"Zusatzprozessörchen" im PC-Prozessor nutzen

Gast #6308537
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>ich frage mich, ob man das nicht selbst programmieren und irgendwie
>nutzen könnte:

Nutzen vielleicht schon, aber Du nicht, das zeigt schon Deine Frage.
Der "Sinn" ist nochmal was ganz anderes.
#6308778
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Markus schrieb:
> In den Intelprozessoren gibt es so ein kleines Zusatzprozessörchen und
> ich frage mich, ob man das nicht selbst programmieren und irgendwie
> nutzen könnte

"man" kann. Du nicht. Das ist nichts für Skriptkiddies.

> Hat jemand eine Idee?

Klar. Es gibt diverse Papers und Vorträge dazu. Z.B. von vergangenen 
Kongressen des CCC. Müßtest du halt mal ansehen bzw. lesen. Und 
verstehen.
Gast #6308897
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von örchen (Gast)

>Mir fällt auf, dass hier bei leicht bis schwer debilen Fragen der Name
>Markus auftaucht. Dürfte immer der gleiche Troll sein.

Das mag daran liegen, dass du die Tiefsinnigkeit der Frage nicht 
verstehst.

Wenn man ein wenig genauer darüber nachdenkt, stellen sich nämlich viel 
mehr Fragen:

1. Warum gibt es die Intel Management Engine überhaupt?
2. Warum wurde diese von Intel lange verheimlicht?
3. Welche Architektur hat der Prozessor?
4. Welches Betriebssystem ( wenn ich mich recht erinnere "Minix" )
5. Kann man über die externe WLAN- oder Wifi-Schnittstelle darauf 
zugreifen?
6. Wie stark ist eine Industriegesellschaft von der Funktionsfähigkeit 
ihrer PCs abhängig?
7. Waren staatliche Stellen bei der Definition und Einführung dieser 
Technik involviert?
8. Was passiert, wenn von heute auf morgen alle Festplatten in 
Deutschland gelöscht würden?
9. Warum gibt es von Europa keine Bestrebungen, eigene PC-Prozessoren zu 
entwickeln?
10. Warum wurde beim G5 Ausbau die Nutzung von Huawei Elektronik 
verhindert, wenn gleichzeitig der Ausschalter für die PCs von den USA 
bedient werden kann?
11. Warum werden solche wichtigen Fragen in unserer Gesellschaft so 
wenig diskutiert?
Gast #6308956
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Es ist übrigens sehr Wahrscheinlich, dass die Intel ME und AMD PSP 
ursprünglich für DRM entwickelt wurden: 
https://www.devever.net/~hl/intelme

Dinge wie z.B. HDCP in HDMI, ohne das man keine hochauflösenden 
Auflösungen nutzen kann, dürfen Hersteller von Geräten übrigens auch nur 
verwenden, solange die Firmware usw. schön Proprietär bleibt.

Bei Smartphones kann das mit ein Grund sein, warum es dort in der regel 
auch da ist, aber dort geht es den Herstellern vermutlich eher um den 
Lock-In, und zu verhindern das Leute einfach ihr eigenes System drauf 
laden, sonst könnte man die ja nach Support ende noch ewig weiter 
verwenden...

Ich sag euch, Hollywood, Disney, und der Rest der Medienindustrie, sind 
das Schlimmste, was der digitalen Welt passieren konnte. Auch mit 
Netflix & co. wird was nicht besser, im gegenteil. Hört auf, deren Filme 
zu schauen, das ist es nicht wert, bei dem Schanden, der das Verursacht!
#6308971
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Markus schrieb:
> 1. Warum gibt es die Intel Management Engine überhaupt?

Sowas ist bei Servern schon lange üblich, und auch bei Desktops in 
Unternehmen praktisch, besonders wenn Gerät und IT nicht am gleichen Ort 
sind: Remote Management ohne Mitarbeit des Hauptprozessors und des 
Betriebssystems.

> 2. Warum wurde diese von Intel lange verheimlicht?

Wurde es nicht. Es wurde schon früh ganz offiziell beworben.

Out Of Band Management gibts seit weit über 10 Jahren in PCs und ohne 
separatem Management-Prozessor kann das nicht funktionieren. Das war 
jedem technisch Versierten klar.

PS: Hier ein Paper, das dies spätestens 2009 entheimlichte:
https://www.webcitation.org/68FLdCH2k?url=http://software.intel.com/en-us/articles/architecture-guide-intel-active-management-technology/
Gast #6309036
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Markus schrieb:
> 2. Warum wurde diese von Intel lange verheimlicht?

So etwas sagen nur Leute, welche für Verschwörungstheorien anfällig sind 
;) Die Intel Management Engine gibt's wohl seit 2008 (sagt wiki). Das 
ist alles ein Feature-Sumpf mit Active Management Technology und vPro. 
Davor gab es aber gerade im Business Bereich auch schon seit Jahren 
Funktionen in den Intel CPUs, mit welchen du PCs über das Netzwerk 
steuern konntest, auch wenn diese abgeschalten waren. Im Business-Umfeld 
durchaus eine sehr praktische Funktion.

Mal ne andere Frage, warum programmierst du nicht einfach ein BIOS um? 
Der Chip dazu ist deutlich leichter zugänglich und sitzt sogar vor der 
CPU, erlaubt also noch mehr Hardware-Kontrolle
Gast #6309043
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Programmierer schrieb:
> Markus schrieb:
>> 1. Warum gibt es die Intel Management Engine überhaupt?
>
> 1.1: Warum gibt es die ARM TrustZone, welche praktisch das Intel
> ME-Äquivalent für "smarte" Geräte ist?

Ich glaube, da solltest Du Dich noch mal genauer informieren.

IME ist ein Trojaner, TrustZone i.W. ein Hardware-Mechanismus, der von 
ARM zur Verfügung gestellt wird, um sichere Systeme zu programmieren.
Das erste kontrolliert Intel, das (die Benutzung des) zweite(n) liegt in 
der Hand z.B. des Smartphone-Herstellers.
Die Frage, wem man mehr vertrauen will, stellt sich aber natürlich.
Dass ein Smartphone-Benutzer heute von G**gl und ppl kontrolliert/man 
Narrenseil herumgeführt wird,
statt dass er sein Gerät selbst voll unter Kontrolle hat, liegt nicht an 
TZ.
Das stört 99,9% der Leute (bedauerlicherweise) aber gar nicht und hat, 
wie man leider zugeben muss, auch seine guten Seiten.
Gast #6309052
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Markus schrieb:
> Das mag daran liegen, dass du die Tiefsinnigkeit der Frage nicht
> verstehst.
>
> Wenn man ein wenig genauer darüber nachdenkt, stellen sich nämlich viel
> mehr Fragen:

Glaub' nicht, dass Du derselbe Markus bist...
Wenn doch und Du die Relativitätstheorie diskutieren willst, solltest Du 
das
bitte direkt sagen.

Diese Fragen sind alle mehr als berechtigt und müssten
diskutiert werden, da stimme ich voll zu
Gast #6309064
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Das Problem mit der IME ist nicht ihre Existenz, sondern die 
Heimlichtuerei,
die sie umgibt.
Dieser Eindruck der Heimlichtuerei ist bei mir bisher von fast jedem 
Artikel, den ich darüber in den letzten Jahren gelesen habe, erweckt 
worden
und hat bei mir ein ungutes Gefühl erzeugt.

Das wird nur noch von dem Schwachsinn übertroffen, der sich in  UEFI 
manifestiert.
Gast #6309079
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örchen schrieb:
> Ich glaube, da solltest Du Dich noch mal genauer informieren.

Wie denn genau?

örchen schrieb:
> TrustZone i.W. ein Hardware-Mechanismus, der von
> ARM zur Verfügung gestellt wird, um sichere Systeme zu programmieren.

Wovor schützt das denn genau? Viren & Co haben auch auf TZ-gesicherten 
Systemen immer noch leichtes Spiel. Die TZ-Software verhindern i.W. das 
Ausführen unsignierter Bootloader. Damit schützt sie nicht den Nutzer 
vor bösartiger Software, sondern den Hersteller und Copyright-Inhaber 
vor dem Nutzer und dessen Absichten zu Zweckentfremdung des Geräts. Das 
ist IMO kein Sicherheitsmechanismus sondern ein 
Beschränkungsmechanismus. Der vollmundige Name "TrustZone" soll also 
kein Vertrauen des Nutzers in die Technik herstellen, sondern das Miss 
-trauen der Hersteller gegenüber dem Nutzer befriedigen. Das scheint für 
viele Technologien mit "Trust" im Namen zu gelten.

örchen schrieb:
> das (die Benutzung des) zweite(n) liegt in
> der Hand z.B. des Smartphone-Herstellers.

Beruflich arbeite ich an einem Android-Basierten Gerät dessen Hardware 
eine TZ hat. Wir können da gar nichts dran machen und haben keine Ahnung 
was da so an Software drauf läuft. Wir bekommen nur ein "trust"-Binary 
das irgendwie im ROM landet. Da hält der SoC-Hersteller den Daumen 
drauf. Was sollen wir also machen, unsere eigenen SoC's herstellen?

örchen schrieb:
> statt dass er sein Gerät selbst voll unter Kontrolle hat, liegt nicht an
> TZ.

Das ist eine ähnliche Logik wie "Guns don't kill people". Die TZ ist 
genau für so etwas da.
Gast #6309122
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Programmierer schrieb:
> Beruflich arbeite ich an einem Android-Basierten Gerät dessen Hardware
> eine TZ hat. Wir können da gar nichts dran machen und haben keine Ahnung
> was da so an Software drauf läuft. Wir bekommen nur ein "trust"-Binary
> das irgendwie im ROM landet.

Beim Librem5 / i.MX8 mq kann ich 
https://github.com/ARM-software/arm-trusted-firmware btw. 
https://source.puri.sm/Librem5/arm-trusted-firmware selbst Kompilieren 
und laufen lassen. Ich frag mich schon eine weile, hab ich damit 
maximale Kontrolle über die TrustZone, oder nicht?

(Der i.MX8 MQ braucht um HDMI/HDCP nutzen zu können, aber noch eine 
(optionale) signierte Firmware von NXP, die vor dem Booten geladen wird, 
irgend was ist also auch dort vor dem Booten noch da, aber ich glaube 
insgesamt ist es nicht ganz so schlimm wie die ME oder PSP Situation.)
#6309144
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A. K. schrieb:
> örchen schrieb:
>> IME ist ein Trojaner,
>
> Im Prinzip ja. Damit kann die böse Unternehmens-IT den PC des armen,
> harmlosen und unwissenden Mitarbeiters steuern, ohne dass er etwas
> dagegen tun kann.

Das wäre ein viel besseres Argument, wenn die IME tatsächlich nur in 
solchen PC stecken würde, die im Netz einer Unternehmens-IT stehen. Oder 
wenn man sie als Privatanwender abschalten könnte.
#6309151
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DPA schrieb:
> Bei Smartphones kann das mit ein Grund sein, warum es dort in der regel
> auch da ist, aber dort geht es den Herstellern vermutlich eher um den
> Lock-In, [...]

Hängt vom Smartphone-Hersteller ab, es gibt da gute Ansätze.
Allerdings scheitert selbst guter Wille an den SoC-Herstellern.

Und eine weitere Abhängigkeit von proprietären, magischen Blobs kommt 
dann noch durch die passenden Netzbetreiber und Regulierungsbehörden 
rein. Betreiber- und Landesabhängig, selbstverständlich.

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