Forum: Compiler & IDEs Gibt es sowas wie "Visual Linux"?


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von Honten Blamka (Gast)


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Siehe oben.

Also eine grafische Oberfläche wie bei Microsoft Visual Studio nur mit 
dem man ein Linux zusammenstellen kann (z.B. auf einem Raspberry PI) um 
nur die Treiber bzw Komponenten zu starten die man braucht?

von samuel (Gast)


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Ich kenne Visual Studio leider nicht, und weiß daher nicht exakt was man 
dort konfigurieren kann.

buildroot -> menuconfig
yocto -> Texteditor + Config Files (ist auch grafisch :D)

Das sind die beiden aktuellen Projekte um Kernel+RootFs für Embedded 
Linux zu bauen.

von MaWin O. (mawin_original)


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Honten Blamka schrieb:
> um nur die Treiber bzw Komponenten zu starten die man braucht?

Es werden immer nur die Treiber geladen, für die eine Hardware vorhanden 
ist. Das ist in den Linux Kernel bereits integriert.

Was meinst du mit "Komponenten"?
Falls du Services meinst, kannst du in einem beliebigen Programm zur 
Anzeige der laufenden Prozesse (z.b. htop) schauen was läuft. Einzelne 
Services deaktiviert man mit 'systemctl disable XXX'.

von Honten Blamka (Gast)


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MaWin O. schrieb:

> Es werden immer nur die Treiber geladen, für die eine Hardware vorhanden
> ist.

Aber nicht gebraucht wird. Ich benötige weder Audio noch Video. Ich 
brauche nur WLAN, kein Bluetooth. Und auch kein HDMI (mir reicht SSH).

von Honten Blamka (Gast)


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Nachtrag:
und ich benötige es nur für einen Raspberry Pi typ. Nicht für alle Pi 1 
2 3 4 +-*%

von samuel (Gast)


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Was benutzt du denn aktuell als Betriebssystem?
Was stört dich denn daran, das die restlichen Treiber und "Komponenten" 
geladen werden?

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Da wuerd' ich mal sagen: Die graphische Oberflaeche, die du suchst, ist 
das LFS und das BLFS Book. :-)

Gruss
WK

von Jack V. (jackv)


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Natürlich kannst du dir das OS für deinen Raspberry Pi so anpassen, wie 
du möchtest. Das Problem wird wahrscheinlich sein: es ist nix mit 
„visual irgendwas“. Man konfiguriert und baut sich den Kernel, wie man 
ihn braucht, packt noch das dazu, was man an Software nutzen möchte 
(incl. benötigter Libraries), packt das Ganze auf ’ne SD-Karte, 
konfiguriert es so, dass es sinnvoll bootet und fertig. So ganz ohne 
Vorkenntnisse dürfte man das in wenigen Monaten hinbekommen.

Edit: LFS ist ’n gutes Stichwort, ja

Es sieht aber eh eher nach ’nem X/Y-Problem aus – sinnvoller wär’s 
daher, mal zu schreiben, was es denn werden soll.

: Bearbeitet durch User
von samuel (Gast)


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Wahrscheinlich ist der TO bereits mit raspberry os lite statt der 
vollversion ausreichend bedient.

von Gentoo (Gast)


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Je nachdem, um welche Hardware es sich handelt, ist ggf. schon auch 
empfehlenswert, die nötigen Treiber zu haben. Zum Beispiel um die 
Hardware gezielt zu deaktivieren und damit Strom zu sparen. Kommt auf 
den Einzelfall an.

Aber prinzipiell:
Wenn Du die paar KB sparen willst, Kernel-Sourcen installieren => make 
config/menuconfig/xconfig => benötigte Treiber wählen => initrd neu 
zusammenbauen => hoffen, dass man nix vergessen hat...

von PittyJ (Gast)


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Ich bau mir aus dem Auto auch nicht die Rückbank aus, nur weil ich 
meistens alleine damit fahre. (auf der Rückbank hat noch keiner 
gesessen)
Und so lasse ich den Bluetooth Treiber auch drin. Das Ausbauen ist mir 
zu kompliziert, da kann ich mit der Zeit etwas besseres anfangen. Und 
diese paar KBytes, die der Treiber belegt... Wir sind nicht mehr bei 
MS-Dos mit 640 K.

von Jack V. (jackv)


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PittyJ schrieb:
> Ich bau mir aus dem Auto auch nicht die Rückbank aus, nur weil ich
> meistens alleine damit fahre.

Ich schon (mehr Platz im Kofferraum). Und ich halte auch das Anliegen, 
ein schlankes, hochangepasstes System haben zu wollen, für legitim und 
umsetzbar. Nur mit dem Zusammenklicken, wie‘s die Frage nach „visual“ 
impliziert, wird’s halt nix. Ob’s hier sinnvoll ist, lässt sich ohne 
weitere Informationen nicht sagen – wahrscheinlich nicht, aber 
ausgeschlossen ist’s eben auch nicht.

: Bearbeitet durch User
von Udo Neist (Gast)


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Es gibt eine Blacklist für die Kernelmodule. Unter Raspberry Pi OS 
(ehemals Raspbian) einfach eine Datei blacklist-user.conf (Beispielnamen 
für die Datei, kann auch anders heißen) und dort in eine Zeile
blacklist kernelmodul

das entsprechende Kernelmodul vom Laden ausschliessen. Das geht nicht 
mit jedem Modul, aber mit den meisten. So kannst du z.B. Audio 
abschalten. Neustart ist dann aber erforderlich. Für das Entfernen von 
Modulen im laufenden Betrieb verwendet man rmmod.

PS: Unter Linux ist der Ressourcenverbrauch deiner genannten Module 
vernachlässigbar, also warum dann so ein Aufwand betreiben?

von Marc H. (marchorby)


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PittyJ schrieb:
> Ich bau mir aus dem Auto auch nicht die Rückbank aus, nur weil ich
> meistens alleine damit fahre. (auf der Rückbank hat noch keiner
> gesessen)

ich habe das schon mehrfach bei meinen Spaßautos gemacht! Sogar zu lange 
Schrauben im Innenraum abgeflext, Polster raus. Alles was man bei max 2 
Personen nicht braucht. Resultat: imens großer Kofferraum und ein auto 
das

1.) zum Offroader wird (geht aus den Federn)
2.) nur noch 7 Liter Super bei 200 PS braucht
3.) nicht einmal den Komfort einbüst.

Aber man ist ja dumm wenn man so etwas macht... (oder wird man zum 
Konsumverweigerer?)

> Und so lasse ich den Bluetooth Treiber auch drin. Das Ausbauen ist mir
> zu kompliziert, da kann ich mit der Zeit etwas besseres anfangen. Und
> diese paar KBytes, die der Treiber belegt... Wir sind nicht mehr bei
> MS-Dos mit 640 K.

Nur weil ich genug Geld habe, bedeutet es nicht dass ich es ausgeben 
muss...

von Roland F. (r_fischer)


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Du kannst jeden Pi als Headless konfigurieren.
Nachträglich geht das mit 'raspiconfig'.
Kernelmodule Blacklisten wurde bereits genannt.
Der Grafikteil des Pi (erzeugt HDMI und Sound) habe ich noch nie
versucht Abzuschalten, bisher hat Bluetooth und Wlan Abschalten mir 
immer
gereicht. Aber eine Interessante Frage, da die GPU ja auch noch für 
andere zwecke benötigt wird.

Welchen Pi und welches OS benutzt du denn?

: Bearbeitet durch User
von MaWin O. (mawin_original)


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Hardware zu und abschalten geht beim Raspberry Pi per /boot/config.txt 
und device tree overrides (dtb) in /boot

von Wolfgang H. (drahtverhau)


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Nimm visualstudio und erstellt deine Oberfläche mit Xamarin und dotnet 
Core... Fertig...

Beitrag #6327111 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Yalu X. (yalu) (Moderator)


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Gentoo schrieb:
> make config/menuconfig/xconfig

Der Vollständigkeit halber: make nconfig/gconfig gibt es auch noch.

menuconfig und nconfig sind halbgrafisch (auf ncurses basierend),
xconfig und gconfig "richtig" grafisch (auf Qt bzw. GTK+ basierend).

: Bearbeitet durch Moderator
Beitrag #6327167 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Zombie (Gast)


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wenn es dir um den stromverbraucht geht:
https://learn.pi-supply.com/make/how-to-save-power-on-your-raspberry-pi/

USB-Hub und LAN deaktivieren, bringt anscheinend am meisten.

Beitrag #6327196 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Kilo S. (kilo_s)


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Zombie schrieb:
> USB-Hub und LAN deaktivieren, bringt anscheinend am meisten.

Und wie soll er dann den pi über SSH Steuern wenn er LAN/WLAN 
abschaltet?

Tastatur scheidet bei abgeschalteten USB natürlich auch aus...

von Zombie (Gast)


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Kilo S. schrieb:
> Und wie soll er dann den pi über SSH Steuern wenn er LAN/WLAN
> abschaltet?

LAN u. WLAN lassen sich unabhängig von einander ein/ausschalten. Nur USB 
und LAN hängen zusammen.

von Roland F. (r_fischer)


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MaWin O. schrieb:
> Hardware zu und abschalten geht beim Raspberry Pi per /boot/config.txt
> und device tree overrides (dtb) in /boot

Da hast du natürlich recht mit.
Genau so habe ich Bluetooth abgeschaltet und noch ein paar Einstellungen 
vorgenommen.

/boot/config.txt
# Disable Bluetooth
dtoverlay=pi3-disable-bt

# more current on usb enable
max_usb_current=1

# Disable rainbow image at boot
disable_splash=1

wenn man das neuste RaspianOS verwendet, ist Wlan ebenfalls Abgeschaltet
und man wird dazu aufgefordert seine Landeseinstellungen zu machen damit
es Regulatorisch Legal läuft.
Das sieht dann so aus auf meinem Rasp3:
(Linux rasp3 4.19.118-v7+ #1311 SMP)

Wi-Fi is currently blocked by rfkill.
Use raspi-config to set the country before use.

von Sven B. (scummos)


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Die Frage ist komisch. Visual Studio ist eine Entwicklungsumgebung, 
damit entwickelt man Software. Du suchst offensichtlich was, um ein 
Linux zu konfigurieren. Ok.

Das "warum" erschließt sich allerdings überhaupt nicht -- dein Vorhaben 
ist komplette Zeitverschwendung. Du kannst 10 Tage deines Lebens 
investieren um von dem GB RAM deines Pi vielleicht 1 MB zu sparen. 
Super.

von Kut II. (Gast)


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von Roland F. (r_fischer)


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Dergute W. schrieb:
> Moin,
>
> Da wuerd' ich mal sagen: Die graphische Oberflaeche, die du suchst, ist
> das LFS und das BLFS Book. :-)
>
> Gruss
> WK

Das ist ein sehr Hilfreicher Ansatz!
Kannte ich noch nicht und arbeite mich nun durch, danke.

von S. R. (svenska)


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Beachte, dass LFS auf den üblichen Verdächtigen (coreutils, bash, etc.) 
aufbaut. Für Embedded-Zwecke gibt es da Toybox bzw. Busybox, die einen 
Großteil der normalen Tools in einem kleinen Paket bereitstellen.

Die dort vorhandenen Tools sind hinreichend vollständig und 
standardkonform und es gibt auch einige kleinere Distributionen, die 
darauf aufsetzen. Projekte wie buildroot nehmen die auch.

Toybox und Busybox machen die Entwicklung einer eigenen Distribution 
wesentlich einfacher als LFS.

Nachtrag: Schau mal hier:
https://github.com/landley/toybox/blob/0.8.3/scripts/mkroot.sh
Linux + Toybox = "bootable distribution" (natürlich ohne Grafik).

: Bearbeitet durch User
von Dirk (Gast)


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Bin damals über Yocto + Toaster gestolpert, benutzt hab ich es nicht.

https://www.yoctoproject.org/software-item/toaster/

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Kommt auf die Zielsetung an. LFS/BLFS ist halt eher ein Grundkochbuch, 
yocto,buildroot etc. eher das SuperMaxiMenue im Restaurant zur goldenen 
Moewe. Oder ne Tiefkuehlpizza oder CurryKing.
Ich persoenlich vermeide busybox wenn's nicht unbedingt aus 
Platzgruenden garnicht nicht anders geht. Hab' da schon zu viel an 
"lustigen Effekten" mitgekriegt und selbst gehabt.
ymmv.

Gruss
WK

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