein Licht für eine Solarzelle?
> Wie oft kommst Du am Abstellort pro Monat vorbei und wie lange hälst Du
> Dich dort auf?

Der Wagen steht draußen. Es ist nicht weit weg, bin in der Winterzeit 
aber nicht regelmäßig dort.

Eine kleine Solarzelle zur Erhaltung, im Fenster geht schon.
Hatte mich bisher einfach noch nicht genug damit beschäftigt.

Dem Kriterium Selbstentladung kann ich damit entkommen.
Aufgrund der besseren Robustheit ggü tiefen Entladungen wäre ich nach 
wie vor bei Gel.

von Michael_Ohl (Gast)


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Mit einer Solaranlage hat man nicht nur immer genug sagt in den 
Batterien. Das häufige erreichen der 13,5V, führt dazu, das kaum 
Sulfatierung stattfindet. Das sorgt für ein hohe Lebensdauer.
Selbst Akkus die alle paar Wochen wieder voll gemacht werden und nie 
unter 75% kommen altern wesentlich schneller.
Eine Erhaltungsladung die nicht über 13V kommt nutzt fast nichts.

MfG
Michael

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Sowas könnte geeignet sein:

Solarzelle 5W
https://www.pearl.de/a-NX2657-3034.shtml

Laderegler:
https://www.pearl.de/a-NX6815-3034.shtml
Der Unterspannungsschutz eignet sich allerdings nicht für die 
leistungsstarken Verbraucher mit Peaks über 10A bei diesem Modell. Es 
gibt noch ein Modell für 20A.

Das Equippment wäre im Moment für unter 40 Euronen zu erwerben.

von Michael_Ohl (Gast)


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Ich hatte zu Anfang ein 55Watt Panel mit einem einfachen Laderegler im 
Wohnwagen. An einem heißen Sommertag hat mir der Billigregler beinahe 
den Wohnwagen abgefackelt. Danach habe ich den Regler gegen einen 
ordentlichen MPP Regler mit StepDown Wandler getauscht. Da es im Sommer 
mit Kühlbox und elektrischer Warmwassererzeugung immer etwas knapp war. 
Dann habe ich ein 270W Panel aufs Dach geklebt und nun ist es recht 
brauchbar geworden.

MfG
Michael

von Richard B. (rodge)


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Das mit der Solarzelle werde ich im Winter auf jeden Fall probieren. 
Habe noch ein Panel so um die 10W und einen selbst gebauten Shunt 
Regler... Muss erstmal reichen, schauen wie das funzt.

Mir ging es jetzt ja in erster Linie um den geeignetsten Batterietyp.

Vielen Dank für die bisherigen Antworten dazu! Mein Fazit daraus ist: 
Bleigel.

Wenn wir dieses Jahr nicht nach Schweden reisen können, dann erneuere 
ich die Batterie aber vielleicht auch noch garnicht - aber das ist ja 
ein ganz anderes Thema...

Viele Grüße,
Richard

von Jakob (Gast)


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Bei so kleinen Solarmodulen (bis ca. 10 Watt bei der Batteriegröße) kann 
man sich den Regler sparen, mit so wenig Leistung kann man die Batterie 
sowieso nicht ernsthaft überladen. Nur eine Diode (Schottky) in Serie 
sollte man nicht vergessen, damit sich die Batterie nicht nachts durch 
die Solarzelle entlädt.

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