Lichtbogen flackert mit 50 Hz (WIG Inverter)

OP Persönliche Seite #6321394
Lesenswert?

Hallo,

habe seit einiger Zeit das Berlan BWIG 180. Das ist ein günstiger DC 
Inverter der mir bisher sehr gute Dienste geleistet hat. Seit neustem 
flackert der Lichtbogen aber kontinuierlich. Es sieht stark nach 50 Hz 
aus. Der Inverter hat auch gepulsten Betrieb mit Pulsdauer von ca. 1 
Sekunde und dann noch ca. mit 100 Hz. Diese Funktionieren auch nach wie 
vor und eigentlich benutze ich diese Modi nie. Nun flackert der 
Lichbogen aber auch im "normalen" Betrieb. Das Schweißen funktioniert 
dennoch so gut wie bisher. Ich merke also keinen Leistungsverlust.

Kann so ein Flackern z.B. auf eine defekte Brücke hindeuten, so dass nur 
noch eine halbe Periode der Netzspannung zur Verfügung steht? Ich habe 
die Abdeckung mal abgeschraubt. Der Inverter ist sehr kompakt gebaut, 
man muss schon fast alles zerlegen um an den 230V-Bereichz zu kommen. Da 
sehe ich auch zwei fetten Brücken am Kühlkörper hängen, an die ich aber 
mit einem Multimeter nicht einfach so herankomme.

Am Netzstecker gemessen bekomme ich 0.35V Durchlasspannung in beide 
Richtungen.

EDIT: Bitte ins Unterforum "Analogtechnik" verschieben.
Gast #6323157
Lesenswert?

Hat so ein WIG überhaupt so dicke Elkos ?
Es wird weder B6 Drehstromversorgung haben, noch aus 100Hz Gleichstrom 
herstellen.
Es wird einfech mit 100Hz gepulszen Strom zur Verfügung stellen, so wie 
ein Eisen-Schweisstrafo auch.
Und nun halt nicht mehr 100Hz, sondern wohl nur noch 50Hz, also 1 
Diodenausfall im Netz-Brückrngleichrichter.
#6323247
Lesenswert?

Das sieht dann schon nach einer etwas aufwändigeren Steuerung aus. Da 
hätte ich dem Teil eine allzu simple Technik unterstellt.
Wer weiß, vielleicht könnte der TO sein Gerät einfach dadurch 
reparieren, indem er den Schalter an der Frontplatte erneuert. Oder 
erstmal nachschaut, ob noch alle Kabel dran sind...
Beitrag #6323249 wurde von einem Moderator gelöscht.
Moderator Persönliche Seite #6325043
Lesenswert?

Habe mal, so gut's im Keller mit dem Handy ging, paar Fotos von meiner 
Kiste gemacht.

Die Front sieht ja wirklich völlig anders aus, aber das Innenleben 
scheint mir exakt dasselbe wie bei der BWIG 180.
Angehängte Dateien:
OP Persönliche Seite #6325479
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:
> Habe mal, so gut's im Keller mit dem Handy ging, paar Fotos von meiner
> Kiste gemacht.
>
> Die Front sieht ja wirklich völlig anders aus, aber das Innenleben
> scheint mir exakt dasselbe wie bei der BWIG 180.

Vielen Dank! Ja, die Elektronik sieht exakt wie bei deinem Gerät aus. 
Auf meinen Elkos steht "Welder" drauf, d.h. wohl irgend ein 
Noname-Zeugs.

Ich habe gestern noch etwas geschweißt. Testweise habe ich mal bei 80, 
140 und 180A geschweißt und das Flackern war immer da, auch wenn bei 80A 
vielleicht etwas weniger (aber da ist ja der Lichtbogen an sich kleiner 
und nicht so hell).

Wenn ich mal Zeit habe, werde ich das Gerät auseinanderbauen und die 
Elkos auslöten und die Brücken gleich mittesten. Aktuell brauche ich es 
aber zum Schweißen.

Interessant wäre es noch die Frequenz der Lichtbogen-Helligkeit 
irgendwie zu messen. Ev. Slowmotion-Aufnahme mit einer Handykamera? 
Einen Oszi möchte ich da nicht dranhängen wegen der HF-Zündung.
Moderator Persönliche Seite #6325514
Lesenswert?

Maxim S. schrieb:
> Einen Oszi möchte ich da nicht dranhängen wegen der HF-Zündung.

Fotodiode und Oszi, ggf. mit Transimpedanz-Verstärker?

Ich wäre allerdings jetzt auch zu faul, den Oszi in den Keller zu 
schleppen. Und ja, ich weiß, man kann WIG auch im Wohnzimmer schweißen 
:), aber Inverter + Gasflasche in die dritte Etage möche ich auch nicht 
buckeln …
Moderator Persönliche Seite #6325724
Lesenswert?

Sven S. schrieb:
> Gibt es irgendeinen Hinweis (z.B. Platinenbeschriftung), mit dessen
> Hilfe man im Net nach einem Schaltplan suchen könnte?

Naja, du siehst ja, ist alles ziemlich verbaut. Wird schwierig, da an 
sowas ranzukommen. Bei meiner Kiste kommt noch hinzu, dass sie vor ein 
paar Jahren im Keller ca. 5 cm überflutet war, wobei die 230-V-seitige 
Platine letztlich komplett in der Brühe stand. War zum Glück im Sommer, 
sodass sie von sich aus gut genug getrocknet ist, dass ich die Kiste 
dazumals nicht einmal öffnen musste - aber entsprechend vermistet sieht 
alles in diesem Bereich noch aus.
OP Persönliche Seite #6326254
Lesenswert?

Hier die Fotos. Die zwei Brücken sind laut Testgerät in Ordnung. Elkos 
auch.
Weiß jemand was das für eine seltsame Diodenanordnung in Bild 8 ist? 
Hinter den ersten drei Dioden sind zwei Dioden in Reihe verlötet.
Moderator Persönliche Seite #6326263
Lesenswert?

Maxim S. schrieb:
> Auf meinen Elkos steht "Welder" drauf, d.h. wohl irgend ein
> Noname-Zeugs.

NEG welding, auf meinen steht nur NEG. Scheint wirklich ansonsten 
identisch zu sein.

Die Brückengleichrichter hatte ich bei mir noch gar nicht entdeckt, so 
versteckt sind die.

Könnte natürlich wirklich noch ein Problem mit diesem Schalter für 
Impulsbetrieb sein. Verhält der sich denn bei dir in allen drei 
Positionen gleich? Die "schnellen" Impulse (vielleicht ja wirklich 100 
Hz?) habe ich noch nie benutzt, die langsamen (bei denen ich auch die 
Frequenz einstellen kann) schon, für filigranere Arbeiten. In den Pausen 
kann sich die Schweißstelle abkühlen, sodass das Material nicht so 
schnell wegfließt wie bei Dauerbetrieb.
#6326355
Lesenswert?

Maxim S. schrieb:
> Weiß jemand was das für eine seltsame Diodenanordnung in Bild 8 ist?

Das ist eine Kaskade. Die Hochspannung aus dieser Kaskade wird in 
regelmäßigen Abständen durch die Spule (roter Kreis) geschickt und da 
nochmal hochtransformiert. Dadurch wird der Lichtbogen bei Annäherung an 
das Werkstück gezündet.

Gelber Kreis:
Die Kabel vom Bereichsumschalter an der Frontplatte führen zu dieser 
Platine. Da ist die Ansteuerung per PWM für die IGBTs(?). Vielleicht 
liegt da der Hase im Pfeffer.
Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren