Was hat hier die Industrie gefrickelt?

Gast #6300224
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Hallo,

immer wieder schaue ich mal in die Geräte, wie der mech. Aufbau so 
realisiert ist. Und eben finde ich in einem Serienprodukt dieses 
Gefrickel.

Würde gerne wissen, welche Steckverbinder sind unter der weißen Pampe 
verbirgt. Kennt jemand diesen Steckverbinder?

Frank
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Gast #6300396
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g457 schrieb:
> Weiße Pampe entfernen. Nachschauen. Das war jetzt einfach.

Erstens nicht ganz so einfach, weil ein Risiko der Beschädigung besteht, 
und zweitens unterbreche ich möglicherweise die elektrische Verbindung 
zwischen dem roten Kabel und dem Teil unter der Pampe. Denn das sieht 
mir nicht so aus, als ob sich an dem roten Kabel ein Steckverbinder 
befindet.

Dann ist da ein böser Controller drauf, der schaltet dauerhaft alles ab, 
wenn irgendwo manipuliert wurde. Dann wäre Neukauf fällig (knapp 
4-stellig). Das Ding ist zudem tausendmal verlötet und verklebt, ein 
zerlegen und reparieren ist nicht wirklich möglich. Ist ein "wenn 
defekt, dann Tonne" Teil.

> Bild der anderen Seite??

Komplett zugeschmoddert, sonst hätte ich ein zweites Bild eingestellt.

Seltsamerweise findet sich unter der Board-Nummer keine Informationen 
oder Bilder. Bin wohl der erste, der sich traut, das Teil trotz noch 
bestehender Garantie aufzumachen -> Siegel zerstört.

Der Steckverbinder auf der Platine ist auf jeden Fall kein THT.
#6300408
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Frank M. schrieb:
> g457 schrieb:
>> Weiße Pampe entfernen. Nachschauen. Das war jetzt einfach.
>
> Erstens nicht ganz so einfach, weil ein Risiko der Beschädigung besteht,
> ...
> Dann ist da ein böser Controller drauf, der schaltet dauerhaft alles ab,
> wenn irgendwo manipuliert wurde. Dann wäre Neukauf fällig (knapp
> 4-stellig).
> ...
> Bin wohl der erste, der sich traut, das Teil trotz noch
> bestehender Garantie aufzumachen -> Siegel zerstört.

......
(Bin dann doch zu gut erzogen, um hier was zu schreiben)
#6300438
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Dann schreib doch Mal was es für ein teures Teil sein soll.. sieht für 
mich eher nach China Autoradio oder so aus...
Platinenfarbe, Schmodder, Autosicherung...
Kaum zu glauben daß das teuer war..

Ich würde sagen die klauen da vom debug Port (steht UART dran) die 
Versorgungsspannung vom Pin.. mehr nicht.. und weil billigst sein muss 
ohne richtigen Stecker.
Persönliche Seite #6303997
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Frank M. schrieb:
> Würde gerne wissen, welche Steckverbinder sind unter der weißen Pampe
> verbirgt. Kennt jemand diesen Steckverbinder?

Sicher bin ich mir nicht, aber ich würde tippen auf 
http://www.avx.com/products/connectors/wire-to-board/standard-26-28-awg-00-9175/

Warum man erst Schneidklemmverbindungen einbaut und das dann 
nachträglich zuschmotzt[1], erschließt sich mir aber nicht.


Automotive wird übrigens nicht unbedingt lackiert. Der Prozess kostet 
Geld, und die Wirksamkeit der Lackierung wird unterschiedlich beurteilt.

Max


[1] Regional abhängig bitte durch passenden Begriff ersetzen
Gast #6304387
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Max G. schrieb:
> Warum man erst Schneidklemmverbindungen einbaut und das dann
> nachträglich zuschmotzt[1], erschließt sich mir aber nicht.

So geht es mir auch, deshalb auch meine Anfrage.

Scheinbar hat man da mal was geändert und das rote Kabel mit der 
Schmotze fixiert. Bei einem 600 Euro teuren Artikel möchte solch ein 
Gefrickel eigentlich nicht sehen. Zumal das alles "Made in Germany" sein 
soll ...
Gast #6304398
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Vielleicht hat sich gezeigt, dass sich das Kabel / der Stecker in der 
Praxis abrüttelt. Klecks drauf und schon kommen keine Beschwerden mehr.

So ähnlich sah doch z. B. die Canon-Lösung für das Lichtleck der EOS 
5DMarkIrgendwas auch aus - Klebeband drauf! Nicht schön, aber 
funktionierte.
Gast #6306172
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Frank M. schrieb:
> Bei einem 600 Euro teuren Artikel möchte solch ein Gefrickel eigentlich
> nicht sehen.

Das ist doch noch harmlos, in der Industrie gibt es eine Regel: Umso 
teurer das Zeug umso größer der Pfusch.

Beispiel für ein Kalibriergerät meines Ex-Arbeitgebers (20k€): es wurde 
festgestellt, das sich ein Stecker für 230V öfters während des 
Transports löst, Lösung -> Stecker wird mit Kabelbinder fixiert und in 
Heisskleber eingegossen.

Beispiel für ein Gerät meines aktuellen Arbeitgebers: Im Gerät wird ein 
USB Hub benötigt, dieser wird mit Heisskleber auf ein Stück Lochraster 
geklebt.
Gast #6306417
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Zusätzlich haben wir ein paar kundenspezifische Produkte welche auch 
nicht fehlerfrei gefertigt wurden, da wurden dann teilweise Leiterbahnen 
durchtrennt und mit Fädeldraht umverdrahtet, um nicht noch mal eine 
Charge produzieren zu müssen.

Ich habe erst vor kurzem eine Arbeitsanweisung geschrieben zum Umbau 
eines Standardprodukts auf ein kundenspezifisches, da wurden zusätzliche 
Kondensatoren und Widerstände an vorhandene Bauteile gelötet, Pads mit 
Kaptonband abgedeckt, ICs getauscht, mit Fädeldraht Leitungen gezogen 
und eine andere Software eingespielt.

Nur Automotive, Medizintechnik und Luftfahrt ist relativ strikt, aber 
auch dort gibt es Bereiche wo man nicht so genau hinschauen sollte. 
Manchmal wird aber auch etwas übertrieben, ich war vor einiger Zeit mal 
bei einem Hersteller, dort wurde eine ganze getestete funktionsfähige 
Charge entsorgt nur weil der darauf gelaserte QR Code nicht lesbar war 
und die Baugruppe verschweißt war.

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