Hallo Leute,
bin gerade in der letzten Phase von meinem Master (Informatik, formale
Methoden). Meine These schreibe ich gerade in Kombination mit einem
Praktikum bei einer Firma (keine Lust auf Academia). So weit, so gut. Am
ersten Tag stand nur Kollegen kennen lernen auf dem Programm, Tag 2 und
3 war ne Besichtigung von nem Werk. Jedenfalls wurden mir dann am
Donnerstag ein par Aufgaben zugeteilt und ich bin TOTAL aufgeschmissen.
Ich blicke diese ganze "Entwicklungsumgebung" einfach nicht.
Wir arbeiten mit "Visual Studio" und etwas das "Git" heißt. Ich verstehe
einfach nicht wie erwartet wird dass ich mich damit sofort auskenne.
Dieses Git ist der reinste Irrgarten, habe mein ganzes Wochenende nur
Tutorials gelesen und bin immer noch nicht weiter. Dabei muss ich mir
auch noch irgendwie C++ aneignen. Ich kann doch nur Java! Das
Firmenleben schließt einfach nicht an die Uni an... Wie habt ihr das
damals gelöst?
Ach und bevor ichs vergesse, die Aufgaben verlangen dass ich das ganze
Projekt kenne, was soll das?? Ich dachte ich bin hier um irgendwas zu
modellieren, nicht um irgendwelche Bugs aus der grafischen Oberfläche
vom Steuerprogramm zu finden?
Was meint ihr?
Tja, da zeigt sich mal wieder dass man den Leuten an einer Universität
nur realitätsfernen Schwachsinn beibringt. Nach meiner Erfahrung
bevorzugen 99% der Arbeitgeber FHler gegenüber "richtigen" Unistudenten,
weil die mehr praktische Erfahrung haben und noch dazu weniger hochnäsig
sind. Aber wenn man solche Wahrheiten ausspricht macht man sich hier im
Forum keine Freunde ;).
VerwirrterStudent schrieb:> Was meint ihr?
Na, erstmal zurück zu Academia!
VerwirrterStudent schrieb:> Dieses Git ist der reinste Irrgarten, habe mein ganzes Wochenende nur> Tutorials gelesen und bin immer noch nicht weiter. Dabei muss ich mir> auch noch irgendwie C++ aneignen. Ich kann doch nur Java! Das> Firmenleben schließt einfach nicht an die Uni an... Wie habt ihr das> damals gelöst?
im Ernst! Hatte damals auch noch Informatik studiert.. ob Java, C oder
was auch immer war vollkommen egal! Auch welches Versionierungssystem!
Bin im ersten Job auch ins kalte Wasser geworfen, war aber egal .
Studium gab ein gutes Rüstzeug, sich aufgrund eines starken Fundaments
in jede Technologie einarbeiten zu können, selbstständig. Nicht alles
zu wissen, aber selbst lernen und sich was beibringen können, das ist
der Unterschied..
Was lernt man denn im Studium heutzutage?!
Dann erklär mir doch mal bitte, warum ich da überhaupt hingegangen bin?
Scheinbar braucht man dieses Git in der sog. "echten Welt", aber in der
Uni? Keine Spur davon! Ich bin gerade richtig sauer und jetzt ists auch
schon Sonntag Abend ich weiß gar nicht was mich da morgen erwartet wenn
die Ergebnisse sehen wollen.
Hab 1 Jahr im Ausland studiert (USA), und mich dafür gut verschuldet..
Ich kann jetzt nicht rausfliegen!
Also falls du kein Troll bist:
Das ist ziemlich normal, in all das arbeitet man sich nicht von heute
auf morgen rein und auch nicht innerhalb von einer Woche oder einem
Monat.
Wahrscheinlich überschätzt du die Erwartungen die man an dich hat und
meinst nur selbst, du musst das sofort alles verstehen. Falls das
wirklich verlangt wird, nicht dein Fehler, aber ich glaube es kaum.
Das wichtigste was man als Student im Berufsleben aber lernen muss ist,
dass Feierabend Feierabend heißt.
Wird schon.
Übrigens haben eine Menge Leute hier im Forum nie studiert und lassen
gerne ihren Frust an den Leuten aus, die es tun.
wer schrieb:> Das wichtigste was man als Student im Berufsleben aber lernen muss ist,> dass Feierabend Feierabend heißt.
das stimmt..! Habe oft bis heute noch Probleme, abschalten zu können.
wer schrieb:> Das wichtigste was man als Student im Berufsleben aber lernen muss ist,> dass Feierabend Feierabend heißt.>> Wird schon.>> Übrigens haben eine Menge Leute hier im Forum nie studiert und lassen> gerne ihren Frust an den Leuten aus, die es tun.
Zwei sehr wahre Aussagen. Trotzdem ist das hier ein Trollthread! Ein
Jahr in den USA aber Git nicht kennen? Jemand der ein oder zwei
Auslandssemester in den USA organisiert bekommt, wird als Informatiker
ja wohl mal von Git gehört haben. Egal ob Uni oder FH. Ich kenne es eher
anders rum: Studenten die lieber Git und alle möglichen tools zu
beherrschen lernen, aber nie etwas größeres programmiert haben und nach
den ersten Bugs direkt das Handtuch werfen. Die schreiben sich dann
alles mögliche an Tools in den CV, aber bekommen nicht mal eine simple
GUI programmiert. Das sind die eigentlichen Flaschen.
Auch in der Uni haben wir Git immer genutzt und ich bin E-Techniker.
Oder SVN anstelle von Git.
Wie gesagt ET studiert.
Trotzdem Assembler Pascal Basic c c#c++ Java Matlab labview..... Und
noch weitere Sprachen und anderes gebraucht wird halt erwartet das du
aufwachst. Mit Java kommst du nicht weit.
Hast Du die letzten Jahre unter einem (informationstechnischen) Stein
gelebt?
DevOps / CI/CD etc. gibt es ja nicht erst seit gestern. Man muss die
Sachen ja nicht toll finden, aber wenn man sich nur halbwegs für
Informatik interessiert, liest man doch auch Fachliteratur, da kommt man
doch an solchen Themen garnicht vorbei?!
Carsten schrieb im Beitrag #6319883:
> wer schrieb:> Das wichtigste was man als Student im Berufsleben aber lernen muss ist,> dass Feierabend Feierabend heißt.>> Ziemlich fahrlässig. Das gilt für Berufsanfänger gerade nicht! Mit so> einer Haltung kann er sich schon mal wirklich beim Amt melden.> Berufsanfänger haben es heute sehr schwer!
OHNE so eine Haltung kann man sich einweisen lassen, dann ist man
nämlich nach 3 Jahren ausgebrannt.
Das heißt ja nicht, dass man sich im Job nicht auf den Arsch setzt und
sein bestes gibt.
Aber wenn man für 35-40h/Woche bezahlt wird und am Sonntag das
Arbeitslaptop rausholt, weil man meint mithalten zu müssen, dann macht
das krank.
Und es bringt auch garnichts. Das haben ich und viele andere schon
durch.
Weil man in den USA hat man von Git gehört, ist klar...
Als ich da war habe ich über das LLL (Lov́asz Local Lemma) geforscht, in
Kombination mit Acyclic Edge Coloring. (Stichwort local cut lemma,
flawless objects)
erwirrterStudent schrieb:> Weil man in den USA hat man von Git gehört, ist klar...>> Als ich da war habe ich über das LLL (Lov́asz Local Lemma) geforscht, in> Kombination mit Acyclic Edge Coloring. (Stichwort local cut lemma,> flawless objects)
Textdokumente lassen sich wunderbar mit Git versionieren.
wer schrieb:> Aber wenn man für 35-40h/Woche bezahlt wird und am Sonntag das> Arbeitslaptop rausholt, weil man meint mithalten zu müssen, dann macht> das krank.
Das mache ich immer noch so. Man muss doch mithalten können.
wer schrieb:> Und es bringt auch garnichts. Das haben ich und viele andere schon> durch.
Wieso bringt das nichts?
MfG
Ahja, deine Frage:
Verwirrter student schrieb:> Das Firmenleben schließt einfach nicht an die Uni an... Wie habt ihr das> damals gelöst?
Das ist nunmal das allseits bekannte "ins kalte Wasser springen "
Die völlige Überforderung ist normal, wenn man einen neuen Job antritt.
Beim ersten Job sowieso, aber auch bei jedem Jobwechsel nach vielen
Jahren Erfahrung.
Es ist normal, es ist ok, opfere bloß nicht deinen Schlaf deshalb.
VerwirrterStudent schrieb:> Dieses Git ist der reinste Irrgarten, habe mein ganzes Wochenende nur> Tutorials gelesen und bin immer noch nicht weiter.
Warum machs du dich jetzt mit GIT verrückt? Ihr verwendet Visual Studio,
über dessen "Team Explorer" du GIT komfortable bedienen kannst - ein
kurzes Einsteiger-Tutorial sollte ausreichen. Wenn der AG irgendwelche
speziellen Workfows in GIT verwendet, muss er dir dies natürlich
erklären.
AVR schrieb im Beitrag #6319922:
> Das mache ich immer noch so. Man muss doch mithalten können.
Das tut mir ehrlich leid für dich.
AVR schrieb im Beitrag #6319922:
> Wieso bringt das nichts?
Was hat es dir denn gebracht?
Frust auf den Job wegen mangelnder Freizeit und wenig Schlaf ist viel
schädlicher für die eigene Leistung im Beruf, als die zusätzlich
aufgewendete Zeit nutzt.