Forum: Haus & Smart Home Einschaltstrombegrenzer für Kühlschrank an 12V-Inverter


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von Jan W. (jan_w960)


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Hallo zusammen,


Ich möchte meine Mini-Kühlschrank(AC230V) an einem 12V-Wechselrichter im 
Auto betreiben. Das Problem an der Sache ist, das beim Einstecken des 
Kühlschrankes der Wechselrichter in Störung geht. Habe daraufhin mal die 
Leistung bei AC230V gemessen: Spitzenwert kurz nach dem Einstecken: 570 
Watt Danach läuft er mit ca. 60W durch. Mein Wechselrichter kann 500W 
max:(


Ich habe schon ein Vorschaltgerät einer von einer Leuchtstoffröhre(58W) 
probiert: hat leider nicht funktioniert.

Ich wollte mir deswegen keinen neuen Wechselrichter kaufen und hoffe ihr 
könnt mir eventuell weiterhelfen


mfg jan

P.S.: Ich war mir mit dem Forumskategorie nicht ganz sicher.

von hinz (Gast)


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Der Kompressor braucht den hohen Anlaufstrom, da lässt sich so einfach 
nichts machen.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Was für ein Wechselrichter ist das? Sinus oder Rechteck bzw. 
"modifizierter Sinus"?

Du kannst probieren, einen größeren NTC oder so in Reihe zu schalten, um 
die Einschaltstromspitze zu reduzieren.

Oder ansonsten: Wie wird der Motor des Verdichters gestartet? Gib mir 
mal bitte den Typ vom Verdichter. Wenn der einen PTC-Starter hat, kann 
man probieren, den Strom in der Startwicklung mit einem Kondensator in 
Reihe zu reduzieren.

Für einen 500W-Wechselrichter bleiben solche Motoren aber eine große 
Herausforderung. Selbst ein 3kW Notstromgenerator bekommt Husten wenn so 
ein Motor daran starten möchte.

von Jan W. (jan_w960)


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Der Wechselrichter macht reinen Sinus. Ich schaue nachher nach um 
welchen Typ es sich handelt und melde mich.


mfg jan

von Harald W. (wilhelms)


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Jan W. schrieb:

> Der Wechselrichter macht reinen Sinus.

Das löst nicht das Problem mit dem höheren Anlaufstrom und dieser
höhere Anlaufstrom wird auch benötigt, weil sonst der Kühlschrank
garnicht anläuft.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Das muss man eben probieren, wo da die Grenze liegt.

Haushaltskühlschränke haben insofern den Vorteil, daß sie eine einfache 
Kapillarrohreinspritzung verwenden. Dadurch wird der Druckunterschied am 
Verdichter immer wieder in kurzer Zeit abgebaut und der Verdichter kann 
nach einer Pause von 5..10 Minuten immer entlastet anlaufen.

von hinz (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Haushaltskühlschränke haben insofern den Vorteil, daß sie eine einfache
> Kapillarrohreinspritzung verwenden. Dadurch wird der Druckunterschied am
> Verdichter immer wieder in kurzer Zeit abgebaut und der Verdichter kann
> nach einer Pause von 5..10 Minuten immer entlastet anlaufen.

Was durch die billigstmögliche Bauweise des Kompressormotors dennoch zu 
hohem Anlaufstrom führt.

von Horst S. (petawatt)


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Wer mit 12VDC vernünftig einen Kühlschrank im Auto betreiben will, der 
muss auch Geld in die Hand nehmen. Peltier-Elemente scheiden wegen des 
geringen Wirkungsgrads aus.
Mini-Kühlschränke für 230VAC sind da eher ungeeignet. Mal bei der Fa. 
Dometic informieren: 
https://www.amazon.de/CoolFreeze-elektrische-Kompressor-K%C3%BChlbox-Gefrierbox-Energieklasse/dp/B00CS2FA0I/ref=alex_attr_sims_s_t2_2/257-3093209-3437701?_encoding=UTF8&pd_rd_i=B00CS2FA0I&pd_rd_r=19544ef2-bbd7-4dfb-8f23-c7002cd3d69b&pd_rd_w=Yl6Q3&pd_rd_wg=qgcn2&pf_rd_p=70efbba4-d1e6-45a7-bcfe-fd05502a7d09&pf_rd_r=TCSXH47N22JSEASSQX9H&refRID=TCSXH47N22JSEASSQX9H&th=1
Einen guten Wirkungsgrad für fest eingebaute Kühlschränke in Wohnwagen 
oder Yacht hat der BD35F von Danfoss. Im Gegensatz zum Schwingkompressor 
der 230VAC-Kühlgeräte wird hier ein kleiner Drehstrommotor am Kompressor 
genutzt. Der Frequenzumrichter ist direkt für 12 / 24 Volt ausgelegt.
http://files.danfoss.com/TechnicalInfo/Dila/06/bd35f-hd_101z0206_r134a_12-24vdc_07-2013_dehced100f402.pdf

Grüße von petawatt

von Hans E. (Gast)


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Harald W. schrieb:
> dieser höhere Anlaufstrom wird auch benötigt, weil sonst der
> Kühlschrank garnicht anläuft.

So ist es. Das wird nichts mit dem 500 Watt Sinuswandler aus 12V.
Du brauchst einen für 12V ausgelegten Kompressor.

von hinz (Gast)


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Horst S. schrieb:
> Schwingkompressor
> der 230VAC-Kühlgeräte

Da sind ganz normale Asynchronmotoren verbaut.

von MaWin (Gast)


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Jan W. schrieb:
> Ich wollte mir deswegen keinen neuen Wechselrichter kaufen

Tja.

Ben B. schrieb:
> Du kannst probieren, einen größeren NTC oder so in Reihe zu schalten, um
> die Einschaltstromspitze zu reduzieren

Was hast du von einem Kühlschrank, der nicht zuverlässig anläuft ?

von Horst S. (petawatt)


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hinz schrieb:
> Da sind ganz normale Asynchronmotoren verbaut.

Richtig. Hatte ich falsch in Erinnerung. Den Schwingkompressor gibt es 
in der Kühlbox von der Fa. Engel.
Ein weiterer Vorteil des BD35F mit FU: Man kann die Kühlleistung über 
die Drehzahl des Motors einstellen. Gleichzeitig sinkt mit kleinerer 
Drehzahl auch das Betriebsgeräusch. Ohne Einschaltstromspitze geht es 
hier aber auch nicht.

Grüße von petawatt

von Harald W. (wilhelms)


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Horst S. schrieb:

> Ohne Einschaltstromspitze geht es  hier aber auch nicht.
>
> Grüße von petawatt

Ein Petawatt wird er aber beim Anlaufen sicherlich nicht brauchen.
:-)

von Horst S. (petawatt)


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Harald W. schrieb:
> Ein Petawatt wird er aber beim Anlaufen sicherlich nicht brauchen.

Könnte stimmen. Bei einer maximalen Dauerstromaufnahme von 6,5A bei 12V 
empfiehlt der Hersteller des BD35F eine Stromkreisabsicherung mit 30A.

Was ist eigentlich 1 Petawatt (PW) = 1x10 hoch 15? Laut Wikipedia ist 
die vom Golfstrom transportierte Wärmeleistung ca. 1,5 PW. Wenn ich das 
jetzt mit unserem Minikühlschrank vergleiche? Na ja....

von Friedhofsgärtner (Gast)


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Jan W. schrieb:
> AC230V gemessen: Spitzenwert kurz nach dem Einstecken: 570W

Der Motor braucht zum Anlauf auch Kraft!! Deswegen wäre ein 
Anlaufstrombegrenzer ein Versuch, aber bestimmt KEINE Lösung. Kraft 
kommt oft von Kraftstoff oder hier von ausreichend Strooom.

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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Eventuell könnte man im Wechselrichter einen Tiefpaß für die 
Überstrombegrenzung etwas zeitlich verlängern.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Das ist eine prima Idee, ich bin gespannt was insbesondere die FETs
auf der 12V-Seite davon halten. *KAWUMM!*

von hinz (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Das ist eine prima Idee, ich bin gespannt was insbesondere die
> FETs
> auf der 12V-Seite davon halten. *KAWUMM!*

Friedenspfeife! Erst wird geraucht, dann ist Ruhe.

von Jan W. (jan_w960)


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Guten Morgen,

so habe Bilder vom Kompressor gemacht.

mfg Jan

von Horst S. (petawatt)


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Jan W. schrieb:
> so habe Bilder vom Kompressor gemacht.

Hab keine technischen Daten zu deinem Kompressor gefunden. Das 
Kältemittel ist Butan. Als Vergleichstypen werden "QD35Y" und "DFB30L" 
angegeben. Der QD35Y hat eine Nenn-Leistungsaufnahme von 49W im 
Dauerbetrieb.
Im Netz gibt es viele Beiträge mit dem gleichen Problem. Als Lösung 
findet man nur die Verwendung eines Umrichters mit deutlich höherer 
Leistung.
Ein Asynchronmotor hat halt nur ein geringes Anlaufmoment. Als 
1-Phasen-Motor mit Hilfsphase wird das noch schlechter.

Grüße von petawatt

: Bearbeitet durch User
von hinz (Gast)


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Jan W. schrieb:
> so habe Bilder vom Kompressor gemacht.

Das ist ein ganz billiger RSIR-Kompressor, die haben den höchsten 
Anlaufstrom von allen üblichen Typen. Umbau auf einen 12VDC-Kompressor 
wird sich nicht lohnen.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Yep, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein PTC-Starter.

Wenn Du basteln willst kannst Du probieren, einen 5..10..20µF 
Motorkondensator in Reihe zur Startwicklung zu schalten. Ist aber gar 
nicht so einfach, weil das alles direkt in der Starteinheit sitzt und 
die Anschlüsse der Startwicklung nicht separat herausgeführt sind.

Der Strom der Startwicklung wird durch den Kondensator weniger, darf 
aber nicht so weit gesenkt werden, daß der Motor nicht mehr anläuft. Ein 
Großteil des Einschaltstromstoßes kommt allerdings durch die 
Betriebswicklung des stehenden Motors und dagegen lässt sich nichts 
machen. Die Chance ist groß, daß allein dieser Strom reicht, um Deinen 
kleinen Wechselrichter abzuwürgen.

Noch ein Versuch wäre eine Softstart-Einrichtung, die aber eine sehr 
kurze Hochlaufzeit können muß, damit der PTC nicht hochohmig wird bevor 
der Motor dreht. Er muß nicht auf Nenndrehzahl sein, er muß "mit ein 
paar Umdrehungen" laufen damit er die Startwicklung nicht mehr braucht.

Kompressor wechseln macht erst recht nicht viel Sinn, das endet mit 
neuer Kältemittelfüllung, die BD35F-Kompressoren (hätte ich sogar noch 
einen) sind auch für R134a und nicht für brennbares R600a, R134a braucht 
POE-Öl, R600a mineralisches Öl... ohne Kältemittelschein darf man nicht 
an R134a-Kreisläufen basteln... da kommt ein dickerer Wechselrichter 
preiswerter.

Ich habe hier 'ne 3kVA/2.1kW Siemens USV, mit dem Ding kann man Wäsche 
waschen und die schafft auch eine Klimaanlage mit 1200W (el.) 
Nennleistung zu starten, die beim Einschalten kurz das Licht im Zimmer 
dunkler macht.

von oszi40 (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Ich habe hier 'ne 3kVA/2.1kW Siemens USV

Wahrscheinlich bricht dabei sein mickriger 12V-Wechselrichter gleich 
ein, da 230V-USVs auch Akku-Ladestrom brauchen und einen Wirkungsgrad 
haben.

von Jan W. (jan_w960)


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Ok Danke erstmal für die Antworten, Ich denke ich werde das mit dem 
Motorkondensator probieren. Mal schauen wann ich dafür Zeit finde.Wie 
bekomme ich den Kompressor auf? Habe keine Schrauben oÄ gesehen.

Habe den Kühlschrank mal günstig bei eBay aufgerissen, er sollte 
eigentlich nur die Bauphase überstehen. Wenn der Kompressor dabei 
draufgeht, geht er halt drauf

mfg Jan

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Leistungsfähigerer Wechselrichter wäre eine Lösung, sofern auch Deine 
Akkus genügend Saft für diese Leistungsspitze liefern können.

Wenn zwei Pulse reichen, gäbe es noch eine Variante zum Probieren.

Es werden zwei Elkos aufgeladen. Wenn der Kompressor startet, dann 
werden durch einen hohen Strom jeweils ein Thyristor gezündet und der 
Elko entläd sich mit in die Last und unterstützt die Halbwelle. Gleiches 
passiert bei der nächsten Halbwelle.

von Jan W. (jan_w960)


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Ich glaube die Batterie hat um die 60 Ah. Das sollte für kurze 48A 
reichen.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Es werden zwei Elkos aufgeladen. Wenn der Kompressor startet,
> dann werden durch einen hohen Strom jeweils ein Thyristor
> gezündet und der Elko entläd sich mit in die Last und
> unterstützt die Halbwelle. Gleiches passiert bei der
> nächsten Halbwelle.

So ein Quark. Hast Du überhaupt schon mal einen Wechselrichter von innen 
gesehen? Bei 50Hz dauern zwei Halbwellen 20ms. Da kannst Du lange mit 
Kondensatoren spielen, in der Zeit läuft der Motor niemals so weit an, 
daß sowas Sinn macht. Der Motor wird sich eher "ziemlich unzufrieden" 
mit diesem Arschtritt geben.

@TE
Den Kompressor selbst lässt Du mal schön zusammen. Den bekommt man nur 
mit einer Flex auf und wenn Du eine der Kupfer/Alu-Leitungen 
beschädigst, ist das Kältemittel weg und das wird dann eine größere 
Reparatur. So einfach wie beim Auto Wasser nachkippen bekommt man da 
nämlich kein neues rein.

Du mußt die Anschlußbox an der Seite öffnen, da ist der PTC-Starter 
drin. Die Startwicklung liegt in Reihe mit der PTC-Pille. Wo Du die 
Verbindung auftrennst und den Kondensator zwischenschaltest mußt Du dann 
sehen bzw. ob Du überhaupt an die Kontakte drankommst. Den PTC-Starter 
kann man vom Verdichter abziehen (drei Kontaktstifte am Verdichter), 
aber vorsichtig, wenn beim Einsatz eines Schraubendrehers oder der 
Brechstange die Versiegelung der Kontaktstifte bricht, ist ebenfalls das 
Kältemittel weg.

Und Vorsicht mit möglicherweise geladenen Motorkondensatoren. Vor 
Bastelarbeiten immer sicherstellen, daß der Stecker gezogen und der 
Kondensator entladen ist.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Wie geschrieben ist das eine Variante zum Probieren. Letzer 
Wechselrichter im Bekanntenkreis schaltet bereits ab, wenn während der 
ersten Halbwelle der Strom zu hoch werden sollte und wurde mit einer 
Behelfslösung ausreichend behoben.

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