Hi,
Asus behauptet in der Beschreibung dieses Netbooks ( ->
https://www.asus.com/Laptops/ASUS-E203NA/ ) unter "Cinematic
audiovisuals", dass dieses angeblich "impressive audio, with dual
speakers and ASUS SonicMaster technology for immersive surround-sound"
hätte.
Sourround Sound mit 2 Lautsprechern? Wie soll das funktionieren? Als
Besitzer dieses Netbooks bin ich beeindruckt, dass es 24bit 192kHz Audio
über die 3,5mm Klinkenbuchse wiedergeben kann, aber das hier erscheint
mir unrealistisch. Habe bei anderen Asus-Laptops etwas von mehreren
Neodym-Magneten gelesen (vielleicht mehrere Magnete + Spulen mit je
einer Lautsprechermembran?), aber ansonsten kann ich das nicht wirklich
glauben, wenn überhaupt könte ich mir vorstellen, dass diese
"SonicMaster" Technologie ein Algorithmus sein soll, der auf Kopfhörern
einen Fake-Surround mit Effekten auf den zu Stereo heruntergemixten
Audiokanälen erzeugen soll...
Es wird außerdem behauptet, dass das 1366*768 Display mithilfe von "ASUS
Tru2Life" Algorithmen den Kontrast und die Schärfe um 150% erhöhen
könnte. Das Display sieht tatsächlich ähnlich gut wie vergleichbare
Netbooks mit 1920*1080-Displays aus, aber wieso gibt Windows selbst dann
kein Full HD Videosignal aus, welches aufgrund der 150%-Algorithmen auf
dem pixelärmeren Display dargestellt werden könnte, sondern sampled
alles zu dieser Auflösung herunter?
Klingt für mich nach absolutem Quatsch, was meint ihr?
makrocontroller schrieb:> Klingt für mich nach absolutem Quatsch, was meint ihr?
Nö, beides ist nach Abzug der "erweiterten Vertriebswahrheit" im Kern
durchaus realistisch. Das hat mit der menschlichen Wahrnehmung zu tun.
Die läßt sich nämlich recht weitgehend bescheißen...
Und das ist auch der Grund, warum Windows bezüglich der Grafik nicht
denselben Trick machen kann. Die Sache beruht nicht darauf, dass
tatsächlich die Auflösung größer würde. Das ist natürlich physikalisch
völlig unmöglich. Der Trick ist, deiner Wahrnehmung den Eindruck einer
höheren Auflösung zu vermitteln. Das klappt aber nur für "natürliche"
Bilder, nicht für die streng geometrischen Gebilde mit hohen Kontrasten,
die ein GUI ausmachen.
makrocontroller schrieb:> wenn überhaupt könte ich mir vorstellen, dass diese "SonicMaster"> Technologie ein Algorithmus sein soll, der auf Kopfhörern einen> Fake-Surround mit Effekten auf den zu Stereo heruntergemixten> Audiokanälen erzeugen soll...
Das basiert wohl auf HRTF, also absolut kein Fake. Allerdings
funktioniert das nur mit Kopfhörern zuverlässig, das ist quasi die
digitale Umsetzung von Kunstkopf-Stereophonie.
Das Audiogerät wird unter Windows üblicherweise als 5.1-Gerät
konfiguriert, daher kommen dann die Surround-Informationen.
Hmmm schrieb:> makrocontroller schrieb:>> wenn überhaupt könte ich mir vorstellen, dass diese "SonicMaster">> Technologie ein Algorithmus sein soll, der auf Kopfhörern einen>> Fake-Surround mit Effekten auf den zu Stereo heruntergemixten>> Audiokanälen erzeugen soll...>> Das basiert wohl auf HRTF, also absolut kein Fake.
Doch, natürlich ist das Fake. Man versucht, das akustische Verhalten von
Kopf und Ohrmuscheln möglichst realistisch künstlich nachzubilden.
Rolf M. schrieb:> Doch, natürlich ist das Fake. Man versucht, das akustische Verhalten von> Kopf und Ohrmuscheln möglichst realistisch künstlich nachzubilden.
Kein Fake in dem Sinne, dass keine Surround-Informationen erfunden
werden, die nicht da sind.
Und HRTF funktioniert je nach Implementation erstaunlich gut. Creative
macht das schon recht lange, ansonsten gibt es z.B. noch Dolby
Headphone.
Aber über Lautsprecher ist das natürlich eher unrealistisch.
Hmmm schrieb:> Rolf M. schrieb:>> Doch, natürlich ist das Fake. Man versucht, das akustische Verhalten von>> Kopf und Ohrmuscheln möglichst realistisch künstlich nachzubilden.>> Kein Fake in dem Sinne, dass keine Surround-Informationen erfunden> werden, die nicht da sind.
Aber in dem Sinne, dass da nicht an 5 verschiedenen Positionen 5 echte
Lautsprecher stehen (+ Subwoofer), sondern es mit nur 2 Lautsprechern
und Software so hingetrickst wird, dass es sich so anhört.
> Und HRTF funktioniert je nach Implementation erstaunlich gut.
Das mag sein, führt aber nicht dazu, dass es kein Fake ist. Und
letztendlich ist es so erstaunlich eigentlich nicht, denn schließlich
hat der Mensch auch nur 2 Ohren und keine 5. Es muss also irgendwie
gehen.
> Creative macht das schon recht lange,
Ja, und Aureal schon vorher - bevor sie von Creative erst in den Ruin
geklagt und im Anschluss aufgekauft worden sind - obwohl sie den
Rechtsstreit eigentlich gewonnen hatten.
> ansonsten gibt es z.B. noch Dolby Headphone.>> Aber über Lautsprecher ist das natürlich eher unrealistisch.
Viele Systeme versuchen es trotzdem. Nennt sich dann "Virtueller
Raumklang". Siehe z.B. auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Dolby_Virtual_Speaker
Mit Kopfhörern ist das in der tat recht einfach zu implementieren, da
die Position der Ohren klar definiert ist.
Das kann man sogar ganz ohne digitales Audioprozessing schaffen indem
mal z.B. ein Video mit einem binauralen Mikrofon aufnimmt (da gibt es
ganz viele Videos auf Youtube die so aufgenommen sind). Habe mir meins
selbst gedruckt, klappt auch sehr gut. Fast jedes 5.1/7.1 Gaming-Headset
hat das auch in Software implementiert, mal mehr und mal weniger gut,
mit lediglich 2 Lausprechern.
Auch Computerspiele (z.B. Battlefield) haben dies das in der Regel auch
sehr gut implementiert, hier natürlich mit Audioprozessing.
Bei Stereo-Anlagen ist das etwas schwieriger, da neben der Person auch
der Raum in dem die Anlange steht von Relevanz ist. Bose hat da von
meiner Erfahrung mit die besten Systeme, kostet aber auch entsprechend.
c-hater schrieb:> makrocontroller schrieb:>>> Klingt für mich nach absolutem Quatsch, was meint ihr?>> Nö, beides ist nach Abzug der "erweiterten Vertriebswahrheit" im Kern> durchaus realistisch. Das hat mit der menschlichen Wahrnehmung zu tun.> Die läßt sich nämlich recht weitgehend bescheißen...
Und das schon recht lange und sogar analog.
Beispiel: Uriah Heep, "Shadows of Grief" von 1971
Die Textstelle "North, South, East and West" in der letzten Strophe kam
schon damals mit beeindrucker Vorn-Hinten-Ortung daher.