Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Was macht man mit alten Feilen


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Schrub schrub schrub (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Was macht man mit alten stumpfen Feilen? Außer in den Muell werfen?
Zu was kann man die noch sinnvoll weiter verwenden? Kann man die 
schärfen?

:
Beitrag #6343360 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Mario M. (thelonging)


Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Schärfen...
Sowas hat früher ein Feilenhauer gemacht.
Der Stahl wird erst angewärmt, damit man die alte Zahnung abschaben 
kann.
Dann wird neue Zahnung gehauen und dann wieder gehärtet.

Bei einer genügenden Menge alter Feilen würde ich das einfach mal zum 
Verkauf anbieten.
Es gibt so einige (Hobby)schmiede, die sich daraus
auch Damaststahl schmieden.
Zusammen mit Federn und wat nich alles.
Hauptsache interessante Muster...

Beitrag #6343400 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Johannes R. (oa625)


Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Mario M. schrieb:
> Bring sie zum Feilenhauer:

In Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) gab es zu meiner Lehrzeit 1967-70 
auch noch einen Feilenhauer. Lange ists her...

Mit viel Geduld und ebensoviel Kühlwasser lassen sich aus alten Feilen 
Drechselstähle schleifen.

OT: Der Schmied in der Berufsschule schmiedete Ringe alter Kugellager zu 
Schabern um, die wegen ihrer Standzeit bei uns Lehrlingen heißbegehrt 
waren.

MfG
Johannes

von Georg A. (georga)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
An Homeshopping-Kanäle verkaufen, damit die Wunderbohrerverkäufer immer 
ein paar Feilen zum Durchbohren haben...

von René F. (therfd)


Bewertung
4 lesenswert
nicht lesenswert
Schrub schrub schrub schrieb:
> Was macht man mit alten stumpfen Feilen? Außer in den Muell werfen?
> Zu was kann man die noch sinnvoll weiter verwenden?

Azubis geben und einen U-Stahl aus einem Block feilen lassen.

von Andreas M. (elektronenbremser)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Blumenfreund schrieb im Beitrag #6343360:
> Feilchenstrauß
Der ist gut

Sven L. schrieb im Beitrag #6343400:
> Feilserver
und der auch

von Bürovorsteher (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Beim Neukauf einfach in Zahlung geben.

von Rote T. (tomate)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Georg A. schrieb:
> An Homeshopping-Kanäle verkaufen, damit die Wunderbohrerverkäufer
> immer
> ein paar Feilen zum Durchbohren haben...

Da braucht man nix Wunderbohrer, geht mit jedem Hartmetallbohrer und 
einer Maschine mit gut Drehmoment.

von ulli (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Auf ebay verkaufen. Da gibts fast den Neupreis dafür.

von Bernd (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Schrub schrub schrub schrieb:
> Zu was kann man die noch sinnvoll weiter verwenden?

Du könntest die Feilen mit Blattfederstahl feuerverschweißen, 
ausschmieden, falten, usw. und so ein feines Küchenmesser machen. Oder 
schenk sie jemand, der das macht.

Gruß, Bernd

von Holger L. (max5v)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn es sich bei den Feilen um einen kohlenstoffreichen Stahl handelt, 
man gerne zündelt oder ein kreatives Geschenk für solche Leute haben 
möchte, käme ein Schlageisen in betracht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerstahl

Hier noch eine Anleitung sowie Test: 
Youtube-Video "How To Make A Flint And Steel, Steel Out Of A $2 Flea Market Nicholson File"

von Feilhaber (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Alte stumpfe Feilen werden mit Feilenöl wieder bissig gemacht.

von diddih (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
>Azubis geben und einen U-Stahl aus einem Block feilen lassen.
Oh bist du witzig

von Harald W. (wilhelms)


Bewertung
-4 lesenswert
nicht lesenswert
Blumenfreund schrieb im Beitrag #6343360:

> Du könntest sie zu einem Feilchenstrauß binden

Ich dachte immer, Feilchen werden in Kuchen eingebackenn...

von sid (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Harald W. schrieb:
> Ich dachte immer, Feilchen werden in Kuchen eingebackenn...

oder schlicht gehauen ...

Ich würd mit einer kleinen den Versuch wagen, sie selber neu zu 
bezahnen;
weichglühen
mit scharfem Meissel und Geduld Zähne neu hauen;
härten, anlassen, fertig.
Und ja, das ist Tagwerk, und nicht in ein paar Minuten erledigt.

Ansonsten kann man sich in der Tat gute Messer daraus schmieden, auch 
ohne sie mit xyz zu verfalten um Damastklingen zu schmieden.
weichglühen, ausschmieden, schleifen, härten, anlassen, schärfen und 
Griff dran.
Ebenfalls Tagwerk, aber anderes Ergebniss.

Oder sich irgendein anderes Werkzeug daraus machen, der Stahl ist gut,
es braucht aber fast immer eine Esse, und manchmal eben auch einen 
Schmiedeamboss für die 'Umformung'

Natürlich kann man auch flüssigekühlt solange wegschleifen bis man sich 
n Zahnstocher geschnitzt hat, die Frage ist nur, wieviel Sinn macht das?
Mir persönlich erschliesst sich der Kaltabtrag nicht so recht;
abgesehen mal vom wohlbekannten "letzten Schliff"

Naja, guter Werkstoff: endlose Möglichkeiten!

gute Feilen hat man nie genug, deswegen bin ich für Runderneuerung.
Und falls man keinen Feilenhauer mehr finden kann, muss man selber ran;
wird vermutlich nicht so perfekt, aber brauchbare Ergebnisse kann man 
sicherlich erzielen.

'sid

von michael_ (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Schmeiße sie in den Schrottkontainer der Feuerwehr.

Und schau nach, ob da nicht gute Feilen zum mitnehmen liegen.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Feuerwehren machen jetzt auch in Schrott?

von g457 (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert

von michael_ (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
● J-A V. schrieb:
> Feuerwehren machen jetzt auch in Schrott?

Hier bei den FF im ländlichen Raum gibt es das oft.
Ist eine gute Sache. Nicht offiziell.

Zur Not kann man ein Drechseleisen daraus schleifen.
Oder einen Schaber.

von Old P. (old-papa)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Du darfst mir die gerne zuschicken, Porto übernehme ich.
Nach dem Glühen hat man gutes Material für alles Mögliche.

Old-Papa

Beitrag #6344294 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6344306 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6344350 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6344366 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Matthias L. (limbachnet)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hätt ja eher vermutet,  da sei jemand ACHTkantig rausgeflogen...

Beitrag #6344382 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6344401 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6345031 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Edi M. (edi-mv)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
René F. schrieb:
> Schrub schrub schrub schrieb:
>> Was macht man mit alten stumpfen Feilen? Außer in den Muell werfen?
>> Zu was kann man die noch sinnvoll weiter verwenden?
>
> Azubis geben und einen U-Stahl aus einem Block feilen lassen.

Da kommen Erinnerungen hoch... sowas gab's wirklich.
Wer kennt's noch ?

Ich hatte sowas. Erst in der Schule, UTP- Unterricht ("Unterricht in der 
technischen Produktion").
Später in der Lehre. Als Elektroniker durften wir die gesamte 
Metallbearbeitung durchnehmen. Zum Anfang ebenfalls diese beliebte 
Feilübung.
3 Wochen für ein solches Teil, jeden Tag 1- 2 Stunden am Schraubstock.

Ein Block war's allerdings nicht, es waren total rostige Bahnschienen- 
Profile, eine dicke und eine dünne Seite, viel Material zu zerspanan, 
ein  perfektes 90°- U- Profil herzustellen, war eben die Aufgabe.
Die Oberflächen durften keinesfalls einen Buckel haben. Ständig kam der 
Lehrmeister mit dem Haarlineal.
Eigentlich mit der langen Feile ein Unding, es geht aber: die Oberfläche 
leicht nach innen gewölbt- das war Königsklasse, das wollte er sehen.

Wer durfte noch so feilen ?

: Bearbeitet durch User
Beitrag #6345236 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Old P. (old-papa)


Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
>...
> Wer durfte noch so feilen ?

Mach ich heute noch... ;-)
Nicht aus Eisenbahschienen, aber trotz inzwischen drei großer 
Fräsmaschinen bin ich mit einer Feile häufig schneller. Ehe die Fräse 
gerüstet ist, hängt die Feile längst wieder am Haken.

In unserer Lehre durfen wir als erstes Bleche schnipseln, befeilen, 
bohren und dann daraus Kabelschellen/Rohrschellen biegen. Das Ganze 
bitte nach Stückzahl!

Old-Papa

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Icke schrieb im Beitrag #6345236:
> Einige waren vorbelastet, die dürften dann sogar an die Drehbank.

Auf ein paar recht klapprigen polnischen Drehbänken habe ich in der 9. 
Klasse Gewindestangen abgestochen. ;-)

Aber, so klapprig, wie die Dinger waren: gegen die Spielzeugdrehbank, 
die ich jetzt im Keller stehen habe, waren sie ein Fels in der Brandung. 
Mit dem kleinen Ding ist Abstechen nahezu unmöglich, weil sich das Bett 
ratzbatz verwindet.

Beitrag #6345248 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6345252 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Icke schrieb im Beitrag #6345252:
> Und die Drehmeissel abgebrochen?

Nicht, dass ich mich erinnern könnte. Ich glaube, am ehesten schaffte 
man es dann, die Gewindestange zu schrotten oder sowas, ist aber zu 
lange her.

Aus den Stangen und ein paar Metallblöcken wurden 
"Parallelschraubstöcke" gemacht, naja, eher so eine Art Schraubzwinge.

von René F. (therfd)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Da kommen Erinnerungen hoch... sowas gab's wirklich.
> Wer kennt's noch ?

Als Elektroniker ist mir das Gottseidank erspart geblieben, kenne solche 
Horrorgeschichten nur von befreundeten Metallern. Gut dafür wurden wir 
anderweitig gequält, wir haben wochenlang Löt- und Drahtbiege- Übungen 
gemacht, wenn eine Übung fertig war mussten wir alle Bauteile vom 
Lochraster entlöten, das Zinn so gut es geht entfernen und mit 
Sandpapier die Platine abschleifen. Auch nicht wirklich besser, nur 
nicht so körperlich anstrengend.

Beitrag #6345276 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Kurt Pahl (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Jedes Jahr wieder: Im Zuge der Berichterstattung zum Beginn des neuen
Ausbildungsjahres - was sieht man da ? Richtig, eine Lehrwerkstatt, in 
der ein Dutzend Lehrlinge feilt....
Wenn dermaleinst Aliens diese Berichte auffangen, müssen sie glauben, 
auf der Erde werden ganze Werkstücke und Industrieanlagen aus massiven 
Metallblöcken herausgefeilt...

von Edi M. (edi-mv)


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Kurt Pahl schrieb:
> Wenn dermaleinst Aliens diese Berichte auffangen, müssen sie glauben,
> auf der Erde werden ganze Werkstücke und Industrieanlagen aus massiven
> Metallblöcken herausgefeilt...

Na ja... manchmal wurde das ja auch...
:-)

Herbärtiger schrieb im Beitrag #6345276:
> Edi M. schrieb:
>
>> Wer durfte noch so feilen ?
>
> Wir haben uns wenigstens bei diesen Feilereien nützliche Werkzeuge für
> uns selbst herstellen dürfen. Z.B. einen niedlichen Amboß aus
> Feldbahngleismaterial oder einen Maschinenschraubstock.

Wow- einen ganzen Schraubstock ? Das ist schon was. Schätze, den hält 
man in Ehren. Haben Sie den noch ? Vielleicht ein Foto ?

René F. schrieb:
> Gut dafür wurden wir
> anderweitig gequält, wir haben wochenlang Löt- und Drahtbiege- Übungen
> gemacht, wenn eine Übung fertig war mussten wir alle Bauteile vom
> Lochraster entlöten, das Zinn so gut es geht entfernen und mit
> Sandpapier die Platine abschleifen. Auch nicht wirklich besser, nur
> nicht so körperlich anstrengend.

Das kam nach der Metall- Ausbildung.
Und der Ausbilder hat uns mit satanischem Gesichtsausdruck Draht- Gitter 
zwischen Lötösenleisten löten lassen, und alle Lötstellen mußten gleich 
und nahezu perfekt geformt sein.

Übrigens- meine WAREN perfekt.
Ich habe... beschissen. Im Becher mit Kolophonium hatte ich in einer 
Ecke etwas... LÖTFETT... !!!
Der Mann schnappte sich den Becher, glubschte rein... nein.. er fand es 
nicht ! Mit bärbeißigem Gesicht stellte er den Becher wieder hin, ging 
wieder nach vorn, und seine Blicke sagten: "Ich weiß, daß Du beschissen 
hast !".
OK, wenn ich in die ewigen Stromkreise eingehe, wird er wohl schon auf 
mich warten...
:-|

Dann kam eines Tages eine Auswahl- die besten Löter sollten zu 
Studiotechnik Rundfunk- Top Job damals.
KEINER schaffte es. Drei Kandidaten, die wirklich top löteten, befand 
man "einigermaßen", und die wurden verdonnert; 3 Wochen jeden Tag 8 
Stunden nur diese Gitter und andere Übungen. Und selbst dann bekamen die 
miese Bewertungen.
Aber hatten dann den Job.

Ja, Metallbearbeitung, Maschinen- Umgang, Löten - damals Quälerei, aber 
gut, daß man uns das beigebracht hat- ich baue viel, und Chassis und 
Gehäuse baue ich immer selbst.

von Old P. (old-papa)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Neugierig schrieb im Beitrag #6345248:
>
> Zeige uns doch bitte ein paar Beispiele was Du daraus machen konntest.

Die sind längst irgendwo verbaut. Zuletzt ein paar "Mitnehmersteine" für 
eine Fräsmaschine für einen Freund.

Old-Papa

Beitrag #6345373 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Edi M. (edi-mv)


Angehängte Dateien:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Herbärtiger schrieb im Beitrag #6345373:
>> Wow- einen ganzen Schraubstock ? Das ist schon was. Schätze, den hält
>> man in Ehren. Haben Sie den noch ? Vielleicht ein Foto ?

> Nein leider nicht, den (und noch andere Sachen) habe ich bei einem Umzug
> eingebüßt.

Ist ja schade...

Ich habe sogar mein allererstes Werkzeug, das ist zwar gekauft, aber 
immerhin.
Allerdings habe nicht ich die Werkzeuge verwahrt, sondern meine Mutter.
Liegt jetzt aber in der Vitrine.
Hatte ich hier schon mal eingestellt, einen Lötkolben für den Gasherd 
(!)und einen Mini- Schraubstock.
Und für den hatte ich ein halbes Jahr das Taschengeld zusammengespart- 
der kostete EVP 8,55 M (EVP: Endverbraucherpreis, M: DDR- Mark).

von Edi M. (edi-mv)


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab's mal aus der Vitrine geholt- dieses Stück ist wirklich durch 
Feilen aus einem Block entstanden !
Größe 25 x 25 x 100 mm.

Da waren etwa 15mm von jeder Seite wegzunehmen, der Ur- Block war von 
einen 40 x 40- Eisenvierkant geschnitten. Das hieß einige Wochen feilen.

Gehörte meinem Alten, der war einst Technologe in einem 
Maschinenbaubetrieb.
Zum Ende seiner Ausbildung mußte jeder ein Gesellenstück oder 
Meisterstück, ich weiß nicht, ob er den Meister hatte) von Hand 
fertigen.
Das Werk ließ diese Teile dann sogar verchromen !

: Bearbeitet durch User
von Maxe (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Im Praktikum musste ich auch ne Woche Feilen. Als ich damit fertig war, 
kamen gerade neue Azubis, die hattens haerter, mehrere Wochen Feilen am 
Stueck. Einer hat sich besonders schwer getan und der Stahl ist mit 
jedem Millimeter immer runder und krummer geworden. Es stand die Drohung 
im Raum, ist man auf Zielmass und die Flaechen sind zu rund, muss man 
mit einem neuen Stueck von vorne anfangen.
Ich war grad an der Fraese und als der Meister nicht zugegen war kam der 
Azubi mit seinem U-Stahl an. Das Teil wieder eben gemacht und so war er 
mit den andern wieder gleich auf. Happy End.

von Cyblord -. (cyblord)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Wer durfte noch so feilen ?

Was heißt dürfen? Ich bin froh was ordentliches gelernt zu haben wo ich 
nie so einen ABM durchmachen musste. Manche scheinen ja drauf zu stehen.

von Udo S. (urschmitt)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Cyblord -. schrieb:
> Ich bin froh was ordentliches gelernt zu haben

Ansichtssache :-)

Maxe schrieb:
> Im Praktikum musste ich auch ne Woche Feilen.

So ging mir es auch im Grundpraktikum in einer Werkzeugmacherei.
Einen Würfel aus einem Vierkantstück.
Und immer drohte der Haarwinkel.
Aber danach durfte ich auch Drehen, Fräsen, Schleifen, Bohren, 
Gewindeschneiden, Reiben, Härten und und und. Und in den letzten 3 
Wochen ein paar einfache Dinge in der Produktion mithelfen, zusammen mit 
einem Azubi im 3. Lehrjahr.

von Edi M. (edi-mv)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxe schrieb:
> Im Praktikum musste ich auch ne Woche Feilen. Als ich damit fertig war,
> kamen gerade neue Azubis, die hattens haerter, mehrere Wochen Feilen am
> Stueck. Einer hat sich besonders schwer getan und der Stahl ist mit
> jedem Millimeter immer runder und krummer geworden. Es stand die Drohung
> im Raum, ist man auf Zielmass und die Flaechen sind zu rund, muss man
> mit einem neuen Stueck von vorne anfangen.
> Ich war grad an der Fraese und als der Meister nicht zugegen war kam der
> Azubi mit seinem U-Stahl an. Das Teil wieder eben gemacht und so war er
> mit den andern wieder gleich auf. Happy End.

War das in Berlin ? Etwa in den 70ern ? Einer meiner Mitschüler hat mir 
erzählt, daß er sein Werkstück in die Jackentasche gesteckt, nach Hause 
genommen und einem Werkzeugmacher oder Zerspaner in die Hand gedrückt 
hatte. Un d der hatte sogar die vom Lehrmeister so gelobte Ausbauchung 
der großen glattemn Fläche nach Innen imitiert.

Ja, bißchen Schummeln gehörte dazu, Wie im späteren Leben, kam es darauf 
an, daß was Gutes dabei rauskommt.

von c-hater (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
René F. schrieb:
> Schrub schrub schrub schrieb:
>> Was macht man mit alten stumpfen Feilen? Außer in den Muell werfen?
>> Zu was kann man die noch sinnvoll weiter verwenden?
>
> Azubis geben und einen U-Stahl aus einem Block feilen lassen.

Hast du eventuell in der Ex-DDR "Maschinenbauer" gelernt? Das kommt mir 
nämlich sehr bekannt vor, noch nach 40 Jahren erinnere ich mich nur mit 
Grauen an dieses 1. Lehrjahr...

von René F. (therfd)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
c-hater schrieb:
> Hast du eventuell in der Ex-DDR "Maschinenbauer" gelernt? Das kommt mir
> nämlich sehr bekannt vor, noch nach 40 Jahren erinnere ich mich nur mit
> Grauen an dieses 1. Lehrjahr...

Komme aus Franken und musste als Elektroniker-Lehrling in meinem Betrieb 
damals keinen Metallgrundkurs machen (naja hatten nur einen Mechaniker 
in der Firma, dessen Metallgrundkurs für uns bestand daraus uns zu 
erklären wie die Säulenbohrmaschine verstellt und bedient wird und wo 
wir was in der Mechanik-Werkstatt finden), genügend Freunde mussten 
damals aber solche Torturen durchmachen.

Ich denke einen Metallgrundkurs dieser Art gab es überall in 
Deutschland, genauso wie Späße a la „Schnellfeilpaste“.

Beitrag #6345869 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Jay W. (jayway)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Im Erika-Schreibmaschinenwerk haben wir in der Lehrlingsausbildung Ende 
der 80er auch erst einen Hammer gefeilt, dann einen 
Maschinenschraubstock gebaut und an die Unzahl Lötgitter habe ich keine 
Erinnerung mehr...
Aber die dabei erlernten Fertigkeiten sind heute noch nützlich.
In PA (so hieß UTP später) haben wir Aschekästen für Kachelöfen gefaltet 
und punktgeschweißt. Die waren heißbegehrt. In den Jahren kamen auch 
Autoradios (MW und LW), Manikür-/Pedikürsets und Toaster hinzu.
Ich habe ja den Verdacht, dass die Konsumgüterproduktion der volkeigenen 
Kombinate hauptsächlich durch Schüler und Lehrlinge gestemmt wurde. ;-)

Gruß Jay

von Edi M. (edi-mv)


Angehängte Dateien:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Jay W. schrieb:
> Ich habe ja den Verdacht, dass die Konsumgüterproduktion der volkeigenen
> Kombinate hauptsächlich durch Schüler und Lehrlinge gestemmt wurde. ;-)

Nicht hauptsächlich- aber eine gute Prozentzahl war's sicher.

Ein Kofferradio des Typs auf den Fotos (R2130 "Garant") wurde in einer 
Nebenbude von Stern- Radio Berlin von UTP- Schülern, 8, 9. und 10. 
Klasse, fertigmontiert. Ich war schon ausgelernter Facharbeiter, 
leistete einige Wochen "sozialistische Hilfe", die war angesagt, weinn 
ein Betrieb mal Rückstände hatte, ich saß mit in der Reihe, und brachte 
die Kisten zum Laufen, die nicht ansprangen, meist "appe Drähte", oder 
falsch angelötet.
Die Radios, die die Schüler zusammenbauten, gingen zu der Zeit komplett 
in die CSSR. Schon erstaunlich, Exportgeräte von Jugendlichen montieren 
zu lassen.
Immerhin konnten die Mädels ihre Geschicklichkeit beweisen, das Ding hat 
eine Skale aus eine Art Film- Material, das wird mittels zweier Rollen 
gespult, wenn man dass nicht sorgfältig einlegt, reißt der Film.

Ausbeutung war das nicht- dazu waren die Schüler zu langsam, und deren 
Lötkünste... da gabs schon einen Haufen Nacharbeit..
Ich finde, sowas ist aber eine top Aufgabe, Sachen zu bauen, die auch 
wirklich Gebrauchsgegenstände wurden.

Vor einigen Jahren fiel mir so ein Gerät im "Neuzustand" aus alten 
Lagerbeständen zu- das wollte niemand haben... Stern- Radio- typischer 
Fehler: Drehko- Achsen- Lagerbock hoffmnungslos fest, Grund: Fett 
verharzt. Das kriege ich blind repariert... :-)
(Auf dem Foto ist der Lagerbock aus dem Drehkondensator -unter der 
Tuner- Blechabschirmung unten Mitte- ausgebaut, das Antriebsseil ist 
solange mit Drähtchen fixiert, damit die Strippe nicht von den 
Seilrollen springt)

Der AM- Empfangsteil war grenzwertig- empfindlich, aber schwinganfällig.
Läuft bei mir rund um die Uhr, als Monitor. Also haltbar ist es. Und 
schwarzes Gehäuse mit verchromten Knöpfen- mir gefällt's.

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


Bewertung
-5 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Die Radios, die die Schüler zusammenbauten, gingen zu der Zeit komplett
> in die CSSR. Schon erstaunlich, Exportgeräte von Jugendlichen montieren
> zu lassen.

Was regst du dich darüber auf?
Die DDR war für Westler das, was heute Indochina ist.
Heute würden bestimmte Leute schreien, Kinderarbeit.
Keine Sau hat sich darüber aufgeregt, unter welchen Bedingungen wir was 
hergestellt haben, was im Westen für Billiggeld verramscht wurde.
Strümpfe, TV...
Da du auch aus dem Osten kommst, bist du für mich ein typischer 
Wendehals.

Edi M. schrieb:
> Vor einigen Jahren fiel mir so ein Gerät im "Neuzustand" aus alten
> Lagerbeständen zu- das wollte niemand haben... Stern- Radio- typischer
> Fehler: Drehko- Achsen- Lagerbock hoffmnungslos fest, Grund: Fett
> verharzt. Das kriege ich blind repariert... :-)
> (Auf dem Foto ist der Lagerbock aus dem Drehkondensator -unter der
> Tuner- Blechabschirmung unten Mitte- ausgebaut, das Antriebsseil ist
> solange mit Drähtchen fixiert, damit die Strippe nicht von den
> Seilrollen springt)

Bekanntes Problem. Man hat ja auch nicht gedacht, dass das nach 30 
Jahren funktionieren sollte.
Geht einfacher ohne Ausbau.
Man suppt das mit Spiritus oder Tuner600 ein. Danach ein Tropfen Öl.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
michael_ schrieb:
> Da du auch aus dem Osten kommst,
> bist du für mich ein typischer Wendehals.

möchte einer die Mauer wieder haben und im Osten wohnen?

Gerne, bau die man.
dann brauchen wir keinen Wildschweinzaun
gegen die Schweinegrippe mehr

von Edi M. (edi-mv)


Bewertung
4 lesenswert
nicht lesenswert
michael_ schrieb:
> Was regst du dich darüber auf?

Ich habe mich nicht darüber "aufgeregt".
Export sollte aber schon eine gewisse Qualität aufweisen.
Aber wahrscheinlich gab es Abmachungen, daß man die mindere Quali 
liefern konnte, meist Tauschhandel.

> Geht einfacher ohne Ausbau.
> Man suppt das mit Spiritus oder Tuner600 ein. Danach ein Tropfen Öl.

Wenn die Welle im Bock fest ist, funktioniert das nicht.
Und "Einsuppen" von solchen Teilen, Tastensätzen, Potis usw. mit 
Spiritus, und vor allem Wellenschalteröl... das kenne ich zur Genüge.
Das ist Murks.
So manches Gerät wurde dadurch unbrauchbar- jedenfalls wäre eine 
Reparatur faktisch ein Neuaufbau.

Feste Lagerböcke bekam man einfach mit Wärme so gängig, daß man die 
Achse vorsichtig rausdrehen konnte. Verharztes Fett mit Lösemittel 
abwischen, Silikonfett drauf- fertig.

> Da du auch aus dem Osten kommst, bist du für mich ein typischer
> Wendehals.
Für Leute wie Sie habe ich das A- Wort.

von Edi M. (edi-mv)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Für Leute wie Sie habe ich das A- Wort.

Ich meine natürlich Aexperte.

Beitrag #6346161 wurde vom Autor gelöscht.
von Reingefallen (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Zum Altmetall bringen.

Beitrag #6346271 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6346495 wurde von einem Moderator gelöscht.
Dieser Beitrag kann nur von angemeldeten Benutzern beantwortet werden. Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail, Yahoo oder Facebook? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen | Mit Facebook-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.