VDE schrieb:> Nun werde ich immer wieder gefragt ob ich nicht die BGV A3 Prüfung> machen dürfte.
Dann kannst Du antworten, dass es die BGV A3 Prüfung gar nicht mehr
gibt.
Sie wurde durch die DGUV-3 abgelöst.
VDE schrieb:> Und noch eine Frage habe ich, und zwar wie wird denn die Berufserfahrung> von 1 Jahr nachgewiesen?
Das solltest Du sinnvollerweise den Schulungsträger fragen.
Wenn du ohne großen Aufwand einfach ein Zertifikat willst, dann geh zum
TÜV.
Wenn du wirklich etwas lernen willst, auch die Hintergründe, dann geh zu
Mebedo. Es ist zwar kein wirklich kompliziertes Thema. Aber die Praxis
zeigt immer wieder, dass sehr viele Prüfer nicht wissen was und warum
sie eigentlich machen, warum welches Messverfahren sinnvoll ist, wie man
die Messwerte interpretiert usw. Deshalb würde ich schon ein brauchbares
Seminar empfehlen.
https://www.mebedo.de/seminare/?p=m-seminare&id=1551
Danke für die Antworten, besonders der Vorschlag mit mebedo ist
interessant. Ich hab das zwar in der Ausbildung alles schon mal gehört,
ist aber doch schon 10 Jahre her.
Lass dir keinen Quatsch erzählen.
Als Elektrofachkraft bist du befähigt Prüfungen nach DGUV-3
durchzuführen:
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/1052
§2 Abs. 3 Definition Elektrofachkraft
Wenn du dich allerdings selbstständig machen möchtest und diese
Prüfungen verkaufst wäre mir an deiner Stelle die entsprechenden
VDE-Richtlinien in aktueller Fassung sowie einen kalibrierten
Installationstester und Gerätetester wichtiger als irgendein Zertifikat.
Achja für den Fall, dass der Fragende dein AG ist.
In der Zeit, die du für die gründliche Prüfung (Sichtprüfung!) von einem
Gerät brauchst, schafft manch ein Prüfer mindestens 2.
Das liegt dann aber nicht an dir.
Also kannst du nach einem vom AG bezahlten Kurs durchaus teurer als ein
externer Anbieter sein.
Am besten vorher schauen, wie teuer die jetzige Prüfung pro Gerät ist
und wieviel Zeit dir da pro Gerät bleibt.
so schrieb:> Stellt sich also die Frage, ob man 10 Jahre nach der Technikerschule und> weder Praxis, noch Erfahrung im Bereich der Geräteprüfung als> Elektrofachkraft gilt.
Wenn er in den letzten 10 Jahren fachfremd gearbeitet und alles
vergessen hat, ist er keine Elektrofachkraft mehr aber dann hilft im ein
Zertifikat auch nicht weiter.
(3) Als Elektrofachkraft im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift
gilt, wer auf
Grund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie
Kenntnis der
einschlägigen Bestimmungen die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und
mögliche
Gefahren erkennen kann.
Steht nix von Zertifikat. Punkt aus Ende.
Hm,
würde ich mir genau überlegen!
1. Bekommst du mehr Geld?
Schließlich bist du für das ganze auch Haftbar.
2. Bekommst du die erforderliche Arbeitszeit dafür zugestanden?
Wenn das ganze anständig gemacht werden soll, braucht das seine Zeit.
3. Bekommst du die erforderliche Rückendeckung vom AG?
Du musst nämlich auch private Geräte der Kollegen prüfen, und wenn diese
nicht bestehen musst du diese außer Betrieb nehmen, so schafft man sich
Freunde!
4. Wird die ganze Sache auch im Betrieb gelebt?
Ist nämlich schön, wenn du feststellst, das ein Gerät X nicht bestanden
hat, es den AG nicht wirklich interessiert das die Mängel abgestellt
werden!
mfg
Gast
Der fragende ist nicht mein AG, meist handelt es sich um Firmen von
Bekannten oder Firmen die wir für den Hausbau brauchten.
Das Zertifikat würde ich auch machen wenn es nicht zwingend nötig ist,
schon deshalb um von den Normen wieder auf einem aktuellen Stand zu
sein.
Selbstständig möchte ich mich damit auf keinen Fall machen, aber da die
Investitionen überschaubar sind (ich rechne mit < 5k) denke ich über
einen kleinen Nebenerwerb nach.
Kann denn jemand die Meinung/Erfahrung von Markus, das der TÜV nur
oberflächlich schult, bestätigen oder hat ähnliche Erfahrungen?
Ich danke nochmals für die sachliche Diskussion und freue mich auf
weitere hilfreiche Beiträge.
_Gast schrieb:> Hm,>> würde ich mir genau überlegen!>> 1. Bekommst du mehr Geld?> Schließlich bist du für das ganze auch Haftbar.
Mehr Geld gibts meistens nicht. Nur mehr Arbeit. Ich hatte mir auch mehr
Geld erhofft.
Eine Haftung ist eher theoretisch. Da muss man dem Prüfer schon
Fahrlässigkeit beweisen und vorwerfen können. Der Prüfling war zum
Zeitpunkt der Prüfung in Ordnung. Zum Zeitpunkt des Unfalls eben nicht
mehr. Kann vorkommen. Ist beim TÜV fürs Auto nicht anders.
> 2. Bekommst du die erforderliche Arbeitszeit dafür zugestanden?> Wenn das ganze anständig gemacht werden soll, braucht das seine Zeit.
Meist schwierig.
> 3. Bekommst du die erforderliche Rückendeckung vom AG?> Du musst nämlich auch private Geräte der Kollegen prüfen, und wenn diese> nicht bestehen musst du diese außer Betrieb nehmen, so schafft man sich> Freunde!
Ist händelbar. Aber die privaten Geräte sind schon ein Problem, da
ständig was neues auftaucht. Aber der jeweilige Abteilungsleiter ist
dafür verantwortlich, dass seine Mitarbeiter die Geräte melden und
prüfen lassen. Wenn ich als Prüfer nichts von den Geräten weiß, ist es
nicht mein Problem.
> 4. Wird die ganze Sache auch im Betrieb gelebt?> Ist nämlich schön, wenn du feststellst, das ein Gerät X nicht bestanden> hat, es den AG nicht wirklich interessiert das die Mängel abgestellt> werden!
Ist manchmal problematisch. Fällt ein teures Gerät bei mir durch,
bestellt der Arbeitgeber einen externen Prüfer, der alles durchwinkt. Im
Falle eines Unfalles bin ich als Prüfer fein raus.
Prüfer für DGUV Vorschrift 3 ohne Berufsausbildung? Wie ist das möglich?
https://de.indeed.com/cmp/Deutsche-Pr%C3%BCfservice-Gmbh/jobs?jk=022a96369d65ff67&start=0&clearPrefilter=1
Ich habe selbst schon solche Prüfungen durchgeführt, bin Dipl-Ing
E-Technik und habe das Zertifikat von Mebedo. Habe schon Elektromeister
bei diesen Prüfungen erlebt, die nicht wussten was sie tun, die keine
Messwerte einschätzen konnten und sich nur auf die Automatik des
Secutest S2 verlassen haben. Da haben dann Steckdosenleisten bestanden
mit einem Schutzleiterwiderstand von 0,290 Ohm, weil die Norm ja maximal
0,3 Ohm sagt. Ein anderer Prüfer meinte sogar, der Widerstand müsste
über 0,3 Ohm sein.
Wie bitte sollen Laien solche Prüfungen durchführen wenn das selbst so
manche Fachkräfte nicht schaffen? Auch mit Einweisung funktioniert das
doch nicht. Legal ist es auch nicht, da eine Elektrofachkraft zwingend
ist.
Das wird immer schlimmer, der ganze Bereich Servicetechnik,
Instandhaltung wird zunehmend von angelernten Laien besetzt wo früher
nur Fachkräfte eingesetzt wurden. Hauptsache billige Löhne.
Ausbildung/Qualifikation wird dadurch entwertet und immer unwichtiger.
In unserer kleinen Technikabteilung werden auch Elektroarbeiten ohne
Elektriker gemacht (angelernt von einem Laien) und so lange nichts
passiert, interessiert es auch keinen. Und wenn mal was passieren würde,
wird es sicher irgendwie so hingedreht, dass es ja in der
Muttergesellschaft Elektrofachkräfte gibt.
Im kaufmännischen Bereich ist es übrigens nicht anders. Da sitzen
Hauptschüler ohne Berufsausbildung. Aber da sind die Löhne anständiger.
Über 20€/h ohne Berufsausbildung ist schon was.
Paul schrieb:> Da haben dann Steckdosenleisten bestanden> mit einem Schutzleiterwiderstand von 0,290 Ohm, weil die Norm ja maximal> 0,3 Ohm sagt.
Naja, aber so ist es halt, mit dem ganzen Prüf-Quatsch. Wenn es ein
Limit gibt, und der Prüfling hält das Limit ein, dann ist den
Vorschriften genüge getan.
So funktioniert unsere Welt: Wenn Verbände etc. eben alles vorschreiben
wollen und für jeden Furz ein Papier oder Zertifikat vorhanden sein
muss, passiert genau das: Ein ganzer Wirtschaftszweig entsteht und
optimiert sich auf die Bedingungen und Limits die in irgendeinem
Dokument stehen.
Es ging bei BGV-A3 oder DGUV-3 noch nie um die elektrische Sicherheit.
Es war von Anfang an ein Verfahren um Umsatz zu generieren. Man denke
nur mal an den Umsatz der unzähligen Kurse, Firmen wurden gegründet,
Messgerätehersteller haben eine neue Produksparte und, und, und.
Wer als Unternehmer nicht den aller billigsten Prüf-Dienstleister ins
Haus holt, um die lustigen Aufkleber auf seine Geräte anbringen zu
lassen, ist schlecht beraten.
Man muss nur mal in andere Bereiche schauen, z.B. Medizintechnik. Was da
an Blödsinn mit Zertifizierung, Auditierung und Validierung betrieben
wird, ist ein Witz. Es geht ausschließlich um's Papier. Die tatsächliche
Realität spielt keine Rolle.
Bastler schrieb:> Paul schrieb:>> Da haben dann Steckdosenleisten bestanden>> mit einem Schutzleiterwiderstand von 0,290 Ohm, weil die Norm ja maximal>> 0,3 Ohm sagt.>> Naja, aber so ist es halt, mit dem ganzen Prüf-Quatsch. Wenn es ein> Limit gibt, und der Prüfling hält das Limit ein, dann ist den> Vorschriften genüge getan.
Dann hast du die VDE 701-702 aber nicht verstanden. Da geht es nicht nur
darum, Messwerte zu vergleichen, sondern darum, diese durch
Sachkompetenz zu bewerten und zu entscheiden. Und das kann eben nur eine
Elektrofachkraft. Die Steckdosenleiste mit einem Schutzleiterwiderstand
von 0,290 Ohm besteht die Prüfung eben nicht! Weil baugleiche
Steckdosenleisten üblicherweise einen Schutzleiterwiderstand von unter
0,15 Ohm haben und neue sogar unter 0,09 Ohm. Auch kann man durch
Kenntnis der Leitungslänge und Querschnitt den erwarteten Widerstand
berechnen und zusätzliche Übergangswiderstände abschätzen. Der Prüfer
hat einen Ermessensspielraum. Das alles lernt man auch in einem
anständigen Seminar, wenn man die VDE nicht lesen will oder nicht
versteht.