Hallo,
nicht zuletzt hier im Forum bin ich auch über diesen kleinen Zähler aus
Chinesien gestolpert. Die Bilder und Daten im Netz machten Lust auf
mehr, also nach einigem Gefeilsche für rund 95 Euro zugeschlagen. Als
Lieferdatum war etwa Mitte August angegeben, doch heute vormittag ist es
unerwartet eingetrudelt.
Vorhin also kurzerhand mein Rubidiumnorml in der Küche hingestellt (mein
Werktisch ist schon übervoll) und beide warmlaufen gelassen.
Nach rund einer Stunde die ersten Fotos und eine Merkwürdigkeit.
Doch der Reihe nach...
Beim Auspacken fielen mir ein paar Muttern nebst Zahnscheiben der
BNC-Buchsen aus dem Karton, oha! Ich habe noch versucht, diese wieder
aufzudrehen, doch keine Chance, die sind zu groß oder die billigen
BNC-Buchsengewinde zu klein. Ok, es geht zur Not auch ohne, doch bei
sowas bin ich pingelig ;)
Dann also Kabel angestöpselt und die nächste Pleite, selbt die dünnen
Kabel schieben mir das Gerätchen irgendwo in die Ecke! Also kleine
Gummifüße unter geklebt, so geht das halbwegs.
Aber jetzt! Die 10MHz vom Rubidium auf Kanal 1 gegeben und meine
Stimmung wurde besser. 10,000.000.00169MHz stehen auf dem Display, dabei
habe ich den OCXO noch nicht justiert. Die flickern allerdings dann doch
in den letzten 4 Stellen.
Etwas habe ich noch mit dem Justiertrimmer versucht, doch es wurde nur
um eine Stelle besser (immerhin!)
Dann der Rechentest, Messfrequenz und Referenz beide aus dem selben
Rubidium. Theoretisch dürfte nur die allerletzte Stelle etwas flickern,
in der Praxis sind es dann doch zwei, wobei mehrfach zu ...00 gezeigt
wird. Irgendwelche Laufzeiten, Rechenzeiten oder was weis ich, bringen
da noch Stimmung rein.
Egal, für den Preis allemal ein feines Teil.
Dachte ich....
Bein Abstöpseln der Referenzfrequenz ist mir aufgefallen, dass das
Gerät, wenn es nach rechts geneigt ist, deutlich weniger anzeigt! Erst
dachte ich an Einstreuungen vom Rubidium, doch auch in einiger
Entfernung bleibt dieses Phenomän und auch jederzeit reproduzierbar. Bei
180° Drehung oder auf der anderen Seite wird korrekt angezeigt.
Wat issn dat?
Zum Schluss dann noch ein Härtetest: Die 1PPS vom Rubidium stehen nur
mit sehr schmalen ca. 1µs-Impulsen an, damit kam nicht jeder meiner
Zähler klar. Das Ding misst ganz sauber die 1,000.000.000 Sekunde, wobei
ich inzwischen nochmal etwas justiert habe.
Erstes Fazit:
Verarbeitung so lala
Teschnische Daten für mich völlig ok.
Mal sehen für was es dann gut ist, eigentlich bin ich im Sommer nicht in
der Elektronikwerkstatt.
Old-Papa
Old P. schrieb:> Bei> 180° Drehung oder auf der anderen Seite wird korrekt angezeigt.> Wat issn dat?
Gratulation, du hast die Verwendung von Quarzen als
Beschleunigungsaufnehmer wiederentdeckt.
Der Quarz verbiegt sich unter seinem Eigengewicht ein bischen und das
bewirkt die Verstimmung.
Eigentlich ein gutes Zeichen, was die Stabilität der Oszillatorschaltung
angeht, denn der Effekt ist klein, und es ist nicht ganz einfach einem
Oszillator diese Fehlerquelle (Mikrofonie!) auszutreiben.
http://www.wenzel.com/documents/vibration.html
Hp M. schrieb:> Gratulation, du hast die Verwendung von Quarzen als> Beschleunigungsaufnehmer wiederentdeckt.> Der Quarz verbiegt sich unter seinem Eigengewicht ein bischen und das> bewirkt die Verstimmung.
Jetzt wo Du das schreibst....
> Eigentlich ein gutes Zeichen, was die Stabilität der Oszillatorschaltung> angeht, denn der Effekt ist klein, und es ist nicht ganz einfach einem> Oszillator diese Fehlerquelle (Mikrofonie!) auszutreiben.> http://www.wenzel.com/documents/vibration.html
Mit Mikrofonie habe ich schon seit einige Jahrzehnten zu tun, selbst
"tönende Mikrofonkabel" haben mich schon zur Verzweiflung gebracht. Bei
einem Quarz hatte ich das allerdings nicht auf dem Schirm.
Old-Papa
Old P. schrieb:> Bei> 180° Drehung oder auf der anderen Seite wird korrekt angezeigt.> Wat issn dat?
Über dieses "Feature" sind andere (z.B. eevblog) auch schon gestolpert.
Das zeigt uns mal wieder, daß es zwar leicht ist, 6 Stellen nach dem
Komma anzuzeigen - auch wenn davor bereits 7 Stellen stehen, aber es ist
sinnlos.
Nimm das Ding als eines, was dir die Frequenz auf 8 Stellen anzeigt und
gut isses.
W.S.
W.S. schrieb:> Über dieses "Feature" sind andere (z.B. eevblog) auch schon gestolpert.> Das zeigt uns mal wieder, daß es zwar leicht ist, 6 Stellen nach dem> Komma anzuzeigen - auch wenn davor bereits 7 Stellen stehen, aber es ist> sinnlos.
Nö, das Ding ist durchaus Sinnvoll.
"Hp M" hat das ja gut erklärt. Lass ich das Dingens stehen so wie
justiert, habe ich ausreichend Stellen.
> Nimm das Ding als eines, was dir die Frequenz auf 8 Stellen anzeigt und> gut isses.> W.S.
Nö, ich nehm es für die Stellen, die ich gekauft habe. Ob ich das je
brauche, steht auf einem anderen Blatt (Formel 1 oder Fußball braucht
auch niemand...)
Old-Papa
Old P. schrieb:> Jetzt wo Du das schreibst....
Einen vergleichbaren Effekt gibt es übrigens auch bei den
Rubidiumnormalen.
Dort ist es das Erdmagnetfeld, das die Resonanzfrequenz beeinflusst.
Ein guter Grund die Mumetallabschirmung der Lampe in Ruhe zu lassen,
denn bekanntlich sinkt die Permeabilität durch mechanische Misshandlung
stark.
Um das letzte Millihertz zu korrigieren, haben die Normale noch eine
Korrekturspule, deren Strom man justieren kann.
Old P. schrieb:> Mit Mikrofonie habe ich schon seit einige Jahrzehnten zu tun, selbst> "tönende Mikrofonkabel" haben mich schon zur Verzweiflung gebracht.
Dagegen gibt es Kabel deren (PTFE-)Dielektrikum aussen leitend
beschichtet ist, z.B. graphitiert. Dadurch vermeidet man, dass zwischen
dem Schirm und dem Dielektrikum ein E-Feld entsteht, dass bei
Abstandsänderungen zu Ladungsverschiebungen führt.
Ich kenne diese Kabel seit einundleipzig Jahren aus der
Gaschromatographie als Zuleitungen zu FID und ECD.
Hp M. schrieb:> Old P. schrieb:>> Jetzt wo Du das schreibst....>> Einen vergleichbaren Effekt gibt es übrigens auch bei den> Rubidiumnormalen.> Dort ist es das Erdmagnetfeld, das die Resonanzfrequenz beeinflusst.> Ein guter Grund die Mumetallabschirmung der Lampe in Ruhe zu lassen,
Ich habe meine Lampe noch nicht angefasst, warum auch?
> Dagegen gibt es Kabel deren (PTFE-)Dielektrikum aussen leitend> beschichtet ist, z.B. graphitiert. Dadurch vermeidet man, dass zwischen> dem Schirm und dem Dielektrikum ein E-Feld entsteht, dass bei> Abstandsänderungen zu Ladungsverschiebungen führt.> Ich kenne diese Kabel seit einundleipzig Jahren aus der> Gaschromatographie als Zuleitungen zu FID und ECD.
Da wird der Meter aber mehr als als ein paar Groschen kosten. ;)
Old-Papa
Den Erdkrafteffekt beobachtete ich auch vor Jahren bei mir wo ich mich
mit dem Bau eines hochwertigen OCXOs mit einem 5MHz SC Quarz befasste.
Da war eine kleine Abgleichspule mit Ferritkern in der Schaltung. Das
erdmagnetische Feld war ausreichend um die Frequenz bei horizontalen
Drehen des OCXOs um 90 Grad im Bereich von 2.5x10E-11 (10Mhz) zu
beeinflussen. Konnte man zuverlässig testen. Nach Eliminierung der
Ferritspule blieb dieser Effekt weg. Rotation des Oszillator in der
anderen Axis zeigte allerdings keine Empfindlichkeit bezüglich
Quarzplatten Orientierung relativ auf die Schwerkraft.
Ich befasste mich damals übrigens auch mit dem Bau von 4GHz
Hohlraumresonatoren mit einem frei montierten (Glasstäbe) Saphire
Resonator-Ring im inneren des Resonators. Der Resonator wurde mit Hilfe
eines GaAs-FET Verstärkers durch zweckmässige induktive Einkopplung über
einschiebbare und verdrehbare SR-Kabel und einen einstellbaren
Phasenschiebers durch Entdämpfung zum Schwingen gebracht. Die Stabilität
dieser Anordnung war so hoch, daß die Frequenz innerhalb einiger Stunden
auf ein paar Hz stabil blieb. Nach Teilung der Frequenz stellte diese
Versuchsanordnung einen beachtlich stabilen Oszillator bei 10MHz dar.
Es gibt auch sonst noch interessante Spielereien: Damals (2000+) baute
ich einen Fe Metalldetektor auf Reedkontakt HF Basis. Der Detektor
bestand aus einem 300MHz Gegentaktoszillator auf FR4
Streifenleitungsbasis in Form eines U-förmigen Resonators. Der
Reedkontakt formte das Abstimm-C. Dieser Oszillator wurde mit Hilfe
einer digitalen PLL an eine Quarzfrequenz angebunden. Durch
Differentiation der Phasendetektorausgangsspannung konnte man
zuverlässig eine Hammer noch aus 2-m Entfernung erfassen. Die Masse des
Hammers hatte genug Einfluss auf die umgebenden Erdmagnetischen
Feldlinien um den Abstand der Reedkontakt in mikroskopischer Weise zu
beeinflussen und dadurch eine Frequenzänderung zu bewirken. Natürlich
wurden die Kontakte zum Kurzschließen bewegt. Dazu war die Beeinflussung
viel zu schwach. Wegen der Differentiationmessweise wurden natürlich von
der Detektorschaltung nur schnelle Änderungen erfasst. Bei langsamem
Herangehen funktionierte natürlich die Erfassung nicht. Wenn zum
Beispiel jemand in einem benachbarten Raum mit einem 5kg Hammer
innerhalb der Reichweite vorbei ging, konnte derjenige damit sicher
erfasst werden.
Wenn man sich mittels hochwertiger und hochauflösender Messtechnik mit
solchen Dingen befasst kann man allerhand interessannte Effekte
detektieren die normalerweise für eine Erfassung oder Sinne zu klein
sind.
Gerhard O. schrieb:> Durch> Differentiation der Phasendetektorausgangsspannung konnte man> zuverlässig eine Hammer noch aus 2-m Entfernung erfassen. Die Masse des> Hammers hatte genug Einfluss auf die umgebenden Erdmagnetischen> Feldlinien um den Abstand der Reedkontakt in mikroskopischer Weise zu> beeinflussen und dadurch eine Frequenzänderung zu bewirken.
Erstaunlich!
Gibts Fotos von der Maschine?
Hp M. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Durch>> Differentiation der Phasendetektorausgangsspannung konnte man>> zuverlässig eine Hammer noch aus 2-m Entfernung erfassen. Die Masse des>> Hammers hatte genug Einfluss auf die umgebenden Erdmagnetischen>> Feldlinien um den Abstand der Reedkontakt in mikroskopischer Weise zu>> beeinflussen und dadurch eine Frequenzänderung zu bewirken.>> Erstaunlich!> Gibts Fotos von der Maschine?
Schon zu lange her - das war um 2000 herum. Es war nur ein fliegender
Laboraufbau mit schon vorhandenen Baugruppen die dazu zusammengestellt
wurden. Die schon vorhandene PLL war auf Motorola Basis, ein MC145152
und DM Prescaler. Also kein fertiges Gerät. Der 300MHz Resonator wurde
mit der Gegentaktbeschaltung im Nachhinein versehen. Nach den Versuchen
wurde die Anordnung zerlegt und für andere Zwecke gebraucht. Unterlagen
stehen mir keine zur Verfügung. Dachte damals nicht daran mir eigene
Unterlagen zu schaffen. Und die Laborbücher habe ich nicht mehr zum
Nachschauen. Leider! Die Schaltung wurde nicht kommerziell ausgenützt.
Nachtrag: Der 300 MHz Resonator war auf einer beidseitig geätzten FR LP.
Das U war vielleicht 120mm lang und 20mm breit und um 30mm dazwischen.
Ich hatte ihn nicht selber hergestellt. War aus vorheriger Arbeit
vorhanden. Die Enden des U waren an den Enden ausgespart und der Reed
Kontakt hing zwischen Lötstellen frei zwischen den Armen des "U".
Prinzipiell könnte man das Ganze wieder versuchen. Der Reedkontakt war
sehr klein und das Glasröhrchen sehr dünn. Vielleicht 12mm lang.
Die PLL hatte ein aktives OPV Schleifenfilter. Fref war 10kHz. Ich
schaltete einfach einen OPV Differentiator nach, der auf die kleinen PLL
Spannungsänderungen reagierte. Mittels eines weiteren Komparator wurde
eine LED zur Anzeige geschaltet. Kein uC war da im Spiel. Das ist alles.
Der PLL Vorteiler wurde über einen MAR-6 leicht induktiv über eine
Koppelschleife angekoppelt, gespeist.
Mehr kann ich da nicht mehr berichten, ist wie gesagt, schon zu lange
her.
der Zähler sieht eigentlich ganz gut aus. Weiss man, was da in der Box
drin ist? über diese BG7TBL Dinger findet man ja immer nie
Dokumentationen. Es wäre spannend zu wissen, wie die Elektronik
ausschaut und welche Chips verbaut sind.
Hp M. schrieb:> Dagegen gibt es Kabel deren (PTFE-)Dielektrikum aussen leitend> beschichtet ist, z.B. graphitiert. Dadurch vermeidet man, dass zwischen> dem Schirm und dem Dielektrikum ein E-Feld entsteht, dass bei> Abstandsänderungen zu Ladungsverschiebungen führt.> Ich kenne diese Kabel seit einundleipzig Jahren aus der> Gaschromatographie als Zuleitungen zu FID und ECD.
Früher gab es von der Fa. Kistler sauteure Mini-Ölkabel zum Anschluss
von piezoelektrischen Kraftmessdosen. Auch hier soll sich die
Kabelkapazität bei Bewegung nicht ändern. Der Ladungsverstärker würde
das als Kraftänderung anzeigen. Bei Schäden am Kabel tritt allerdings
das Öl aus und man mag das Teil nicht mehr anfassen.
Grüße von petawatt
~25cm Draht + Reed zu Schwingkreis verlöten
z.B diese Schaltung NICos (negative impedanz converter)
Beitrag "NICOS – der Negative Impedance Converter - Oszillator"
zum Anregen verwenden und dann einen RTL SDR USB Stick zum
Frequenzmessen/Auswerten ...
Könnte dann wohl auch drahtlos abgesetzt funktionieren :> sonst
bräuchte man noch'n büschen Dämpfung...
Old P. schrieb:> ...also nach einigem Gefeilsche für rund 95 Euro zugeschlagen.
Für solche Kunden hatten wir immer eine Gurke oder einen Rückläufer (aus
2 mach 1), aus denen wird dann ein funktionsfähiges Gerät zusammen
gefrickelt haben. Deshalb passen auch die Muttern nebst Zahnscheiben der
BNC-Buchsen nicht, die schmeißt man dann solchen Kunden einfach in den
Karton. Und Gummifüße gibt es auch keine. Sollen doch die Geizkragen
irgendwas drunter pappen.
Der Kunde ist dennoch hoch zufrieden, hat er doch bei einem peinlichen
Gefeilsche einen Fünfer rausgehauen. Nur das zählt.
MeierMüllerSchulz schrieb:>> Für solche Kunden hatten wir immer eine Gurke oder einen Rückläufer (aus> 2 mach 1), aus denen wird dann ein funktionsfähiges Gerät zusammen> gefrickelt haben. Deshalb passen auch die Muttern nebst Zahnscheiben der> BNC-Buchsen nicht, die schmeißt man dann solchen Kunden einfach in den> Karton. Und Gummifüße gibt es auch keine. Sollen doch die Geizkragen> irgendwas drunter pappen.>> Der Kunde ist dennoch hoch zufrieden, hat er doch bei einem peinlichen> Gefeilsche einen Fünfer rausgehauen. Nur das zählt.
Schön wie ihr (Du) so mit Kunden umgehst!
Der Verkäufer hat ausdrücklich um Preisvorschläge gebeten, was ist daran
verwerflich? Gummifüße haben die Dinger von ihm alle nicht und die
Muttern wird er auch nicht extra für "solche Kunden" gelagert haben. Ich
bezweifle sogar, dass er die Dinger selber zusammenstöpselt, er wird
irgendwo fertigen lassen.
Im Übrigen hat er mir für die Huddelmuttern einen Preisnachlass
angeboten, das hättest Du in Deiner Butze nicht gemacht.
Und dann wird immer auf die Chinesen gemeckert, hier in D sind einige
"Flachleute" viel schräger drauf.
Old-Papa
Henrik V. schrieb:> ~25cm Draht + Reed zu Schwingkreis verlöten> z.B diese Schaltung NICos (negative impedanz converter)> Beitrag "NICOS – der Negative Impedance Converter - Oszillator"> zum Anregen verwenden und dann einen RTL SDR USB Stick zum> Frequenzmessen/Auswerten ...> Könnte dann wohl auch drahtlos abgesetzt funktionieren :> sonst> bräuchte man noch'n büschen Dämpfung...
Nun, ich habe noch immer einen Knoten im Kopf... :( Was hat das mit dem
Zähler und seinen Werten zu tun?
Old-Papa
Der Zähler scheint mir recht interessant zu sein, aber das Messprinzip
ist meiner Meinung nach nicht ganz klar. In dem EEVBlog Thread sieht man
auf den Photos, dass irgend ein FPGA oder CPLD verbaut ist. Aber Infos
dazu gibt es keine, oder?
Tobias P. schrieb:> Der Zähler scheint mir recht interessant zu sein, aber das Messprinzip> ist meiner Meinung nach nicht ganz klar. In dem EEVBlog Thread sieht man> auf den Photos, dass irgend ein FPGA oder CPLD verbaut ist. Aber Infos> dazu gibt es keine, oder?
Nun, ich bin da auch eher nur der Anwender, doch sowohl im eevblog als
auch hier im uC.net ist ja ausgibig diskutiert worden (Links weiter
oben). Leider ist mein Englisch auch nicht besser als mein Suaheli,
daher kann ich mit das im eevblog auch nur zusammenstoppeln.
Old-Papa
Old P. schrieb:> Bei> 180° Drehung oder auf der anderen Seite wird korrekt angezeigt.> Wat issn dat?
Hallo Old-Papa,
wie schon geschrieben ist das die Beschleunigungsempfindlichkeit von
Quarzen. Deshalb sollte man Quarzoszillatoren in Gebrauchslage
kalibrieren und justieren. Da man mit stationärer Messtechnik selten
würfelt, ist der Effekt dort fast kein Problem. Fast, weil die
Vibrationen durch schlecht ausgewuchtete Lüfter Jitter erzeugen können.
@Old-Papa
Es gab mal eine Beschreibung im Netz, nach der die Auflösung bei 1 Hz
acht Stellen betragen soll. Nun hast Du oben ein Foto einer 1
Hz-Messung, die auf 9-stellige Auflösung hindeutet.
Wenn Du den Abgleich leicht verschiebst, daß die oberste Stelle eine "9"
anzeigt, wie ist dann die Änderung in der letzten Stelle?
Sofern sich die letzte Stelle in Einerschritten ändert, muß in der
Schaltung ein kleiner (vermutlich analoger) Interpolator zu finden sein.
ZF schrieb:> Hallo Old-Papa,>> wie schon geschrieben ist das die Beschleunigungsempfindlichkeit von> Quarzen. Deshalb sollte man Quarzoszillatoren in Gebrauchslage> kalibrieren und justieren. Da man mit stationärer Messtechnik selten> würfelt, ist der Effekt dort fast kein Problem. Fast, weil die> Vibrationen durch schlecht ausgewuchtete Lüfter Jitter erzeugen können.
Nun, dass hatte ich nicht auf dem Schirm, nun ist das aber schon klar.
Also müsste das Rubidiumnormal "federnd" gelagert werden. Ich denke
aber, weiche Gummifüße sollten für Amateurgenauigkeit ausreichen ;-)
m.n. schrieb:> @Old-Papa> Es gab mal eine Beschreibung im Netz, nach der die Auflösung bei 1 Hz> acht Stellen betragen soll. Nun hast Du oben ein Foto einer 1> Hz-Messung, die auf 9-stellige Auflösung hindeutet.>> Wenn Du den Abgleich leicht verschiebst, daß die oberste Stelle eine "9"> anzeigt, wie ist dann die Änderung in der letzten Stelle?> Sofern sich die letzte Stelle in Einerschritten ändert, muß in der> Schaltung ein kleiner (vermutlich analoger) Interpolator zu finden sein.
Mal sehen, wann ich das mache, ich habe alles wieder weggestellt, mache
in der warmen Jahreszeit eigentlich nichts mit Elektronik.
Old-Papa
Old P. schrieb:> Also müsste das Rubidiumnormal "federnd" gelagert werden. Ich denke> aber, weiche Gummifüße sollten für Amateurgenauigkeit ausreichen ;-)
ich glaube nicht, dass der Effekt bei Rubidium auftritt. Dort ist zwar
auch ein OCXO drin, aber dieser ist per PLL an das eigentliche
Rubidiumnormal (9.irgendwas GHz?) angebunden.
Bei den Quarzen ist es mitunter die Kontaktierung, die diese
Frequenzabhängigkeit von der Schwerkraft bewirkt. Die Quarzscheibe wird
meist durch dünne aufgedampfte Metallbeläge kontaktiert. Wenn der Quarz
nun so ausgerichtet ist, dass die eine Metallschicht "oben" ist und die
andere "unten", dann wirkt auf den Quarz die Gewichtskraft des
aufgebrachten Metalls.
Wenn der Quarz dann hingegen rotiert wird, sodass die Metallflächen
links und rechts sind, dann wirkt diese zusätzliche Kraft nicht, und
deshalb ist im einen Fall die Frequenz leicht anders.
Im Handbuch zu einem HP 8341A Synthesizer wird übrigens ausdrücklich
darauf hingewiesen, dass für die Messung der Phasenrauschens des
Synthesizers dieser auf eine weiche Matte gestellt werden sollte, da
Lüfter oder andere Vibrationen aus der Umgebung die Performance
beeinflussen könnten. Wenn die 10MHz Referenz auf 20GHz hoch
multipliziert sind, dürften das immerhin einige Hz sein, wo das Ding
wackelt, wenn die Tischplatte aufgrund von Lüftern und dergleichen rum
vibriert.
Tobias P. schrieb:> ich glaube nicht, dass der Effekt bei Rubidium auftritt. Dort ist zwar> auch ein OCXO drin, aber dieser ist per PLL an das eigentliche> Rubidiumnormal (9.irgendwas GHz?) angebunden.
Mist, ich meinte ja auch den Zähler :(
Old-Papa
Da ich heute leihweise ein 2. Rubidiumnormal bekommen habe, habe ich
beide gegeneinander laufen lassen (am Oszi abgelesen) und die Differenz
mit dem neuen Zähler "gemessen"
Dann als Referenz das Leihrubidium an den Zähler gestöpselt und meinen
gezählt. Die beiden Kurven verschieben sich in etwa 10 Minuten (eher 9
Min.) um eine Periode gegeneinander, der Zähler zeigt das auch halbwegs
verlässlich an.
Beide Rubidiums sowie der Zähler waren etwa eine halbe Stunde
warmgelaufen.
Vorher hatte ich noch 2 Videos gemacht.
https://youtu.be/TA5qdORwHU0https://youtu.be/XQQY3Xpim2o
Fazit: Für meine bescheidenen Zwecke ein völlig ausreichendes Ergebnis.
Ich habe etwa ein Dutzend Zähler im Haus (Eigenbauten in TTL- und
CMOS-IC-Gräber, aber auch moderne mit µC, kommerz. Racal-Danas, RFTs
usw.)
Ja, ich bin wohl ein Messgerätemessi ;)
Old-Papa
Old P. schrieb:> Da ich heute leihweise ein 2. Rubidiumnormal bekommen habe, habe ich> beide gegeneinander laufen lassen (am Oszi abgelesen) und die Differenz> mit dem neuen Zähler "gemessen"
genau zu dem Zweck würde ich auch gerne mal ein Rb besitzen. Zu gern
würde ich Langzeitmessungen an meinem selbstbau GPSDO vornehmen.
Old P. schrieb:> Die beiden Kurven verschieben sich in etwa 10 Minuten (eher 9> Min.) um eine Periode gegeneinander,
Das entspricht etwa dem, was ich schon vor ein paar Jahren hier
geschrieben hatte. Da brauchte es, kurz nach dem Lock etwa eine
Viertelstunde, für 1 Schwebung der 10 MHz Ausgänge der beiden LPRO-101.
Das entspricht einer Frequenzdifferenz von etwa 10hoch-10 (10MHz, 1000s)
Allerdings hatte ich zum Vergleich keinen Zähler verwendet, sondern ein
Scope im X-Y-Betrieb. Besonders, wenn die Ausgänge in Phase sind, also
ein diagonaler Strich dargestellt wird, kann man so langsame
Phasenänderungen sehr genau sehen.
Ich hatte die beiden LPRO101 damals übrigens antiparallel im
Erdmagnetfeld aufgestellt um zwischen den Montageflächen die Kühlluft
durchzublasen.
Evtl. wäre bei einer parallelen Aufstellung der Frequenzunterschied noch
geringer gewesen.
Old P. schrieb:> Beim Auspacken fielen mir ein paar Muttern nebst Zahnscheiben der> BNC-Buchsen aus dem Karton, oha! Ich habe noch versucht, diese wieder> aufzudrehen, doch keine Chance, die sind zu groß oder die billigen> BNC-Buchsengewinde zu klein. Ok, es geht zur Not auch ohne, doch bei> sowas bin ich pingelig ;)
Es gibt da tatsächlich eine Variante der BNCs mit Gewinde, das einen
kleineren Durchmesser hat, vermutlich metrisch oder so. Die haben wir
bei diversem China-SDI-Equipment schon häufiger angetroffen. Ist wohl
für eine etwas höhere Packungsdichte gedacht.