Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug SMD Löten mit Mikroskop, Mantis Vision oder Kamera?


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von Herbert (Gast)


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Hallo,

das Thema wurde vor ein paar Jahren schon mal gepostet, in der 
Zwischenzeit hat sich vielleicht was mit neuen Produkten getan.

Ich habe eine Lidl-Lichtlupe. Ist soweit OK, könnte aber besser sein. 
Daher schaue ich mich gerade nach Alternativen um, damit ich besser 
sehe, was ich gerade löte. Ich löte meiste 0603-, ab und zu auch mal 
0402-Bauteile. Und bei letzterem wird es für mich schon kriminell, 
selbst mit Lidl-Lupenleuchte.

Was wäre da sinnvoll anzuschaffen? Stereo-Sehen ist nicht erforderlich, 
da ich nur mit einem Auge sehen kann. Somit wird ein Stereo-Mikroskop 
schon mal keinen Sinn machen.

Ideal wäre:
* gute Beleuchtung
* hoher Zoomfaktor
* schnelle Reaktionszeit der Anzeige
* vernünftiger Abstand zwischen Platine und Lupe (sonst kann ich zwar 
was sehen, aber komme mit dem Lötkolben nicht recht ran)

Grüße Herbert

von Martin R. (mme)


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Das mit der Lidl-Lupe verstehe ich. Habe auch eine, die Schraubklemme 
hatte aber schon beim Kauf etwas Rost dran. Gut, daß es in meinem 
Hobbyraum nicht feucht ist...

Nicht gerade die beste Qualität. War aber auch nicht teuer.

Was ist mit Lupenleuchten von Waldmann? Sind sehr teuer. Aber auch gut?
https://www.waldmann.com/home/industrie/produkte/lupenleuchten~8a8181f347628df3014762a70596003b.de.html

von ;) (Gast)


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Martin R. schrieb:
> Was ist mit Lupenleuchten von Waldmann? Sind sehr teuer.

Anscheinend nur für Geschäftskunden käuflich. Verbraucher müssen sich
wohl einen Händler suchen. Mantis ist die Königsklasse und
kaum bezahlbar. Einige wenige Brillenlupen, auch Operationslupen
genannt, könnten brauchbar sein. Einfach mal hier nach
archivierten Threads suchen und die lesen.

von Markus M. (adrock)


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Ich hatte mir so eine Lupenbrille mit angeblich 3,5x Vergrößerung 
geholt.

Sie vergrößert tatsächlich etwas, aber gefühlt eher so 1,5x bis 2,0x. 
Und ich muss sehr nah an das Objekt rangehen, was insbesondere beim 
Löten mit Heißluft nicht so schön ist. Das mag beides aber auch mit 
meiner Fehlsichtigkeit (stark kurzsichtig) zusammenhängen k.A.

Auf jeden Fall taugen USB-Kameras nicht, wenn dann wäre wohl ein 
Mikroskop angesagt. Leider habe ich nicht den Platz für sowas am 
heimischen Schreibtisch - aber wer weiß, wenn der Leidensdruck groß 
genug ist...

Wenn dann sollte es aber wohl wenigstens sowas sein:

https://www.bresser.de/Mikroskopie/Mikroskope/BRESSER-Biorit-ICD-CS-Stereomikroskop-LED.html

Allerdings hat das nur feste Vergrößerungsstufen. Sieht für mich 
baugleich mit dem "Amscope" aus welches von Louis Rossmann empfohlen 
wird ;-)

https://www.amazon.com/-/de/AmScope-SE400-Z-Professional-Microscope-Magnification/dp/B005C75IVM/ref=cm_cr_srp_d_product_top?ie=UTF8

von Pandur S. (jetztnicht)


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Ich habe eine +4.0 Lesebrille und ja, gehe auf 10cm ran. Geht bis 
hinunter zu 0402. Kleiner wird dann langsam auch fuer das Manuelle zu 
klein. Musste ich aber bisher nie.

von Herbert (Gast)


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Markus M. schrieb:
> Wenn dann sollte es aber wohl wenigstens sowas sein:
>
> 
https://www.bresser.de/Mikroskopie/Mikroskope/BRESSER-Biorit-ICD-CS-Stereomikroskop-LED.html
>
> Allerdings hat das nur feste Vergrößerungsstufen. Sieht für mich
> baugleich mit dem "Amscope" aus welches von Louis Rossmann empfohlen
> wird ;-)
>
> 
https://www.amazon.com/-/de/AmScope-SE400-Z-Professional-Microscope-Magnification/dp/B005C75IVM/ref=cm_cr_srp_d_product_top?ie=UTF8

Stereo bringt mir leider nichts, da ich nur auf einem Auge sehe...

von Martin R. (mme)


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;) schrieb:
> Martin R. schrieb:
>> Was ist mit Lupenleuchten von Waldmann? Sind sehr teuer.
>
> Anscheinend nur für Geschäftskunden käuflich. Verbraucher müssen sich
> wohl einen Händler suchen. Mantis ist die Königsklasse und
> kaum bezahlbar. Einige wenige Brillenlupen, auch Operationslupen
> genannt, könnten brauchbar sein. Einfach mal hier nach
> archivierten Threads suchen und die lesen.

Die Waldmann-Lupenleuchten gibts z.B. bei Amazon:
https://www.amazon.de/Waldmann-LED-Lupenleuchte-SNLQ-nicht-lichtgrau/dp/B077WZRYRR

von Markus M. (adrock)


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Herbert schrieb:

> Stereo bringt mir leider nichts, da ich nur auf einem Auge sehe...

Achso sorry, hatte ich überlesen. Hmmm... dann müsstest Du wohl 
irgendetwas haben wo Du seitlich (45 Grad?) stark vergrößert schauen 
kannst.

von Udo (Gast)


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Hatte mal die teure Waldmann- Leuchtlupe (ca. EUR 500,--) .War für mich 
jedoch zum SMD Lôten untauglich, zu wenig Arbeitsraum im Sichtfeld der 
Lupe. Ich hätte jedoch gewarnt sein müssen, da im Prospekt eime Oma die 
Lupe zur Keramikmalerei verwendet......

von Olaf (Gast)


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> Stereo bringt mir leider nichts, da ich nur auf einem Auge sehe...

In diesem Sonderfall waere vermutlich ausnahmsweise mal die Verwendung
einer Kamera die du an deinen Monitor oder PC anschliessen kannst eine
sinnvolle Sache. Kauf aber nicht den billigsten Kram weil dir ein
paar Punkte wichtig sind:

1. Eine Bildwiderholrate von 50 oder 70Hz. Viele billige Teile
   sind ruckelig.

2. Eine gute Mechanik damit die Kamera nicht jedesmal 1min
   wie ein Entenarsch wackelt wenn du an deinen Tisch stoesst.

3. Sie muss gut zu reinigen sein oder es erlauben da ein Filter
   vorzuschrauben. (Loetdaempfe)

Olaf

von Udo (Gast)


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Dafür nehme ich eine Kopfbandlupe.
Grüße
Udo

von Johannes S. (jojos)


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von Hans K. (Firma: privat) (sepp222) Flattr this


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Für den Zweck habe ich ein Stereomikroskop mit Zoom und Vorsatzlinse,der 
Betrachtungsabstand vergrößert sich dadurch auf 160-180 mm.Es bringt 
auch
etwas mit einem Auge,mit 2 Augen Natürlich viel besser.Also Vergrößerung
von 3,5 bis 35.Ohne Vorsatzlinse 7 bis 70.
                                  Gruß Hans

von Pit S. (pitschu)


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Ich benutze seit einiger Zeit so ein Autofocus HDMI Mikroskop:
https://ae01.alicdn.com/kf/HTB1lV01akL0gK0jSZFtq6xQCXXaN/Full-Set-2020-1080P-Industry-Autofocus-SONY-IMX290-Measuring-C-Mount-Video-Microscope-Camera-U-Disk.jpg_220x220q90.jpg

Das Teil hat hervorragende Bildqualität, stufenlose Vergrösserung von 
ca. 10x - 180x und bei Bestückung mit einer Barlow-Linse von 0.3x einen 
Arbeisbereich von bis zu 30cm. Neben diesem gigantischen Arbeitsbereich 
ist der Autofokus genial - man kann die Platine z.B. kippen um die 
Qualität der Lötunegn zu kontrollieren. Das Bild bleibt dabei immer 
scharf und man hat beide Hände während der Arbeit frei.
Kostst zwar, aber lohnt sich.

von Herbert (Gast)


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sieht gut aus. Wo kann man so ein Teil kaufen?

von No Y. (noy)


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AliExpress aus China. Aber kostet rund 500€ und kommt ggf. noch Zoll+ 
MwSt. drauf.

von Pit S. (pitschu)


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Bei einigen Ali Händlern kannst Du über andere Länder bestellen. Ich 
habe z.B. über Spanien bestellt und daher keine Zollformalitäten gehabt.

von Herbert (Gast)


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Hat jemand Erfahrungen mit dem Andonstar AD407 HDMI Digital Microscope 
with 7" LCD Screen? Ist das zum Löten wirklich geeignet?

Im Elektor Newsletter wird es als "SMD-Lötmikroskop mit 7"-Display" 
angepriesen.

von Peter D. (fenstergucker)


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Ich habe das Andonstar ADSM302. Zum Löten kann ich es nur mit einem 
angesteckten HDMI-Monitor verwenden, der hinter dem Mikroskop steht. Der 
eingebaute Monitor ist mir ansonst zu nahe, und ich kann nichts scharf 
sehen. Ich kann auch nur mit einem Auge sehen.
Etwas schlecht ist die geringe Schärfentiefe beim Löten. Das Mirkoskop 
habe ich mit einem billigen Magic-Arm montiert, und die Arbeitshöhe 
reicht so von ungefähr 10 bis 40 cm. Mit dem Mikroskop schau ich durch 
eine große Lupenleuchte, wo ich die Linse temporär entferne.
Die Anzeige am externen HDMI-Monitor ist um geschätzte 40 ms verzögert, 
stört aber nicht beim Arbeiten.

: Bearbeitet durch User
von Schlaumaier (Gast)


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Udo schrieb:
> Dafür nehme ich eine Kopfbandlupe.
> Grüße
> Udo

Ich auch. Ich habe eine mit 3 verschiedenen "Vorhängern". Davon kann ich 
2 gleichzeitig einhängen. Sie hat auch eine Lampe drin, aber die ist 
Mist und macht wegen den Batterien das Teil nur schwer.

Hier mal ein Link zu einen ähnlichen Modell wie meins. 
https://www.amazon.de/Rolson-60390-Tools-LED-Kopflupe/dp/B001MJ0JW2 .

Damit löte ich alles.

Ich hab auch eine Lupe (in der Tischlampe eingebaut) aber damit kann ich 
(Brillenträger mit Gleitsichtbrille) nicht umgehen. Da muss ich ein Auge 
zu machen und den Kopf verrenken.

Das Teil oben ist für mich klasse. Damit sehe ich (wenn ich nah genug 
dran bin) alles PERFEKT.

von Michael D. (sirs)


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Hatte auf Arbeit ein Stereomikroskop - bestes Werkzeug überhaupt. Die 
USB-Mikroskop-Kameras haben wir immer nur für Fotos genommen, die Latenz 
ist echt nervig beim Löten von kleinen Teilen (außer du bewegst den 
Lötkolben wie ein Faultier).

Neben dem Zommfaktor ist auch noch wichtig, wie groß das Gesichtsfeld 
ist. Bei den erwähnten Lidl-Lupen ist das super groß. Achte auch da 
drauf.

Hat jemand sowas ähnliches?
https://www.amazon.de/Bresser-Junior-Microscope-Magnification-Housing/dp/B07NBNC2Z3

von Manfred (Gast)


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Michael D. schrieb:
> Hat jemand sowas ähnliches?
> 
https://www.amazon.de/Bresser-Junior-Microscope-Magnification-Housing/dp/B07NBNC2Z3

20-fach ist ganz schön viel und der Abstand zwischen Grundplatte und 
Optik müsste bekannt sein.

Ich habe das Bresser-Stereomikroskop, was wahlweise 10x oder 20x kann. 
Mit 10x kann ich gut löten und habe genug Abstand zu Leiterplatte. Bei 
20x ist das Sichtfeld enger und der Abstand geringer - damit kann ich 
nicht löten.

von Markus M. (adrock)


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Hi,

habe jetzt am Wochenende auch mein Bresser Stereomikroskop (Biorit ICD 
CS) quasi eingeweiht :-)

Hatte vorher so eine Lupenbrille probiert, aber da hat mir die 
Vergrößerung nicht ausgereicht und man muss auch wirklich sehr nah an 
Lötstelle rangehen, was insbesondere auch aufgrund der Dämpfe nicht so 
schön ist.

Unter dem Mikroskop (10x ist gut, 20x ist zuviel) empfinde ich das 
SMD-Löten als sehr entspannend ;-) 0603 und kleiner ist kein Problem 
mehr, endlich sieht man auch die kleinsten Lötbrücken bzw. schlechte 
Lötstellen und kann ganz entspannt im aufrechten(!) Sitzen Löten.

Manko für mich als sehr kurzsichtiger ist, dass ich immer die Brille 
abnehmen muss und dann quasi ein Blindfisch bin, aber wenn man alle 
Bauteile in Armweite hat ist auch das kein Problem.

Ein Zoom-Mikroskop wäre wohl das Non-Plus-Ultra, das meiste könnte man 
wohl auch mit 5x Vergrößerung löten und hätte dann noch mehr Sichtfeld. 
Allerdings sind die Preise dafür außerhalb dessen was ich ausgeben kann.

Hatte das Biorit in der Bucht für 170 EUR geschossen, dafür ist es echt 
super.

von Olaf (Gast)


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> Ein Zoom-Mikroskop wäre wohl das Non-Plus-Ultra, das meiste könnte man
> wohl auch mit 5x Vergrößerung löten und hätte dann noch mehr Sichtfeld.

Ja, sowas nutze ich in der Firma. Das ist natuerlich noch wesentlich 
cooler.
Noch besser wenn man Autofokus haette. Aber man kann wohl nicht alles 
verlangen, seufz.

Wegen den Loetdaempfen noch ein Tip. Schau mal ob du irgendwie unter 
dein Mikroskop einen Glasfilter montiert bekommst. Die teuren Dinger 
haben dafuer extra ein Gewinde. Dann kannst du das einmal im Jahr zum 
putzen abschrauben. Es ist erstaunlich wie sich dann ploetzlich wieder 
die Sicht verbessert.

Olaf

von spess53 (Gast)


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Hi

>Unter dem Mikroskop (10x ist gut, 20x ist zuviel) empfinde ich das
>SMD-Löten als sehr entspannend ;-) 0603 und kleiner ist kein Problem
>mehr, endlich sieht man auch die kleinsten Lötbrücken bzw. schlechte
>Lötstellen und kann ganz entspannt im aufrechten(!) Sitzen Löten.

Für das BIORIT gibt es bei Bresser auch noch ein 0,5-fach Objektiv. 
Damit hättest du mit den Okuaren eine 5- und 10-fache Vergrößerung.

NfG Spess

von Manfred (Gast)


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spess53 schrieb:
> Für das BIORIT gibt es bei Bresser auch noch ein 0,5-fach Objektiv.

Mit 63,36€ plus Versand ein Superschnäppchen :-(

von O. H. (Gast)


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Pit S. schrieb:
> Ich benutze seit einiger Zeit so ein Autofocus HDMI Mikroskop:
> 
https://ae01.alicdn.com/kf/HTB1lV01akL0gK0jSZFtq6xQCXXaN/Full-Set-2020-1080P-Industry-Autofocus-SONY-IMX290-Measuring-C-Mount-Video-Microscope-Camera-U-Disk.jpg_220x220q90.jpg
>
> Das Teil hat hervorragende Bildqualität, stufenlose Vergrösserung von
> ca. 10x - 180x und bei Bestückung mit einer Barlow-Linse von 0.3x einen
> Arbeisbereich von bis zu 30cm. Neben diesem gigantischen Arbeitsbereich
> ist der Autofokus genial - man kann die Platine z.B. kippen um die
> Qualität der Lötunegn zu kontrollieren. Das Bild bleibt dabei immer
> scharf und man hat beide Hände während der Arbeit frei.
> Kostst zwar, aber lohnt sich.

Wie schnell/langsam ist der Autofokus? Habe eine ähnliche Kamera mit 
gleichem Chip aber der Fokus dauert ein bißchen (paar Sekunden) bis er 
sich einstellt.

von pitschu (Gast)


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O. H. schrieb:
>
> Wie schnell/langsam ist der Autofokus? Habe eine ähnliche Kamera mit
> gleichem Chip aber der Fokus dauert ein bißchen (paar Sekunden) bis er
> sich einstellt.

Wenn der Fokuspunkt einmal eingestellt ist und sich dann wenig ndert, 
z.B. wenn du über eine Platine fährst und genügend Kontrastlinien 
vorhanden sind, geht es sehr schnell (< 0.5 Sekunden). Wenn du in einen 
Bereich mit wenig Kontrast fährst (z.B. große Massefläche) kann es 
passieren, dass der Fokuspunkt verloren geht und der ganze Fokusbereich 
einmal durchfahren werden muss. Dann dauert es länger, so ca. 2-3 
Sekunden.

von Thomas K. (ek13)


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Markus M. schrieb:
> Hatte das Biorit in der Bucht für 170 EUR geschossen, dafür ist es echt
> super.

SWIFT Optical Professionelles Niveau 10X / 20X-Vergrößerung Binokulares 
Stereo-Mikroskop mit Weitwinkel 10X und 20X Okularen, 2 Flexible 
LED-Licht, Schwenkbarem Auslegerarm, und Kamerakompatibilität 
https://www.amazon.de/dp/B07K9DNSTG/ref=cm_sw_r_em_api_i_dlC_Bs-NFbJCCF7GH?_encoding=UTF8&psc=1

von O. H. (Gast)


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pitschu schrieb:
> O. H. schrieb:
>>
>> Wie schnell/langsam ist der Autofokus? Habe eine ähnliche Kamera mit
>> gleichem Chip aber der Fokus dauert ein bißchen (paar Sekunden) bis er
>> sich einstellt.
>
> Wenn der Fokuspunkt einmal eingestellt ist und sich dann wenig ndert,
> z.B. wenn du über eine Platine fährst und genügend Kontrastlinien
> vorhanden sind, geht es sehr schnell (< 0.5 Sekunden). Wenn du in einen
> Bereich mit wenig Kontrast fährst (z.B. große Massefläche) kann es
> passieren, dass der Fokuspunkt verloren geht und der ganze Fokusbereich
> einmal durchfahren werden muss. Dann dauert es länger, so ca. 2-3
> Sekunden.

Schätze dann haben wir mehr oder weniger eine Kamera mit der gleichen 
Technik, wenn man Platinen in der Luft hält und schräg inspiziert finde 
ich den Fokus schon etwas lahm.

von wosnet (Gast)


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Mantis (Elite) kann ich zum Löten überhaupt nicht empfehlen, maximal zur 
Inspektion. Der Bereich, in dem der Kopf stillgehalten werden muss, um 
kein verzerrtes Bild zu bekommen ist schon eher klein und da es für die 
Augen keine Auflage in Form eines Okulars gibt, wird das ganze nach 
kurzer Zeit anstrengend.

Ein einfaches Stereomikroskop, am besten mit schraubbarer 0.5x-Linse, 
ist für Lötarbeiten mMn am besten geeignet. Für größere Sachen und 
Überblicksarbeiten nutzt man die 0.5x-Linse, dann hat man auch einen 
sehr großen Arbeitsabstand. Für sehr feine Arbeiten dann ohne die Linse, 
aber mit etwas weniger Arbeitsabstand. Stufenloser Zoom ist auch nicht 
schlecht.
Es gab mal recht günstige Mikroskope von Mueller Optronic für etwa 400€, 
leider gibt es die Firma nicht mehr.
https://www.amazon.de/M%C3%BCller-Expert-Bino-Schwenkarm-Stereomikroskop-Zoom-Mikroskop/dp/B01IFAI4IG

Vielleicht findet sich etwas ähnliches.
Wenn Geld da ist würde ich Leica empfehlen.

von F. M. (foxmulder)


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Ich bevorzuge traditionelle Stereomikroskope, auch gegenüber einem 
Mantis.
Das Mantis hat einen Nachteil, es braucht vorallem in der 
Schwenkarmausführung sehr (!) viel Platz.
Ich habe hier ein Nikon SMZ-2T, für Fotos einen Adapter für MFT Kameras.
Der 20kg schwere Ständer steht ganz hinten am Labortisch und braucht 
somit wenig Platz, das Mikroskop kann ich weit zurückschieben.

Ich verwende es ohne die Augengummis, am Anfang kann man sich das kaum 
vorstellen, weil man immer wieder das Bild verliert, aber jetzt mit 
Übung schaffe ich sogar ohne Stuhl ein steinfestes Bild.

von F. M. (foxmulder)


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Manfred schrieb:
> Mit 63,36€ plus Versand ein Superschnäppchen :-(

Tja was erwartest du?
Zweifufzich?

von Stefan W. (stefan_w234)


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Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und auch der Gewöhnung. 
In meinem letzten Betrieb wurde die Nacharbeit unter klassichen 
Stereomikroskopen durchgeführt, das Mantis stand unbenutzt in der Ecke 
weil niemand damit zurecht kam. In meiner jetzigen Firma schwören alle 
auf die okularlosen Geräte, wir habe drei Lynx Evo von Vision 
Engineering im Einsatz.
Ich kenne jetzt beides lange genug, dass ich sagen kann: man gewöhnt 
sich an alles.

von Olaf (Gast)


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> Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und auch der Gewöhnung.

DAs wuerde ich auch so sehen. Ich hab schon 8h am Stueck da dran 
gesessen
und bin immer noch begeistert. Viel besser als die anderen Teile wo man 
immer etwas nach unten kuckt. Das merkt man nach ein paar Stunden im 
Nacken.

Ich kenne aber auch jemanden der kommt mit einem Mantis garnicht klar 
weil er gerade nach vorne kucken muss waerend man unten arbeitet.

Also am besten ausprobieren. Bei den Preisen kommt der Vertreter ja noch 
damit vorbei. :)

Olaf

von Martin R. (mme)


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von DNT gibt es ein Digitales Mikroskop UltraZoom PRO für 149,99 Euro. 
Gibt es bei Reichelt, ELV, Amazon, ...
Sieht optisch gar nicht mal so schlecht aus. Hat das schon jemand 
gekauft?

von Spess53 (Gast)


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Hi

>Sieht optisch gar nicht mal so schlecht aus.

Na ja. Für Briemarken.

MfG Spess

von Uli S. (uli12us)


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Rein vom Foto  her sieht das ziemlich unbrauchbar aus, einfach weil man 
da nichts umbauen kann. Sobald man etwas breitere Platinen hat, hat man 
das Problem, dass man gar nicht ans Bauteil rankommt, wenn das nahe der 
Mitte liegt.
Ich hab so eines 
Ebay-Artikel Nr. 232754676157 
da kann man den Halter nach hinten drehen die Grundplatte beschweren und 
hat schon mal so etwa 5 cm mehr Platz, wenn man ganz unten steht.
Theoretisch lässt sich der Abstand noch weiter vergrössern, wenn man 
statt dem Winkel eine schmale Leiste nimmt und 3 Bohrungen reinmacht. 
Dann muss man halt entsprechend unterbauen, damit man mit der Platine 
unter der Leiste durchkommt. Diese 1000 fach Vergrösserung ist natürlich 
eine schamlose Übertreibung, das ists noch nicht mal, wenn mans 
quadratisch rechnet. Ich ziehe aber eine lineare Angabe vor. Die 
optische Qualität ist leider alles, bloss nicht toll, aber man kann 
damit arbeiten, besser als mit Leuchtlupe wo einfach die Riesenlupe und 
der LED-Kranz immer im Weg ist. Schliesslich ist der Kopf des Mikroskops 
grade mal ca 3cm von der optischen Achse weg. Bei der Leuchtlupe sinds 
geschätzt rund 10cm. Um damit was zu erkennen muss ich leider sehr nahe 
ans Objekt, so dass kein Platz mehr für Hände, Lötkolben usw ist.

: Bearbeitet durch User
von Peter (Gast)


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Um die Eingangsfrage 'SMD Löten mit Mikroskop, Mantis Vision oder 
Kamera' mal zu beantworten:

Ich habe ALLES hier in meiner Werkstatt, Mikroskop, Mantis und natürlich 
auch Lupenleuchte, Vergrößerungsbrille etc., daher kann ich mir erlauben 
zu sagen, dass ich den Durchblick habe ;-)

· Lupenleuchte: um mal schnell was zu kontrollieren OK, aber eher nicht 
für längere Arbeiten in der Werkstatt - eher für den Schreibtisch um mal 
eben was zu prüfen

· Vergrößerungsbrille: um Gottes willen - macht keinen Spass. Hat nur 
Geld gekostet, wird nie benutzt.

· Kamera: Kein 3D Sehen, die minimale Verzögerung zwischen der Bewegung 
und dem Bild auf den Monitor macht einen wahnsinnig. So kann man nicht 
arbeiten. Ist nur für Dokumentation etc. geeignet ... oder Leute, die 
nichts besseres kennen und glauben, das wäre normal.

Bis hierhin ist meiner Meinung nach alles nur Spielzeugkram für 
jemanden, der noch nichts anderes gesehen hat. Nun wirds interessant:

· Mikroskop: Ist gut nutzbar. Normalerweise nutzt man kleine 
Vergrößerungen von vielleicht 2x bis 5x, mehr als 10x zur Kontrolle 
einzelner Stellen niemals. Hat den Nachteil, dass man den Kopf stark 
beugen muss, man kann nicht stundenlang davor sitzen wg. 
Nackenschmerzen. Außerdem oft geringer Arbeitsabstand, da braucht man 
dann eine x0,35 Linse, notfalls reicht eine x0.5; weitaus besser ist 
aber eine x0.35
Zoommikroskop ist ein Muss, genauso wie ein langer Arm. Ohne langem 
Ausleger ist das Mikroskop immer im Weg und man kann es nicht mal eben 
wegräumen (der Fuß ist sehr schwer). Außerdem kann man ohne Ausleger 
keine größeren Objekte/Platinen drunterlegen. Objektträger etc. sind 
überflüssig, die Platine sollte zum Arbeiten auf dem Werktisch liegen.

Am besten keins dieser schrecklichen 200-300 Euro China Mikroskope 
kaufen (auch wenn oft ein deutscher Name wie z.B. Bresser draufsteht), 
sondern nach einem gebrauchten japanischen Mikroskop Ausschau halten 
(Nikon SMZ, Olympus SZ). Die kosten gebraucht oft nur 150-200 Euro, sind 
aber qualitativ um Längen!!! besser als die China-Böller und halten 
ewig.

· Mantis: Die Königsklasse: man schaut geradeaus, hat ein großes 
Blickfeld und auch nach Stunden noch keine Schmerzen. Empfehlung: das x6 
SWLD Objektiv - damit hat man einen großen Arbeitsabstand - das ist mein 
Universalobjektiv, damit arbeite ich 99% meiner Zeit. Ansonsten x4; das 
x2 braucht eher selten. Das normale x6 hat schon einen recht geringen 
Arbeitsabstand, geht notfalls aber noch (deswegen ist das x6 SLWD 'super 
long working distance' so gut); bei x8 oder x10 ist der Arbeitsabstand 
zum Löten schon seeeehr gering.

Ich hatte jahrelang nur das Mikroskop, damit kam ich klar, hatte aber 
schnell Nackenschmerzen. Seit ich das Mantis habe, nutze ich das 
Mikroskop nur noch ein paar mal pro Jahr für Sonderfälle und ansonsten 
nur noch das Mantis.

Somit ist wohl eindeutig, was ich empfehlen würde. Mein Rat: Notfalls 
mit einen ordentlichen Mikroskop beginnen und bei Ebay & Co. nach einem 
Mantis-Schnäppchen Ausschau halten. Mit Geduld (kann schon ein Jahr 
dauern), bekommt man es mit 2 Objektiven auch durchaus schonmal günstig 
(unter 500 Euro). Das x6 SLWD Objektiv ist jedoch kaum zu bekommen und 
wenn, dann teuer.

Viel Erfolg

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