Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Multistage Coilgun - Sensorik


von White_Shock11 S. (white_shock11_s)



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Guten Tag zusammen,

das hier beschriebene Projekt wurde in einem überschaubaren Zeitraum 
bearbeitet, dabei ist das grundlegende Ziel die Geschwindigkeit eines 
Projektils auf eine Geschwindigkeit von über 100km/h zu beschleunigen. 
Zudem soll diese eine höhere Effizienz aufweisen.

Um dieses Projekt überhaupt realisieren zu können, müssen Kernstrukturen 
aufgebaut werden. Einer dieser Kernstruktur ist die Sensorik für die 
Triggerung der Spulen.

Zunächst soll eine Recherche zur Implementierung erfolgen. Dabei sollen 
Randbedingungen, wie z.B. Anbringungsmöglichkeiten der Sensorik 
erfolgen. Am Ende der Konzeptphase erfolgt eine Bewertung der 
identifizierten technologischen Ansätze. Im Anschluss daran soll das 
Konzept ausgearbeitet, und erste Versuchsansätze aufgebaut werden.

Erfolgreiche aufbauten mit einer „single-Stage“ wurden bereits 
realisiert. Diese erreichten Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 18m/s 
(64.8km/h) bei 200V und einer Kondensatorbank von 1360uF (2 Parallel 
geschaltete Kondensatoren 400V -680uF). Jedoch wurde das Timing komplett 
vernachlässigt und der Gesamtwiderstand der Schaltung war im Verhältnis 
zu anderen Schaltungen viel zu hoch.

Ich konnte bei der Single-Stage Coilgun das Timing vernachlässigen dar, 
das Magnetfeld der Spule sich sehr schnell gelegt hat und das Projektil 
noch keine Beschleunigung erfahren hat. Bei einer Multistage-Coilgun 
sieht das aber ganz anders aus.

Der nach dem Schließen des Schalters fliessende Strom erzeugt in der 
Spule ein Magnetfeld welches das Geschoss in die Spule beschleunigt. Ist 
es ganz in die Spule eingetaucht wird keine Kraft mehr auf das Geschoss 
ausgeübt, hingegen würde es beim Verlassen der Spule wieder abgebremst. 
Wird aber der Strom und somit das induktive Feld im richtigen Moment 
abgeschaltet kann das Geschoss mit der gewonnen Geschwindigkeit 
ungehindert weiterfliegen.
Ich habe dabei schon erste Ansätze wie ich die Spulen im richtigen 
Moment ausschalte, weiß aber nicht ob ich das so realisieren kann.

These 1:
Die optimale Zeit wird berechnet, indem der Abstand zur Mitte der Spule 
durch die Geschwindigkeit des Projektils dividiert wird. Hierbei nehme 
ich an, dass die Verlangsamung aufgrund von Reibung (Luftwiderstand) 
klein genug ist, so dass die Geschwindigkeit des Geschosses als konstant 
behandelt werden kann.
These 2:

Am Anfang der Spule wird eine Lichtschranke aufgebaut (mithilfe einer 
IR-LED und eines Phototransistors). Diese triggert die Spule sobald das 
Geschoss diese Schranke unterbricht. Wenn das Geschoss komplett die 
Lichtschranke durchquert und dadurch wieder ein LOW-Signal anliegt, wird 
der Stromfluss durch die Spule ausgeschaltet.

Ich bitte um begründete Lösungsvorschläge /- Verbesserungen die mir bei 
meinem Problem helfen. Coilgun Daten sind im Anhang beigefügt.

Vielen Dank im Voraus!

von Alexxx (Gast)


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>> Ich konnte bei der Single-Stage Coilgun das Timing vernachlässigen...
Mit Luftspulen erreichst du wenig magnetischen Fluss. Mit Eisenkern ist 
es besser, aber du musst darauf achten, dass das Projektil knapp vor dem 
Ort der größten Anziehung startet oder gepulst wird.
Was mich wundert, ist dass der Thyristor keine Freilaufdiode hat.
Außerdem schalten sie recht langsam.
Wenn Projektil gleich bleibt, brauchst du keinen Positionssensor in der 
Schaltung.
Dann reicht es, wenn du mit zwei einstellbaren Verzögerungszeiten die 
anderen Stufen ansteuerst. Mit einer improvisierten Lichtschranke kannst 
du am Oszi die erreichte Endgeschwindigkeit ablesen.
Zuerst mit nur 2 Stufen ermittelst du die optimale Verzögerungszeit für 
maximale Geschwindigkeit.

von White_Shock11 S. (white_shock11_s)


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Alexxx schrieb:
>>> Ich konnte bei der Single-Stage Coilgun das Timing vernachlässigen...
> Mit Luftspulen erreichst du wenig magnetischen Fluss. Mit Eisenkern ist
> es besser, aber du musst darauf achten, dass das Projektil knapp vor dem
> Ort der größten Anziehung startet oder gepulst wird.
> Was mich wundert, ist dass der Thyristor keine Freilaufdiode hat.
> Außerdem schalten sie recht langsam.
> Wenn Projektil gleich bleibt, brauchst du keinen Positionssensor in der
> Schaltung.
> Dann reicht es, wenn du mit zwei einstellbaren Verzögerungszeiten die
> anderen Stufen ansteuerst. Mit einer improvisierten Lichtschranke kannst
> du am Oszi die erreichte Endgeschwindigkeit ablesen.
> Zuerst mit nur 2 Stufen ermittelst du die optimale Verzögerungszeit für
> maximale Geschwindigkeit.


Vielen Dank für deinen Beitrag. Genau das ist das Prinzip einer Coilgun 
sie wird mit einer Luftspule realisiert. Mein Thyristor schaltet laut 
Datenblatt "Gate controlled turn-on time" = 2 us und "Circuit 
communtated turn-off time" = 70us aus. Also aufjedenfall nicht 
langsam... Außerdem kann dieser bis zu 200A händeln.

Zudem möchte ich keine 0815 Beschleunigung realisieren. Ich möchte 
professionell ran gehen. Und optimale Einschaltmomente und 
Ausschaltmomente für diese Coilgun realisieren. Dabei ist es notwendig 
so genau wie möglich zu arbeiten und möchte nicht mit irgendwelchen 
Verzögerungszeiten die aus der Luft gegriffen sind timen. Hilfreich 
wären Rechnungsansätze die ich später in einem Microcontroller anweden 
kann.

von pegel (Gast)


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Darf ich eine Zwischenfrage zur Wicklung der Spulen stellen?

Wenn ich die Spule mit 0,8 oder 1mm Draht wickle, macht die Richtung 
einen Unterschied?

Also speziell: ich wickle die erste Lage von links nach rechts.

1. danach von rechts nach links die zweite Lage, dann wieder links nach 
rechts die Dritte usw.

2. ich führe den Draht direkt wieder nach links und wickle die zweite 
Lage wieder von links nach rechts über die Erste usw.

Hat das Auswirkungen auf den "Bums"?

von c-hater (Gast)


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White_Shock11 S. schrieb:

> Ich möchte
> professionell ran gehen.
[...]
> Hilfreich
> wären Rechnungsansätze die ich später in einem Microcontroller anweden
> kann.

Alles klar...

von JASMIN (Gast)


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ganz wichtig!! Beim Wickeln Spulenachse parallel zur magnetischen 
Erdachse positionieren! Declination berücksichtigen!

von Viktor B. (coldlogic)


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JASMIN schrieb:
> ganz wichtig!! Beim Wickeln Spulenachse parallel zur magnetischen
> Erdachse positionieren! Declination berücksichtigen!

What? Mensch, wo kommen bloß Leute mit solchen Ideen her, und dabei auch 
noch als Rat getarnt. Weißt du denn nicht, was der Kern der Spule mit 
dem magnetischen Feld der Erde macht? Er verzerrt das leicht, sodass 
beim Bewegen des Kupferdrahtes dieser eine Magnetfeldänderung erfährt 
und, den Gleichungen von Maxwell zufolge, dort Spannung induziert wird. 
Willst du, dass der TO eine gewischt bekommt? Tztztz.

Denkt daran, Leute: Spulen beim Wickeln stets perpendikular zu den 
Magnetfeldlinien des lokalen irdischen Magnetfeldes halten! /s

von Gerald K. (geku)


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Ist mit dem "Abschalten"  des Stroms das Magnetfeld wirklich sofort weg?
Wie wirkt sich die Induktionsspannung aus?
Ist das Eintauchen des Projektils in die Spule an der der Spule meßbar?

Das das überhaupt das Projektil die Spule verläßt ist schon ein guter 
Start.

von White_Shock11 S. (white_shock11_s)


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Gerald K. schrieb:
> Ist mit dem "Abschalten"  des Stroms das Magnetfeld wirklich sofort weg?
> Wie wirkt sich die Induktionsspannung aus?
> Ist das Eintauchen des Projektils in die Spule an der der Spule meßbar?


Sie haben recht, mit dem "Abschalten" des Stroms ist das Magnetfeld 
nicht direkt weg. Es wird nach schwingen und am Ende abklingen, dass ist 
aber bei meiner Dimensionierung vernachlässigbar.

Messbar ist es definitiv. Man könnte Halleffekt-Sensoren benutzen. Diese 
Sensoren messen die Induktivität. Da, dass Projektil ferromagnetisch ist 
wird das dadurch wahrgenommen. Das ist mir aber vorerst zu aufwendig und 
ich denke mal immer noch ziemlich ungenau...

von Gerald K. (geku)


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White_Shock11 S. schrieb:
> Man könnte Halleffekt-Sensoren benutzen

Vielleicht ist es möglich mit einen überlagerte  Wechselstrom die 
Impedanz der Spule zu messen. Ist das Projektil in der Mitte der Spule, 
dann sollte die Induktivität am größten sein und damit der Wechselstrom 
am kleinsten sein.

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