Guten Tag zusammen,
aktuell versuche ich die Steuerplatine aus einer Dunstabzugshaube zu
reparieren. Wie auf den Bildern ersichtlich ist der Triac, vermutlich
für die Motordrehzahl Regelung, defekt. Handelt es sich tatsächlich um
einen Triac? Die Aufschrift ist: 136S6D 1854 PJm0527 E6. Welches
Bauteil wäre als Ersatz denkbar, vielleicht BT136S-600D?
Beim durchmessen des Gate-Strompfades sind mir zwei Bauteile besonders
aufgefallen.
Das wie eine SMD-Diode aussehende Bauteil (R2), welches sich zwischen
Gate und Terminal 2 befindet, hat in beiden Richtungen keine
Durchflussspannung, aber einen Innenwiderstand von etwa 0,7 Ohm. Ist
dies plausibel, oder ist es wirklich eine SMD-Diode, die defekt ist?
Das direkt dazu parallel angeordnete Bauteil (R3) hat keinen messbaren
Widerstand. Um was für ein Bauteil handelt es sich?
Ich glaube nicht, dass das ein Triac ist. Die Diode parallel zum Triac
ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Weder die rote links daneben,
noch die schwarze rechts daneben (falls das denn eine Diode ist).
Außerdem würde ich noch herausfinden, welche Ursache zu dem Schaden
geführt hat. Da ist sicher noch mehr kaputt. Halbleiter platzen bei
geringer Überlast nicht so auseinander, das sieht mir eher nach einem
Schaden wegen Kurzschluss aus.
Nomis schrieb:> Das wie eine SMD-Diode aussehende Bauteil (R2), welches sich zwischen> Gate und Terminal 2 befindet, hat in beiden Richtungen keine> Durchflussspannung, aber einen Innenwiderstand von etwa 0,7 Ohm. Ist> dies plausibel, oder ist es wirklich eine SMD-Diode, die defekt ist?
Du solltest deinen Schaltplan nochmal zeichnen. Die grosse Fläche mit
den vielen Durchkontaktierungen ist keine Signalleitung, sondern eher
eine Versorgungsspannung (Massebezug).
Am Gate des TRIACs wird eine Z-Diode (durchlegiert) sein, daneben eine
normale Diode. Wenn diese normale (SS4007) Diode auch kaputt ist, dann
wohl die ganze Elektronik.
Denn die Schaltung bezieht seine Versorgung nicht-netzgetrennt aus einem
Kondensatornetzteil, der graue 0632457V hat hoffentlich noch
Nennkapazität.
Es gibt auch noch eine Diode oberhalb des TRIACs. Prüfe auch die Elkos
auf Kapazität.
Das ist mal eine Platine, die echt schwer zu durchschauen ist.
Das ganz rechts sieht wie ein Brückengleichrichter aus, aber dann wäre
eine der Dioden falsch herum eingebaut. Also doch nur ein aufgeteilter
Widerstand?
Auf der Bestückungsseite gibt es keine Massefläche, das sieht wie ein
Ausgangs-Anschluss aus. Die Massefläche ist unten, von dieser ist die
große Fläche (wohl nur zur Kühlung des geplatzten Bauteils verwendet)
abgetrennt.
Man sieht unten auch, daß rechts eine Leiterbahn ihre Farbe geändert
hat. Heiß geworden? Wo geht dieser Anschluß hin?
Wie ist der Stecker oben belegt, wo liegt die Betriebsspannung an?
Edit: Wo kommt der rot markierte Leiterzug wieder raus? Am ULN?
Ben B. schrieb:> as ganz rechts sieht wie ein Brückengleichrichter aus, aber dann wäre> eine der Dioden falsch herum eingebaut. Also doch nur ein aufgeteilter> Widerstand
Sicher 0207 MELF Widerstände.
Vermutlich 4 x 22 Ohm 5% pulsbelastbar und nicht 24k.
Ben B. schrieb:> Das ist mal eine Platine, die echt schwer zu durchschauen ist.
Na ja, man muss nur wollen, er kann messen, alles handliche Bauteile bei
denen man an alle Anschlüsse kommt, auch wenn man nicht alle
Leiterbahnen unter Bauteilen sehen kann.
MaWin schrieb:> Vermutlich 4 x 22 Ohm 5% pulsbelastbar und nicht 24k.
Obwohl, 24k geht auch, das sind 10mA, statt Kondensatornetzteil also
1.2Watt verblasendes Vorwiderstand um 5V/5mA an einer Z-Diode zu
erzeugen.
Naja, das Kondensatornetzteil muß mindestens ein Relais schaffen,
vorausgesetzt es wird immer nur eines gleichzeitig eingeschaltet.
Mit 5V/5mA kommt man da nicht weit.
MaWin schrieb:> Obwohl, 24k geht auch, das sind 10mA, statt Kondensatornetzteil also> 1.2Watt verblasendes Vorwiderstand um 5V/5mA an einer Z-Diode zu> erzeugen.
Wohl doch nicht, schon so ein blödes Relais zieht 30mA.
Michael B. schrieb:> Du solltest deinen Schaltplan nochmal zeichnen. Die grosse Fläche mit> den vielen Durchkontaktierungen ist keine Signalleitung, sondern eher> eine Versorgungsspannung (Massebezug).
Die Kupferfläche um den Thyristor liegt an einem Relais-Kontakt an und
wird vermutlich darüber zum Motor geschaltet. Mich wundert nur, dass die
Steuerleitung des Gates über diese Fläche führt.
Die Kupferfläche am Pin 1 ist mit dem 4 und 5 Pin (von links) der Oberen
Steckleiste verbunden.
Michael B. schrieb:> Wenn diese normale (SS4007) Diode auch kaputt ist, dann> wohl die ganze Elektronik.
Die Diode rechts neben dem Thyristor scheint in Ordnung zu sein.
Ben B. schrieb:> Man sieht unten auch, daß rechts eine Leiterbahn ihre Farbe geändert> hat. Heiß geworden? Wo geht dieser Anschluß hin?
Die von Dir eingezeichnete orange Verbindung existiert auf der
Unterseite und geht, wie oben beschrieben, zum Relais.
Ben B. schrieb:> Edit: Wo kommt der rot markierte Leiterzug wieder raus?
An der Durchkontaktierung ist nichts weiter auf der Unterseite
angeschlossen.
MaWin schrieb:> Sicher 0207 MELF Widerstände.> Vermutlich 4 x 22 Ohm
Die vier Widerstände auf der rechten Seite liegen im k Ohm Bereich.
> An der Durchkontaktierung ist nichts weiter auf der Unterseite> angeschlossen.
Das sehe ich selbst, probier mal ob Du irgendwas am ULN oder so findest,
wo dieser Pin hin geht. Vielleicht gibt's noch eine mittlere Lage, die
man nicht sieht. Die Schaltung macht sonst wenig Sinn, außer das
geplatzte Bauteil ist nur sowas wie ein Spannungsregler.
Oder das Ding fungiert als Crowbar, durch die Z-Diode (wenns denn eine
ist) links von dem offenen Teil wird der Triac (wenns denn einer ist)
bei zuviel Spannung gezündet... aber wozu soll das in der Anwendung gut
sein?
Mir fehlt weiterhin die Belegung des Steckers und auf welche Pins des
Steckers evtl. der fragliche Kontakt mit der heißen Leiterbahn
durchgeschaltet werden kann.