Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Schutzbeschaltung


von Mot (Gast)


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Hallo!

Ich möchte für eine Eigenbau-PWM-Motorsteuerung (dazu später in einem 
eigenen Thread mehr) eine kleine Bedieneinheit bauen, die ein 
Punktmatrix-Display und ein paar Taster haben soll.
Diesen will ich mit einem 2 Meter langen 15-poligen DSUB-Kabel anbinden.

Das Display ist dieses:
https://www.reichelt.de/lcd-modul-2x16-h-9-6mm-ge-gn-m-bel-lcd-pm-2x16-10-a-p197517.html?&trstct=pol_6&nbc=1

Auf der Controller-Platine werkelt ein ATmega8.


Meine Frage ist: welche Schutzbeschaltung würdet ihr

- auf Controller-Seite
- auf der Seite der Bedieneinheit

empfehlen?
Vielleicht könntet ihr auch ICs empfehlen, die einen fertigen 
(Überspannungs-)schutz darstellen, ohne dass man großartig einzelne 
Bauteile für jede Leitung anbringen muss...

(ELKO+KERKO werden zur Spannungsstabilisierung selbstverständlich 
vorgesehen...)

Weitere Tipps sind ebenfalls sehr willkommen!

Danke im Voraus!


PS: Bei meinem Vorhaben handelt es sich um den Bau eines 
Akku-Rasenmähers.
Wenn ich die Steuerplatine fertig habe, möchte ich euch in einem eigenen 
Thread um Kontrolle bitten. Als Dank werde ich nach der Fertigstellung 
das gesamte KiCAD-Projekt zur Verfügung stellen, falls gewünscht.

von MaWin (Gast)


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Überspannungsschutz ist nicht unbedingt notwendig, als Kabel wirst du ja 
wohl so etwas wie ein 2m langes altes Centronics Parallel Druckerkabel 
geschirmt verwenden. Etwas Sicherheit gegen induzierte Spannungen die 
über die Eingangsschutzdioden der ICs abgeleitet werden und diese ggf. 
in LatchUp treiben bringen Serienwiderstände in den Leitungen ausser in 
VCC und GND. Also 330 Ohm auf beiden Seiten in der Leitung vor den IC.
Die Taster werden wohl ohne IC ander Leitung hängen, da entfällt der 
Widerstand.
Man könnte noch über EMV Pi Filter nachdenken um die Flankensteilheit 
gering zu halten und einstreuendes UKW abzuhalten, aber die 330 Ohm 
wirken mit der Leitungskapazität fast so gut.

von Mot (Gast)


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Danke für deine Antwort!

Ok, dann nur 330 Ohm Widerstände auf beiden Seiten und die Kondensatoren 
an der VCC und GND Leitung. (470µF ELKO + 100nF KERKO beim Display, nur 
100nF KERKO auf der Steuerung, damit werden die HF-Induktionen wohl mehr 
oder weniger gut kurzgeschlossen.)

von MaWin (Gast)


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Mot schrieb:
> 470µF ELKO

Was willst du mit so einem fetten Elko am Display, der lädt sich so 
langsam auf, dass er den PowerOnReset des LCD Controller IC gefährdet. 
Wenn dir 100nF nicht reichen, nimm maximal 4u7.

von Mot (Gast)


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Naja, es gibt doch die Faustregel, dass man 4700uF pro Ampere nimmt.

Das LCD hat auch eine Hintergrundbeleuchtung, deren Strombedarf ich auf 
100mA geschätzt habe...

Zugegebenermaßen weiß ich noch nicht, ob ich die Hintergrundbeleuchtung 
verwende. Wollte aber für den Fall vorgesorgt haben...

von Mot (Gast)


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Ich sehe im Datenblatt, dass ich die Beleuchtung sogar unterschätzt 
habe...
Sind sogar bis zu über 400mA...

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Mot schrieb:
> Naja, es gibt doch die Faustregel, dass man 4700uF pro Ampere nimmt.
Und woher kommt diese Faustformel? Wofür wird sie angewendet? Warum 
passt die an dieser Stelle nicht?
Merke: Faustformeln passen nur auf das Auge, für das sie vorgesehen 
sind.

> Wollte aber für den Fall vorgesorgt haben...
Kannst den C ja immer noch weglassen oder auf 4,7µF verkleinern...

Mot schrieb:
> (ELKO+KERKO werden zur Spannungsstabilisierung selbstverständlich
> vorgesehen...)
Kondensatoren können eine Spannung im Grunde eigentlich nicht 
"stabilisieren", sondern bestenfalls "puffern". Stabilisiert wird die 
Spannung von irgendeinem Regler.

von Peter R. (Gast)


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Mot schrieb:
> Naja, es gibt doch die Faustregel, dass man 4700uF pro Ampere nimmt.

Das galt vor Urzeiten, für den Ladekondensator hinter der 
Gleichrichterbrücke eines Netztrafos, wenn man mehrere V (ca.6V Uss) 
Welligkeit am Ladekondensator zulassen konnte.

Woher sollten die von einem Elko abfederbaren Spannungseinbrüche bei 
einem akkubetriebenen Gerät kommen?
Wenn bei einem Akku die Spannung unter eine bestimmte Grenze sinkt, kann 
das kein ELKO abfangen. Da muss die brown-out-Vorrichtung des 
Kontrollers einschreiten. (der Akku hat wesentlich mehr C als jeder 
Elko)

Wegen des Stützkondensators sollte man zwischen Beleuchtung und LCD-IC 
unterscheiden. Der Beleuchtung sind Spannungseinbrüche ganz egal,nur die 
LCD-Elektronk braucht evtl. den Schutz gegen Einbrüche.
Also evtl. Beleuchtung direkt an Spannungsquelle. Über Diode dann den 
Stützkondensator anschließen, der bei Spannungseinbrüchen die ICs 
versorgt.

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