Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Jobwechsel mit Aussicht auf Leitungsfunktion


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von Christoph T. (projectmanage)


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Hallo Zusammen,
ich arbeite momentan als Projektmanager und stoße entwicklungstechnisch 
in meinem jetzigen Unternehmen an meine Grenzen. Auch langfristig ist da 
nichts zu machen.
Ein Recruiter hat mich mit einem anderen Unternehmen bekannt gemacht, 
welches ebenfalls einen technischen PM sucht, der den jetzigen PM-Leiter 
in 4 Jahren ablösen soll, weil dieser dann in Rente geht. Diese offene 
Stelle zielt laut dem Unternehmen explizit darauf ab, dass der Neue den 
aktuellen PM-Leiter ablösen soll. Ich finde das prinzipiell klasse aber 
4 Jahre sind eine lange Zeit. Das Unternehmen begründet diese lange Zeit 
mit der Komplexität der Maschinen und Prozesse, die mit den Maschinen 
verbunden sind. Meinen Vorschlag diese Absicht in 4 Jahren die Stelle 
des PM-leiters zu übernehmen im Vertrag zu verschriftlichen, lehnte die 
GF des Unternehmens während des 1. Vorstellungsgesprächs ab. Im Gegenzug 
boten sie mir an, nach meiner Einstellung einen Plan mit Meilensteinen 
aufzustellen, der mich zielgerichtet auf die Stelle vorbereiten soll.

Also im Grunde habe ich nichts in der Hand außer Worte, aber die klingen 
positiv. Habt ihr Erfahrungen mit solchen langfristigen Absprachen?
Seht ihr Gründe, die dagegegen bzw. dafür sprechen?

von Dirk K. (knobikocher)


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Meine Erfahrung: Was nicht im Vertrag steht, passiert nicht.

von Achim M. (minifloat)


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Christoph T. schrieb:
> welches ebenfalls einen technischen PM sucht, der den jetzigen PM-Leiter
> in 4 Jahren ablösen soll, weil dieser dann in Rente geht.

Du sollst dich in dem Laden erstmal sehr gut an die dortigen tatsächlich 
gelebten Herangehensweisen (ich sage nicht Prozesse) gewöhnen. 
Gleichzeitig wollen sie wissen, ob du als PM gut was taugst, bevor sie 
dich zum Häuptling-PM machen.

Ich würde diese "in 4 Jahren machen wir dich zum Chef"-Geschichte nicht 
glauben. Die dortigen Kollegen-PM (gibt es die) haben in den 4 Jahren 
auch noch Spielraum, sich zu entwickeln.
Oder haben sie es schon aufgegeben, bei den eigenen Leuten nach 
geeigneten Kandidaten zu suchen?
Vielleicht will ja auch keiner der eigenen Leute diesen Posten 
besetzen.
Oder die Fluktuation ist zu groß, d.h. keiner blieb 4 Jahre PM bei dem 
PM-Leiter?

Ich würde denen ein paar Fragen auftischen, wenn sich nochmal die 
Möglichkeit ergibt.

Wenn sie dir dann nicht sagen wollen was los ist oder dich wegschicken, 
sind sie nicht ehrlich zu dir.
Dann soll es nicht sein.

mfg mf

Beitrag #6320962 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Claus M. (energy)


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Naja, schriftlich geben wird dir sowas wohl niemand. Man will immer erst 
sehen, ob du überhaupt dazu taugst.

von Christoph T. (projectmanage)


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Danke erstmal für eure Ansichten. Ich habe auch meine Bedenken geäußert 
und gefragt, warum sie einen Neuen suchen und nicht auf einen aktuellen 
erfahreren MA zurückgreifen. Die Antwort war, dass keiner der aktuelln 
MA für die Stelle in Frage kommt (wegen Mangel an fachlicher und 
persönlicher Qualifizierung). Zudem sagten sie, dass ich als Nachfolger 
vorgestellt werden würde und auch mit dem atuellen Leiter im Zweierbüro 
sitzen würde. Einerseits klingt das glaubwürdig aber andererseits weiß 
ich nicht wie weit ein Unternehmen bei der MA-Suche geht, um gute Leute 
zu finden (wenn es ein muss mit falschen Versprechungen vielleicht?).

von Verdächtige IP A. (hand_werker)


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Christoph T. schrieb:
> Zudem sagten sie, dass ich als Nachfolger
> vorgestellt werden würde und auch mit dem atuellen Leiter im Zweierbüro
> sitzen würde.

Steht in dem Zweierbüro zufällig eine Ledercouch?

von A. S. (achs)


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Christoph T. schrieb:
> Zudem sagten sie, dass ich als Nachfolger vorgestellt werden würde und
> auch mit dem atuellen Leiter im Zweierbüro sitzen würde.

Das klingt glaubwürdig. Mach Dir ein Bild von Alter und Qualifikation 
der anderen. Wenn Du z.b. der einzige Hochschul-Absolvent bist, können 
die anderen es schlucken.

Kommst Du mit dem jetzigen denn klar? Sonst werden es 4 harte Jahre 
umsonst.

von Jan H. (j_hansen)


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Ich würde nichts auf diese Versprechungen geben. Der Job sollte also 
auch ohne diese Leitungsfunktion schon ein Fortschritt für dich sein.

von Qwertz (Gast)


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Auf keinen Fall etwas auf Versprechungen in vier Jahren geben. Da kann 
noch sehr viel passieren, das ist unseriös.

von Al-Koholoida (Gast)


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Glaub diesen keinen Wort, was nicht im Vertrag steht ist heissr Luft...
in 4 Jahren wird der Koll. weiter als externer Berater beschäftigt, so 
läuft das in der Realität ab.
Vergiss die Stelle und bewirb dich weiter
¯\_(ツ)_/¯

von nicht"Gast" (Gast)


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Warum sollte man sich so was nicht in den Vertrag schreiben lassen? Dann 
steht es drin und ist im Notfall einklagbar.

von Markus (Gast)


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nicht"Gast" schrieb:
> Dann steht es drin und ist im Notfall einklagbar.

Rechtssicherheit hin und her: Letztlich kommt es bei Verträgen auf 
gegenseitiges Vertrauen an. Bei Vertragsbruch hilft es dir wenig, wenn 
du unter Umständen vielleicht eventuell nach jahrelangem Rechsstreit 
Recht zugesprochen bekommst.

von Qwertz (Gast)


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nicht"Gast" schrieb:
> Warum sollte man sich so was nicht in den Vertrag schreiben
> lassen? Dann steht es drin und ist im Notfall einklagbar.

Dazu ist das Unternehmen ja nicht bereit, und das aus gutem Grund. In 
vier Jahren kann eben viel passieren.

von Macher (Gast)


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Christoph T. schrieb:
> Zudem sagten sie, dass ich als Nachfolger vorgestellt werden würde und
> auch mit dem atuellen Leiter im Zweierbüro sitzen würde. Einerseits
> klingt das glaubwürdig aber andererseits weiß ich nicht wie weit ein
> Unternehmen bei der MA-Suche geht, um gute Leute zu finden (wenn es ein
> muss mit falschen Versprechungen vielleicht?).

Das klingt glaubwürdig. So ähnlich hat es auch ein ehemaliger 
Arbeitgeber gemacht. Wenn du schlechte Leistung ablieferst, kriegst du 
den höheren Job natürlich trotzdem nicht. Zeugnisse sagen nicht viel. 
Die müssen sich natürlich überzeugen, dass du das packst, bevor sie dir 
den Job garantieren. Vor allem sind Garantien auf Jobs in der 
Führungsebene so eine Sache. Das sind sehr häufig befristete Verträge. 
Wenn du nicht lieferst, bist du schnell raus.

von Michael Gugelhupf (Gast)


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Ignoriere mal für einen Moment das Versprechen dort 
Projektmanagement-Leiter zu werden. Wäre der Job für dich auch ohne das 
Versprechen interessant? Wenn ja mach ihn. Solltest du in vier Jahren 
wirklich PM-Leiter werden, dann freu dich zusätzlich.

Wenn du das Versprechen nicht ganz ignorieren möchtest, dann frag 
zumindest, ob sie dich offiziell mit einem Stellvertreter-Titel 
einstellen. Wenn es schief geht, dann kannst du dich immerhin auf die 
nächste Stelle aus der Position eines stellvertretenden Leiters statt 
eines 08/15 Projektmanagers bewerben.

von Zocker_57 (Gast)


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> von Dirk K. (knobikocher)
> 29.06.2020 20:29

> Meine Erfahrung: Was nicht im Vertrag steht, passiert nicht.

Meine Erfahrung: Was im Vertrag steht, passiert nicht.

Ist eigentlich egal obs drinsteht oder nicht.

von Jo S. (Gast)


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Michael Gugelhupf schrieb:

> Wenn du das Versprechen nicht ganz ignorieren möchtest, dann frag
> zumindest, ob sie dich offiziell mit einem Stellvertreter-Titel
> einstellen. Wenn es schief geht, dann kannst du dich immerhin auf die
> nächste Stelle aus der Position eines stellvertretenden Leiters statt
> eines 08/15 Projektmanagers bewerben.

Der einzige sinnvolle Beitrag bisher.

Das ist auch meine Empfehlung:
- im Arbeitsvertrag muß stehen: stellv. Leiter PM
- deine Vergütung muß über der von normalen PM sein
- im AV wird das Ziel genannt, daß du in 4 J. Ltr. wirst

Auf diese Minimalforderungen mußt du bestehen!

von arti (Gast)


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Hatte mal etwas ähnliches gemacht und ich wurde nicht enttäuscht.
Sich als Stellvertreter einstellen zu lassen ist ein guter Punkt. Damals 
habe ich auch drauf bestanden um auch eine gewisse Ernsthaftigkeit im 
Konstrukt zu haben. So lässt sich das auch gut dem Unternehmen gegenüber 
verkaufen

Das alles kann durchaus angenehm für dich laufen. Der bald ausscheidende 
geht wahrscheinlich im guten und hat daher auch kein großes Problem dich 
entsprechend einzuarbeiten. Klar, das kann auch genau anderes rum 
laufen.

Alles in allem würde ich es riskieren, viel zu verlieren hast du in 4 
Jahren nicht. Dazu sollte auch nach 2 Jahren bereits ersichtlich sein 
wie die Absichten des Unternehmens tatsächlich sind. Stellst du dann 
fest das wird nichts kannst du immer noch wo anders bewerben/wechseln.

Was du sonst noch so geschrieben hast halte ich für glaubwürdig und 
normal. Gibt wenig Gründe es nicht zu versuchen.
Einziger Grund wäre vielleicht jetzt direkt als Chef einsteigen und die 
4 Jahre nicht in kauf nehmen.

von Qwertz (Gast)


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arti schrieb:
> Einziger Grund wäre vielleicht jetzt direkt als Chef einsteigen und die
> 4 Jahre nicht in kauf nehmen.

In vier Jahren kann er ein Unternehmen bereits als COO in die Insolvenz 
getrieben haben und sich mit einem Großvermögen auf geheimen Konten und 
vor der Justiz in Asien untergetaucht verstecken. Dann kann er sich den 
Quatsch mit dem Stellvertreter komplett sparen.

von Alter Hase (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Das ist auch meine Empfehlung:
> - im Arbeitsvertrag muß stehen: stellv. Leiter PM
> - deine Vergütung muß über der von normalen PM sein
> - im AV wird das Ziel genannt, daß du in 4 J. Ltr. wirst
>
> Auf diese Minimalforderungen mußt du bestehen!

So weit so gut. Kann man machen. Es bleibt trotzdem Vertrauenssache und 
stellt keinerlei Garantie dar. Als Ausrede dient dann z.B. "aufgrund 
neuer Erkenntnisse" oder "neuen Gegebenheiten im Umfeld / Markt" usw.

Wenn man scheitert, dann kann die Position stellv. Leiter PM hilfreich 
sein, muss aber nicht. Frei nach dem Motto er wurde gewogen ... und dann 
für zu leicht befunden. Es kann besser sein, dieses Detail lieber 
wegzulassen.

Zu "Vergütung muß über der von normalen PM sein": das wird weder 
durchsetzbar sein noch weiß man das dann ob es stimmt. Es gibt genug 
Chefs die sogar weniger verdienen als mancher langjähriger MA. 
Gerechtigkeit in der Arbeitswelt - das werde ich nicht mehr erleben.

Umgekehrt betrachtet: warum sollte eine Firma jemanden mit derartigen 
Zusagen einstellen und es nicht ernst meinen? Das Ergebnis ist absehbar: 
demotivierter MA der ggfs. kündigt. Nachhaltig erscheint mir so was 
nicht.

Das A und O ist: man muss mit dem aktuellen PM Leiter ideal kooperieren 
können. Solche Konstellationen sind im Berufsleben m.E. Standard und 
einen Versuch mehr als wert, Restrisiko bleibt (wie immer).

von Ingo (Gast)


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Alter Hase schrieb:
> Umgekehrt betrachtet: warum sollte eine Firma jemanden mit derartigen
> Zusagen einstellen und es nicht ernst meinen? Das Ergebnis ist absehbar:
> demotivierter MA der ggfs. kündigt.

Ja und? In einem 0815-Unternehmen wo nur Angestellte arbeiten wird sowas 
billigend in Kauf genommen. Not my Department, Gehalt kommt trotzdem 
pünktlich.

von Irgend W. (Firma: egal) (irgendwer)


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Qwertz schrieb:
> nicht"Gast" schrieb:
>> Warum sollte man sich so was nicht in den Vertrag schreiben
>> lassen? Dann steht es drin und ist im Notfall einklagbar.
>
> Dazu ist das Unternehmen ja nicht bereit, und das aus gutem Grund. In
> vier Jahren kann eben viel passieren.

Je nach Größe der Firma dürfen die sowas auch garnicht in irgendeinen 
Vertrag reinschreiben, weil z.B. Betriebsvereinbarungen usw. es 
Vorschreiben das solche Positionen immer Ausgeschrieben werden müssen.
In der Ausschreibung hast du dann natürlich einen großen Vorsprung weil 
du genau diese Tätigkeit ja schon einige Zeit ausgeführt hast (und wenn 
HR dir wohlgesonnen ist werden auch noch eine paar besondere Punkte mit 
reingenommen die einfach nur bei dir passen können). Leute aus anderen 
Abteilungen haben da in der Regel kaum Möglichkeiten wenn sie sich da 
auch darauf bewerben. Aber der Formelle Weg über eine Ausschreibung muss 
z.B. bei uns in der Firma immer gegangen werden. Wenn da jemand 
mitbekommen würde das solche Posten ohne Ausschreibung vergeben worden 
wären, könnte zig Leute da sofort gegen Klagen und den Posten für sich 
beanspruchen und wenn da irgendjemand zuvor schon irgendwelche 
Schriftlichen Zusagen gemacht hat, gibt es ganz schnell zwei freie 
Posten (alles schon passiert).
Mal mit dem Betriebsrat Telefonieren kann hier recht aufschlussreich 
sein.

von M. K. (mkn)


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Christoph T. schrieb:
> nichts in der Hand außer Worte

Und Worte sind billig.
Was willst Du hören?
Das es keine Garantie gibt für irgendwas und das wer nicht wagt auch 
nicht gewinnt?

Ich finde das Vorgehen der GF sehr vernünftig.
Keine Durchlauferhitzerstelle für einen Karrieristen, das Sprungbrett 
zur nächst höheren Stelle.
Du willst aufsteigen, die wollen den Besten und ob der das ist, sehen 
die in den nächsten 4Jahren.
Bist Du es nicht, wirst Du es nicht.

Würde mich nicht wundern wenn die drei Leuten das gleiche erzählen und 
den besten nehmen.
Du willst nach oben, aber da ist es kalt und windig.
Harte Bandagen und hohe Leistung, sonst bist Du weg.

Du ordnest alles dem Job unter, oder Du bist falsch da oben.
Würde ich mir überlegen.
Geld ist nicht alles.

von Intimgeruch (Gast)


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Job in 4 Jahren?
Sorry das klingt für mich wie eine österreichische Absage
Vergiss den Laden und such weiter

von Qwertz (Gast)


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M. K. schrieb:
> Du willst nach oben, aber da ist es kalt und windig.

Das deckt sich nicht mit meiner Welt, denn da oben ist es warm und 
bequem.

von Jo S. (Gast)


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Alter Hase schrieb:
> Jo S. schrieb:
>> Das ist auch meine Empfehlung:
>> - im Arbeitsvertrag muß stehen: stellv. Leiter PM
>> - deine Vergütung muß über der von normalen PM sein
>> - im AV wird das Ziel genannt, daß du in 4 J. Ltr. wirst
>>
>> Auf diese Minimalforderungen mußt du bestehen!
>
> Es bleibt trotzdem Vertrauenssache und
> stellt keinerlei Garantie dar.

Das ist ja klar, kein seriöser GF würde einer unbekannten Person vorab 
eine Leitungsfunktion schriftlich garantieren - die Stellvertretung 
hingegen schon. Das Ziel, in 4 J. die Leitung zu übernehmen, muß in den 
AV. Ein Ziel ist keine feste Zusage (Zielvereinbarung).

Als 'Christoph T.' würde ich folgende Verhandlungsbasis vorlegen:
- Gehalt oberhalb der PM-Mitarbeiter als €-Wert
- jährliche Steigerung
- im 4. Jahr mindestens 90% des Leiters
- nach der Probezeit Weisungsbefugnis ggü. allen MA
- pro Jahr die Kompetenzen und Befugnisse benennen
- ab dem 3. J. volle Weisungsbefugnis, der Ltr. kann nur bei 
schwerwiegenden Fällen intervenieren
- im 4. J. alle Befugnisse, der alte Ltr. fungiert als Berater

> Wenn man scheitert, dann ...

Wer immer ans Scheitern denkt, wird auch scheitern bzw. ist schon 
gescheitert.
>
> Zu "Vergütung muß über der von normalen PM sein": das wird weder
> durchsetzbar sein noch weiß man das dann ob es stimmt.

Das ist auf jeden Fall durchsetzbar. Als Chef und auch als 
Stellvertreter kennt man die Bezüge seiner MA.

> Es gibt genug
> Chefs die sogar weniger verdienen als mancher langjähriger MA.
> Gerechtigkeit in der Arbeitswelt - das werde ich nicht mehr erleben.

Das sind dann aber sehr durchsetzungsunfähige "Chefs", eigentlich sind 
das gar keine Chefs, sondern nur Knautschzonen.  ;)

Für Gerechtigkeit muß man immer selbst sorgen, die gibt es nicht 
geschenkt.

> Das A und O ist: man muss mit dem aktuellen PM Leiter ideal kooperieren
> können.

"Ideal" ...  :)  Man muß klarkommen. Gut wäre es, wenn der Aspirant z.B. 
während seines Sommerurlaubs 3 Wochen lang in der neuen Firma mit dem 
Leiter zusammen sein könnte, um abzuklären, ob die "Chemie" stimmt. In 
dieser Position ist das Persönliche wichtiger, als das Fachliche. Darin 
stimme ich dir vollkommen zu.

Wie hat sich Ch. T. bisher entschieden?

von Qwertz (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Wer immer ans Scheitern denkt, wird auch scheitern bzw. ist schon
> gescheitert.

Das sehe ich anders. Man sollte sich sogar ausführlich mit dem Scheitern 
auseinandersetzen, dann verliert es auch seinen Schrecken.
Ohne Scheitern kein Erfolg, kein Licht ohne Schatten.

von Macher (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Das Ziel, in 4 J. die Leitung zu übernehmen, muß in den AV.

Ich kenne keinen Leiter, der einen unbefristeten Vertrag hat. Die 
meisten haben Zeitverträge. Da braucht man gar nicht kündigen, sondern 
verlängert einfach nur nicht.

von Jo S. (Gast)


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Komisch, bei mir ist es umgekehrt. Ich kenne keinen Leiter, der einen 
befristeten Vertrag hat.   ;)

von Alter Hase (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Komisch, bei mir ist es umgekehrt. Ich kenne keinen Leiter, der einen
> befristeten Vertrag hat.   ;)

In unserem Konzern ist ab Werkleiterebene (Senior Vice President) m.W. 
der Vertrag befristet.

Alles darunter (Vice President, Director, Senior Manager ...) ist 
üblicherweise unbefristet.

Zur Antwort davor:
> Wer immer ans Scheitern denkt, wird auch scheitern bzw. ist schon
> gescheitert.

Stimmt, aber so meine ich es nicht. Sondern in dem Sinne das ein Plan B 
nie schadet, auch wenn es dann mal nur ein geordneter Rückzug ist.

> Das ist auf jeden Fall durchsetzbar. Als Chef und auch als
> Stellvertreter kennt man die Bezüge seiner MA.

Ich habe schon mehrfach erlebt, dass das nicht zu 100% zutrifft, nämlich 
dann wenn "günstig" von unten nachbesetzt wird und ein "alteingesessener 
MA", meist kurz vor der Rente noch da ist. Dann wird dieses Gehalt schon 
mal ausgeblendet. Das begeistert den Chef wenig verhindert aber 
Schlimmeres.

> Das sind dann aber sehr durchsetzungsunfähige "Chefs", eigentlich sind
> das gar keine Chefs, sondern nur Knautschzonen.  ;)

Der Arbeitgeber sitzt am längere Hebel. Kampf kann sich lohnen birgt 
aber Risiko. Zur Zeit kann so was teuer enden. Einer dieser 
durchsetzungs-unfähigen "Chefs" ist heute Top Manager im Bereich Weiße 
Ware.

> "Ideal" ...  :)  Man muß klarkommen.

Klar kommen reicht für konstantes Einkommen auf gleicher Stufe. Wer 
befördert werden möchte muss deutlich mehr bringen.

von klausi (Gast)


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Achim M. schrieb:
> Wenn sie dir dann nicht sagen wollen was los ist oder dich wegschicken,
> sind sie nicht ehrlich zu dir.

Auch meine Meinung! Hier ist was faul. Warum genau in 4 Jahren, hoffen 
sie dich so lange bei der Stange zu halten, weil sonst keiner geblieben 
ist? Mir kommt das Bild vom Esel mit der Karotte in den Sinn ;-)

Stv. Positionen sind meiner Meinung nach unbeliebte Posten. Die Chefs 
schieben gerne die Dinge an Stv. ab, die sie selbst nicht machen wollen. 
Das Lob, wenn dann der Stv. dann tatsächlich trotzdem erfolgreich war 
mit so irgendetwas, heimsen sie dann aber doch lieber selbst ein.

Verdächtige IP A. schrieb:
> Christoph T. schrieb:
>> Zudem sagten sie, dass ich als Nachfolger
>> vorgestellt werden würde und auch mit dem atuellen Leiter im Zweierbüro
>> sitzen würde.
>
> Steht in dem Zweierbüro zufällig eine Ledercouch?

Ja, hast du diesen "aktuellen Leiter" schon kennengelernt? Unbedingt 
herausfinden, wer bzw. welche Person das ist. Was passiert mit dem nach 
den 4 Jahren? Pensioniert?
Dann wärs vielleicht noch plausibel.
Mit der Ledercouch und dem "aktuellen Leiter" wünsch ich viel Spass zu
zweit!

von Christoph T. (projectmanage)


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Vielen Dank erstmal für die Resonanz! Es ist mir wirklich eine große 
Entscheidungshilfe für mein weiteres Vorgehen. Durch eure Tipps habe ich 
mich dazu entschlossen, den Weg zum diesem Job weiter zu gehen, trotz 
der Zweifel. Allerdings will ich mich dabei nicht nur auf die 
wohlwollenden Worte der GF verlassen, sondern habe in der Zwischenzeit 
darum gebeten, dass
- ich als Stellvertreter eingestellt werde (falls es am Ende nicht zu 
der gewünschten Leiter Stelle kommt, habe ich trotzdem einen kleinen 
Karriereschritt gemacht)
- eine Zielabsicht im AV zu fixiert wird (auch wenn nicht rechtlich 
bindend, ist es trotzdem etwas, woran man sich festhalten kann)
- ein Meilenstein Plan ausgearbeitet wird, in dem Gehalts und 
Kompetenzsteigerungen definiert werden (wie Jo S. beschreibt)

Jetzt warte ich auf die nächste und entscheidene Einladung. Falls was 
kommt, werd ich hier nochmal das Ergebnis posten.

Beitrag #6323836 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Markus (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Als 'Christoph T.' würde ich folgende Verhandlungsbasis vorlegen:
> - Gehalt oberhalb der PM-Mitarbeiter als €-Wert
> - jährliche Steigerung
> - im 4. Jahr mindestens 90% des Leiters
> - nach der Probezeit Weisungsbefugnis ggü. allen MA
> - pro Jahr die Kompetenzen und Befugnisse benennen
> - ab dem 3. J. volle Weisungsbefugnis, der Ltr. kann nur bei
> schwerwiegenden Fällen intervenieren
> - im 4. J. alle Befugnisse, der alte Ltr. fungiert als Berater

Ich kann nicht mit eigenen Erfahrungswerten dienen, aber ist es 
realistisch, derart detaillierte und umfangreiche Vorgaben in den 
Vertrag aufnehmen zu lassen?
Die ursprüngliche, abstraktere Formulierung von Jo S. gefiel mir 
erheblich besser:

Jo S. schrieb:

> Das ist auch meine Empfehlung:
> - im Arbeitsvertrag muß stehen: stellv. Leiter PM
> - deine Vergütung muß über der von normalen PM sein
> - im AV wird das Ziel genannt, daß du in 4 J. Ltr. wirst
>
> Auf diese Minimalforderungen mußt du bestehen!

von Qwertz (Gast)


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Markus schrieb:
> ist es realistisch, derart detaillierte und umfangreiche Vorgaben in den
> Vertrag aufnehmen zu lassen?

Nein.

von Cyblö D. (cybloed)


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Markus schrieb:
> nicht"Gast" schrieb:
>> Dann steht es drin und ist im Notfall einklagbar.
>
> Rechtssicherheit hin und her: Letztlich kommt es bei Verträgen auf
> gegenseitiges Vertrauen an. Bei Vertragsbruch hilft es dir wenig, wenn
> du unter Umständen vielleicht eventuell nach jahrelangem Rechsstreit
> Recht zugesprochen bekommst.

Der Fall ist eindeutig. Selbst wenn sich der Rechtsstreit bis zu 3 Jahre 
hinzieht, was möglich, aber in dem Fall sehr unwahrscheinlich ist, weiß 
er ab Beginn des Rechtsstreits, dass er in absehbarer Zeit mit 
Sicherheit eine hohe Entschädigung erhalten wird.

Christoph T. schrieb:
> - ich als Stellvertreter eingestellt werde (falls es am Ende nicht zu
> der gewünschten Leiter Stelle kommt, habe ich trotzdem einen kleinen
> Karriereschritt gemacht)

Nicht so bescheiden! Ich würde es - wenn es klappt - einen großen 
Karriereschritt nennen. Aber rückwärts! Stellvertretende Leiter sind 
die, die aufgrund mangelnder Kompetenz fachlich nicht zu gebrauchen 
sind, aber aus rechtlichen oder firmenpolitischen Gründen befördert 
werden müssen. Damit kommst du nie wieder aus dieser Firma heraus, außer 
weit unter deinem jetzigen Karrierelevel.

Mein Vorschlag: Wenn sie dir die Leitungsfunktion nicht garantieren, 
lass dir das garantieren, was dir daran wichtig ist. Z.B. das Gehalt des 
Leiters, oder dass du offiziell die Funktion des Leiters bekleiden 
wirst, auch wenn die Firma sich die Möglichkeit offenhält, real einen 
anderen Leiter einzustellen, oder dass du die Sekretärin des jetzigen 
Leiters bekommst, oder oder oder.

von AffeMitWaffe (Gast)


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Cyblö D. schrieb:
> Aber rückwärts!

So ein Unsinn!

von Jo S. (Gast)


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Man merkt, wie ein solches Thema das Hirnfieber von krankhaften Neidern 
erhöhen kann.
Mißachte Beiträge mit starkem Neid!
Einfach lachen ... herzhaft lachen.   :)))

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