Forum: Platinen Wie den richtigen Bohrerdurchmesser wählen ?


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von Arthur E. (Gast)


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Hallo,

ein Dienstleister wird kaum die Bohrer in 1mil-Stufen vorhalten, zumal 
die Bohrung durch die galvanische Durchkontaktierung und das Verzinnen 
wieder kleiner wird.

Wenn ich z.B. die Beine eines THT-Bauteils mit 0.83mm messe (und es soll 
mit möglichst wenig Spiel in der Platine sitzen), welche Bohrergröße in 
mil wähle ich?

Gibt es bei den Dienstleistern Standards bzgl. der Durchmesser?
Denn ich weiß nicht, wer am Ende meine Musterplatine fertigen wird.

Arthur

von Jens M. (schuchkleisser)


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Arthur E. schrieb:
> Wenn ich z.B. die Beine eines THT-Bauteils mit 0.83mm messe (und es soll
> mit möglichst wenig Spiel in der Platine sitzen), welche Bohrergröße in
> mil wähle ich?

Kuck ins Dabla, da steht normal drin wie groß die Beine sind und die 
Löcher sein sollen.
Angegeben wird der Enddurchmesser, und die Jungs haben alle Größen. 
Zumindest in 0,05mm-Schritten und inklusive einer Toleranz von 1% ;)

Ich hatte jedenfalls noch nie "den Bohrer ham wer nich".

Und wenn du Diagonal 0,83mm misst, würde ich da mal locker einen 
1mm-Bohrer als Standard einsetzen.
Das mit dem "wenig Spiel" ist gefährlich, denn wenn das Loch zu klein 
wird, passt der Pin nicht mehr, wenn er geschnitten wird, oder das Lot 
hat nicht mehr genug Platz und kommt nicht durch: oben kein Meniskus.

von Wolfgang (Gast)


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Arthur E. schrieb:
> Gibt es bei den Dienstleistern Standards bzgl. der Durchmesser?

Manche Leiterplattenherstellern geben die Spezifikationen für ihre 
Bohrprozesse an. Die Dicke der aufgebrachten Cu-Schicht unterliegt 
allerdings gewissen Toleranzen.
https://de.beta-layout.com/leiterplatten/infos/spezifikationen/

von Elektrofurz (Gast)


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Jens M. schrieb:
> Und wenn du Diagonal 0,83mm misst, würde ich da mal locker einen
> 1mm-Bohrer als Standard einsetzen.

Genau das Problem hatte ich auch mal. Ein 1mm Lötstift passt nämlich 
nicht in eine 1mm durchkontaktierte Bohrung.
Erst eine durchkontaktierte Bohrung mit einem Durchmesser von 1,1mm hat 
dann schließlich gepasst.

von Wühlhase (Gast)


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Arthur E. schrieb:
> Gibt es bei den Dienstleistern Standards bzgl. der Durchmesser?

Nein, aber es gibt Designrules. Jeder Hersteller teilt dir dort mit, was 
er kann und ab wann es teuer wird.

Bohrdurchmesser gehören dazu.

von Wühlhase (Gast)


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Und noch etwas: Etwas Spiel ist meistens gut. Die Bauteile lassen sich 
besser entlöten (durchaus wichtig wenn du am ersten Prototypen 
rumpfuschen mußt), Toleranzen machen dir auch weniger Probleme, und das 
Bestücken wird auch einfacher.

von MaWin (Gast)


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Arthur E. schrieb:
> Gibt es bei den Dienstleistern Standards bzgl. der Durchmesser

Es wird grösser gebohrt, damit nach dem Durchkontaktieren zumindest der 
angegebene Lochdurchmesser übrig bleibt. Es wird zudem der 
nächstgrössere Bohrer verwendet, in mm wäre das wohl 0.1, in inch sind 
die Staffelungen eher krumm.
Der Hersteller freut sich, wenn nicht zu viele Bohrerwechsel nötig sind. 
Obwohl: manuell wechselt er nicht, und Verschleiss benötigt sowieso 
mehrere Bohrer.

von my2ct (Gast)


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MaWin schrieb:
> Der Hersteller freut sich, wenn nicht zu viele Bohrerwechsel nötig sind.

Solange sich diese Freude nicht positiv in der Rechnung niederschlägt, 
ist das seine Privatsache.

von Manfred (Gast)


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Arthur E. schrieb:
> die Beine eines THT-Bauteils mit 0.83mm messe
> (und es soll mit möglichst wenig Spiel in der Platine sitzen)

ist das einigermaßen unsinnig. Das Loch muss größer sein, weil ansonsten 
das Lot nicht fließt. Die zugehörigen Fertigungsregeln kann ich Dir 
nicht aufsagen, ich bin kein Layouter.

Ich kann aber aus Erfahrung eines Serienproduktes sagen, dass zu enge 
Löcher massive Ausfälle geben.

von georg (Gast)


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Manfred schrieb:
> Die zugehörigen Fertigungsregeln kann ich Dir
> nicht aufsagen, ich bin kein Layouter

Das ist eigentlich auch keine Frage für den Layouter, sondern an die 
weitere Fertigung. Es gab vor ziemlich langer Zeit mal eine 
Versuchsreihe dazu mit dem Ergebnis, dass der Spalt zwischen Bohrwand 
und Pin optimal 0,1 mm betragen sollte - m.a.W. die Bohrung sollte 0,2 
mm grösser sein. Neuere Untersuchungen sind mir nicht bekannt, 
wahrscheinlich sind alle damit zufrieden.

Anfänger haben oft die Vorstellung, die Pins müssten im Bohrloch 
"klemmen", aber bei den üblichen Fertigungstoleranzen* klappt das 
höchstens zufällig.

* das liegt nicht an den Bohrern! Die sind genau, aber das Material 
dehnt sich durch Erwärmung und federt auch zurück, und dann kommt bei dk 
noch die Kupferschicht dazu. Wir hatten mal die Forderung, Bohrungen in 
einer Leiterplatte mit H-Passung auszuführen, aber das ist auch ohne dk 
praktisch unmöglich.

Georg

von Layouter (Gast)


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georg schrieb:
> Manfred schrieb:
>> Die zugehörigen Fertigungsregeln kann ich Dir
>> nicht aufsagen, ich bin kein Layouter

Ich schon.

> Das ist eigentlich auch keine Frage für den Layouter,

Doch ist es. Ich muss nämlich valide Daten abliefern.

> sondern an die
> weitere Fertigung. Es gab vor ziemlich langer Zeit mal eine
> Versuchsreihe dazu mit dem Ergebnis, dass der Spalt zwischen Bohrwand
> und Pin optimal 0,1 mm betragen sollte - m.a.W. die Bohrung sollte 0,2
> mm grösser sein. Neuere Untersuchungen sind mir nicht bekannt,
> wahrscheinlich sind alle damit zufrieden.

Kenn ich nicht.

> Anfänger haben oft die Vorstellung, die Pins müssten im Bohrloch
> "klemmen", aber bei den üblichen Fertigungstoleranzen* klappt das
> höchstens zufällig.

Wenn es diese Vorstellung gibt, so ist sie Unsinn.
Ja, Toleranzen sind immer nervig. In diesem Zusammenhang aber weniger 
diejenigen der Leiterplattenfertiger, sondern der Bauteilhersteller.

> * das liegt nicht an den Bohrern! Die sind genau,

Ja

> aber das Material
> dehnt sich durch Erwärmung und federt auch zurück,

Wie bitte?

> und dann kommt bei dk noch die Kupferschicht dazu.

Deshalb geht man richtigerweise so vor:
- Ein dk-Footprint (durchkontaktiert) wird mit Drahtdurchmesser +0,5mm 
angelegt. Moderate Restringgrößen auf Bottom und Top. Das Lot muss 
sauber durch die Durchkontaktierung durchsteigen können.
- Ein ndk-Footprint (nicht durchkontaktiert) wird mit Drahtdurchmesser 
+0,3mm angelegt. Größere Restringgröße auf Bottom

Die Toleranzen der Bohrungen werden davon unabhängig für jeden Lochtyp 
in einer Bohrtabelle als Zeichnung angegeben und variieren je nach 
Situation. Mit einem Toleranzfenster von 0,2mm ist man i.d.R. auf der 
sicheren Seite. Bei 0,1mm und weniger gehen die Diskussionen los...

von Manfred (Gast)


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georg schrieb:
> Manfred schrieb:
>> Die zugehörigen Fertigungsregeln kann ich Dir
>> nicht aufsagen, ich bin kein Layouter
> Das ist eigentlich auch keine Frage für den Layouter,
> sondern an die weitere Fertigung.

Ansichtssache: Der Layouter muss wissen, wie die Fertigung arbeitet und 
die Leiterplaten entsprechend dimensionieren. Die Fertigung bekommt den 
Kram vorgesetzt und macht, hat keinen Einfluß mehr, wenn es klemmt.

Wenn es dumm läuft, wir von Hand nachgearbeitet und anschließend auf die 
dumme Fertigung geschimpft, die eigentlich garnicht schuld ist.

> Es gab vor ziemlich langer Zeit mal eine Versuchsreihe dazu
> mit dem Ergebnis, dass der Spalt zwischen Bohrwand
> und Pin optimal 0,1 mm betragen sollte -
> m.a.W. die Bohrung sollte 0,2 mm grösser sein.

Das sind doch konkrete Zahlen, mit denen man arbeiten kann, danke!

> Neuere Untersuchungen sind mir nicht bekannt,
> wahrscheinlich sind alle damit zufrieden.

Aus dem Gefühl heraus würde ich Dir zustimmen.

von michael_ (Gast)


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Bei Normteilen wählt man gar keinen Durchmesser.
Man nimmt das, was das Layoutprogramm aus der Bibliothek vorgibt.
Das ist praxiserprobt.

von Platinenbohrer (Gast)


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Elektrofurz schrieb:
> Jens M. schrieb:
>> Und wenn du Diagonal 0,83mm misst, würde ich da mal locker einen
>> 1mm-Bohrer als Standard einsetzen.
>
> Genau das Problem hatte ich auch mal. Ein 1mm Lötstift passt nämlich
> nicht in eine 1mm durchkontaktierte Bohrung.
> Erst eine durchkontaktierte Bohrung mit einem Durchmesser von 1,1mm hat
> dann schließlich gepasst.

Wir hatten mal einzelne Kontakte, die in durchkontaktierte Bohrungen 
einzudrücken waren. Dazu befanden sich außen zwei winzige Federn oder 
Nasen, die sich beim Eindrücken etwas deformiert haben und den Kontakt 
so in der Platine hielten. Das war beim manuellen Bestücken toll, denn 
man konnte die Platine zum Löten einfach auf den Bauch legen. Kein 
Kontakte ist je herausgefallen. Beim Löten auf der Welle mussten die 
Kontakte ebenfalls klemmen, da sie sonst aufgeschwommen wären. War die 
Bohrung 0,1mm zu klein, passte der Kontakt nicht, 0,1mm zu groß und der 
Kontakt hielt nicht.

Unser damaliger Fertiger hatte seinen Prozess im Griff, das hat bei 
jeder Platine und jeder Charge gepasst. Ich würde mal behaupten, der 
konnte eine 1mm Bohrung mit einer Toleranz von +/-0,05mm fertigen.

von Platinenbohrer (Gast)


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michael_ schrieb:
> Man nimmt das, was das Layoutprogramm aus der Bibliothek vorgibt.
> Das ist praxiserprobt.

Genau, man nimmt die Hose immer 3 Nummern größer, das passt immer.
Passen ist eben ein sehr relativer Begriff.

von georg (Gast)


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michael_ schrieb:
> Man nimmt das, was das Layoutprogramm aus der Bibliothek vorgibt.
> Das ist praxiserprobt.

Leider sind heruntergeladene oder auch mitgelieferte Library-Einträge 
von sehr unterschiedlicher und oft zweifelhafter Qualität. Ohne 
detailierte Überprüfung kann man sie praktisch nicht verwenden, so dass 
es keinen grossen Mehraufwand mehr bedeutet sie gleich selbst zu 
entwerfen (was auch nicht Fehlerfreiheit garantiert).

Wenn jemand für ein kostenloses Layoutprogramm eines Distributors 
hunderte von Bauteilen definieren muss hat er garkeine realistische 
Möglichkeit die auch zu testen.

Georg

von Harald W. (wilhelms)


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Manfred schrieb:

> Wenn es dumm läuft, wir von Hand nachgearbeitet

Ich bin der "Bohrer" eilig. Was ich nicht bohr, das Feil ich.

von MaWin (Gast)


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michael_ schrieb:
> Bei Normteilen wählt man gar keinen Durchmesser.
> Man nimmt das, was das Layoutprogramm aus der Bibliothek vorgibt.
> Das ist praxiserprobt.

michael_ typischer Blödsinn. Weder bei Eagle noch KiCad ist irgendwas 
praxiserprobt oder nach IPC2221IPC-D-275 oder IPC-7251. Bei Altium etc. 
weiss ich nicht.

Layouter schrieb:
> Deshalb geht man richtigerweise so vor:
> - Ein dk-Footprint (durchkontaktiert) wird mit Drahtdurchmesser +0,5mm
> angelegt.

Schlackert zu sehr.

georg schrieb:
> die Bohrung sollte 0,2 mm grösser sein.

Kommt hin.

Elektrofurz schrieb:
> Ein 1mm Lötstift passt nämlich nicht in eine 1mm durchkontaktierte
> Bohrung

Na ja, wer hat's gefertigt ? Ein richtiger Hersteller hat bei 1mm 
Vorgabe auch 1mm Luft, und bohrt nicht 1mm und macht dann die 
Durchkontaktierung rein. Das machen nur Laien.

Aber: Lötstifte sind auch was Besonderes: üblicherweise unten viereckig 
werden die ins Loch gepresst und sollen schon ohne Lötung halten. Da 
wäre also Absicht dass es klemmt. Ähnlich wie Einpress-Konnektoren, für 
die der Hersteller aber genauere Lochgenauigkeit vorschreibt.

von Wolfgang (Gast)


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georg schrieb:
> * das liegt nicht an den Bohrern! Die sind genau, aber das Material
> dehnt sich durch Erwärmung

Das rechne mal vor. Auf welche Temperaturen erwärmst du denn deine 
Bohrlöcher. Bei einer Temperaturerhöhung um 300K wird das Loch größer 
und der Durchmesser eines Pins von 0.83mm ändert sich um gerade mal um 4 
Mikrometer.

von Layouter (Gast)


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MaWin schrieb:
> Layouter schrieb:
>> Deshalb geht man richtigerweise so vor:
>> - Ein dk-Footprint (durchkontaktiert) wird mit Drahtdurchmesser +0,5mm
>> angelegt.
>
> Schlackert zu sehr.

Selbst wenn das sein sollte, welche Bedeutung hätte es? -> Nach dem 
Löten gar keine.
Da schlackert aber i.d.R. gar nichts denn die Pins werden vom 
Bestückautomat geclincht. Ja genau, THT-Automat. Der braucht nämlich 
aussreichend große Löcher um die (oft krummen) Pins in selbige zu 
bekommen.
Die +0,5mm zum Drahtdurchmesser stellen vielmehr sicher, dass das Lot 
sauber durchsteigt. Normkonforme und qualitativ hochwertige Lötstellen.

Einzupressende THT-Bauteile (Pins haben logischerweise Übermaß) werden 
natürlich spezifisch angelegt.

Bei THT-Bauteilen die per Hand bestückt werden, (keine Clinchung) liegt 
die Baugruppe bereits im Warenträger der Wellenlötanlage. Es gibt hier 
tatsächlich seltene Ausnahmefälle, bei denen das Bauteil einen "Halter" 
mitbekommt, der nach dem Löten wieder entfernt wird. Hat aber vielmehr 
mit der Gesamtgeometrie des Bauteils zu tun. (Z.B. kopflastig)
Bei Footprints von handbestückten THT-Bauteilen toleriert man die 
Bohrung auch ins Minus. Bei automatenbestückten nicht.

von MaWin (Gast)


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Layouter schrieb:
> Selbst wenn das sein sollte, welche Bedeutung hätte es

Bauteile kippen um und stehen schief (eventuell Kurzschlussgefahr), Lot 
zieht sich nicht in der Durchkontaktierung hoch.
Halbwegs kluge Hersteller machen so einen Unsinn nicht. Na ja, manchmal 
doch, in FR2 werden Löcher manchmal warm gestanzt, die sind glaube ich 
immer 1mm  oder grösser.

von Gerhard W. (Gast)


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Wenn ich auf meiner Platine 25 Pins von 25mil bis 50mil in 1mil Stufen 
verwende, wird ein Dienstleister die 25 unterschiedlichen Bohrungen 
irgendwie zusammenfassen. Er wird z.B. für Bohrungen von 40 bis 50mil 
den gleichen Bohrer verwenden. Oder sehe ich das falsch?

von Karsten B. (kastenhq2010)


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Gerhard W. schrieb:
> Er wird z.B. für Bohrungen von 40 bis 50mil
> den gleichen Bohrer verwenden.
Ja.

von Wolfgang (Gast)


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Gerhard W. schrieb:
> Er wird z.B. für Bohrungen von 40 bis 50mil
> den gleichen Bohrer verwenden. Oder sehe ich das falsch?

Richtig - liest du überhaupt, was hier geschrieben (oder verlinkt) wird?
Klicke z.B. einfach mal auf "Bohrertabelle ENIG"

Wolfgang schrieb:
> Manche Leiterplattenherstellern ...

von georg (Gast)


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Gerhard W. schrieb:
> Oder sehe ich das falsch?

Ja. Üblicherweise sind Bohrer mit Abstufungen von 0,05 mm, 
schlechtestenfalls 0,1 mm vorrätig. Für 40..50 mil wird ein seriöser 
Hersteller also Bohrer verwenden mit 1,0 - 1,1 - 1,2 - 1,3 mm. Sonst 
könnte man die LP reklamieren, eine 40 mil-Bohrung mit 1,3 mm Bohrer zu 
bohren ist selbstverständlich Nogo.

Georg

von Gerhard W. (Gast)


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georg schrieb:
> Für 40..50 mil wird ein seriöser
> Hersteller also Bohrer verwenden mit 1,0 - 1,1 - 1,2 - 1,3 mm.

Dann werde ich als seriöser Layouter 39 - 43 - 47 - 51 mil verwenden, 
also Bohrer-Stufen in 0.1mm Schritten.

Sind Fertigungstoleranzen bei Bohrungen eigentlich immer im Plus, oder 
muss man auch mit Minus-Toleranzen rechnen?

von René F. (therfd)


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Gerhard W. schrieb:
> Sind Fertigungstoleranzen bei Bohrungen eigentlich immer im Plus, oder
> muss man auch mit Minus-Toleranzen rechnen?

Wenn es eine reine Bohrung ist, liegt die Toleranz in der Regel im 
positiven Bereich, durch das metallisieren und der 
Oberflächenbeschichtung kann das Loch auch kleiner werden.


Ich würde mir da aber relativ wenig Gedanken machen, die 
Leiterplattenhersteller kennen ihre Prozesse und schaffen es in der 
Regel die Toleranzen niedrig genug zu halten.

von Gerhard W. (Gast)


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Wenn ich so meine Symbole durchschaue, so sind die Bohrungen in 5 mil 
Schritten gestuft. Also 30, 35, 40, 45, 50 mil usw.

Wenn man das in mm umrechnet, erhält man meist ziemlich krumme 
Durchmesser. Krumme Durchmesser werden dann wohl auf einen geraden 
Bohrerdurchmesser gerundet werden, was die Toleranzen vergrößern wird.

Also doch lieber 39 - 43 - 47 - 51 mil für 1,0 - 1,1 - 1,2 - 1,3 mm 
verwenden?

von Bürovorsteher (Gast)


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> Wenn ich so meine Symbole durchschaue, so sind die Bohrungen in 5 mil
> Schritten gestuft.

Warum glauben hier jede Menge Leute, dass eine Leiterplatte unbedingt in 
mil und Unzen konstruiert werden müsse, um richtig zu funktionieren?
Als Beweis, dass man zu den Insidern gehört?
Ich verwende seit über 25 Jahren die gesetzlichen Maßeinheiten und siehe 
da:
das CAD-System kann es ohne Schwierigkeiten und die Lp-Hersteller hatten 
damit auch noch nie Probleme.

> Also doch lieber 39 - 43 - 47 - 51 mil für 1,0 - 1,1 - 1,2 - 1,3 mm
> verwenden?

Gib den Kram in mm an, und du weißt selbst sofort, wie groß das Loch 
wirklich ist.

von Der müde Joe (Gast)


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Ja, die Welt hat sich vor einiger Zeit für das metrische System 
entschieden. Nur die Amis und Myanmar noch nicht.

Die Bohrer werden wie schon gesagt wurde, in 0,05mm-Schritten 
hergestellt. Den Restring rundum laufend mindestens 0,3mm größer machen, 
damit der Hersteller die Bohrung etwas größer bohren kann, ohne dass der 
Restring unterbrochen wird. (Stichwort Bohrversatz.) Man weiß ja nicht, 
welche Bohrer er tatsächlich auf Lager hat. Bohrer können auch negative 
Toleranzen haben bzw. die Bohrung im CAD sollte Toleranzen in allen 
Richtungen auffangen können. Auch wenn sich alle Toleranzen im 
Worst-Case verwirklichen, sollten die Pins sich noch in die Bohrungen 
stecken lassen.

von Gerhard W. (Gast)


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Bürovorsteher schrieb:
> Warum glauben hier jede Menge Leute, dass eine Leiterplatte unbedingt in
> mil und Unzen konstruiert werden müsse...

Zu meiner Zeit hatten ICs, Pfostensteckverbinder, VG-Leisten usw. 
Pinabstände von 2.54mm entsprechend 100mil. Und man tat sich bedeutend 
leichter, wenn man sich an einem 100, 50 und 25mil Raster orientierte. 
Selbst die Hartmetallbohrer hatten einen Schaft von 1/8" entsprechend 
125mil.

Der müde Joe schrieb:
> Ja, die Welt hat sich vor einiger Zeit für das metrische System
> entschieden.

Die Knoten und Füße der internationale Fliegerei sind abgeschafft?

von Bürovorsteher (Gast)


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> Und man tat sich bedeutend leichter...

Seit über 20 Jahren werden moderne SMD-Gehäuse nur noch im glatten 
metrischen Raster angeboten (0,8; 0,65; 0,5; 0,4 mm). Seit über 30 
Jahren bewerkstelligen alle Router den Übergang von krummen zu glatten 
Maßen völlig unfallfrei. Vorher gab es zuweilen Probleme damit, aber 
diese Router dürften inzwischen auch beim härtesten DOS-User keine 
Verwendung mehr finden.

Also mehr Mut für neue Wege!

> Zu meiner Zeit...
Was soll ich da erst sagen?

Deine Knoten und Füße berühren sicherheitsrelevante Aspekte, wie sie bei 
schnöden Verdrahtungsträgern wohl eher nicht vorkommen.

von michael_ (Gast)


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Gerhard W. schrieb:
> Zu meiner Zeit hatten ICs, Pfostensteckverbinder, VG-Leisten usw.
> Pinabstände von 2.54mm entsprechend 100mil. Und man tat sich bedeutend
> leichter, wenn man sich an einem 100, 50 und 25mil Raster orientierte.

Eingestelltes Raster und Abmaße von Bauelementen sind zwei ganz 
verschiedene Sachen.

von georg (Gast)


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Gerhard W. schrieb:
> Und man tat sich bedeutend
> leichter, wenn man sich an einem 100, 50 und 25mil Raster orientierte

Ja, das habe ich auch so gemacht. So etwa bis 1990.

Georg

von Arthur E. (Gast)


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Bürovorsteher schrieb:
> Also mehr Mut für neue Wege!

Nö, denn neue Wege kosten MEINE Lebenszeit.

Zu viel davon habe ich schon für scheinbar neue Wege verplempert, heute 
lacht man darüber. Die neuen Wege begannen mit dem 8085, dann dem 
68000er im ATARI ST, dann DOS, Win3.11, Win95, Win98, Win2000, WinMe, 
WinNT, WinXP, WinVista, Win7, Win8, Win10 - und Linux musste es dann 
auch noch sein.

Die Lebenszeit wird mit jedem Jahr wertvoller, da selbige langsam aber 
sicher zu Ende geht. Rückblickend habe ich viel zu viel Lebenszeit mit 
kurzlebigem Scheiß verspielt. Schluss damit.

von Wolfgang (Gast)


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Gerhard W. schrieb:
> Die Knoten und Füße der internationale Fliegerei sind abgeschafft?

Solange Winkel in Grad und Minuten gemessen werden, sind Seemeilen und 
Knoten eben sinnvoller als Meter.
Erst wenn Winkel in Gon gemessen werden, haben Meter einen Bezug.

von Wolfgang (Gast)


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Gerhard W. schrieb:
> Zu meiner Zeit hatten ICs, Pfostensteckverbinder, VG-Leisten usw.
> Pinabstände von 2.54mm entsprechend 100mil.

Und heute werden Stecker mit 5.04mm offen angeboten ...
Bei kleiner Polzahl "passen" die dann bei 5mm und bei 200mil Raster
Ebay-Artikel Nr. 223068122601

von P. S. (namnyef)


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Man gibt einfach den Enddurchmesser an, den man haben will. Um den Rest 
kümmert sich der Leiterplattenhersteller. Der Leiterplattenhersteller 
wird eine Toleranz angeben, in der u. a. die vorrätigen Bohrer 
einfließen. Viele Hersteller haben z. B. Bohrer in 0,05mm-Schritten und 
runden halt dann entsprechend.
Ob man mit den angegeben Toleranzen hinkommt, muss man natürlich selbst 
wissen. Wenn es genauer sein soll, z. B. für Press-Fit-Geschichten muss 
man das halt angeben (wird dann entsprechend teurer).

von Cyblord -. (cyblord)


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Gerhard W. schrieb:
> Zu meiner Zeit hatten ICs, Pfostensteckverbinder, VG-Leisten usw.
> Pinabstände von 2.54mm entsprechend 100mil.

Zu deiner Zeit war auch alles noch in Schwarz-Weiß.

Alle neueren Gehäuseformen sind metrisch. 50 oder 100 mil Raster lassen 
sich problemlos metrisch handhaben.
Die Reise geht eindeutig in Richtung metrisch, da sollte man sich nicht 
abhängen lassen.

von Arne (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> Und heute werden Stecker mit 5.04mm offen angeboten ...
[...]
> Ebay-Artikel Nr. 223068122601

Nicht alles glauben, was auf Ebay steht:
https://www.phoenixcontact.com/online/portal/gb?uri=pxc-oc-itemdetail:pid=1898868&library=gben&tab=1

von georg (Gast)


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Wolfgang schrieb:
> Und heute werden Stecker mit 5.04mm offen angeboten ...

Nur dass da im den technischen Angaben (bei ebay!!) steht pitch 5,08 mm. 
Aber wer wird sich denn an solchen Kleinigkeiten aufhalten.

Georg

von Mike (Gast)


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Hallo

Die Pads von SMD-Bauteile sind oft im mil-Raster.
Somit hat man "früher" das CAD-System auch auf mil-Raster gesetzt, damit
man leichter Verbindungen Mittig vom Pad herausführen kann.
Das ist aber Überholt.
Das ist m.E. die Ursache dass das CAD-mil-Raster immer noch verwendet 
wird.

Wenn ich eine Maßskizze bekomme in welcher die Abstände in mm angegeben 
sind,
dann nehme ich für das CAD-System auch mm-Raster.
Bohrungen gebe ich immer in mm an. Wieso in mil?
Ein Hardwareentwickler zeichnet sich nicht dadurch aus dass er mm in mil 
umrechnen kann, sondern dass er ausgehend von einer Vorlage schnell zu 
einem Ergebnis kommt.

mfg
Mike

von Arthur E. (Gast)


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Mike schrieb:
> Die Pads von SMD-Bauteile sind oft im mil-Raster.
> Bohrungen gebe ich immer in mm an. Wieso in mil?

Weil ich mich bei den Einheiten entscheiden musst: Entweder mil oder mm 
- beides gleichzeitig geht hier nicht. Da ALLE meine Bauteile im 
mil-Raster sind, stehen auch die Einheiten auf mil. Folglich sind Bohrer 
nur in mil wählbar.

von Mike (Gast)


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Arthur E. schrieb:
> - beides gleichzeitig geht hier nicht.

Schade, ich kann immer Umschalten zwischen mm und mil.

Arthur E. schrieb:
> Wenn ich z.B. die Beine eines THT-Bauteils mit 0.83mm messe (und es soll
> mit möglichst wenig Spiel in der Platine sitzen), welche Bohrergröße in
> mil wähle ich?

Ich nehme immer 0.2mm größer. Hier dann 1mm(40mil Eingeben).

mfg
Mike

von georg (Gast)


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Arthur E. schrieb:
> Da ALLE meine Bauteile im
> mil-Raster sind, stehen auch die Einheiten auf mil. Folglich sind Bohrer
> nur in mil wählbar.

Was hast du für eine Steinzeit-Software? MSDOS? Dass man heutige Systeme 
nicht jederzeit umschalten kann glaube ich dir nicht, wahrscheinlich 
weisst du nur nicht wie.

Georg

von Kielschwein (Gast)


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Ich weiß ja nicht, was der Grund ist, dass Deine Bauteile möglichst 
stramm sitzen sollen, aber wenn es darum geht, dass Du die Baugruppen 
komfortabel von Hand löten willst, ohne dass die Bauteile beim Drehen 
der Platine plötzlich schief sitzen oder herausfallen, dann liegt die 
Magie nicht im Durchmesser, sondern in der Anordnung der Bohrungen.

Bei Steckverbindern mache ich es recht oft so, dass zwei bis vier 
Bohrungen nicht exakt auf einer Linie mit den anderen sitzen, sondern 
leicht versetzt.
Das kann man genauso auch mit ICs machen.

Das sieht dann für ein gutes Auge manchmal "krum und schief" aus, der 
AHA Effekt kommt aber, wenn das Bauteil eingesetzt wird ;)

Auf diese Weise kann ich inzwischen alle SMD bestückten Platinen, bei 
denen noch Stiftleisten oder andere THT Bauteile nachgelötet werden 
müssen, ohne besondere Vorrichtungen, Kissen, etc. arbeiten. Super 
easy...

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